Mein lieber Schwan! ©2010 Kiki Thaerigen

Mein lieber Schwan! 

tl;dnr (too long, did not read): Ich stehe mir selbst im Weg.

Die ersten Wochen des neuen Jahres waren ereignisreich: Am Silvesternachmittag raffte mich ein Infekt dahin, der mich den grössten Teil der KW 1 zwischen Bett und Bad pendeln liess. In der zweiten Woche arbeitete ich doppelt so viel um die verlorene Zeit aufzuholen und eine Deadline zu schaffen. In der dritten und vierten Woche war ich beruflich in der Schweiz, wo mich ein Kunde für ein Corporate Design Projekt gebucht hatte und wir das Design seiner App planten. In der ersten Februarwoche verstarb – natürlich nicht gänzlich unerwartet, aber doch recht plötzlich – meine Grossmutter in ihrem 103. Lebensjahr, was mich für einige Tage in einer Art Schockstarre in die Knie zwang, so dass ich nun all das aufarbeite und fertigstelle, was in den letzten drei Wochen gezwungenermassen zurückstehen musste: Angebote schreiben, Behördenkram erledigen, Miniprojekte für Freunde angehen, Brot-und-Butter Projekte bearbeiten und ausserdem meine Portfolioseite und das Blog hier inhaltlich, optisch und technisch neu aufstellen.

Ich bin hin- und hergerissen: Eigentlich will ich nur noch „in meine Mupfel“, wie Ping Pinguin von „Urmel aus dem Eis“ *) sagen würde. Die Decke über den Kopf ziehen, den Telefonstecker aus der Wand ziehen, die Welt kurz anhalten. Andererseits wird’s davon ja nicht besser und der Arbeitsberg nicht kleiner und die Welt dreht sich anschliessend doppelt so schnell weiter. Ich stecke alle verfügbare Energie in die Kundenaufträge und vernachlässige Hamburg unter sich, ich weiss, ich weiss. Angefangene Manuskripte für Folgen, die inzwischen inhaltlich überholt sind treffen auf eine gewisse Lustlosigkeit, mich momentan mit den Geschehnissen in der Stadt auseinanderzusetzen und dabei den Humor nicht zu verlieren. Vielleicht – hoffentlich! – gibt sich das nach der Wahl am Sonntag. Immer optimistisch bleiben.

Hier liegt auch noch viel Videomaterial herum, denn ich möchte gern ein paar Zeitraffervideos veröffentlichen, in denen ich den Weg von der Skizze zur fertigen Illustration zeige. Mir machen solche Videos immer viel Spaß und ich lerne sehr viel auf diesem Weg. Das Material muss ich aber auch noch sortieren, schneiden, vertonen und online stellen. Wie jetzt, das kostet Zeit? Wer konnte das denn ahnen?

(Ich beneide das Team Bogdan & Buddenbohm – zwei Leute mit ohne Zeit aber mit tausend Ideen, die sie einfach grandios umsetzen. Was die da machen? Alles. Aber wie machen die das? Vielleicht brauche ich auch eine/n wahnsinnige/n Partner/in, damit sich alle irgendwie ausgleicht und wie durch Zauberei am Ende alles hinhaut?)

Es macht mich ausserdem kirre, dass ich die nötige Zeit für die Fertigstellung der Umstellung vom jetzigen Blog zum neuen nicht freischaufeln kann: Den Umzug der Inhalte der ersten zehn Jahre e13 auf eine Subdomain z.B., eigentlich völlig trivial, aber eben doch planungsintensiv, wenn man das nicht jede Woche macht und einfach keine Zeit für Fehler und deren anschliessende Beseitigung hat. Ich habe keine Lust, dieses olle Blog noch länger mit Inhalten zu füttern und das neue nicht starten zu können.

Die Zusammenstellung der Portfolioinhalte ist auch so was – einerseits möchte ich einen kurzen Überblick darüber geben, was ich in den letzten Jahren so gemacht habe, andererseits sind darunter nicht so irre viele Projekte, die ich vorzeigen möchte oder dürfte. Dann wiederum ist das, was ich in den letzten Jahren gemacht habe nicht unbedingt oder gar in erster Linie das, was ich in den nächsten Jahren machen möchte – ich möchte mehr als Illustratorin denn als Designerin arbeiten und als Designerin wiederum lieber mehr Print als Web machen. Aber dafür gerne auch mal App- und UI (User Interface) Design. Ich muss noch mehr Akquisition betreiben, was mir von Hause aus mangels des Rampensau-Gens nicht gerade leicht fällt und im Moment schon gar nicht. Es ist kompliziert. Nein, eigentlich gar nicht. Aber dann doch irgendwie.

Und noch so einiges mehr. Seufz. Es ist, als hätte ich das neue Jahr mit einem Fehlstart begonnen, als hätte ich gleich im ersten Absatz auf der ersten Seite des neuen Schulhefts einen dicken Tintenklecks gemacht. „Nur wer gar nichts macht, macht keine Fehler. Mach dich nicht verrückt, mach nicht so’n Riesengedöns um alles!“ hat Omi gesagt, selbst eine Meisterin der spontanen Improvisation. Um dann meistens ein aufmunterndes „Du wirst noch mal die Beste“ dranzuhängen. Worin, hat sie nie gesagt. Das muss ich noch herausfinden.

Na, wird schon.

*) Update, die Korrektur von Urmel zu Ping freundlicherweise von einem erfahrenen und belesenen Vorlesevater übermittelt. :-) Danke!

Dieser Artikel hat 4 Kommentare

  1. Deine Omi klingt toll. – Ich hab mal irgendwo den Satz gehört: „Kopf hoch – auch, wenn der Hals dreck’sch ist!“ Seitdem sag ich mir das immer, wenn es schlimm ist.

  2. Ein wahnsinniger Projektpartner und etwas Zauberei helfen in der Tat.
    (Allerdings sind wir auch gerade beide am Limit, falls das irgendwie tröstlich ist.)

  3. Interessant, dass *Isa* jetzt sagt, dass ein wahnsinniger Projektpartner hilft. Eine Aussage über den Herrn Buddenbohm?

    Aber was auch immer, ich wünsche dir Kraftkraftkraft und warte geduldig weiter auf den Großen Kikischen Webcomic.