Das Video der Woche ist spekatulär: Skifahrer mit Lichtanzügen fahren durchs verschneite Gelände und malen mit Licht. Und ich bin zwiegespalten: Einerseits bin ich fasziniert und inspiriert von diesen Bildern, aber ein kleins Stimmchen irgendwo fragt, ob es wirklich notwendig ist, dass wir jetzt auch noch nachts die Bergwelt stören müssen, Tiere in Panik versetzen und schocken und vom Schlaf abhalten müssen? Wer mal beim Heissluftballonfahren oder beim Drachenfliegen (neudeutsch: kiten)  sah, in welcher Panik Wild und Vieh davonjagen, weil der Feind in der Luft so gross und unheimlich dicht über ihnen schwebt, der fragt sich das. Oder auch, ob die Lichtverschmutzung in den Städten nicht schon schlimm genug ist und wir den Sternenhimmel, den man ohnehin nur noch in den Bergen oder über der See bewundern kann, irgendwann nur noch aus Bilderbüchern kennen?

Passend zu dieser Frage gibt’s hier einen Link auf unsere Städte und den Himmel darüber – wie wir ihn nie sehen werden. Der Künstler Thierry Cohen hat das mal vorgestellt.

Aber wirklich super ist der neue Pass für die Norweger. Da hat sich mal jemand wirklich Gedanken drüber gemacht – und wenn man ihn unter Schwarzlicht hält … aber seht selbst.

Wie man mit schönen Illustrationen, passender Typografie und grosszügigem Layout eine packende Geschichte so veröffentlicht, dass sie noch interessanter wird, das kennen wir aus dem Print. Aber auch im Editorial Webdesign tut sich etwas. Die Geschichte von Pipino, dem Gentleman-Dieb liest sich toll und zwar in jeder Hinsicht.

Dazu passend stellt hier jemand die besten (englischsprachigen) Kinderbücher 2014 vor. Da möchte ich jedes einzelne von lesen.

Über die Kunst des Letterings im Comic hat Todd Klein eine ausführliche, siebenteilige Serie geschrieben. Todd Klein ist so etwas wie ein Buchstabengott in den USA.

Wie hat man eigentlich früher einen geraden Strich gezogen, so mit dem Pinsel oder der Feder? Also, B.C. (Before Computers)? Mit Ziehfedern. Ich hab’s im Studium auch noch so gelernt und meinen Kasten mit den Wunderwerkzeugen zwar nicht mehr im regelmässigen Gebrauch, aber in der Schreibtischschublade. (Man weiss ja nie.)

Ziehfedern und Zirkel wurden mit Aufkommen der digitalen Werkzeuge schnell obsolet, aber auch digitale Werkzeuge sind nicht für die Ewigkeit. Im Webdesign hat man sehr lange z.B. mit Photoshop gearbeitet. Langsam setzt sich stattdessen  jedoch z.B. das kleine, schnelle, preiswerte und für diesen Einsatzzweck programmierte Sketch durch, oder es kommen andere Werkzeuge zum Einsatz, die Webdesign schneller und sinnvoller angehen. Hier schreibt jemand, warum Photoshop auf diesem Feld zum Dinosaurier geworden ist.

Ich nutzer Photoshop täglich für tausend Dinge, besonders zu Illustrationszwecken, fürs Digital Painting, für den Hamburg unter sich-Comic (im Zusammenspiel mit Manga Studio EX) oder – seltener –für die Bildbearbeitung, für die es ja eigentlich gedacht war. Ich komme im Webdesign mit Sketch noch nicht sehr gut klar, es ist mir zu wenig intuitiv und es ist ja wie’s ist: Wenn man auf Zeit arbeitet, und Zeit Geld ist, dann fällt es schwer, sich von eingefahrenen Wegen auf neue Pfade zu begeben, wo man ggf. eine steile Lernkurve vor sich hat, die erst einmal Zeit kostet. Warum es sich dennoch lohnen könnte, schreibt hier Ashley Bennett in einer guten Gegenüberstellung. Wer sich intensiv mit Sketch befassen will, dem lege ich dann noch Meng To’s Design+Code ans Herz.

Sich von lieb gewordenen Gewohnheiten zu trennen um bessere Ergebnisse zu erzielen, das versucht auch eine Schweizer Schule: da hat die Lehrerschaft einen Dresscode erarbeitet. Keine schlechte Idee, finde ich. In meiner Schulzeit gab es vielleicht drei Lehrer, die nicht aussahen „wie aus dem Hals gezogen“ (Zitat meine Omi). Es war die Zeit von langen Haaren, freier Liebe, Antiatomkraftdemonstrationen. Das Pendel war weit in die Gegenrichtung geschwungen, wenn man von Lehrern aus der Vor- und unmittelbaren Nachkriegszeit liest. Furchterregende Gestalten, zugeknöpft im wahrsten Sinne des Wortes und den Rohrstock schnell bei der Hand. Dass unsere Birkenstockschuhträger mit zerzausten Vollbärten und Ohrringen auf andere Weise heimtückische, kriechende Kleingeister waren, bekamen wir erst später mit. – Ich bin aus diversen Gründen sehr für Dresscodes bei Lehrern und Schülern (Stichwort: Schuluniform). Idealerweise natürlich wie bei Prof. McGonagall oder Prof. Snape.

Und in der beliebten Rubrik „Ruinenporn“ habe ich heute Chinas Atlantis für Euch.

Schönen Montag!