Warum dann doch keine Katze hier Einzug halten wird.

  • Veröffentlicht am 31st August 2014,
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Warum dann doch keine Katze hier Einzug halten wird.

In der vergangenen Woche unterhielt ich eine Weile den Gedanken, mir eine Katze zuzulegen. Wer mich kennt, hat sich darüber gewundert (ich habe null persönliche Erfahrung mit Katzen, bzw. nur schlechte), aber ich dachte mir so: du kannst dich nicht ewig an einem vierzig Jahre alten Trauma festhalten, du wirst vielleicht tatsächlich langsam ein wenig wunderlich so ganz allein am Zeichentisch den ganzen Tag, die Tiere sind ja ganz schnuffig und warum eigentlich nicht. Mangelnde Erfahrung, pffrth, die Hälfte der Bevölkerung hat eine Katze, wie kompliziert kann es sein, deine Twittertimeline ist ja süß und nett, aber das sind jetzt auch alles keine Raketenphysiker, was die können, das kriegste ja wohl auch hin. Eine Tierheimkatze würde es aber definitiv nicht werden, denn von null auf Katze fand ich schon ambitioniert genug als Projekt, von null auf Problemkatze hingegen, eine Gleichung mit vielen Unbekannten, war deutlich mehr, als ich mir zutraute. (mehr …)

Die Lieblingstweets im August, Teil 2

  • Veröffentlicht am 31st August 2014,
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Teil 1 findet sich hier und alle anderen Lieblingstweets der Lieblingstweeties wie immer bei Anne.

Lieblinks zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 28th August 2014,
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Das Video der Woche ist ein Kurzfilm mit Alan Rickman. Sehenswert, wie so ziemlich alles mit dem Mann.

Ich bin ja handwerklich eher unbegabt, aber wenn ich so sehe, was manche Leute mit ein paar kleinen Hilfsmitteln für tolle Sachen bauen, dann möchte ich das auch können. Zum Beispiel wäre das hier doch etwas für mein ewiges „die Gitarre soll schöner werden“-Projekt?

Das Blog „The Art of the Title“ hatte ich neulich schon einmal verlinkt; dieses Mal beschäftigen sie sich mit den opening credits für Fight Club.

Zwei Seiten mit Tipps und Tricks habe ich diesmal auch für Euch; einmal generelle Mac OS Tricks (da waren auch für mich noch neue bei) und einmal was für die WordPress-Nutzer hier. Ich hab’s mir mal gebookmarked. Man muss ja nicht immer für alles gleich ein Plugin bemühen.

Etwas Ruinenporn gibt’s auch noch: Der Fotograf Pierre Folk dokumentiert seit Jahren eine 160 Jahre alte, vergangene Pariser Eisenbahnstrecke. Faszinierend.

Ich muss gestehen, ich lese wirklich ungern Webcomics. Zum einen, weil ich sie meist abgrundtief schlecht gezeichnet finde, oder aber grottigst coloriert (Photoshopverläufe bis der Arzt kommt) oder aber toll gezeichnet und koloriert, aber leider komplett öde von der Geschichte her. Ausnahmen sind der Beetlebum, Hope Larsons Solo Comic und meine absolute Begeisterung gilt dem aktuellen Werk von Minna Sundberg, einer nur 24 Jahre alten Grafikdesignerin und Comicautorin aus Skandinavien. Hier stimmt wirklich alles: Die Zeichnungen und die Farbgebung sind auf einem Level, das mir zumindest so noch nirgends im Webcomic begegnet ist. Die Story hat Zeit zum Atmen, packt einen richtig und lässt einen der nächsten Folge entgegenfiebern. Die Website ist sehr schön gestaltet. Es gibt 5 (fünf!) neue Folgen pro Woche, sie arbeitet also Vollzeit daran. Das geht deshalb, weil sie mit ihrer letztjährigen Crowdfundingkampagne zum Buch des Erstlingswerks A Redtail’s Dream, das eine „Fingerübung“ für ihr aktuelles Werk und Herzensprojekt Stand Still. Stay Silent. war, die sie neben dem Studium veröffentlichte, mal eben über 150.000 $ eingespielt hat. Ganz, ganz grosses Kino, die Dame hat die Latte extrem hoch gelegt.

Trittbrettfahrer bei der #IceBucketChallenge

  • Veröffentlicht am 26th August 2014,
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Was mich schockiert: Die offen zur Schau gestellte blanke Missgunst, die viele Leute zum Ausdruck bringen, wenn es um die Ice Bucket Challenge geht. Da ist eine Krankheit ohne Lobby, die Pharmaindustrie sieht keinen Anlass zur hektischen Forschung, da kein nennenswerter Markt. Die meisten Leute kennen niemanden mit dieser Krankheit, ALS sagt erst mal fast niemandem etwas („Ist das nicht das mit den Zappelphilipps?“), Lou Gehrig’s Disease sagt hierzulande noch weniger Leuten etwas.

Nun kommt durch einen Betroffenen der Stein ins Rollen und das Ding mit dem Eiswassereimer wird viral, ganz ohne Werbegelder und PRoleten. Privatpersonen und Promis beteiligen sich, mal lustig, mal ernsthaft, mal weil sie Betroffene kennen, mal stilvoll, mal peinlich, mal unerwartet, mal rührend. (Meine persönlichen Favoriten unter den Teilnehmervideos sind John Mayer, Dame Judi Dench, Charlie Sheen und die Wahlberg Familie.)
Dann stellt sich heraus, die Stiftung nimmt erstmals nicht nur Beträge ein, mit denen man zur Abwechslung mal echte Arbeitsergebnisse erreichen kann, sondern die Leute da draussen verstehen endlich auch, worum es geht. Wer es nicht weiss, guck sich vielleicht das zunächst albern startende und dann hart zu Ende anzusehende Video dieses jungen Betroffenen an.

Wir first movers and shakers hier alle wissen: die 15 Minuten Ruhm im Social Web dauern mehr so 15 Sekunden. Und dennoch ist selbst das für einige unter uns zu lang: Kann man nicht mal was spenden, ohne groß die Klappe drüber aufzureissen oder sich lächerlich zu machen? Antwort: Nein. Das heisst: Ja, klar, aber bringt halt nix, wie man die letzten Jahrzehnte bei der ALS Stiftung gesehen hat. (Herm hat das übrigens schön beschrieben hier.) Kann man nicht lieber was für die Flüchtlinge/für Kinderhospize/für Depressionskranke, für [hier beliebige Charityinstitution einsetzen] spenden, die brauchen es doch genauso dringend oder viel dringender!!1

Klar könnt Ihr das. Aber ohne den #IceBucketChallenge Hashtag und ohne den Eimer Eiswasser überm Kopf bitte. Den haben sich die ALS-Betroffenen wohl redlich verdient und erarbeitet. Hört auf mit dem Trittbrettfahren. Denkt Euch bitte was neues aus, etwas eigenes. Was kreatives. Oder spendet im Stillen, ohne rumzuhupen, daß Ihr im Stillen gespendet habt, weil sonst isses nich still, merkter selbst, ne?

Hamburg unter sich: Neue Folge

  • Veröffentlicht am 25th August 2014,
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Hamburg unter sich: Neue Folge

Die letzte Frage wird beantwortet: Warum ist Hamburg die schönste Stadt der Welt? Bitte schauen Sie hier.

Nachtgedanken

  • Veröffentlicht am 18th August 2014,
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I’ve learned that people will forget what you said
People will forget what you did
But people will never forget how you made them feel.

Maya Angelou

Vielleicht habe ich mich deshalb noch immer nicht von dem Schock erholt, den mir die Nachricht von Robin Williams‘ Tod versetzt hat. Ich kann mich an so viel Heiterkeit, Gelächter und tolle Momente erinnern, wenn ich an seine Standup-Auftritte, Synchronsprecherarbeiten oder Filme denke. Er hat mich zuverlässig zum Lachen gebracht, und manchmal auch zum Weinen, und wie es aussieht, ging das nicht nur mir so. Das ist eine neue Erfahrung für mich: Trauer um einen mir persönlich völlig unbekannten Menschen, Trauer um einen Prominenten. Das hatte ich weder bei John Lennon, noch bei Kurt Cobain, Heath Ledger oder Philip Seymour Hoffman und auch bei sonst keiner „Kultfigur“. Ich bin kein Fan, das Gen fehlt mir irgendwie. Aber als ich vom Tode Robin Williams‘ hörte, traf es mich wie ein Linienbus.

In dieser vergangenen Woche hat es vier mehr oder weniger berühmte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dahingerafft: Robin Williams, Lauren Bacall, Jay Adams und Peter Scholl Latour. Lauren Bacall war ein Star mit Charisma, keine wirklich grosse Schauspielerin, wenn wir mal ehrlich sind, aber eine Frau mit Witz und Charme und Ausstrahlung, ein Star aus einer Zeit, als der Begriff noch nicht jedem Castingshowgewinner eines Privatfernsehsenders umgehängt wurde. Sie starb mit 89 Jahren, das kam jetzt also auch nicht so recht unerwartet, was es natürlich nicht weniger bedauerlich macht, aber, herrjeh, das ist ein gesegnetes Alter und sie hat es, soweit man weiß, voll ausgekostet. Peter Scholl Latour war sogar noch älter und schwer krank und sicherlich keine Persönlichkeit, die einen emotional berührte, jedenfalls mich nicht. Sein wacher Geist, seine scharfe Zunge und seine unbequemen, aber fundierten Positionen zum Weltgeschehen werden fehlen und der Journalismus ist definitv ärmer ohne ihn, aber ich kann jetzt nicht behaupten, daß mich sein Tod sonderlich berührt hätte. – Jay Adams, dieses begnadete Kind, der jüngste Lord of Dogtown, das Nesthäkchen des berüchtigten Zephyr-Teams, mit dem smoothesten Flow, den verrücktesten Moves, der Typ, für den die Erdanziehungskraft nicht galt – um ihn trauerte ich schon vor Jahren, als ich von seinem Abstieg in die Welt von Drogen und Knast hörte. Welche Verschwendung von Talent! Sein physischer Tod mit nur 53 Jahren kam überraschend, aber ebenfalls nicht völlig unerwartet.

Ja, es kommt sehr darauf an, was Menschen dich fühlen lassen. Williams berühmter Sketch über Golf liess und lässt mich Tränen lachen. Wenn man ihn auf YouTube anschaut, werden einem nach Ende des Videos ein paar ähnliche Videos vorgeschlagen, darunter der Golfsketch von George Carlin, einem anderen begnadeten Komiker, der vor einigen Jahren starb. Carlins Sketch ist gut, geht in eine ganz andere Richtung, ist sehr bitter, böse, hart und politisch. Das ist ok, das muss es geben, das kann ich goutieren, aber es bringt mich nicht zum lachen. Oder besser gesagt: Es lässt mich hässlich lachen, freudlos. „Das hohle Lachen der Verzweifelten“ ist etwas anderes als das hysterische Lachen, bei dem einem die Tränen über die Wangen kullern und man hofft, daß man’s noch rechtzeitig auf die Toilette schafft. Williams‘ Humor war ganz und gar nicht harmlos, aber eben auch nicht bösartig, bei weitem nicht quietschsauber, aber eben auch nicht eine einzige Aneinanderreihung von F-Bombs, wie z.B. bei Louis C. K. Er zwinkerte dir zu und machte, daß du dich wunderbar leicht und erheitert fühltest. Er fehlt mir sehr.

Badetipps für Hamburg

  • Veröffentlicht am 18th August 2014,
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Badetipps für Hamburg

Die neue Folge ist live, wenn Sie hier bitte schauen möchten …

Lieblingstweets im August, Teil 1

  • Veröffentlicht am 14th August 2014,
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Oh, der August ist schon wieder halb um und hier kommt mein Schwung frischer Lieblingstweets, von Euch für Euch:

Die Lieblinks der letzten Wochen (und ein paar Worte mehr)

  • Veröffentlicht am 3rd August 2014,
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Das erste Video der Woche dreht sich um zwanzig Jahre Adobe Illustrator, das Werkzeug, welches das Leben und die Arbeitsweise von Grafikdesignern komplett und für immer veränderte (und nicht immer zum positiven). Mein Jahrgang war der erste oder zweite, der 1992 seine Abschlussarbeiten digital erstellen durfte; unsere Kunsthochschule hatte kurz zuvor sieben Apple Macintosh Rechner angeschafft (sechs SE und einen FX), die mit Photoshop, Illustrator, FreeHand und PageMaker ausgestattet waren und den Studierenden zu Lernzwecken zur Verfügung standen, natürlich ohne Internetanschluss, denn das WWW gab es noch nicht. Ich glaube, in meinem Jahrgang hatten höchstens drei Leute einen eigenen Mac, ich war eine davon und den Illustrator fand ich damals schon doof – Team Freehand! *Powerfäustchen* Der Rest arbeitete auch an der Diplomarbeit so, wie wir es in den acht Semestern gelernt hatten und wie es in den ersten Minuten des Videos gezeigt wird: Mit Cutter und Schneidematte, Sprühkleber, Rubbelbuchstaben und Reinzeichenkarton.

Das zweite Video der Woche zeigt die Titelsequenz von Alan Pakulas All The President’s Men (1976), dem preisgekrönten Film über die Watergateaffäre und einer meiner Lieblingsfilme. Die Website The Art Of The Title beschäftigt sich mit Titelsequenzen von Filmen und ist daher für Designer und Filmfans immer einen Besuch wert.

Wer gerne draussen bzw. im öffentlichen Raum malt oder skizziert, wird unweigerlich mindestens eine dieser oft ziemlich dämlich anmutenden Fragen zu hören bekommen. Das ist schon recht nervig, besonders, wenn man mit Aquarellfarben arbeitet, wo man wirklich keine Zeit verschwenden darf um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Aber grundsätzlich stimme ich mit dem Kommentator überein, der meint: “Remember that it can be scary for people to approach and talk to complete strangers, so saying things such as ‚did you draw that?‘ or ‚I couldn’t draw a straight line to save my life‘ are just easy ways for them to attempt to break the ice. It’s the equivalent of starting a conversation with ‚how about that weather?’”.

Wer ein Skizzenbuch führt, wird sich vermutlich in dieser Schilderung wiederfinden. Ich erwischte mich jedenfalls dabei, beim Lesen heftig mit dem Kopf zu nicken. So ein neues, leeres Skizzenbuch hat etwas sehr Ehrfurcht gebietendes, ganz besonders ein in Leder gebundenes mit besonders schönem Papier, etwa eines, das dir ein lieber Mensch geschenkt hat, zu einem besonderen Anlass, das du aus einem tollen Urlaub mitgebracht hast oder das dich viel Geld gekostet hat. Du bist unter Druck, jeden Tag darin deine besten Leistungen zu bringen, dein A-Game, wie die US-Sportler sagen. Das ist nicht eben sinnvoll oder erwünscht, wenn du eigentlich nur etwas ausprobieren möchtest, skizzieren halt, den Stift wandern lassen und unsortiert denken. Es hat mich sehr viel Zeit gekostet darüber hinweg zu kommen und das Skizzenbuch relativ leidenschaftslos als das zu nehmen, was es ist: ein Werkzeug.

Disneys Frauenbild ist ja nach wie vor, sagen wir mal vorsichtig, konservativ. Das ist vielleicht auch kein Wunder, wenn man sich diesen Artikel hier so durchliest.

(…und ein paar Worte mehr)

Es gab in letzter Zeit hier ressourcenbedingt eine Lieblingslinksfreie Zeit. Ressourcenbedingt deshalb, weil ich selbst nicht die nötigen zeitlichen Ressourcen hatte um mich um sehr viel mehr als ein paar handgeschöpfte Urlaubstage, die Organisation einer Familiengeburtstagsfeier inkl. ein paar häuslichen Katastrophen, eine neue Folge meines „Hamburg unter Sich“-Comics  und nicht zuletzt einen neuen Kunden zu kümmern. Und auch deshalb, weil ich keine für die Linksammlung nötigen Ressourcen fand – mir ist einfach nichts über den Weg gelaufen, was ich für interessant genug befunden hätte, darüber zu bloggen oder es zu empfehlen; bzw. nicht in ausreichender Menge.

Grundsätzlich stört mich das sehr, denn ich finde Regelmässigkeit und Verlässlichkeit schön, nicht nur bei mir selbst, sondern auch bei anderen. Ich freue mich auf die Donnerstage, wenn Maximilian seinen Wirtschaftsteil bloggt (und er schafft das sogar aus dem Urlaub heraus, sogar, wenn er eigentlich gar kein Netz hat und Schwalben durch sein Oberstübchen fliegen). Seine Regelmässigkeit kriegt sicherlich auch dadurch einen Motivationsschub, daß er gesponsort wird, aber merkwürdigerweise fällt das gar nicht negativ auf, da schau an. Man kann also Werbeformen in Blogs basteln, die weder klebrig noch unseriös sind, den Inhalt nicht korrumpieren und die Leserschaft vielleicht sogar neugierig auf den Werbetreibenden machen. Das geht?

Ich bin auch immer sehr angetan von Christians Fundstücken, die er meist auch wöchentlich unter der Rubrik „Woanders“ verbloggt und als Aufhänger nimmt, seine Gedanken dazu aufzuschreiben. Die sind meistens sehr klug, nicht immer stimme ich mit seinen Schlussfolgerungen oder Prämissen überein, aber das macht nichts, sie bringen mich zum Nachdenken, sie bringen eine Diskussion in Gang  – und zwar eine echte, keine, die nur aus „I like“ oder „+1“ oder anderen Albernheiten besteht – und was soll und kann man sich als Blogger mehr wünschen? Hier ist sein jüngster Eintrag, sehr lesenswert, wie ich finde.

Und es gibt noch weitere nette Menschen, die mehr oder weniger regelmässig interessante Links zusammentragen und verbloggen, denn das ist ja auch eine Besonderheit an Bloggern: Wir haben in aller Regel – anders als die meisten Qualitätsjournalisten von Spiegel, FAZ, Sueddeutsche und Co. – kein Problem damit, auf anderer Leute Inhalte zu verlinken, sie zu empfehlen, unser eigenes Publikum zur Quelle zu führen. Nicht deshalb, weil wir uns im Abglanz des geborgten Wissens sonnen möchten, sondern weil Wissen zu den Dingen neben Liebe und Husten gehört, die sich vermehren wenn man sie teilt und vielleicht auch, weil wir auf eine gute Unterhaltung oder eine anregende Diskussion hoffen.

Dieser ursprüngliche Gedanke des Internets, sich zu unterhalten und Dinge, Informationen, Wissen zu teilen, verkümmert komplett, bzw. wird völlig korrumpiert durch Werbung und Werbeplattformen wie Facebook. Auch das ist keine neues Klagelied; das hat letztlich nur ein wenig etwas mit Selbstdisziplin zu tun, seine Links eben nicht bei Facebook unters Volk zu schleudern sondern im Blog zu sammeln und nur auf Facebook auf den Blogeintrag hinzuweisen. Daß Facebook da eine ganz andere Meinung zu hat ist auch klar, und sie haben ihren Algorithmus entsprechend angepasst, so daß man mit der Verlinkung seines Blogpostings nur noch 1-2 % seines Freundeskreises erreicht und den Rest nur durch Zuzahlung von Werbegeldern, aber hey – ein wenig gesunder Egoismus ist hier schon angebracht, finde ich.

Wer das übrigens schon seit Jahr und Tag so hält und Linkempfehlungen konsequent nur in sein eigenes Blog knallt und ansonsten diese Einträge in jedem sozialen Netzwerk anteasert ist der Mann, den die Blogosphäre entweder liebt oder hasst, dazwischen scheint es nicht viel zu geben: MC Winkel. Ich gehöre zur ersten Gruppe, denn erstens ist er sympathisch, auch wenn man ihm gegenübersteht, zweitens ist er erfinderisch, denkt um die Ecke und hat sich seine erfolgreiche Nische durch konsequent harte Arbeit selbst geschaffen und drittens lese ich sein Blog seit bestimmt schon zehn Jahren sehr gerne, ganz besonders die Einträge aus der Rubrik „Der junge MC“. (Musikalisch und in Klamottenfragen kommen wir hingegen wohl nicht mehr zusammen, aber das macht nichts). Nervt mich die viele Werbung auf seiner Seite? Unbedingt. Ich muss auch nicht jeden Vlogeintrag zu jeder neuen Automodellneuvorstellung sehen. Das ist alles nur in kleiner Dosis zu ertragen, aber die kommt verlässlich und regelmässig und ist bei Bedarf griffbereit. Ich mag das.

Ich habe zu Beginn des Jahres meine e13-Facebookseite stillgelegt, weil sie mir doppelte Arbeit machte und die Statistiken zeigten, daß die Inhalte fast niemandem mehr ausgespielt wurden. Facebook nötigte mich, Werbegelder in die Hand zu nehmen, wenn ich mehr Publikum erreichen wollte. Da ich eigentlich alles, was ich dort anteaserte, auch über mein privates Profil anteaserte und dieselben Leute erreichte (nur halt deutlich weniger unter ihnen), sah ich keinen Mehrwert mehr in einer Facebookseite zum Blog. Etwas anders ist das bei meinem Zweitblog, was ich weniger als Blog denn als Comic sehe (und wo man auch nicht kommentieren kann), bei Hamburguntersich.de. Dafür habe ich eine eigene Facebookseite angelegt, die auch ausschliesslich mit diesen Inhalten bespielt werden wird. Die Seite hat jetzt nach wenigen Wochen schon mehr Fans als meine e13 Facebookseite nach Jahren hatte, was wahrscheinlich am Inhalt und der Fokussierung auf ein Thema liegt. Ich habe nun einen Werbegutschein von Facebook eingesetzt und preise sie gerade einem breiteren Publikum an, mal sehen, was das noch zusätzlich bringt.

Grundsätzlich hätte ich sehr gerne einen Sponsoren für diesen Hamburg-Comic, wer Interesse hat, eine Kooperationsidee oder jemanden kennt, der jemanden kennt, der sage gerne Bescheid. Ausserdem denke ich über eine Art fortlaufendes Crowdfunding für die Seite nach, und zwar über die noch recht neue Plattform Patreon. Das ist eine ziemlich coole Sache; da kann man sozusagen Comics oder Kunst im Abo unterstützen. Wenn sich genügend Unterstützer finden und Summe X im Monat zusammenkommt, dann schafft mir das etwas Luft, regelmässiger und mehr Folgen zu veröffentlichen, etwa zweimal pro Woche. Die Unterstützer bekämen nicht nur einen Tag Vorsprung und die neuen Folgen zuerst zu lesen, sondern auch zusätzlich exklusive Inhalte wie Skizzen, Making-Ofs etc. Ich selbst unterstütze z.B. Jake Parker und seinen Skullchaser Comic und Anne Szabla und ihren Birdboy Comic. Meinen Comic an sich gäbe es natürlich auch weiterhin kostenlos für alle auf hamburguntersich.de, ist klar. Was meint Ihr – wäre das für Euch interessant?

Neuer Comic

  • Veröffentlicht am 1st August 2014,
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Neuer Comic

Es gibt eine neue Folge von „Hamburg unter sich“. Bitte schauen Sie hier!