Meine am meisten genutzten Apps (iPhone Edition)

  • Veröffentlicht am 27th Juni 2013,
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Mein letzter Bericht zum iPad Setup ist schon eine Weile her und was sich so auf meinem Smartphone tummelt, habe ich auch noch nie so richtig festgehalten. Zeit für ein Update, finde ich:

Das iPhone ist für mich in erster Linie ein schönes Spielzeug, das manchmal sogar zum Arbeitsgerät mutieren kann. Da ich eigentlich fast den ganzen Tag am Schreibtisch sitze (und ohnehin nicht gern telefoniere), brauche ich nicht wirklich ein Mobiltelefon. Was auch ganz gut ist, denn, bei aller Liebe zu Apple: die Sprachqualität von dem Ding ist ziemlich grottig. Andererseits telefoniere ich so ungern und darum so wenig, daß ich ohnehin nur mit Ach und Krach auf zehn oder fünfzehn Minuten Gesprächsminuten im Monat komme. Dafür würde auch ein olles dumb phone aus dem frühen Paläozoikum reichen, und ich erwäge seit Monaten ernsthaft, mir ein solches als nächstes Modell zuzulegen.

Meine integrierte Mail App beherbergt diverse accounts und tut das, was sie soll: mir Mails zustellen und versenden. Falls es eine App gibt, die das besser kann als die hauseigene, dann kenne ich sie nicht.

Ein weiterer Mailaccount hat seine eigene App: Google Mail wird bei mir über Mailbox abgerufen. Nicht, weil ich die App sonderlich toll finde, sondern weil sie – im Gegensatz zum Abruf via IMAP – die umgehende Verschiebung von Mails in den Papierkorb erlaubt. Andernfalls wird nämlich nur archiviert und man muss dann später noch mal en detail über jede Mail gehen und sie separat löschen, was nicht wirklich praktisch oder zeitersparend ist. Was an Google Mail so genial sein soll, verstehe ich ja bis heute nicht … es mag der beste Freemailer sein neben GMX, Web.de oder Yahoo!, aber das ist wie mit dem Einäugigen unter den Blinden … das kann nicht wirklich das Kriterium hinsichtlich professioneller Arbeit sein.

Bei den Karten setze ich sowohl auf die viel gehasste, integrierte Apple Maps App als auch Google Maps. Erstere hat mich jetzt noch nicht wirklich im Stich gelassen, aber ich habe sie auch noch nicht sehr viel benutzen müssen. Letztere finde ich nach dem Relaunch nicht mehr so nützlich wie vorher, da sie mir jetzt zu sehr Navigationsapp sein will. Beim Autofahren kommt manchmal noch die im Telekom-Vertrag enthaltene Navigon-App zum Einsatz, die jedoch von den Farben und vom Handling her im Vergleich zu meinem leider im letzten Jahr geklauten TomTom steil abfällt. Schon allein, weil ich nicht mehr John Cleeses Stimme im Ohr haben darf: „After 800 Meters – we have to say meters today, due to this blasted Napoleon – take the exit and keep left!“

Überhaupt – Mobilität: Für den öffentlichen Nahverkehr meiner Stadt nutze ich die – wie ich finde, recht gelungene – HVV App, die Stadtrad App und die Car2Go App.

Tweetbot ist mein Twitterclient of choice, schon wegen der genialen mute-Funktion, mit der man nervige Nutzer oder hashtags ausblenden kann. Aber das ganze interface ist eigentlich schwer zu schlagen.

Lesen auf dem iPhone ist eine Qual, das Display ist viel zu klein für meine Ü40-Augen. Ich nutze im Safari Browser bei nicht responsive gestalteten Seiten fast immer den ‚Reader‘-Button in der Menüleiste, der das Schriftbild vergrößert, die Werbung und unnötigen Grafiken ausblendet und das Lesen sehr erleichtert. Zwar habe ich auch die Amazon Kindle App und einige Texte darin auf dem iPhone, aber mehr so für die ganz dunklen Stunden, in denen ich offline bin und den RSS Feedreader schon leergelesen habe. Kommt ca. zweimal im Jahr vor. Mit den klassischen Read It Later-Apps wie Pocket oder Instapaper bin ich durch; was darin landet, ist im schwarzen Loch, genau wie bei Evernote … was ich nicht sofort lese, wird meist auch später nichts mehr; oder so spät, dass es inhaltlich schon wieder obsolet ist wenn ich endlich dazu komme.

Besagte RSS feeds verwalte ich mit Reeder, der neuerdings auch mit Feedly zusammenarbeitet, so daß ich eigentlich immer in der Bahn oder im Bus etwas zu lesen dabei habe. Die Feedly App wiederum finde ich ganz schrecklich, da viel zu klickibunti – just the pure text for me, please.

Da ich es nicht ausstehen kann, wenn ich nicht hören kann, was um mich herum vorgeht, daß jemand hinter mir geht oder ein Fahrrad oder Bus kommt habe ich auch sehr selten Kopfhörer auf; eigentlich nur bei längeren Bahnstrecken, etwa zwei- bis dreimal im Jahr. Insofern brauche ich auch kein Spotify etc. sondern mir reicht das integrierte iTunes und die Playlists erstelle ich mir vorab zuhause am Rechner.

Aber als vewegene Teilzeitrockerin nutze ich die Metronome App fürs Üben des Gitarrespiels. Tick-Tock!

Ach ja – Spiele: Ich selbst spiele nicht gern auf dem iPhone, aber habe für Captain Jack Infinity Blade und Angry Birds installiert. Da er inzwischen schon ein erfahrener Gamer ist und die Augen in Richtung Egoshooter wirft, nötigen ihm die zwei Spiele nur ein müdes Lächeln ab, aber er vergnügt sich dennoch gern ein paar Minuten damit, wenn wir uns sehen.

Also, was genau mache ich denn nun eigentlich mit dem iPhone am häufigsten? Genau: Fotografieren. Und da habe ich wirklich so ziemlich jede App probiert und bin bei einer Handvoll hängengeblieben:

Instagram ist einfach hinreissend unkompliziert bedienbar und dank nahtloser Integration in Facebook, Twitter und Blog (via Widget) meine „Veröffentlichungs-App“ der Wahl. Wobei ich auch sehr viele Bilder latergramme, also nicht unmittelbar veröffentliche und oft auch „nur“ aktuelle Scribbles und schnelle Zeichnungen statt Fotos.

Die deutsche, um nicht zu sagen: örtliche (weil aus Hamburg stammende) Konkurrenz zu Instagram ist Tadaa. Maximilian hat die App hier schon einmal vorgestellt, aber obwohl ich dort einen Account habe nutze ich die App nicht gern. Sie ist nicht intuitiv bedienbar, finde ich, zumindest meine Finger kommen immer irgendwo gegen und klappen irgend etwas auf, was ich nicht gebrauchen kann und am Ende sieht das auch selten so aus, wie ich es gerne hätte. Die Filter sind wirr und bunt, aber mir meist schon zuviel. Trotzdem gebe ich noch nicht auf, denn, wie gesagt: ,think local‘ prägt da schon etwas mein Denken und ich möchte die Macher gern unterstützen.

Hipstamatic kennt wohl auch jeder, das war sozusagen Instagram bevor es Instagram gab, nur daß es coolere Filter hat und dafür leider unberechenbarere Ergebnisse liefert. Zum Herumspielen immer noch die Fotoapp der Wahl für mich.

Streetmate ist die App für die anspruchsvolle Schwarz-Weiss-Fotografie auf dem iPhone, wenn man das denn so in einen Zusammenhang setzen darf. Etwas komplizierter zu bedienen als Instagram, aber durchaus lohnenswerte Ergebnisse. Für Straßenfotografen sicher eine gute Wahl.

Das waren meine iPhone Apps. Demnächst geht es weiter mit meinen iPad must-haves, bei denen – das ist wohl keine große Überraschung – der Fokus auf Zeichnen und Malen liegt.

 

Link(s) vom 27. Juni 2013

  • Veröffentlicht am 27th Juni 2013,
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Zuletzt aufgelesen:

Dass man das wirklich noch erwähnen muss, finde ich ja traurig. Bei Kunden könnte ich noch verstehen, wenn sie sagen „wir haben keine Zeit/Budget fürs Kritzeln“, die wissen es nicht besser und es liegt an uns, sie aufzuklären. Dass sich Entwickler vielleicht nicht trauen, etwas zu skizzieren, sondern lieber über grundsätzlich brauchbare, aber extrem limitierte Tools wie Balsamiq etc. benutzen: nachvollziehbar, wenn auch schade und am Ende meist erkennbar. Aber daß es Designer gibt, die – egal ob für Web, Print, Packaging – nicht zuallererst zum Stift greifen und skizzieren, wie das fertige Produkt aussehen soll? Das ist mir völlig unverständlich.

Eine Liste beliebter Projektmanagement Tools, gruppiert nach den relevanten Bereichen.

Es gibt mehr Schriften als Helvetica da draussen. Und nein, ich meine nicht Arial.

„Project ZXX is my humane contribution and homage to the activists, artists, and designers who have been actively fighting for our civil liberties.“

2 Kings of Leon Tickets (Berlin) zu verkaufen

  • Veröffentlicht am 23rd Juni 2013,
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2 Kings of Leon Tickets (Berlin) zu verkaufen

Kings of Leon Tickets zu verkaufen

 

Update: Die Karten sind weg. Euch allen vielen Dank fürs Retweeten, teilen, liken, weiterverbreiten!

Wie es denn immer so ist: Man hat vor einem halben Jahr die Karten gekauft und an den Kühlschrank gehängt und freut sich jedes Mal wie Bolle, wenn man daran vorbeigeht. Man hat Urlaubstage freigeschaufelt und Hoteltipps eingesammelt und Bahntickets verglichen und dann kommt der Anruf aus dem Krankenhaus und alle Pläne sind hinfällig.

Ich verkaufe umständehalber also zwei Tickets für das ausverkaufte Kings of Leon Konzert am Donnerstag (27.6.) in Berlin, Open Air, Waldbühne.

Link(s) vom 20. Juni 2013

  • Veröffentlicht am 20th Juni 2013,
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Zwischen dem 11. Juni 2013 und dem 20. Juni 2013 aufgelesen:

Sie schmeckt so fad zum Schokoflan
Sie schmeckt auch fad auf Eis
Doch ganz egal, die Sternfrucht ist

Ein geiler Dekoscheiß

“ (Giardino in den Kommentaren. *hachz*)

  • A day in the life of a… Games Designer
    „My advice hasn’t really changed in 17 years. If you are passionate about it then you will find a way that works best for you. There isn’t a sure fire way to break into the industry. You won’t if you don’t try.“
  • Die Kaninchenverschwörung von Köln
    „Die Kaninchen schienen zu wissen, was das Band zwischen mir und dem Tier bedeutete, saßen in größeren Gruppen wenige Meter vor uns auf der Wiese, zeigten uns die Nase und, ich schwöre, lachten uns aus. Der Hund konnte nicht glauben, dass er sich das ansehen musste.“
  • 11 Reasons Why Your Music Self-Promotion Isn’t Working
    „If your music submissions say anything along the lines of “powered by…”, you can expect little to no results. I’ve been added to lists by companies like these without so much of a “Hello” or “Would you like to be added to our recipient list?” You know what that’s called? Spam.“ (NB: Gilt auch für jedes andere Produkt in jeder anderen Branche.)
  • Documentary about Cartoonist Charles Addams
    Eine Videodoku über den schrägen Erfinder der noch schrägeren Addams Family.

Schamlose Eigenwerbung für Shirts & Gedöns

  • Veröffentlicht am 19th Juni 2013,
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Schamlose Eigenwerbung für Shirts & Gedöns

Superhelden trinken nicht alleine

Der eine hat es schon gesehen, die andere hat sogar schon etwas bestellt – ich biete jetzt einige, ausgewählte Motive auch auf Shirts & Gedöns via Spreadshirt an, das heisst: schneller Versand, sicherer Einkauf, bewährte Qualität. Der Shop ist hier auf e13 über ein Plugin eingebunden, aber Ihr könnt natürlich auch direkt die Spreadshirt-URL bookmarken: http://e13stuff.spreadshirt.de. Drucke, Poster, Grußkarten etc. gibt es nach wie vor via Society6 (USA) oder Artflakes (Deutschland).

Die ersten Motive entstammen der Superhelden Serie und es gibt diesen superschnuffigen Hund, über den ich ich hier mehr erzählt habe.

Und da am Freitag, den 21. Juni „Tag des T-Shirts“ ist, könnt Ihr dann alle versandkostenfrei dort bestellen. Ist das toll? Ich zähle auf Euch!

Die Lieblingstweets im Juni (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2013,
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(Wenn ich nachts aufwache und twittere:)

 

 

 

Wieder online

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2013,
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So, knapp eine Woche hat es gedauert, aber nun hab’ ich es geschafft und das Blog ist wieder repariert.

Was war passiert? Ich hatte „mal eben“ zwei Plugins aktualisiert (eines davon eine Betaversion), die sich offenbar nicht miteinander vertrugen und ich kam plötzlich auch nicht mehr in den Adminbereich. Also habe ich in der Datenbank gewühlt und etwas geschraubt und zuletzt das aktuellste Backup eingespielt, das aber leider eine Woche alt war. Somit sind die letzten vier oder fünf Einträge verloren gegangen; darunter der zu meinem Besuch bei der TED X Hamburg und der berüchtigte Arschloch-Rant. Ersteres ist sehr schade, denn da steckte sehr viel Zeit drin, letzteres absolut kein Verlust (wie ich finde; Thema durch).

Also geht es jetzt hier weiter im Text mit Golf, Gedöns und Design und natürlich dem ersten Teil der Twitterlieblinge im Juni, die sind schon in Arbeit. Und dann kümmere ich mich endlich um die vernünftige Shopanbindung.

 

Geschützt: Arschlöcher

  • Veröffentlicht am 7th Juni 2013,
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Mein Besuch auf der TED X Hamburg 2013

  • Veröffentlicht am 5th Juni 2013,
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Gestern fand die TED X Hamburg 2013 in der Laeiszhalle statt, das Thema war „City 2.0“ – wie wollen wir leben, wie sehen unsere Städte der Zukunft aus und was sollten wir tun bzw. was geschieht, damit wir dort ankommen?

TED steht für Technology – Entertainment – Design und diese Konferenz gibt es seit den 80ern in New York. Das X dahinter für die Open Source Variante und die local events weltweit („the x marks the spot“ wie das im Krimi heissen würde).

Ich hatte sehr spät erst von dem Event vor meiner Haustür erfahren; netterweise bekam ich über den akkreditierten Blogger Maximilian noch eine Karte. Angeblich gab es sogar Plakate in der Stadt; der Moderator sprach jedenfalls später davon, daß ein Museum bereits angefragt habe, ob es das Plakat in die Sammlung aufnehmen dürfe. Ich hatte kein Plakat gesehen und auch sonst scheint mir die Kommunikation dieser Konferenz sehr sparsam verlaufen zu sein. Das Feedback der Leute vor Ort bestätigte meinen Eindruck und ein befreundeter Blogger meinte, es sei schon seltsam – in anderen Städten käme man für Geld und gute Worte nicht auf TED Events und bei uns konnte man sogar Tickets kaufen. Diese wurde sicherlich nicht alle verkauft (obzwar der kleine Saal der Musikhalle gut gefüllt war), was bei 119€/Stück auch nicht verwunderlich ist. Doch dazu später mehr.
Maximilian stand schon vor der Tür, zusammen mit dem Eimerchen und bald stiess auch Isabel zu uns, die sich trotz der gemeinsamen Autorenlesung mit Maximilian am Vorabend zu nachtschlafender Stunde aus dem Bett gequält hatte und tapfer in die Hamburger SommerSonne blinzelte.

Robert Neuwirth: „D.I.Y. City“

Der erste Sprecher war der New Yorker Autor und Aktivist Robert Neuwirth, und sein Thema war „D.I.Y. City“, also die do-it-yourself Stadt. Da ging es weniger ums Bäume umstricken und Graffitos als um die weltweite (Zurück)Eroberung der Städte durch die Menschen, und zwar die Menschen ganz unten. Menschen, die sich selbst ihre Häuser und Städte bauen, z.B. in Afrika und Asien (aber nicht nur!) und ihre Märkte selbst finden und bedienen, z.B. mit piratierten Handys und Markenkleidung.
Piraten zapfen Stromleitungen an und versorgen so ihre Slums z.B. mit der Möglichkeit, Wasser zu pumpen – das bedeutet, weniger potentiell tödliche Epidemien und Krankheiten durch Keime und Fäkalien. „Wenn Sie einen Besitz in Form von Bargeld, Immobilie, Auto oder anderen Dingen in Höhe von 2.138 US $ bzw. 1.652 € oder mehr sind, herzlichen Glückwunsch: Sie gehören zu den reichsten 50% der Menschen auf diesem Planeten.“ Puh.

Neuwirth fuhr fort und plauderte aus dem Nähkästchen, warum (Marken)piraterie eine gute Sache sei, z.B. bei Handys – es werden mit gefälschten Nokia Handys Menschen miteinander verbunden, die sich andernfalls kein solches Kommunikationsmittel leisten könnten. Gleichzeitig verbessern die Piraten (aus China) die Originale, so wurden beispielsweise „Nokia“ Handys verkauft, die zwei oder drei SIM-Karten aufnehmen können, weil in Afrika alle paar Kilometer ein anderes Netz existiert und man so nicht länger drei Handys mit sich herumschleppen musste. Nokia sah dies und hat reagiert: inzwischen bieten sie selbst solche Handys and (und haben den Preis auf wettbewerbsfähige 19 Dollar pro Teil reduziert).

Er erzählte auch, daß beispielsweise ein Manager eines großen, internationalen Sportswearunternehmens sagte, die Piraten seien grundsätzlich sehr wichtig für die Branche, und zwar als Marktforscher – was nicht piratiert wird, kann schon als Flop angesehen werden. (Aus meinen Erfahrungen in Film- und Musikindustrie kann ich die ähnliche Denkweise bestätigen – ein Film, der nicht vor Start in einer Tauschbörse in großen Stückzahlen heruntergeladen wurde, wird vermutlich ein Flop. Studios setzen auf diese Art von MaFo inzwischen mehr als auf klassische Screenings.)

Mehr dazu in Neuwirths Blog Squattercity und seinen Büchern „Shadow Cities: A Billion Squatters, A New Urban World“ und „Stealth of Nations: The Global Rise of the Informal Economy“. Er twittert unter @RobertNeuwirth. Das Video seines Vortrags werde ich hier einbinden, sobald es verfügbar ist.

Ein Redner fiel krankheitsbedingt aus, dafür wurde nun ein Talk aus der Konserve gezeigt; Kent Larson sprach auf der TED X Boston 2012 über Responsive Cities und das war definitiv sehenswert. Das Video findet sich hier.

Raul Krauthausen: „The Accessible City – How to Increase the Usability of Our Cities for EVERYONE“

Der nächste Redner war Raul Krauthausen, den ich schon im letzten Jahr auf der re:publica kennenlernen durfte und der erst vor kurzer Zeit u.a. für sein Projekt Wheelmap.org mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde (Anm. d. Red.: endlich mal einer, der es auch verdient hat). Raul stellte nicht nur die „Bundesligatabelle der barrierefreien Städte“ sondern auch Projekte vor, bei denen u.a. Schüler sich in den Rollstuhl setzen um ihre Stadt aus einer anderen Perspektive im wahrsten Sinne zu erfahren und wies darauf hin, daß Architekten und Architekturstudenten von heute entsprechend in Sachen Barrierefreiheit geschult werden müssen, wenn ihre Werke nicht noch in Jahrhunderten so behindernd sein wollen wie die schöne Laeiszhalle, in der wir uns gerade befanden (von Haller/Meerwein zwischen 1904 und 1908 im neobarocken Stil erbaut).

Was mich jedoch am meisten erschütterte: Sein zu Wheelmap gehörendes Projekt Tausendundeine Rampe hat bislang zu nur 50 gespendeten Rampen geführt und das nächste bescheidene Ziel sind 1000 gespendete Rampen. Mit einer solchen Rampe kann ein ansonsten barrierfreies Restaurant oder Geschäft dann wirklich für alle betret- bzw. befahrbahr werden und eine solche Rampe kostet 100 €. Es ist mir völlig schleierhaft, warum sich für solch einen Portokassenbetrag noch kein Unternehmen gefunden hat, Deutschland mal eben flächendeckend mit diesen steuerlich absetzbaren Rampen auszustatten und dabei etwas fürs Unternehmenskarma zu tun. Die meisten Betriebsausflüge und Weihnachtsfeiern jeder Versicherung kosten doch schon mehr als dafür benötigt würde! Und mir kamen wieder die 119,- € in den Sinn, den diese Veranstaltung für Besucher regulär kosten sollte.

Raul bloggt unter raul.de, twittert als RAULde und wer eine Rampe spenden möchte, kann das hier tun: Tausendundeine Rampe (I’m looking at you, Daimler, Lufthansa, Audi, Deutsche Bahn, Vodafone, Telekom etc. – Konzerne, die sich das Thema Mobilität auf die eine oder andere Art auf die Fahnen geschrieben haben.)

Thomas Hohenacker: „Clevercityparking“

Thomas Hohenacker war der nächste Redner, und bei ihm ging es um cleveres Parken in den Städten. Er stellte einige Zahlen vor, nach denen ein Drittel des täglichen Stadtverkehr für die Suche nach einem Parkplatz draufgehen und zwanzig Minuten pro Suche veranschlagt werden dürfen – das ist eine Menge Lebenszeit, die so sinnlos verplempert wird, von Sprit mal ganz zu schweigen. Seine Firma will den Faktor Glück aus der Gleichung nehmen und mittels technischer Hilfsmittel wie Kameras und Big Data die verfügbaren Parkplätze jederzeit sichtbar machen. Eine App zeigt den Suchenden an, wo freie Parkplätze sind bzw. wo planmässig welche frei werden und das sogar massgeschneidert für die Autogröße – von Smarts bis SUV. Da allerdings die meisten Menschen (in Hamburg angeblich 50-80%) nicht ordentlich für ihre Parkplätze bezahlen, ist das mit der Planung so eine Sache. Mit ihrem Tool käme die Stadt den „Parkdieben“ auf die Schliche.

Ich bin nicht so ganz überzeugt von dem Konzept; zum einen auch deshalb, weil ich nicht finde, daß Parken doppelt bezahlt werden sollte. Als Autofahrer zahlt man ohnehin sehr viel mehr Steuern und die komplett überhöhten Parkgebühren sind legalisierter Straßenraub der Kommunen – umgekehrt wird jedoch so gut wie nichts mehr zum Erhalt oder zur Pflege der Strassen getan. Aber das ist natürlich eine Philosophie, mit der ich allein auf weiter Flur stehe, schon klar. (Nur als Randnotiz: ich habe kein eigenes Auto mehr, nutze Rad, ÖPNV und habe mich gestern am Sponsorenstand auf der TED X Hamburg für Car2Go angemeldet, danke. Kein Bashing erforderlich.)
Zum Anderen hasse ich diese Kameraüberwachung des öfentlichen Raums und es war mir schon bei den Fotos auf seinen Präsentationsfolien unbehaglich.

Hohenacker hat noch keine Website für das Projekt, er selbst ist über XING erreichbar.

Die musikalische Unterbrechung kam vom Improvisationskünstler Roland Satterwhite und hat mir gut gefallen. Bluesklänge auf einer Geige? Ungewohnt. Muss ich nicht dauernd haben, aber das war definitiv keine verschenkte Zeit.

Es folgte die erste Pause, und die war auch dringend nötig, denn der Sauerstoff im Saal war fast zur Neige gegangen. Wir sassen etwas weiter hinten, unter dem Balkon des ersten Rangs und dort war es extrem stickig. Leider wurde das im Laufe des Tages immer schlimmer; später nickte Markus neben mir mehrfach kurz weg und ich hatte erstmals das Gefühl, bald ohnmächtig zu werden. Als die Pause kam, rannten wir folgerichtig hinaus und stürzten an die offenen Fenster im Treppenhaus bzw. gingen hinaus vor die Tür. Dort traf ich – long time no see! – Benjamin, der fleissig fotografierte und dessen Team von viergleicheins.de für die fantastische Live Visualisierung der Veranstaltung per bis kurz vor Konferenzbeginn programmierten Tools flyp.tv verantwortlich zeichnete (wenn ich das richtig verstanden habe).

Nach den TED Richtlinien soll kein Vortrag länger als 18 Minuten dauern und wir hatten nun drei Live- und einen Konservenvortrag hinter uns. (Die Konservenvorträge sind Pflichtvorgabe von TED an die TED X Local Teams.) Alle Vorträge waren zwischen ganz interessant bis sehr inspirierend und verlangten einen hohen Konzentrationsgrad vom Publikum. Alle Vorträge bei TED sind in englischer Sprache und das war für einige sicherlich noch eine weitere Hürde (vor und auf der Bühne). Die Schlagzahl war sehr hoch, das war hier definitiv nicht die re:publica oder die NEXT (ohne diese beiden Konferenzen damit abwerten zu wollen).

Reinier de Graaf: „Foresight in Hindsight“

Nach der Pause ging es weiter mit Reinier de Graafs mir etwas zu hektischen Vortrag „Foresight in Hindsight“ über das Thema Zukunftsprognosen und es gab spannende Einblicke: Natürlich sind viele Prophezeiungen blanker Unfug und haben sich als haltlos herausgestellt; ich habe irgendwann nicht mehr mitbekommen, wie häufig die Welt untergehen oder Christus zurückkommen sollte. Die größte Treffsicherheit haben offenbar noch „(Science) Fiction“-Autoren – Politiker hingegen liegen fast immer daneben. Es mag daran liegen, daß Prophezeiungen ja letztlich auch etwas wie „Fiction“ sind. Auch aufschlussreich: das Verhältnis zwischen Utopien und Dystopien über die letzten Jahrzehnte und zwischen den USA und China.

De Graaf ist Architekt und Partner bei OMA. Ich werde seinen Vortrag inkl. sexistischer Sprüche hier einbinden (wie die anderen auch) wenn das Video verfügbar ist.

David Satterthwaite: „How to Ensure that Aid Really Does Empower Urban Poor Groups“

Es folgte Prof. David Satterthwaite, der sanft aber nachdrücklich und durchaus unterhaltsam davon erzählte, wie man sicherstellt, daß das gespendete Geld auch bei den Bedürftige ankommt und tatsächlich die Empfänger ermächtigt, damit das zu tun, was sie für erforderlich halten. Er erzählte von obdachlosen Frauen in Afrika, die schmale 18.000 US $ für eine Siedlung benötigten, die sie selbst zu bauen gedachten und daß es keine Organisation gab, die ihnen helfen konnte – weil die Organisationen in der Regel vor Ort mit den Regierungen sprechen und den Rest kann man sich denken. Diese Frauen hatte einfach niemand auf dem Schirm. Letztlich konnte das Problem auch aufgrund der Arbeit des IIED gelöst werden und Satterthwaite wurde entsprechend belohnt:

Picki brachte ansonsten auch mein Gefühl zu diesem Vortrag auf den Punkt:

Auftritt der ersten Frau auf der Bühne, die das E für Entertainment mit Leben füllte: Cäthe. Tolle Stimme, gute Performance, es ist halt mühsam so am Vormittag, zumal dank des Sauerstoffmangels alle halbkomatös auf ihren Sitzen hingen.

Genau.

Sam Hill: „Experiencing Cities“

Als nächstes sprach Sam Hill über „Experiencing Cities“ und das war nun der erste Vortrag, bei dem ich wirklich nur dachte ‚och, ja, next please.‘ Hill erzählte von Erfahrungen, die in den Städten für die Besucher der Nachwelt erhalten bleiben sollen, daß Städte große Tagebücher seien und das war vielleicht ganz interessant, aber nicht besonders kohäsiv vorgetragen. Oder aber ich litt schon zu sehr unter Sauerstoffmangel, das kann auch sein. Es endete mit einer gescheiterten Einkaufspassage in ReEading (UK), die sich die Anwohner als Zombiemassaker-Paintballspielplatz zurückerobert haben. Ja gut, äh. Wer’s braucht.

Tusch!

Fabienne Hoelzl: „Upgrade Your Slum“

Die Schweizer Architektin Fabienne Hoelzl erzählte über Slums und daß jeder vierte von uns in der Zukunft (so ab ca. 2030) in einer sog. „informellen Siedlung“ leben wird. Nunja, wie wir ja gerade gelernt hatten, sind Prognosen immer sehr unsicher, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Aber inhaltlich flanschte das natürlich prima an den ersten Vortrag vom Vormittag an und an den von David Satterthwaite. Auch wenn sie leider etwas aufgeregt, leise und schnell sprach, so lohnte es sich sehr, ihr zuzuhören. In „Upgrade your slum“ berichtete sie aus allen schmutzigen Ecken der Erde und besonders aus Afrika und leise aber nicht zu überhören rief sie dazu auf, den Frauen mehr (konkrete) Macht zur Selbsthilfe zu geben, denn: „The Women run Africa“.

Mehr über Fabienne Hoelzl gibt es hier.

Ja, diese Quote ist beschämend, ohne Frage.

Wer noch nicht in Ohnmacht gefallen war, ging nun raus, raus, raus! Und ab zum Lunch. Ich musste mich leider rausziehen, da die Arbeit rief, fuhr nach Hause, arbeitete fleissig und hatte im Hintergrund den Livestream laufen. Darüber bekam ich immerhin noch die letzten Vorträge mit, für deren Beschreibung ich jetzt und hier leider keine Zeit mehr habe, aber ich bin sicher, die Bloggerkolleginnen und -kollegen werden das auffangen.

Ein Fazit:

Mein Fazit: Weniger wäre mehr gewesen. Einige Vorträge hätten gerne länger dauern dürfen und wenn ich die vergleichsweise popelig geringen Beträge gehört habe, mit denen man Menschenleben retten, Lebensumstände verbessern kann und dann die unfassbare Liste von Sponsoren, die bitte beklatscht werden wollten in Zusammenhang mit dem Ticketpreis von 119,- € und besagten nötigen Geldern für die genannten Projekte bringe, wird mir schwindelig.

Wie kann es angehen, daß eine solche Veranstaltung ohne großen Bühnenaufwand in einem relativ kleinen Saal für ein paar hundert Leute ein solches Vermögen kostet, daß es dafür sechsundzwanzig (!) Partner bzw. Sponsoren braucht? Was ist denn daran bitte so teuer gewesen? Strom, Licht und Audiotechnik, Miete, Catering – das kann doch nicht angehen! Das WLAN hat auch nicht funktioniert (was ich nicht weiter schlimm fand), aber wofür ist bitte das ganze Geld bei der TED X Hamburg draufgegangen? Ein paar Dutzend Frauen bauen sich in Afrika eine Siedlung für 18.000 Dollar und … Irgendwie fehlt mir da ein Baustein im Gebäude.

Aha.


[social-bio]

Link(s) vom 3. Juni 2013

  • Veröffentlicht am 3rd Juni 2013,
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    Sehr schöner Artikel über eine erfolgreiche Crowdfundingkampagne auf kickstarter.com und mit welchen unerwarteten Tücken der Erfinder zu kämpfen hatte auf dem Weg zum fertigen Produkt und der Auslieferung an die Investoren.