Lieblingstweets im November, Teil 2

  • Veröffentlicht am 29th November 2014,
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Teil 1 findet sich hier und die Lieblinge der Anderen gibt’s sicher bald wieder bei Anne.

 


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Links zum Wochenanfang

  • Veröffentlicht am 24th November 2014,
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Das Video der Woche ist spekatulär: Skifahrer mit Lichtanzügen fahren durchs verschneite Gelände und malen mit Licht. Und ich bin zwiegespalten: Einerseits bin ich fasziniert und inspiriert von diesen Bildern, aber ein kleins Stimmchen irgendwo fragt, ob es wirklich notwendig ist, dass wir jetzt auch noch nachts die Bergwelt stören müssen, Tiere in Panik versetzen und schocken und vom Schlaf abhalten müssen? Wer mal beim Heissluftballonfahren oder beim Drachenfliegen (neudeutsch: kiten)  sah, in welcher Panik Wild und Vieh davonjagen, weil der Feind in der Luft so gross und unheimlich dicht über ihnen schwebt, der fragt sich das. Oder auch, ob die Lichtverschmutzung in den Städten nicht schon schlimm genug ist und wir den Sternenhimmel, den man ohnehin nur noch in den Bergen oder über der See bewundern kann, irgendwann nur noch aus Bilderbüchern kennen?

Passend zu dieser Frage gibt’s hier einen Link auf unsere Städte und den Himmel darüber – wie wir ihn nie sehen werden. Der Künstler Thierry Cohen hat das mal vorgestellt.

Aber wirklich super ist der neue Pass für die Norweger. Da hat sich mal jemand wirklich Gedanken drüber gemacht – und wenn man ihn unter Schwarzlicht hält … aber seht selbst.

Wie man mit schönen Illustrationen, passender Typografie und grosszügigem Layout eine packende Geschichte so veröffentlicht, dass sie noch interessanter wird, das kennen wir aus dem Print. Aber auch im Editorial Webdesign tut sich etwas. Die Geschichte von Pipino, dem Gentleman-Dieb liest sich toll und zwar in jeder Hinsicht.

Dazu passend stellt hier jemand die besten (englischsprachigen) Kinderbücher 2014 vor. Da möchte ich jedes einzelne von lesen.

Über die Kunst des Letterings im Comic hat Todd Klein eine ausführliche, siebenteilige Serie geschrieben. Todd Klein ist so etwas wie ein Buchstabengott in den USA.

Wie hat man eigentlich früher einen geraden Strich gezogen, so mit dem Pinsel oder der Feder? Also, B.C. (Before Computers)? Mit Ziehfedern. Ich hab’s im Studium auch noch so gelernt und meinen Kasten mit den Wunderwerkzeugen zwar nicht mehr im regelmässigen Gebrauch, aber in der Schreibtischschublade. (Man weiss ja nie.)

Ziehfedern und Zirkel wurden mit Aufkommen der digitalen Werkzeuge schnell obsolet, aber auch digitale Werkzeuge sind nicht für die Ewigkeit. Im Webdesign hat man sehr lange z.B. mit Photoshop gearbeitet. Langsam setzt sich stattdessen  jedoch z.B. das kleine, schnelle, preiswerte und für diesen Einsatzzweck programmierte Sketch durch, oder es kommen andere Werkzeuge zum Einsatz, die Webdesign schneller und sinnvoller angehen. Hier schreibt jemand, warum Photoshop auf diesem Feld zum Dinosaurier geworden ist.

Ich nutzer Photoshop täglich für tausend Dinge, besonders zu Illustrationszwecken, fürs Digital Painting, für den Hamburg unter sich-Comic (im Zusammenspiel mit Manga Studio EX) oder – seltener –für die Bildbearbeitung, für die es ja eigentlich gedacht war. Ich komme im Webdesign mit Sketch noch nicht sehr gut klar, es ist mir zu wenig intuitiv und es ist ja wie’s ist: Wenn man auf Zeit arbeitet, und Zeit Geld ist, dann fällt es schwer, sich von eingefahrenen Wegen auf neue Pfade zu begeben, wo man ggf. eine steile Lernkurve vor sich hat, die erst einmal Zeit kostet. Warum es sich dennoch lohnen könnte, schreibt hier Ashley Bennett in einer guten Gegenüberstellung. Wer sich intensiv mit Sketch befassen will, dem lege ich dann noch Meng To’s Design+Code ans Herz.

Sich von lieb gewordenen Gewohnheiten zu trennen um bessere Ergebnisse zu erzielen, das versucht auch eine Schweizer Schule: da hat die Lehrerschaft einen Dresscode erarbeitet. Keine schlechte Idee, finde ich. In meiner Schulzeit gab es vielleicht drei Lehrer, die nicht aussahen „wie aus dem Hals gezogen“ (Zitat meine Omi). Es war die Zeit von langen Haaren, freier Liebe, Antiatomkraftdemonstrationen. Das Pendel war weit in die Gegenrichtung geschwungen, wenn man von Lehrern aus der Vor- und unmittelbaren Nachkriegszeit liest. Furchterregende Gestalten, zugeknöpft im wahrsten Sinne des Wortes und den Rohrstock schnell bei der Hand. Dass unsere Birkenstockschuhträger mit zerzausten Vollbärten und Ohrringen auf andere Weise heimtückische, kriechende Kleingeister waren, bekamen wir erst später mit. – Ich bin aus diversen Gründen sehr für Dresscodes bei Lehrern und Schülern (Stichwort: Schuluniform). Idealerweise natürlich wie bei Prof. McGonagall oder Prof. Snape.

Und in der beliebten Rubrik „Ruinenporn“ habe ich heute Chinas Atlantis für Euch.

Schönen Montag!

 

 

 

Winterwald

  • Veröffentlicht am 17th November 2014,
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Winterwald ©2014 Kiki Thaerigen, e13.de

 

Farbskizze für eine Märchenbuchillustration.

#GatederWoche

  • Veröffentlicht am 16th November 2014,
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Anlässlich gleich zweier aberwitziger Aufreger, die in der vergangenen Woche das Netz bewegten – #Taschengate und #Shirtgate – hatte ich kurz überlegt hier eine neue Serie  #GatederWoche zu starten, damit man mal den Überblick behält über die ganzen Shitstürmchen.

Früher™ war so ein -gate ja noch richtig aufregend für alle Beteiligten, und damit meine ich nicht einmal den Urgrossvater aller -gates, Watergate. Nein, ich denke zurück an die goldenen Shitstormzeiten von #KitKatGate, #JackWolfskinGate, #BPgate, #VodafoneGate etc. Die Grössenordnung, die seither eine ganze Generation von Kommunikationsberatern in Lohn und Brot hält, die mit ihren angeranzten, „best-of-slideshare“ zusammengestoppelten Powerpointfolien über drittklassige Fachkonferenzen in Mittelstandsmetropolen tingeln und ihre Tipps für gelungene Krisen-PR an die durch haarsträubende Medienberichte verängstigte Geschäftsleitung bringen.

Inzwischen hat sich aber wohl selbst im Hinterland herumgesprochen, dass die ganze Aufregung in der Netzgemeinde zu 99% ignoriert und ausgesessen werden kann und wohl auch sollte. Jedenfalls dann, wenn man noch ein Rest von Ehrgefühl hat und seine Firma oder sein Produkt nicht zum Affen dieser Zirkusveranstaltungen machen will. (mehr …)

Lieblingstweets im November, Teil 1

  • Veröffentlicht am 14th November 2014,
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Die Tugend der Könige

  • Veröffentlicht am 12th November 2014,
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Heute twitterte jemand einen Link zu diesem Artikel hier, wo sich jemand über unpünktliche Menschen auslässt. Ich hätte bei jedem Satz laut und ekstatisch „Ja! Ja! Ja!“ rufen mögen.

Für mich ist Unpünktlichkeit die absolut grösste Frechheit, die unverzeihliche Sünde, der totale Schlag ins Gesicht. Gleich vorab: ich meine nicht den Fall, wenn das Leben einem Knüppel zwischen die Beine geworfen hat und man ausnahmsweise mal aus komplett unvorhersehbaren Gründen zu spät kommt. Das passiert jedem mal. Einmal im Leben. Vielleicht zweimal. Aber es passiert vielen Menschen seltsamerweise sehr häufig und sehr regelmässig und noch viel mehr Menschen passiert überhaupt nichts. Sie finden es schick, zu spät zu kommen und sülzen was von „akademisches Viertel, haha“. (mehr …)

Lieblinks zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 7th November 2014,
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Das Video der Woche beschäftigt sich mit der Anatomie eines Gags – und welcher Filmheld wäre als Anschauungsobjekt besser geeignet, als Jaques Tatis Monsieur Hulot?

Es gibt sie noch, die Drucksachen, die mit Bleisatz von Hand hergestellt werden. Und, schräge Fussnote der Geschichte, den Setzern gehen die Klammeraffen und Hashtags aus.

Aber wer interessiert sich schon für so ’nen altmodischen Kram? Wer braucht schon Informationen und Techniken von gestern, noch dazu im Medium von heute und übermorgen? Die Wikipedia Löschmannschaften finden jedenfalls, dass Pangramme überflüssiger Schnickschnack sind und darum hat hier jemand diese für einen kleinen, aber feinen Kreis von Nutzern – den der Typografen und Gestaltern – gerettet, was gerettet werden muss.

Dass Designer nicht gleich Designer ist, und zwar in vielerlei Hinsicht, das spricht sich langsam herum. Grafikdesign und Webdesign sind miteinander verwandt, aber nicht sonderlich eng. Und so wie ein guter Grafikdesigner etwas von der Druckvorstufe, von Satz und Druck verstehen muss um seine Arbeit gut zu machen (und umgekehrt), sollte ein guter Webdesigner sich mit dem sogenannten Frontendcoding auskennen – also wissen, wie aus seinen in Zeichen- und Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop, Illustrator oder Sketch erstellten Werken am Ende gute und funktionierende Webseiten und Apps gemacht werden. War das vor wenigen Jahren noch ein nice to have unter den gestalterischen Fähigkeiten, so darf sich jemand ohne HTML-, CSS- und JavaScript-Kenntnisse heute kaum noch ernsthaft Webdesigner nennen. Da dieser technische Teil der Arbeit von Designern jedoch in aller Regel so innig geliebt wird, wie, sagen wir mal, das Thema Buchhaltung und Steuererklärung (und in etwa ebenso intuitiv und mühelos erlernbar ist), programmieren Designer anders als eben Programierer. Gut so, meint hier ein Mann, der in beiden Welten zuhause ist und wirklich weiss, wovon er redet.

Natürlich gibt es aber auch noch die klassisch aufgeteilte Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen. Wie man seine Photoshopdateien so anlegt, daß die Kollegen entspannt und mühelos damit arbeiten können, wird hier unter Photoshop Etikette zusammengefasst. Sehr schön.

Google schenkt ja der Welt ständig etwas, und oft sogar richtig tolle und nützliche Dinge. Leider nehmen sie oft auch ohne grosse Vorankündigung die Dinge wieder an sich bzw. lassen sie sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden, wie z.B. den beliebten RSS-Feedreader. Ich nutze nur sehr wenige Google Angebote, aber eines davon sind ihre Webfonts. Mit diesen kostenlos zur Verfügung gestellten Schriften haben sie dazu beigetragen, dass das Web nicht mehr so eintönig aussieht wie 1995, aber warum tun sie das, was haben sie davon, und könnten sie die Webfonts einfach wieder einstampfen?

Kommen wir zu einem anderen Designgebiet: Städte- und Verkehrsarchitektur. Die Pariser Strassenbahnen sind wahrlich ein Augenschmaus und die Franzosen können in dieser Hinsicht sicher nicht nur den U.S.-Amerikanern eine Menge beibringen.

Ruinenporn habe ich diese Woche nicht, oder nur indirekt. Sozusagen als Nachtrag zu Halloween stellt jemand hier die Frage, warum Viktorianische Bauten so gruselig sind. Wer hätte es gedacht – mitschuldig war ein Cartoonist! Ich bin ja seit Kindertagen grosser Fan von Chas Addams‘ Zeichnungen der gruseligen Familie, die später eine eigene TV-Serie und ein paar mediokre Filme bekam. Und Edward Gorey ist natürlich sowieso der Beste.

Auch gruselig: Eine der faszinierendsten menschlichen Siedlungen war wohl Kowloons “Walled City”. Bis zu ihrem Abriss 1993 war sie Zuhause für 33.000 Einwohner – nicht sehr viel, was Städte angeht, aber die Fläche, die sich diese 33.000 Menschen teilten, war 0,026 km² klein, was einer Bevölkerungsdichte von 1,3 Mio Einwohner je Quadratkilometer entsprach. Es war also recht eng, könnte man sagen, und die Siedlung war Vorbild für ich weiss nicht wie viele apokalyptische Kulissen in Videospielen, Filmen oder Comics. Ein Japaner hat die Stadt detailliert gezeichnet, bevor sie abgerissen wurde. Seine Zeichnungen wurden in einem leider vergriffenen Bildband veröffentlicht, aber diese Seite hier hat einige faszinierende Illustrationen gesammelt. Die Fotodokumentation der „Ummauerten Stadt“ hier gibt ebenfalls einen bedrückend ausführlichen Eindruck, wer’s noch nie gesehen hat.

 

#Kikimatic, die Auswertung

  • Veröffentlicht am 3rd November 2014,
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Vor etwa vier Wochen habe ich angekündigt, den Oktober über automatisiert die Social Media Kanäle bespielen zu wollen. Ich wollte Zeit sparen, etwas weniger Zeit auf besonders Facebook verbringen und auch mal sehen, ob mein automatisiertes Getwitter und Links posten am Ende mehr oder weniger Follower einbringen würde.

Gleich vorab: Es ist anders gelaufen als gedacht und nicht so schwarz-weiss im Ergebnis, wie erhofft. Aus diversen Gründen ist der Test vermutlich auch nicht sonderlich aussagekräftig, aber dazu gleich mehr. Schauen wir uns zunächst die nackten Zahlen an (in Klammern stehen die Zahlen vor Beginn der Aktion): (mehr …)

Die Lieblingstweets im Oktober, Teil II

  • Veröffentlicht am 2nd November 2014,
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Teil 1 findet sich hier und Die Lieblinge der Anderen stehen wie immer bei Anne.

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