Fotografien vom Eiffelturm bei Nacht, wenn er seine klassische Beleuchtung trägt, sind lizenzpflichtig. Ja, richtig gelesen: Tagsüber darf man nach Herzenslust knipsen und veröffentlichen, aber die Lichtdesigner und Betreiberfirma des Eiffelturms dürfen – zumindest nach französischem Recht – für die Veröffentlichung und kommerzielle Nutzung entsprechender Nachtbilder zur Kasse bitten. Hierzulande wäre das wohl aufgrund der in Frankreich unbekannten Panoramafreiheit nicht möglich, und ob ein französisches Gesetz Anwendung findet, wenn ein deutscher Tourist in Deutschland ein entsprechendes Foto – selbst zu kommerziellen Zwecken – nutzt, wage ich auch zu bezweifeln (Stichwort: Schutzlandsprinzip).

Nun hat der Eiffelturm zu Ehren der Opfer des Attentats auf die Macher des Satireblatts Charlie Hebdo die Lichter ausgeknipst und die Bilder davon sind natürlich besonders attraktiv, weil ungewöhnlich (wie die des Kölner Doms, wo Kardinal Woelki dasselbe als Protest gegen die Pegida-Idioten entschied: „Licht aus!“). Pressefotos sind natürlich immer lizenzpflichtig, und der New Yorker z.B. hat das Aufmacherbild für seinen Artikel hier von Getty lizensiert, mit denen sie natürlich einen Rahmenvertrag haben werden.

Was ich mich jetzt aber frage: Wenn die Lichter aus sind, dürfte doch dann auch keine Lizenzzahlung an die Eiffelturmbetreiber fällig werden, oder? Und das, wo gerade dieses ungewöhnliche Motiv besonders attraktiv ist, Stichwort: Mann beisst Hund.

Hm.

Dieser Artikel hat 3 Kommentare

  1. Eigentlich ist ja auch nicht der Eiffelturm urheberrechtlich geschützt (Eiffel ist zu lange tot), sondern das Lichtkunstwerk am Eiffelturm. Das wiederum unterliegt noch dem Urheberrecht und wird es noch lange tun. Daraus folgt, sobald das Lichtkunstwerk nicht zu sehen ist, kann der Eiffelturm von jedem fotografiert werden und das ganze veröffentlicht werden.

    Und wieder ein schöner Grund, wieso das Urheberrecht gründlich reformiert und vereinfacht gehört.

  2. Wenn ich es richtig mitbekomme habe, gibt es auch in Deutschland Einschränkungen der Panoramafreiheit. Bei einigen Schlössern oder Museen ist es so, dass du die auch nur ganz aussen fotografieren darfst. Solltest du aber auf dem Gelände sein, so gibt es dort Einschränkungen, was du fotografieren und veröffentlichen darfst, d.h. du darfst dann wohl nicht einfach die Front des Schlosses als eigenes Bild ins Internet stellen, wenn du es z.b. aus dem Schlossgarten fotografiert hast. Was ich völlig bescheuert finde.

    • Ich finde das ok, denn die sind in der Regel in Privatbesitz. Nur, weil sie die Öffentlichkeit in einem bestimmten Kontext einladen, heisst das nicht, dass sie alles freigeben müssen. Und viele finanzieren sich eben auch über die Vergabe der Nutzungsrechte an Fotos. Man kann nicht einerseits dagegen sein, dass der Steuerzahler jedes Museum und Schloss massiv subventioniert (das aber bitte doch naürlich für die Öffentlichkeit zugänglich sein und Touristen anziehen soll, die der ganzen Region zugute kommen) und andererseits andere, private Finanzierungskanäle wie z.B. Nutzungsrechteinnahmen schliessen wollen.