Liebes Tagebuch,

die Novemberstimmung ist, wie von Maximilian herbeigesehnt und von den Hamburger Wahrzeichen etwas zu früh ausgerufen, trist und trüb. Das gilt für das Wetter (Null Grad oder etwas darunter und Nieselregen), als auch für meine Laune. Die wird nicht eben gehoben durch die Themen, die mich so bewegen.

Zuerst habe ich eine ganze Weile an einem Text für Frau Frohmanns Projekt, Tausend Tode schreiben, gefeilt. Drei Versionen hatte ich fertig , nur um alles als zu persönlich, zu deprimierend, zu nah am offenen Herzen zu befinden und in die Tonne zu werfen und mich für eine versöhnlichere Szene aus dem Drehbuch für eine Graphic Novel zu entscheiden, die ich sicherlich irgendwann mal weiter ausarbeite, wenn ich denn mal Zeit habe. Mein Beitrag wird beim zweiten Schwung der Beiträge mit dabei sein (es wird insgesamt vier Teile geben), aber Ihr könnt ruhig jetzt schon mal das E-Book kaufen und die ersten Beiträge lesen, die sind nämlich ziemlich toll. Und die drei folgenden Updates bekommt Ihr dann natürlich bei Erscheinen, die sind im durchaus moderaten Preis von 4,99 EUR enthalten. Die Autoren- und Herausgebererlöse kommen dem Kindersterbehospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow zugute.

Ausserdem arbeite ich gerade an einem Comic-/Webprojekt, das sich um die Flüchtlingsthematik in Syrien dreht und für das ich zunächst einmal recht viel recherchieren muß, insbesondere Bildmaterial, was mir, man ahnt es, ebenfalls an die Gräten geht. So wie noch ein paar weitere Begebenheiten hier und da, Altersheimbesuche bei Omi, Sorgen um Freunde … nichts gegen gepflegte Melancholie, aber das wird mir hier langsam zu duster, und dabei ist doch gerade jetzt im Advent die Hauptsaison für Licht und Leben. Das fand ich überraschend bei einem spontanen Kirchenbesuch in Wedel (Schleswig-Holstein), wo letzten Sonntag Adventsbasar war und man den restaurierten Glockenturm besichtigen konnte, auf dem sich eine Vielzahl von Kindern lachend um die Ehrfurcht gebietenden, mannshohen Gesellen drängelte und hinunterblickte auf den bunten Marktplatz mit seinen Buden und Karussels.

 

Immerhin habe ich es wieder auf den Weihnachtsmarkt geschafft, eine Bratwurst gegessen und tatsächlich auch Glühwein getrunken, wohl das erste Mal seit vielen Jahren. Der war übrigens gar nicht mal so schlecht wie befürchtet, im Gegenteil.  Und Menschenmengen sind zwar so ganz und gar nicht mein Fall, aber ich fühlte mich ausnahmsweise einmal gut aufgehoben, weit weg von Krieg und Tod und Verzweiflung, inmitten von mehrheitlich gut gelaunten Menschen, die sich auf das grosse Fest freuen.  – Ich glaube, ich muss da noch einmal hin, Mutzenmandeln essen.

Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. Bitte, bitte nicht dieses Wort. Ein Hospiz ist ein Hospiz.