Die Lieblingstweets im September, Teil II

  • Veröffentlicht am 30th September 2014,
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16 1/2 : 11 1/2

  • Veröffentlicht am 28th September 2014,
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Es war ein fantastisches Wochenende! Herzlichen Glückwunsch an das Europäische Ryder Cup Team, das mal wieder spektakulär gespielt und in Gleneagles (Schottland) verdient gewonnen hat. Ich freue mich auf Hazeltine (USA) 2016.

#Kikimatic

  • Veröffentlicht am 28th September 2014,
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In der vergangenen Woche referierte ich im Rahmen eines mehrmonatigen Fortbildungskurses zum Online Marketing Manager erneut drei Tage lang über Guerilla Marketing und die dazugehörigen social media Massnahmen auf Facebook & Co.. Der Kurs war super motiviert bei der Sache, hatte viel Spaß und auch schon einige Vorkenntnisse, es waren sehr intensive und unterhaltsame drei Tage.

Ein Teilnehmer war besonders erfahren auf dem Gebiet des Affiliate Marketing und ein grosser Freund von automatisierten Mechanismen im Internet. Er berichtete über entsprechende Werkzeuge, mit denen man sich unnütze Arbeit ersparen kann, und wer wäre nicht daran interessiert, sich unnötige Arbeit zu ersparen? Eben.

Ich kenne natürlich die Tools von Hootsuite, Tweetdeck, Buffer, SEO– und NextGen-Facebook-Plugins für WordPress und IFTTT und habe sie bei Kundenprojekten auch schon erfolgreich eingesetzt. Ich habe auch meinen Tim Ferriss gelesen und bewundere seine Kreativität in der Selbstvermarktung und vor allem seiner Definition von Arbeit, auch wenn sie etwas sehr simpel ist … Trotzdem mag ich solche Werkzeuge grösstenteils nicht besonders, denn ich finde automatisierten Content meist relativ lieblos präsentiert.

Ich glaube, man merkt als NutzerIn oder LeserIn, ob ein Artikel ausschliesslich nach SEO-Gesichtspunkten geschrieben wurde, also wie es Buzzfeed, Heftig & Co. machen: „Kurze Sätze! 10-Punkte-Listen! Schlagzeilenüberschriften, in H1, die neugierig machen (auf Listenpunkt 7)! Hashtagging, auch bei Bildern! Zwischenüberschriften in H3! Am Ende nach der Lesermeinung fragen und zu Kommentaren auffordern!“. Man merkt als Follower, ob die Tweets schon vorgeschrieben und dann automatisiert abgeschossen wurden oder sich da jemand aktuell Gedanken gemacht hat, was und wie getwittert wird. (Zum Beispiel an den Null Kommentaren unter solchen Artikeln. Aber ich will nicht gehässig sein.)

Ich bin sehr davon überzeugt, daß es Firmen und Branchen gibt, für die das funktioniert, zumindest solche, denen es nicht schadet. Aber ich glaube auch, daß diese Firmen vom „Faktor Mensch“ deutlich profitieren würden. Soziale Netzwerke bestehen meinem Verständnis nach aus Menschen, die sich miteinander unterhalten. Nicht aus Maschinen, die mehr oder weniger gut programmiert miteinander kommunizieren um den Menschen Zeit zu sparen.

In den 80ern las ich in dem Buch „Das Blaue Wunder“ von Uli Becker den Spruch (aus der Erinnerung zitiert): „Mein automatischer Anrufer kann sich mit deinem automatischen Anrufbeantworter schon prima unterhalten. Bisschen schematisch vielleicht noch, aber das wird schon.“ Daran muss ich immer denken, wenn ich bei IFTTT die Rezepte für ein automatisiertes Leben durchforste. IFTTT steht für „If This Then That“ und ist ein Tool, um Makros zu erstellen, z.B.: „Wenn ich ein Bild auf Instagram veröffentliche – der If This Trigger, also Auslöser – dann poste das bei Twitter, Facebook und Google Plus und kopiere das Bild in meine Dropbox (die Then That Action, also Massnahme).“ Wenn jemand meinen Tweet faved, schicke mir eine Mail/sende einen Dankestweet etc. Ich finde das insgesamt mehr so anti-social.

Andererseits: Man kommt ja zu nix, ne. Also werde ich jetzt das grosse Antisocial-Experiment wagen und im Oktober einen Monat lang vollautomatisch meine Social Media Kanäle bedienen. Ich werde Blogeinträge vorproduzieren und planen und vollautomatisch auf den üblichen Kanälen anteasern und ausschliesslich Themen twittern, facebooken etc., die Buffer mir vollautomatisch rausgesucht hat, nachdem sie meine bisherigen Tweets analyisiert haben. Ich will wissen, wie die Reaktionen meiner Follower, Fans und Freunde sind, ob es welche gibt oder ob es tatsächlich kaum jemanden stört, ob ich mehr, weniger oder einfach andere Kommentare bekomme, ob ich Follower/Facebookfreunde/Feedabonnenten gewinne oder verliere, und letzten Endes, ob ich tatsächlich mehr Zeit gewinne. Und am Ende gibt es natürlich einen Abschlussbericht, ob’s gut ging oder schief, und natürlich auch darüber, was ich mit dieser gewonnenen Zeit angefangen habe.

Der Status Quo:

Twitter: 955 Follower
Facebookprofil: 226 Freunde, 46 AbonnentInnen
Facebookseite („Hamburg unter sich“): 1.315 Fans
Instagram: 211 Follower
Pinterest: 408 Follower
Google+: 2.327 Follower

Und der #Hashtag für dieses Experiment ist #Kikimatic. Alle automatischen Einträge werden damit verschlagwortet.

Lieblinks zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 26th September 2014,
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Das Video der Woche zeigt einen kleinen, stimmungsvollen Einblick in die Welt von Menschen, die am Schwarzen Meer leben.

Hier gibt es eine Auswahl ganz besonders gestalteter Eingänge zur New Yorker U-Bahn zu sehen. Wenn ich doch noch einmal hinfahren sollte, werde ich dort ganz sicher aussteigen und mir die wirklich tolle Architektur gerne näher anschauen.

Einen zweiten Blick wert sind auch diese gefälschten Gebäude, die nur dem Zweck dienen, hässliches Technikgedöns vor den Augen der Bewohner zu verstecken. Eine Kunst, die verlorengegangen zu sein scheint, wen man sich in unseren Städten so umschaut.

Edward Hoppers oft kopiertes und zitiertes Bild Nighthawks kennt wohl jede/r. Aber die Vorskizzen dazu bestimmt nicht. Ich finde Skizzen ja oft interessanter und aufschlussreicher als das fertige Werk, so auch hier, wo Hopper detailliert Komposition, Bildaufbau, Licht- und Schattenverteilung plant.

Tätowierungen sind natürlich Geschmackssache, aber diese hier sind wohl wirklich mal etwas abseits von Ankern, Drachen, keltischen Mustern oder Koi-Karpfen: Dan Rathigan, Typograf, hat sich mit Buchstaben seiner Lieblingsschriften bemalen lassen und das ist originell.

Wenn man eine Comicfigur jahre- oder gar jahrzehntelang täglich zeichnet, kann man das erfahrungsgemäss im Schlaf. Hier, in einem Artikel von 1947, haben zehn damals sehr populäre Zeichner ihre Helden mit verbundenen Augen gezeichnet. Die Ergebnisse sind verblüffend gut (naja, nicht wirklich verblüffend), aber sind alle etwas – ich weiss auch nicht, leicht surreal? Wie Morgan Freeman auf Helium.

Minna Sundbergs fantastischen Webcomic “Stand silent. Stand still.” hatte ich neulich schon kurz verlinkt. Nun sind die ersten 180 Seiten fertig und sie hat eine Crowdfundingampagne für die Produktion des ersten Bands als gedrucktes Werk gestartet. Die angepeilten 25.000$ waren nach drei Tagen locker erreicht und es würde mich nicht wundern, wenn auch diesmal wieder ein sechsstelliger Betrag am Ende zusammnkäme, wie schon bei ihrem letzten Buch.

Zum Schluss noch ein Häppchen Ruinenporn: Das Hotel del Salto an den Wasserfällen von Tequendama in Kolumbien. Wow.

Neue Folge von „Hamburg unter sich“

  • Veröffentlicht am 22nd September 2014,
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Neue Folge von „Hamburg unter sich“

Der Stand des Bundesligafussballs in der Stadt ist ein Trauerspiel. Unsere Freunde knabbern an der Motivationsfrage.
Wie es aussieht wird das eine Serie … Folge 1 findet sich hier.

Über Design und Verantwortung.

  • Veröffentlicht am 20th September 2014,
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You always have a choice. Just because you’re not willing to take it, it doesn’t mean that it’s not there.

– Mike Monteiro

Die Lieblinks zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 19th September 2014,
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Das Video der Woche zeigt eine typografische Tour durch New York City.

Mike Monteiro (wer seine legendäre “Fuck You, Pay Me!”-Präsentation nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen) hat zusammengefasst, wie sich Designer um Kopf und Kragen präsentieren. Zitat des Tages: “If you did it right, it looks like it was effortless. It looks like it’s always existed. And the client will probably be irritated that they paid you for 30 hours of work to do something that looks like it took an hour. Which it did. They’re just not seeing the 29 hours of bad design that got you to that one hour of good design.” So ist es.

Meine beste Freundin ist eine Weltklassetypographin. Sie hat den absoluten Blick für die perfekte Schriftgestaltung. Leider ist sie eine der ganz wenigen GestalterInnen, von denen man das behaupten kann. Hier gibt es ein paar hilfreiche Tipps zum Thema Spationierung.

Hier ein paar Leckerli aus der Modeillustration: Drawing On Style. Die Ausstellung hätte ich gerne gesehen.

Für die LiebhaberInnen von Ruinenporn gibt es auch heute einen schönen Link: “What the Resort in Dirty Dancing might look like today”. Die jüdischen Ferienresorts in den Catskills, wie das fiktive Kellerman’s, in den 1920ern aus der Not heraus gegründet (weil die Juden auch in den USA in den damaligen Hotelanlagen nicht gerne gesehen waren) und seit den 80ern quasi aufgegeben, sind inziwschen weitestgehend verfallen. Eine Fotoausstellung im Yeshiva University Museum in NYC zeigt den Verfall.

Ein schönes Wochenende Euch allen!

Kiki hört das neue U2 Album “Songs Of Innocence”

  • Veröffentlicht am 16th September 2014,
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Ich war dabei in den 80ern, als U2 ihren Aufstieg begannen, ein Aufstieg, den sie sich mit tollen Alben, mitreissenden Hymnen und grossartigen Liveshows ernsthaft verdient haben, ganz zu schweigen vom faszinierenden Gitarrespiel von The Edge. Obwohl ich kein Fan war und bin, gibt es eine Menge U2 Lieder, die ich wirklich super fand und finde. Ihr bestes Album ist in meinen Ohren Achtung Baby und auch, wenn das inzwischen über 20 Jahre alt ist, hat es nichts an Dynamik, Spannung und Qualität verloren. Das kann man wirklich nicht von jedem Album aus den späten 80ern/frühen 90ern sagen. Die Alben der letzten Jahre habe ich nicht mehr so verfolgt bzw. nichts daraus im Plattenschrank, wie ich meine Audiothek störrisch auch weiterhin nenne. Sagen wir einfach, ich habe kein Problem mit U2.

Da ich den Apple Gottesdienst den Stream der Apple Keynote mit der Vorstellung der neuen iPhones und der Armbanduhr neulich nicht gesehen habe, bzw. nur ein Testbild, erfuhr ich erst später von dem Geschenk an die Nutzer, das viele als trojanisches Pferd ansehen. Ich kann die Aufregung über dieses Geschenk nicht so recht nachvollziehen, die Band hat einen guten deal mit Apple gemacht und eine alternative Vertriebsstrategie gefunden. Prince, Radiohead und andere haben es vorgemacht und die Musikbranche ist halt nicht mehr das, was sie mal war. Da U2s Tourneen weltweit meist binnen weniger Stunden ausverkauft sind, und das seit Jahrzehnten, war wohl auch für sie nicht abzusehen, was für ein Electrical Storm sich da über ihnen und Apple entladen würde.

Ich habe bei meinen Apple Geräten die Funktionen zum automatischen Download von iCloud Dateien und Updates deaktiviert, aber da zumindest in meiner Filterblase nur über die „Zwangsbeglückung“ gesprochen und geflucht wurde und nirgends über die Musik selbst, lud ich mir das Album kostenlos herunter und beschloss, es mir mal wertneutral anzuhören. Hier meine Kritik in Tweets, in chronologischer Reihenfolge:

Beim Download ist ein Booklet mit den Texten dabei, die ich mehrheitlich als recht flach und nichtssagend empfand, wobei sie sich da meiner Meinung nach aber treu geblieben sind: Textlich fand ich ihre Stücke noch nie überzeugend. Normalerweise höre ich ja gerade Alben gerne mehrfach, da mir beim ersten Hören selten jede Nuance auffällt, aber bei diesem hier fehlt mir echt die Motivation, die Band hat mich dieses Mal überhaupt nicht überzeugt. Falls es Euch anders geht oder ging und Ihr Tracks auf dem neuen Album gefunden habt, die unbedingt eine zweite Chance verdient haben, würde ich mich über entsprechende Kommentare freuen. An reinem Apple- oder U2-Bashing jedoch habe ich kein Interesse.

(Im Anschluss habe ich dann noch einmal Achtung Baby aufgelegt und The Fly mit voller Lautstärke abgespielt. Tolles Album, geiler Song.)

Lieblinks zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 14th September 2014,
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OK, das Wochenende ist fast um, aber man kommt ja zu nix hier.

Das Video der Woche ist ein non-linear erzähler Animationsfilm über eine Anwaltskanzlei. Klingt langweilig, ist es aber gar nicht. Oder doch, aber anders. Ach, seht doch selbst.
Einen aufschlussreichen Artikel über die Entstehungsgeschichte zum Film gibt es hier.

Das Rezept der Woche stammt aus der Reihe „Wir kochen mit Wodka“ und es gibt Tomatengelee mit Basilikum, etwas, auf dessen Herstellung man vermutlich auch erst nach der dritten Falsche Wodka kommt, aber es ist tatsächlich recht lecker. Hicks!

Hier kann jemand sich so gar nicht mit Cuxhaven (verständlich) oder der Nordsee (unverständlich) anfreunden: „Durchs Watt zu laufen, fühlt sich so an, wie aus Versehen aus einem Glas zu trinken, das als Insektenfalle dient und mit Essig und Spüli gefüllt ist: Knusprig und falsch zugleich, aber irgendwie auch interessant.“ Ja, dann.

Im Techniktagebuch erzählt jemand von seiner Zeit am Fliessband von VW: „In den Lackierkabinen herrscht eine Temperatur von 40 bis 50 Grad, die Kollegen dort sollten wegen der eingesetzten Lösungsmittel eigentlich schwere Atemmasken tragen, viele arbeiten aber ohne, weil es zu beschwerlich und viel zu warm ist. Lacke auf Wasserbasis führt VW erst Mitte/Ende der 90er Jahre ein. Es heißt, es arbeite niemand in den Lackierkabinen, der älter als 45 Jahre ist.“ Puh.

Für Fans von Ruinenporn und unheimlichen Orten: Es gibt einen Bunker aus Zeiten des Kalten Kriegs (oder sollte man sagen: des ersten Kalten Kriegs?) in einem Sockel der Brooklyn Bridge. Die spannende Geschichte darüber und tolle Bilder davon finden sich hier.

Lieblingstweets im September (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 14th September 2014,
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Die Lieblingstweets der anderen Lieblingsweeties gibt’s sicher bald wie immer bei Anne.

Lieblinks zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 5th September 2014,
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Das Video der Woche ist The Longest Road, ein wunderschöner Zeichentrickfilm über einen, der auszog, sich selbst zu finden. Vier Minuten, die sich lohnen.

Da sind wir gleich in Stimmung für den nächsten Link: Was passiert, wenn man sich neu erfindet? Was entsteht, wie verändert sich das, was man zurücklässt? Die Frage haben sich Quentin Newark und Kevin Denoual gestellt, und zwar im Zusammenhang mit der eventuellen Rückkehr Schottlands zur Unabhängigkeit. Wie könnte der Union Jack künftig aussehen, wenn die Union zerbricht?

In gänzlich anderem Zusammenhang beschäftigt sich hier ein Blog mit den Veränderungen, die die Zeit so mit sich bringt: Wo genau wurden berühmte Filme oder Plattencover gedreht bzw. geknipst und wie sieht es da heute aus? Einer meiner Lieblingsfilme – West Side Story – wird hier minutiös seziert, bzw. der berühmte Prolog, der wirklich sehr sehenswert ist, auch wenn man den Rest des Films uninteressant finden sollte. Ich wusste, dass viele Strassenzüge, die im Film zu sehen sind, noch während der Dreharbeiten abgerissen wurden um Platz für den Neubau des Lincoln Centers zu machen, aber das ist noch lange nicht alles. – Eine schöne Seite für fortgeschrittene Filmnerds und andere Prokrastinationsprofis.

Das iPad war ein Werkzeug des Wandels für viele Branchen. Eine meiner liebsten Apps war von Anfang an Paper, eine Mal- und Zeichenapp mit bestechend simpler Benutzerführung und erstaunlichen Möglichkeiten, aber auch Limitierungen. Hier hat jemand eine Reihe toller Tipps und Tricks für diese App zusammengetragen.

Weg vom Design, hin zur Musik: Als 1984 Frankie Goes To Hollywood in die Charts einschlugen, erschütterteten sie das Establishment mit skandalösen Videos, Auftritten, Texten. Der Guardian hat sich das one year wonder zum Jubiläum noch einmal zur Brust genommen. Lesenswert.

Nicht ganz so skandalös, aber mindestens ebenso selbstbewusst wie Frankie ist Chilly Gonzalez, selbsterklärtes musikalisches Genie. Auch wenn ich das für einen Hauch übertrieben halte, kann der Mann fabelhaft Klavier spielen und komponiert hübsche Lullabys wie das hier. Schlaft schön!