Neuverfilmung: The Great Gatsby

  • Veröffentlicht am 26th Juni 2012,
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Wer hat das Buch nicht gelesen? Generationen von Schulkindern durften sich im Englischunterrricht mit F. Scott Fitzgeralds Roman über den geheimnisvollen Lebemann, seine große Liebe, rauschende Parties auf Long Island sowie Eifersucht, Mord und Totschlag auseinandersetzen. Meist durfte – oder musste – man dann zum Ende des Semesters noch den Film mit Robert Redford sehen, der auf seine Weise sicherlich nicht schlecht ist, aber den Bildern des Kopfkinos, das Fitzgerald bei mir in Gang gesetzt hatte, nicht das Wasser reichen konnte.

Baz Luhrman hatja schon mit Romeo + Julia bewiesen, daß Opulenz und klassisches Drama sich perfekt ergänzen. DiCaprio finde ich inzwischen dank Inception nicht mehr ganz so fürchterlich wie in den meisten seiner Filme nach Titanic und Tobeyyyyy! *kreisch* ist nach wie vor schnuffigst. Wenn man sich den Trailer zu Luhrmans Version des Großen Gatsby so ansehe, dann freue ich mich unbändig auf den 10. Januar – den vorläufigen Starttermin hierzulande. Endlich einmal wieder ein Film, für den sich der Kinobesuch sicherlich lohnen wird. Und das Buch kann man bis dahin auch noch locker lesen.

Link(s) vom 25. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 25th Juni 2012,
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Zwischen dem 21. Juni 2012 und dem 25. Juni 2012 aufgelesen:

  • Die Negerpuppe | Flitterwerk und grober Unflat.
    „Ich habe kein Sachbuch geschrieben, mein Ding ist vielleicht die Groteske, aber keineswegs die Utopie. Alles was gesagt und gedacht wird, spiegelt damalige Realitäten wider. Dem Autor die Ideologie seiner Figuren zu unterstellen ist ähnlich absurd, wie einen Schauspieler für seine Fehltritte in einer Soap zu schelten. Mehr gibt es über meine Wortwahl nicht zu sagen.“

Silenttiffy äußert sich zur Kritik an der Verwendung des Begriffs ‚Negerpuppe‘ in ihrem Buch. Und natürlich dauert es nicht lange, bis der erste Kommentar auftaucht, dessen Autor_in mit virtuell fuchtelndem Zeigefinger und natürlich konsequenter Kleinschreibung über „kritische weißseinsforschung“ und „poc“ (die Abkürzung des offenbar aktuell politisch korrekten Begriffs ‚people of color‘, bei der ich immer an Pocken denken muss) doziert und sich von silenttiffy im Buch erläuternde Fußnoten oder Kommentare zum Thema gewünscht hätte.

  • Laocoön | TechCrunch
    „Etched permanently into the body of one of the most advanced computers ever made, then, is a symbol of experimentation, tradition, and potential — being killed.“

Eine Verschwöungstheorie? Ein Hardware-Easteregg? Spannend.

So ist es.

Unsere digitalen Wände sind durchsichtig. Wer Vorhänge oder Gardinen möchte, macht sich verdächtig. Ich wette, es dauert nicht mehr lange und man bekommt Festplatten, USB Sticks und andere physische Speichermedien nur noch gegen Vorzeigen des Ausweises, wenn es denn überhaupt noch Anschlüsse und Lesemöglichkeiten für diese Hardware geben wird. Es wird sich ALLES in der Cloud abspielen, unsere Regierung und befreundete Regierungen, Auskunfteien wie die Schufa, Creditreform und andere werden selbstverständlich „zu unserem eigenen Vorteil und/ oder Schutz“ Zugriff darauf haben und wer nichts in der Cloud gespeichert hat oder verschlüsselt kommuniziert, darf sich sicher sein: er wird überwacht. Bargeld wird nur noch in geringen Stückelungen erlaubt sein und schliesslich ganz wegfallen – wer bar zahlt, ist verdächtig, nicht kontrollierbar, nicht zuordnungsbar, nicht vertrauenswürdig. Wir werden es erleben.

Media Monday #52

  • Veröffentlicht am 25th Juni 2012,
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It’s Media Monday, everyone! Und zwar Nummer 52:

1. Paul Bettany gefiel mir am besten in einem eigentlich zu Recht völlig vergessenen 08/15 Thriller mit einem abgehalfterten Harrison Ford. Das Ding hiess Firewall und war so unterirdisch schlecht, daß ich original verdrängt habe, wer da noch mitgespielt hat und worum es ging, aber Paul Bettany war abgrundtief böse in der Rolle des bad guys. Hah, lustig, erst letzte Woche habe ich noch gesagt, daß ich Bettany mal wieder irgendwodrin sehen möchte und heute ist er immerhin schon offizieller Bestandteil des Media Monday Fragebogens. So schnell kann’s gehen!

2. Jean-Luc Godard hat mit Bande à part seine beste Regiearbeit abgelegt, weil hier so schön gezeigt wird was passieren kann, wenn das Leben das Kino imitiert.

3. Mia Wasikowska gefiel mir am besten in The Kids Are Alright. Der Film selbst war der letzte Mist (siehe auch mein Senf dazu hier), aber dieses Mädchen war sehr gut. Mehr Filme mit ihr kenne ich leider nicht, bzw. kann mich absolut nicht an ihre Rollen darin erinnern (Alice, Jane Eyre).

4. Am Donnerstag ist es soweit; eure Meinung zum Spider-Man-Reboot? Dinge, die die Welt nicht braucht. Filme, die ich mir nicht ansehen werde.

5. The Help wollte ich mir ja schon lange angesehen haben, aber dann fiel mir ein, daß ich keinen Bedarf habe an Filmen über Weiße, die den Schwarzen die Welt erklären.

6. Wäre Steve Jobs damals nicht meuchlings von John Scully aus seinem eigenen Unternehmen gefeuert worden – Pixar hätte es so nicht gegeben.

7. Mein zuletzt gesehener Film ist The Island und der war – abgesehen vom Inhalt – wirklich klasse, weil a) Steve Buscemi und b) Ewan McGregor. Besonders letzterer ist wirklich urkomisch in den Szenen, wo er mit seinem Klon zusammen zu sehen ist und schönstes Schottisch spricht. Und ja, die Actionszenen sind schon nett fotografiert und inszeniert und das Produktionsdesign ist auch geil. Michael Bay hat seine Qualitäten, ganz klar. Ein guter Hirn-aus-Augen-auf Kracher.

Link(s) vom 21. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 21st Juni 2012,
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Link(s) vom 21. Juni 2012

Zuletzt aufgelesen:

  • Cinephilia&Beyond • Billy Wilder, two essential documentaries
    Zwei tolle Dokus über einen meiner Lieblingsregisseure, Billy Wilder. Must-see für Filmfans!
  • Adrian Shaughnessy on Herb Lubalin’s Life and Work
    „There are a number of reasons why Herb Lubalin has been a somewhat neglected figure in comparison to, say, Paul Rand or Saul Bass, or some of his European near-contemporaries such as Wim Crouwel and Josef Müller-Brockmann. Lubalin didn’t write much, and he had a slight air of anti-intellectualism. He didn’t espouse modernism or the avant garde, favoring instead American vernacular styles, Spenserian scripts, and a sort of hybrid modernism. And there’s no getting around the fact that his work looked old-fashioned when compared to the neo-modernists or the deconstructionists of the past two or three decades. But as I hope my book makes clear, these judgments are in nearly all cases wrong, or at least partially wrong.“

Wohin mit den alten Golfklamotten?

  • Veröffentlicht am 21st Juni 2012,
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Ich habe mal ein wenig in meinen Bookmarks gekramt und bin auf diesen wunderbaren Clip gestoßen.

Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Das sind Jesper Parnevik und Duffy Waldorf, zwei recht erfolgreiche Pros aus den 90ern/00ern. Und für die Nichtgolfer: Beide sind bzw. waren meist mehr aufgrund ihrer farbenfrohen Klamotten im Gespräch, als aufgrund ihrer Erfolge auf dem Platz. Der sehr schlanke Parnevik war der erste, der die absurd bunten und engen Klamotten seines Freundes und Designers Johan Lindeberg trug, um diesem zu mehr Popularität zu verhelfen. Der eher runde Duffy Waldorf hingegen ward nie ohne schreiend buntes oder zumindest wild gemustertes Hawaiihemd und dazu passenden Hut gesichtet.

 

Mad Men – you’re doing it WRONG, Lufthansa!

  • Veröffentlicht am 20th Juni 2012,
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Mad Men – you’re doing it WRONG, Lufthansa!
„Wenn mich heute noch einer dieser Businesskasper fragt, ob die Woman’s Card den Eintritt zum Mile High Club beinhaltet, ziehe ich ihm eins mit der Septemberausgabe der VOGUE über.“

Wie ich auf so ein Thema komme? Die Lufthansa, ausgerechnet MEINE Lufthansa, hat eine satte Bruchlandung mit ihrer Werbekampagne für den Mile High Club die Women’s Card hingelegt. Genauer gesagt ihre Werbeagentur, deren Kreativabteilung Don Draper und sein Team geradezu wie eine Bastion des Feminismus aussehen lässt, wie ein Kommentator auf facebook ganz richtig schrieb.

Ob ein Kinoabend, ein Gutschein unserer Shoppingpartner oder Gewinnspiele mit faszinierenden Preisen, diese Überraschungen lassen jedes Frauenherz höherschlagen.

Aber lest selbst: Special Woman sucht vielfliegenden Kreditgeber. Oder: Wie die Lufthansa die Welt sieht.

Link(s) vom 19. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 19th Juni 2012,
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Link(s) vom 19. Juni 2012

Zuletzt aufgelesen:

  • So What If I’m A Woman? Let Me Play The Damn Game.
    „Do you play PC games?“ he asked, frowning.
    One of the publications on my media badge was listed as PC PowerPlay. It shouldn’t have been necessary for him to ask such a question, but I answered. „Yes.“
    „Well, OK.“ I sensed a disbelief in the guy’s voice. „But do you play shooters?“
    I remember the silence that filled this space beyond this question. I was horrified that anyone could even ask such a thing. Here I was, sitting with my fingers spread across WASD, admiring a game world – and somehow, for some obtuse reason, being assumed to be someone who didn’t know anything about the world or how to interact with it.
    „I think I better play it for you,“ he said finally, prying my hands away and turning the keyboard towards himself.
  • Die alltägliche Geringschätzung | tagesanzeiger.ch
    „Das Verhältnis zwischen Bericht erstattenden Männern und Frauen verhält sich in beiden Ländern 80 zu 20, genauso verhält es sich mit den Interviewpartnern. Zum selben Resultat kam soeben eine Untersuchung in den USA. Sie zeigt auf, dass selbst in renommierten Titeln wie der «New York Times» Männer fünfmal häufiger zu Wort kommen als Frauen – und zwar auch dann, wenn es um Themen wie Mutterschaft oder Abtreibung geht. Anders gesagt: Männer erklären die Welt. Und, noch viel folgenschwerer: Männer entscheiden darüber, was wichtig ist – und worüber in den Medien berichtet wird.“
  • Axel Scherm: Reval ohne Filter – kolumnen.de
    „Um dem Ungemach zu entgehen, das ihm bei der ersten Kur widerfahren war, nämlich dass sich wieder Heerschaaren harmonie- und therapiebedürftiger Frauen an ihn klammerten, verschwieg Lorenz dieses Mal seinen sozialpädagogischen Hintergrund und gab sich als Park- und Landschaftsgärtner, Spezialgebiet »Hecken und Büsche« aus.“

Ich hasse 3D-Filme!

  • Veröffentlicht am 18th Juni 2012,
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I hate 3D movies

 

Sie sind einfach nicht zumutbar.

Media Monday #51

  • Veröffentlicht am 18th Juni 2012,
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Media Monday #51

Es ist Montag! Und das heisst was? Genau: Media Monday.

1. Leslie Nielsen gefiel mir am besten in der M*A*S*H Folge The Ringbanger (Season 1) . Das war ca. 1973, lange bevor er zu Frank Drebin mutierte und mit O.J. Simpson als nackte Kanone in Komödien der Zucker Brüder zu Weltruhm kam. Er war schon Ende vierzig damals und hatte schon weit über hundert Filme und TV Auftritte hinter sich. In The Ringbanger spielt er einen beinharten Colonel mit West Point Ring am Finger, der seine Leute schindet und den Hawkeye und Trapper mit Tricksereien daher aus dem Gefecht ziehen wollen, was nicht ganz einfach ist – der Colonel hat nur eine minimale Verletzung und ist de facto gesund. Mir gefällt dieser unter der glatten Oberfläche lauernde Wahnsinn, den Nielsen im Rahmen der Gegebenheiten sehr gut rüberbringt – M*A*S*H war schliesslich eine leichte 25 Minuten Komödie, jedenfalls in der ersten Staffel noch. Es ist übrigens die Folge vor der berühmten „Sometimes you hear the bullet“ Folge, die als Wendepunkt und Startschuss des M*A*S*H Erfolgs gilt, denn bis dato suchte die Serie noch ihren Platz und ihre Stimme und es war alles andere als klar, ob es eine zweite Staffel geben würde. Schliesslich wurden es bekanntlich elf Staffeln, womit die Serie deutlich länger dauerte als der Koreakrieg selbst, der nach rund 2 Jahren vorbei war.

2. M. Night Shyamalan hat mit ________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ________ . Ich finde die alle doof, sorry. Unbreakable ist megagrottig, The Village ein billiger, effektheischender Abklatsch von Dogville, Signs konnte nicht mal Joaquin Phoenix retten, The Lady In The Water komplett sinnbefreit und schlecht gespielt und ich fand damals im Kino die berühmte Auflösung von The Sixth Sense so vorhersehbar wie nur was. Einzig Stuart Little geht halbwegs, aber ansonsten gilt: bleibt mir weg mit Shyamalan Filmen!

3. Felicity Jones gefiel mir am besten in ________ . Nie gehört oder gesehen, die Frau.

4. Welche Serie(n) sollte(n) unbedingt mal wieder im TV laufen oder endlich auf DVD/Blu-Ray erscheinen? Ich würde mir Das Haus am Eaton Place (Upstairs, Downstairs) gern mal wieder ansehen, aber deswegen nicht unbedingt gleich auf DVD zulegen. Toll fand ich damals Das Krankenhaus am Rande der Stadt, eine Produktion aus der Tschecheslowakei, wenn ich mich recht entsinne. Weisses Haus, Hintereingang war auch gut. Aber auf DVD brauche ich die alle nicht wirklich.

5. Mein derzeitiger Lieblingsschauspieler ist Paul Bettany. Nun, nicht mein derzeitiger Lieblingsschauspieler, und nicht einmal mein Lieblingsschauspieler (sowas habe ich nicht wirklich), aber ich würde den gern mal wieder irgendwo sehen.

6. Es gibt keine Sache, die niemals enden sollte. Schon gar keine TV Serie; die meisten ziehen den Stecker eh viel zu spät. Insofern freue ich mich sehr über Mad Men, die Serie, die das Jahrzehnt der 1960er beleuchtet, inzwischen bei 1967 angekommen ist und gerade die beste Staffel ever hingelegt hat. Daß es also nur noch drei Staffeln geben wird, macht mich traurig, da ich von Dingen dieser Qualität nicht genug kriegen kann. Aber gleichzeitig bin ich zuversichtlich, daß sie genau richtig enden wird.

7. Mein zuletzt gesehener Film ist Master and Commander – The Far Side Of The World und der war auch nach Jahren wieder toll, weil super besetzt, toll gefilmt und mit einem schöne Twist in der Handlung. Eine würdige Fortsetzung des klassischen Abenteuerfilms in der Tradition von Errol Flynn und Burt Lancaster Filmen.

Link(s) vom 17. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2012,
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Zwischen dem 15. Juni 2012 und dem 17. Juni 2012 aufgelesen:

  • Textbausteine, ungeschützt | K. [Journal]
    „2. Mache dich interessant. Folge dem Beispiel der deutschen Zeitungen und schreibe so einen Stuss wie “In einem Zeitungsartikel, der diesem Blog vorliegt…”. Wenn du schräg drauf bist, kannst du auch noch exklusiv dazuschreiben.“
  • Ihr habt gewonnen, dann verlink ich Euch halt nicht mehr : Filterblog
    „Ich werde den Stil meiner Artikel einfach anpassen und auf Links und Zitate verzichten. So, wie Google es meiner Meinung nach auch tun sollte. Mein Verzicht wird zwar natürlich niemandem weh tun – aber so gerne diese ach so sehr auf Gerechtigkeit pochenden Medien so abstruse Dinge schreiben wie „auf Twitter hieß es“ oder „laut Internetberichten“ wenn sie normalerweise konkrete Blogger zitieren und nennen müssten, so viel Freude wird es mir machen, von nun an genau so zu verfahren.“
  • Screw Upgrades: The New MacBook Pro IS the Future by Christina Warren
    „His entire business is predicated on offering how-to guides for free, alongside tool kits and after-market parts. A big part of the reason he gets so incensed about the lack of upgradability and serviceability of the MacBook Air, MacBook Pro and new iPad is that the service market for those devices is very much attached to authorized Apple repair centers. The more appliance-like and non-user fixable these devices become, the more it affects his business.“
  • Die EM im Fernsehen: Die Regie spielt falsch – FAZ
    „ARD und ZDF ist es zwar erlaubt, eigene Kameras in den Stadien einzusetzen. Die werden jedoch für die Spielberichterstattung praktisch nicht genutzt, sondern sind für die Kommentatoren da und für jene völlig sinnlosen Kurzgespräche mit erschöpften Spielern, die zutage fördern, dass sich die Sieger freuen und die Verlierer nicht. Die Impertinenz, mit der auf Athleten eingedrungen wird, um sich das Allerselbstverständlichste von ihnen noch einmal aufsagen zu lassen, als seien sie so eine Art menschliche Duftspender, streift die Würdeverletzung.“
  • How To Tell If A WordPress Theme Will Help SEO
    – Das dürfte so ziemlich mit der hilfreichste und verständlichste Artikel zum Thema SEO und (WordPress)Blogs sein, den ich kenne.
  • Journalisten im Backwahn – Coffee And TV
    „Das ganze Themenfeld “geistiges Eigentum” ist vermint mit hinkenden Vergleichen, aus dem Boden von Fässern herausgeschlagenen Kronen, verunfallten Metaphern, falschen oder wenigstens überholten Annahmen und unglücklichen Begriffen. Ja, “geistiges Eigentum” ist schon ein solcher unglücklicher Begriff, weil der Geist ja eben so erfrischend unkörperlich ist. Das überfordert viele Vorstellungskräfte, weswegen die Katholische Kirche den Heiligen Geist kurzerhand in eine Taube gepackt hat. Das ist auch nur ein Bild, liebe Journalisten (wenn auch weit weniger bescheuert als gebackene Texte): Wenn Euch eine Taube auf den Kopf kackt, ist das in den seltensten Fällen ein Zeichen Gottes.“
  • Gelesen und gemerkt am 14.6.2012 | jawl.net
    »Xxxxxx xxxx xxx xxxxxxxxx xxx Xxxxxx xxxxxx Xxxxxxxxxx xxxxxx xxx xxx, xxxxx xx xxxxxx Xxxxxxxx. Xxx xxx xxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxx Xxxxxxxxxxx xx, xxxxxx xxxxxxx xxxxx Xxxxxx Xxxxxxx xxxxx xxx xx xxxxxxx. Xxxxxxx xxx xxx xxxxxxxx xx, xxxxxxxxxx Xxxxxxxxxx xxxxxx – xxxxxxxxx xxxxxx Xxxxxxxxxx xxxxxxxxx Xxxxxx xxxx, xx xxx xxxx Xxxxxxx-Xxxxxxxx xxxxxxxx xxxx.«
  • Der große Unterschied zwischen Lesben und Heten
    „Der Osten Europas wird mehr und mehr für Lesben und Schwule zu einer No-Go-Area. Ein Urlaub an der polnischen und baltischen Ostseeküste, den die Liebste und ich angedacht hatten, ist inzwischen in weite Ferne gerückt. In Länder fahren, wo der CSD nur unter massivem Polizeischutz stattfinden kann? Und dieser lediglich gewährt wird, weil die Staaten entweder bereits in der EU sind oder beitreten wollen und deshalb zähneknirschend als eine der Bedingungen LGBT Rechte in Kauf nehmen? Das Risiko eingehen, irgendwo verhaftet zu werden, weil der Familienstand »verpartnert« als »Homosexuellenpropaganda« ausgelegt werden könnte? Unter Erholung stellen wir uns was anderes vor.“

Warum das Leistungsschutzrecht eine gesellschaftliche Katastrophe ist

  • Veröffentlicht am 15th Juni 2012,
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Warum das Leistungsschutzrecht eine gesellschaftliche Katastrophe ist

Der Entwurf zum geplanten Leistungsschutzrecht liegt jetzt vor und es ist so schlimm wie bzw. schlimmer als befürchtet. Das Zitatrecht wird de facto außer Kraft gesetzt, man wird nicht einmal mehr Überschriften der Artikel verlinken und zitieren dürfen, wer kommerziell agiert bestimmen die Verlage und der Blogger, Twitter- oder Facebooknutzer hat im Zweifel die Beweispflicht, daß er es nicht tut. Dem grassierenden Abmahnwahnsinn wird eine weitere Tür aufgestoßen und entsprechend spezialisierte Kanzleien müssen glauben, Weihnachten sei in diesem Jahr vorverlegt worden.

Die erste, vielleicht instinktive Reaktion vieler Blogger und „always online“ Social Media Nutzer, also denjenigen, die von Politik und Medien gerne als „Netzgemeinde“ subsumiert werden, ist eine Mischung aus Gehässigkeit und Schadenfreude: Ja gut, dann verlinken wir halt alle nicht mehr auf diese Presseangebote, zitieren nicht mehr, beten, daß Google und Bing ihre Seiten aus dem Index werfen und beobachten genüsslich, wie die Verleger spätestens zu Weihnachten heulend auf Knien angerutscht kommen und alles wieder rückgängig machen wollen, weil ihnen Traffic und Einnahmen weggebrochen sind und sie ihre Läden de facto zumachen können. Auch die Meinung von Ralf Schwartz geht in diese Richtung:

Der deutschen Blogosphäre kann nichts Besseres passieren als das neue Leistungsschutzrecht. Hut ab vor den Verlagen und der Politik, die uns endlich zwingen, wenn wir es schon nicht freiwillig tun, innovativ, relevant, distinktiv und einzigartig zu werden.

Ich gestehe, dies ist auch meine erste Reaktion gewesen: Leistungsschutzrecht? Cool, wir schützen das Netz vor den „Leistungen“ der Verleger und ignorieren ihre Ergüsse. Das denke ich ja jedes Mal, wenn wieder mal automatisiert irgendwelche Falschmeldungen von dpa & Co. in drölftausend redaktioneller Content Management Systeme einlaufen und dann strahlend die Blödheit und Inkompetenz der Redakteure demonstrieren, die sich nicht entblöden im Zusammenhang mit ihren Erzeugnissen immer noch von Qualitätsjournalismus zu faseln. Aber das ist zu kurz gedacht.

Es ist unsere verdammte Pflicht, den rund 30% offline lebender Menschen unserer Gesellschaft die nötige Medienkompetenz zu vermitteln.

Die staksigen und hilflosen Gehversuche der etablierten Medien im Social Web lassen uns entweder mitleidig grinsen oder hämisch lachen. Erst Mittwoch Abend gab es wieder Grund zum fremdschämen, als im ZDF Oliver Kahn unter großem Tanderadei seinen ersten Tweet abließ:

„Wie platt ist das denn?“ entfuhr es unwillkürlich der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die damit wohl nicht nur meinen ersten Gedanken dazu laut aussprach. Aber das gefühlte gleichzeitige vor-die Stirn-patschen tausender Twitternutzer vor dem Fernseher konnte nicht übertönen, daß wir unsere Hausaufgaben nach wie vor nicht gemacht haben. Wir müssen die Offliner zu uns ins Boot holen, dürfen sie nicht auf dem Trockenen zurücklassen. Und das klappt besser, wenn man sich nicht über sie lustig macht sondern ihnen hilft und die Hand reicht. Sascha Lobo sprach es auf der re:publica an: Es ist unsere verdammte Pflicht, den rund 30% offline lebender Menschen unserer Gesellschaft die nötige Medienkompetenz zu vermitteln. Und daß man mit Honig mehr Fliegen fängt als mit Essig, das sollte eigentlich auch bekannt sein.

Bei wem habt Ihr in der Schule mehr gelernt: bei dem Lehrer, der Euch ob Eures Unwissens ausgelacht und vor der Klasse bloßgestellt hat? Oder bei dem, der Euch gezeigt hat, wie spannend der zu vermittelnde Stoff sein kann, was man für tolle Tricks mit dieser mathematischen Formel oder diesem Chemieexperiment machen kann und wie Ihr das Gelernte gewinnbringend auf Euer Leben übertragen könnt?

Eine „wir gegen die“-Haltung ist menschlich verständlich, aber dumm und kontraproduktiv. Das Problem ist, daß wir keine Lobby haben: weil wir in unserer Arroganz davon ausgehen, daß jeder denkende Mensch mit einem IQ oberhalb der Raumtemperatur unsere Sichtweise teilen muss. Wer das nicht tut, den lassen wir eben achselzuckend im Staube zurück. Dabei übersehen wir, daß wir es sind die zurückgedrängt werden, denn die „dunkle Seite der Macht“ hat eine ganz reale Macht: Geld und Einfluss, in Form von medialer Reichweite und mehr oder weniger eindeutig gekauften Politikern.

Print is temporary, digital is forever.

Politiker wiederum haben genau zwei Interessen: erstens, ihre Schäfchen in der ersten Legislaturperiode ins Trockene zu bringen und zweitens, eine zweite Legislaturperiode zu erreichen (und die Schäfchenherde zu vergrößern). Dabei ist ihnen das Netz mitsamt seinem Bürgerjournalismus naturgemäß ein Dorn im Auge, denn anders als die Zeitung von gestern, in die der Fisch von heute eingewickelt wird, vergisst das Netz nicht. Print is temporary, digital is forever.

Das deckt sich weitgehend mit den Interessen der Verleger, die Inhalte verkaufen wollen und kein Interesse an kostenloser Konkurrenz haben, auch wenn diese auf den ersten Blick nur eine Nischenreichweite hat: ein Blog mit wenigen hundert Besuchern am Tag spielt hierzulande schon in der Regionalliga und an der Grenze zur zweiten Bundesliga, um es mal sportlich zu formulieren. Aber es ist theoretisch weltweit jederzeit sichtbar und das Archiv kann jederzeit durchsucht werden.

Ich weiß nicht, ob z.B. Burda ein wirklich großes Interesse daran hat, wenn z.B. ein gern belächeltes Strickblog kostenlos Häkelanleitungen und Schnittmusterbögen erstellt und verbloggt, eventuell gar mit Videotutorials garniert, die kostenfrei auf YouTube gehostet werden und vielleicht sogar über Googles AdSense ein paar Einnahmen in die Haushaltskasse spülen. Jeder Leser dieses Strickblogs ist im Zweifel ein Käufer weniger für das eigene Nischenprodukt, das unter teuren Herstellungs- und Vertriebskosten einmal im Monat erscheint, während die Strickbloggerin mehrmals täglich oder wöchentlich neuen Content bloggt und in ihren Kommentaren das Leben tobt.

Das Leistungsschutzrecht wird inhaltlich auf den ersten Blick wenig Einfluss auf diese Blogs haben, da sie in aller Regel nicht viel aus den kommerziellen gedruckten Pendants übernehmen oder zitieren werden. Meist ist es ja eher umgekehrt – da wird dann ungefragt einfach der Content übernommen und bestenfalls mit „Quelle: Internet“ gekennzeichnet. Wenn es auffällt, gibt es ein Minishitstürmchen der Nischenblogs und ihrer Fans, eine lauwarme Entschuldigung und ein Angebot für ein Gratisabo des Verlags, das war’s dann.

Welcher Blogger hat schon das Geld, die Nerven und die Ahnung, sich juristisch gegen solche Wegelagerei zur Wehr zu setzen? Spendenaktionen ergeben dann ein paar hundert, vielleicht zweitausend Euro und dafür steigt auch kein Anwalt aus dem Bett, der sein Geld wert ist. Umgekehrt wird natürlich mit aller Härte die Abmahnkeule geschwungen, sollte der Nischenblogger so unvorsichtig gewesen sein, ein Foto von der Verlagsseite verwendet zu haben. Da hat man dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die lästige Konkurrenz ist man los, denn die ist dann in der Privatinsolvenz oder zumindest so verängstigt, daß sie nie wieder was ins Internet schreiben wird und man hat ein wenig Taschengeld eingenommen. OK, hauptsächlich der Anwalt hat kassiert, aber man hatte ja auch selbst Spaß.

Das Leistungsschutzrecht wäre eine massive Behinderung und Einschränkung der Kommunikationsfreiheit

Aber der zweite Blick entlarvt: Künftig reicht es schon, wenn der Blogger auf ein Verlagsangebot verlinkt und dazu die Überschrift des Artikels zitiert. Diese Wortkombinationen werden dann geschützt sein und natürlich kostenpflichtig. Dies wäre eine massive Behinderung und Einschränkung der Kommunikationsfreiheit. Man dürfte nur noch konsumieren bzw. lesen, aber sich nicht mehr öffentlich dazu äußern oder gar kommentieren, was man gelesen hat. Die Schere im Kopf und die Angst vor dem finanziellen Ruin des normalen Internetnutzers würde der Debatte im Netz zu egal welchem Thema den garaus machen. Niemand wird sich mehr trauen, etwas ins Netz zu schreiben.

Wenn wir aber von den Strick- und anderen Nischenblogs mal absehen und uns den großen politischen, gesellschafts- und medienkritischen Blogs wie dem von professionellen Journalisten wie Stefan Niggemeier, Thomas Knüwer oder den Machern des  Bildblogs zudrehen, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Die sind gut verdrahtet, nicht so leicht mundtot zu machen und ein steter Stachel im Fleisch von Politikern und Verlegern. Als Journalisten geniessen sie zudem Schutz in presserechtlichen Fragen. Abmahnungen schockieren oder überraschen hier keinen mehr. Damit wird gerechnet und mit Spenden für die gebotene Zurwehrsetzung darf gerechnet werden.

Es wird die BILD kaum Leser kosten, wenn im Bildblog mal wieder – Überraschung! – krasse Fehlberichterstattung, fragwürdige Recherchemethoden („Witwenschütteln“) und fortlaufende Verstöße gegen den Pressekodex mitsamt der dazugehörigen Rüge des Presserats dokumentiert werden. Aber es nervt. Was wird aus dem Bildblog, wenn es künftig de facto keine solche Berichterstattung mehr möglich sein wird, weil keine Zeitungssausschnitte mehr abgebildet, keine Zitate mehr gebracht werden dürfen, keine Links mehr erlaubt sein werden? Was wird aus Rivva, Quote.fm, dem Perlentaucher, der Wikipedia?

Was wird aus Rivva, Quote.fm, dem Perlentaucher, der Wikipedia?

Google hat keinerlei journalistischen Anspruch sondern ist ein börsennotiertes US-Unternehmen. Google verdient kein Geld mit Google News, dem beanstandeten Angebot, bzw. höchstens indirekt, wie mit allen kostenlosen Google Angeboten. Es wird dort keine Werbung neben den Snippets, den Textauszügen aus den Verlagsveröffentlichungen angezeigt. Wenn die paar deutschen Presseerzeugnisse jetzt rumstänkern, dann werden sie halt achtkantig aus dem Google Index fliegen. Google tut das nicht weh, im Gegenteil. Das geforderte Leistungsschutzgeld zu bezahlen rechnet sich nicht für sie. Wenn aber niemand mehr die Verlagsangebote findet, weil sie weder in Blogs, noch social media Angeboten noch Suchmaschinen verlinkt sind, dann werden sie eingestampft, klar. Sie rechnen sich ebenfalls nicht mehr, bzw. noch weniger als jetzt schon.

Die Nutzer wiederum werden auf ausländische Angebote ausweichen und sich noch häufiger als bisher ihre Nachrichten vom Guardian, dem Economist oder der Neuen Zürcher Zeitung holen statt von der Süddeutschen, der Welt oder dem Handelsblatt. Aber kann das im deutschen Interesse sein, nur noch den Blick von außen zu haben? Ich lese gern z.B. auf BusinessInsider und Le Monde über Merkel und die deutsche Fiskalpolitik und habe viele ausländische Blogs im Feedreader. Aber zum einen bin ich privilegiert weil ich verhältnismässig gut Englisch und Französisch spreche und zum anderen, weil ich überhaupt von solchen Angeboten weiß. Da wären wir dann wieder beim Thema ‚Medienkompetenz vermitteln‘.

Wir brauchen eine starke Presse, die unsere Regierenden beobachtet und ihren Job als vierte Macht im Staate ernst nimmt, oder wenigstens ernster als im Moment. Aber wir brauchen auch eine alternative Medienlandschaft, die u.a. ein wachsames Auge auf die kommerzielle Presselandschaft hat. Sozusagen jemanden, der auf die Aufpasser aufpasst. Das Leistungsschutzrecht schadet beiden Seiten und eliminiert endgültig das „sozial“ aus „soziale Marktwirtschaft“. Es ist der Anfang vom Ende einer funktionierenden Demokratie.

Links zum Thema:

 

Abzocke 2.0

  • Veröffentlicht am 11th Juni 2012,
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Abzocke 2.0

Mamas Internetgedöns ist fällig. Ich kümmere mich darum.

„Guten Tag, [$ DSL-ANBIETER], mein Name ist [$NAME_HOTLINEMITARBEITERIN], wie kann ich Ihnen helfen?“

„Guten Tag. Unser Kombivertrag DSL+Telefonflatrate nähert sich der magischen Zweijahresgrenze und wir würden gern in einen günstigeren Tarif wechseln.“  (mehr …)

Link(s) vom 11. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 11th Juni 2012,
  • veröffentlicht von
Link(s) vom 11. Juni 2012

Zwischen dem 7. Juni 2012 und dem 11. Juni 2012 aufgelesen:

  • Anti-Piracy Patent Stops Students From Sharing Textbooks
    „While it’s understandable that publishers want to stop piracy, preventing poor students from borrowing textbooks from a library or friend goes too far. Perhaps it’s a better idea to approach the problem from the opposite direction. Thanks to the Internet, publishers are replaceable. And since many of the textbook authors are professors who get paid by universities, it is not hard to release books in a more open system.“

Ja, wo käme man denn da hin, wenn Schüler und Studenten ihre benötigten Bücher einfach untereinander ausleihen würden, oder gar am Ende des Semesters an die jüngeren verticken?
Boah, wie widerlich.

  • Deutschland-Portugal im 11FREUNDE-Liveticker | 11 Freunde
    „Plötzlich Schockstarre, Manuel Neuer fliegt durch die Luft, und obwohl ich die Situation nicht gesehen habe und auf eine Ewigkeit auf eine Zeitlupe warten muss, die dann einen viel zu engen Bildausschnitt zeigt, lege ich mich jetzt schon fest: Postigas Mutter hat einen unehrenhaften Beruf. Dann kommt die Zeitlupe, die Superzeitlupe, die Supersuperzeitlupe, alles so langsam, dass sein Drüberhalten gar nicht mehr so schlimm aussieht. Gelb gibts trotzdem, Neuer steht wieder, und ich entschuldige mich bei der Mama.“

Die 11 Freunde sind mal wieder Weltmeister im Livetickern.

  • Another one of my rants
    „In-room movies used to be a huge cash cow for hotels. But they charge as much for one semi-recent Adam Sandler leadburger as Netflix charges a month for everything. So now we watch movies we’ve downloaded or get streaming while in the room. And the porn we can access is hard-core. No more paying good money and not getting the money shots.“

Ken Levine arbeitet sich an den exorbitanten Hotelpreisen für Selbstverständlichkeiten wie Internetzugang, Minibar oder Filmauswahl ab.

Media Monday #50

  • Veröffentlicht am 11th Juni 2012,
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Media Monday #50

It’s Media Monday! Und zwar inzwischen Nummer 50, kaum zu glauben. Wolf hat uns diesmal etwas mehr Spielraum gelassen, eigene obskure, vergessene oder wenigstens weniger geläufige Namen und Filme aufzulisten. ;)


1. Der Schauspieler Roy Scheider gefiel mir am besten in Marathon Man. Er hat nicht sehr viel screentime, aber ist extrem präsent und hinterließ zumindest bei mir in desen wenigen Minuten sehr viel mehr Eindruck als Hauptdarsteller Laurence Olivier, der ja gemeinhin als der Schauspieler schlechthin gilt. Schade, daß Scheider heute hauptsächlich nur noch durch Jaws in Erinnerung ist; er hat eine wirklich sehenswerte Liste an Filmen gedreht: Klute, French Connection, 52 Pickup, Blue Thunder … gehet hin und guckt Roy Scheider Filme, Leute!

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2. RegisseurIn Terrence Malick hat mit Badlands seine/ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil hier wirklich alles stimmte: Story, Besetzung, Kamera und Schnitt. Martin Sheen und Sissy Spacek sind so unglaublich jung und intensiv, die grundsätzlich recht gewalttätige Handlung wird nicht sonderlich blutrünstig und deshalb umso eindrücklicher in Szene gesetzt. Oliver Stones Mickey und Mallory in Natural Born Killers sind ein müder Abklatsch, dessen auf shock-and-awe angelegte Erzählweise der ruhigen, unaufgeregten und umso bedrohlicher wirkenden Schilderung des Weges der Badlands Killer Kit und Holly nicht das Wasser reichen kann.  Sehenswert!

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3. Die Schauspielerin Maria Bello gefiel mir am besten in A History of Violence. Ich hatte sie zuvor noch nicht wissentlich gesehen und den Film natürlich wegen a) David Cronenberg, b) Viggo Mortensen und c) William Hurt auf dem Zettel. Und versteht mich nicht falsch, die haben alle ihren Job hervorragend gemacht. Aber Maria Bello spielt sie alle an die Wand, ohne dabei zu schauspielern. Ganz, ganz starker Film.

Später kam dann der Director’s Cut des Mel Gibson Films Payback raus (der mit der ursprünglichen Kinofassung wenig bis gar nichts mehr gemeinsam hat und auf alle Fälle angesehen werden sollte), und da fiel mir erneut Maria Bello auf – wieso sieht man die Frau so selten!?

4. Auf meiner ewigen Bestenliste in punkto Film stehen auf jeden Fall Peter Bogdanovichs Last Picture Show und dessen (etwas schwächere, aber liebenswerte) Fortsetzung Texasville. Die beiden bilden für mich eine Einheit:

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(Annie Potts ist übrigens grandios in Texasville und ich weiß nicht, warum ich sie nie wieder irgendwo gesehen habe.)

5. Wohingegen ich mir The Big Lebowski allerhöchstens unter Gewaltanwendung noch einmal ansehen würde. Ja, ich weiß, das ist ein Kultfilm und unantastbar, Blasphemie! Aber ich finde den einfaach so dermaßen bescheuert, ich weiß nicht, was den sonst so wunderbaren Jeff Bridges geritten hat, sich für so einen Mist herzugeben. Wahrscheinlich die ewige Liebe der Kiffergemeinde. Naja.

6. Oder braucht noch jemand eine Buch-Empfehlung? Da fiele mir spontan Alexandra Tobors (a.k.a. @silenttiffys) autobiografischer Debutroman „Sitzen vier Polen im Auto“ ein, weil ich gestern diese Leseprobe las und gleichzeitig lachen und weinen musste. Das wäre auch mal ein sehenswerter Film, das wette ich.

7. Mein zuletzt gesehener Film ist Billy Wilders The Apartment und der war wie immer wunderbar, weil ach,Billy Wilder. Was soll ich dazu noch groß sagen?

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Smells like good Music

  • Veröffentlicht am 9th Juni 2012,
  • veröffentlicht von

Über Christian stieß ich auf silenttiffys Aufruf, die erste eigene Begegnung mit Nirvanas Smells like Teen Spirit zu bloggen.

Ich habe leider keine prägende Erinnerung mehr an meine erste Begegnung mit diesem Lied. Es war wohl Anfang der 90er (d’oh!), ich habe keine Lust zu googeln, aber das muss etwa um die Zeit gewesen sein, als ich im letzten Semester war und mich meiner Diplomarbeit widmete. Vielleicht auch etwas eher, diese Zeit ist in meinem Gedächtnis nur noch sehr verzerrt und verschwommen abgebildet. Das Video lief bei MTV rauf und runter, und ich fand den Song großartig. Das war endlich wieder anständige Rockmusik, nicht dieser Teeniescheiß wie EMF oder die Happy Mondays und nicht dieser nölende Jammerpop von R.E.M., der sonst die Kanäle verstopfte.

Das Video war auch toll, schön skurril, schön dunkel, Cheerleader mit Achselhaaren und Tattoos, ein im Takt wischmoppender Hausmeister, prima. Aber meine volle Aufmerksamkeit gehörte der meergrünen Fender des Sängers, einer Mustang oder Jaguar, so genau weiß ich das lustigerweise gar nicht mehr. Die war endgeil, so eine hätte ich damals gerne gehabt, und dabei spielte ich zu jener Zeit nur meine Gibsons und rümpfte die Nase über den Fendersound. Gitarrensnobs sind ganz, ganz schlimm, ich sag’s Euch.

Ich mochte diesen Grungerock, wobei mir nicht ganz klar war, was daran jetzt so besonders grungy, also dreckig und schmierig sein sollte. Rock ist Rock ist Rock, fertig. Hauptsache, es knallt. Ich mochte Soundgarden und Pearl Jam, Alice in Chains und eben auch Nirvana. Am besten gefielen mir allerdings aus jener Zeit die Stone Temple Pilots, deren Album „Core“ konnte ich auswendig, die trafen für meine Ohren mehr den Nagel auf den Kopf und der Sänger hatte die interessantere Stimme, wie ich fand und, schlagt mich, finde.

Aber da ich kein Teenie mehr war sondern Mitte Zwanzig, seit zehn Jahren selbst Rockmusik machte und musikalisch mit den Helden von Woodstock und ihren Nachfolgern aufgewachsen war, traf mich der Song, so erfrischend wie er war und ist, nicht so wuchtig und unvermittelt wie ganz offensichtlich die jüngere Generation. Das hatten halt zehn Jahre zuvor schon die Doors, The Who und die Stones erledigt, ganz zu schweigen von ihren Nachfolgern Springsteen oder The Clash (so unterschiedlich die auch waren). Ich wusste halt schon, daß es eine musikalische Welt jenseits von Paula Abdul und Roxette gab. Nirvana & Co. erzählten mir nichts neues.

Ab ich erinnere mich an den Sommer ’92 bei meiner Familie in Vancouver, als wir einen Ausflug nach Seattle runter machten. Seattle, das stand allgemein für Holzfällerei, Boeing und Microsoft (Starbucks war noch nicht so wichtig), für mich allerdings in erster Linie für Hardcore- und Metalbands, vielleicht noch für Quincy Jones und Ray Charles und natürlich Hendrix. Die recht isolierte Lage da oben am Arsch der Welt, das meist regnerische und kalte Wetter und die Über-Spiessigkeit der Familien, deren Väter direkt oder indirekt für den militärisch-industriellen Komplex arbeiteten, waren der Nährboden für eine rebellische Gegenkultur nicht nur musikalischer Art.

Ich durchforstete die Stadt nach Comics, natürlich allen voran die von Peter „Hate“ Bagge, aber auch anderer junger Künstler. Seattle war ein Comic Mekka und ich kaufte auf einer der vielen kleinen Events rund ums Thema viel ein, ließ mir einige Hefte signieren und sah einen spontanen Gig einer örtlichen Band. Die Band hieß Soundgarden und war so semiberühmt, an der Schwelle zum Erfolg. Sie hatten im Vorprogramm von Guns ’n Roses bei deren ziemlich genialer „Use Your Illusion“ Tour gespielt und liefen im US Collegeradio rauf und runter. Ein paar Jahre später, da war der Grunge Hype schon lange durch, hatten sie mit Black Hole Sun ihren wohl größten Hit und das Video dazu war mal wirklich bahnbrechend.

Irgendwann noch später hat sich dann Kurt Cobain die Lichter ausgeblasen. Es hat mich weder sonderlich überrascht und schockiert noch beeinflusst; ich weiß nicht mal mehr, in welchem Jahr das war. Ich weiss noch, daß ich milde erstaunt war, daß der Selbstmord eines Rockmusikers tatsächlich eine Erwähnung in der Tagesschau wert war. Wahrscheinlich war ich schlicht zu alt, oder schon zu abgehärtet — wann und wo ich vom Tode John Lennons erfuhr, weiß ich jedenfalls noch ganz genau. Und Cobain war nie auch nur ansatzweise interessant oder gar relevant genug für mich, um mich über seinen Tod zu echauffieren. Das Ereignis lag für mich emotional etwa gleichauf mit der Trennung Robbies von Take That: „Echt? Oh, shit. Was gibt’s im Kino?“

Die rohe Kraft von Smells Like Teen Spirit brauche ich aber gelegentlich immer noch. Laut. Sehr laut. „Die-Nachbarn-schreiben-böse-Briefe“ laut. Gute Musik ist gute Musik ist gute Musik. I know, I know, I know, I know. I know, I know, I know, I know.

„Matches“

  • Veröffentlicht am 8th Juni 2012,
  • veröffentlicht von

Einer von vier tollen Kurzfilme, die von talentierten Schülern der Gobelins L’ecole de l’image zum jährlichen Animationsfestival in Annecy eingereicht wurden. Mehr davon gibt es hier: klick!

Link(s) vom 7. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 7th Juni 2012,
  • veröffentlicht von
Link(s) vom 7. Juni 2012

Zwischen dem 6. Juni 2012 und dem 7. Juni 2012 aufgelesen:

  • tadellos. himmelblau. » to whom it may concern.
    „wieso lasse ich mich in meinem idealismus, meinen wertvorstellungen von menschlichem zusammenleben, meiner vorstellung von hilfestellung, einsatz und engagement so unter wert verkaufen? warum klafft die lücke zwischen den entsetzten aufschreien wenn wieder irgendwo ein säugling gefunden wurde, ein kind zu tode geprügelt wurde oder ein jugendlicher ausrastet und dem wert der sozialen arbeit so sehr? versteht denn keiner den zusammenhang?“

Deutliche Fragen zu einem unbequemen Thema. Die hier geschilderte geforderte bzw. erwartete Selbstausbeutung betrifft wohl fast jeden Freiberufler und die meisten Arbeitnehmer. Aber wenn meine Kunden mich mal wieder aufs Kreuz legen wollen mit mangelhafter bis nonexistenter Zahlungsmoral, dann gehe nur ich dabei pleite. Hier ist es noch einen Zacken härter.

Pioneer Woman Ree Drummond listet ihre liebsten Sommerdesserts. Mit Rezepten. Und Fotos! Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt!

Die liebe Nessy schreibt über Vorfreude.

Ein herzerwärmender animierter Kurzfilm. Leute, ich wiederhole mich, ich weiss, aber: Guckt! Mehr! Zeichentrickfilme!

Link(s) vom 6. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 6th Juni 2012,
  • veröffentlicht von

Zuletzt aufgelesen:

Media Monday #49

  • Veröffentlicht am 5th Juni 2012,
  • veröffentlicht von
Media Monday #49

Pünktlich zum Dienstag ist auch hier wieder Media Monday, heute Nummer 49:

1. Der beste Film mit Clark Gable ist für mich The Misfits

2. Pedro Almodóvar hat mit Volver seine beste Regiearbeit abgelegt, weil die Handlung grundsätzlich ja eher düster, bestenfalls bittersüß ist, er aber einen verglichsweise heiteren Film gedreht hat, wobei ihm sicherlich auch die umwerfend gute Besetzung geholfen hat.

3. Der beste Film mit Jennifer Connelly ist für mich Once Upon A Time In America, allerdings nicht ihretwegen, obwohl sie darin nicht schlecht war. Ich kenne nicht soo viele Filme mit ihr, aber Requiem For A Dream ist einer der besten Filme, die ich bitte niemals wieder sehen will, und das nicht zuletzt ihretwegen. Also ist es ein Kopf-an-Kopf Rennen.

4. Jeder hat so seine Filme, von denen sie/er glaubt, dass sie außer einem selbst kaum jemand kennt, obwohl sie unglaublich gut, spannend, witzig oder was auch immer sind. Raus damit, was sind eure Geheimtipps? Ich glaube nicht, daß es in Zeiten des Internets noch sonderlich viele Geheimtipps gibt. Und natürlich ist das auch immer eine Alterfrage und Trends kommen und gehen. Ich bin ein großer Fan des sog. New Hollywood, das, von den Top-Titeln wie Taxi Driver oder Deer Hunter mal abgesehen, bis vor wenigen Jahren nicht sonderlich vielen Menschen ein Begriff war. Mein Spezialgebiet, wenn ich das so sagen darf, ist das Paranoiakino und der Politthriller der 60er und frühen 70er. Wenn ich früher von Coppolas The Conversation schwärmte, stieß ich nur auf verständnislose Blicke, den Film kannte kaum jemand, nicht einmal, als dann Ende der 90er mit Enemy Of The State eine Art kluger Nachschlag kam (von Tony Scott allerdings, nicht von Coppola), in dem Hackman seine damalige Rolle gewissermassen wieder aufgriff. Inzwischen wurde sogar The Manchurian Candidate (ziemlich schlecht) neu verfilmt und unlängst habe ich sogar Gerüchte vernommen, daß John Frankenheimers Seconds wiederentdeckt wurde und ein Update erfahren soll. Aber wir leben natürlich auch in gewisser Hinsicht wieder in ähnlichen politischen Zeiten wie 1970, da dürfte das kaum überraschen.

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5. Ein neuer Film von Billy Wilder kann ja nur Wunschdenken sein.

6. Mit der besten Freundin der Welt im Kino sitzen ist für mich der perfekte Filmeabend.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist die TV Serie Mad Men in der aktuellen Staffel 5 und der die ist ungeheuerlich, sensationell und die beste TV-Serie seit The Wire, weil wirklich jede Folge besser, überraschender und nachhaltiger ist als die vorangegangene, und das seit fünf Staffeln.

Link(s) vom 1. Juni 2012

  • Veröffentlicht am 1st Juni 2012,
  • veröffentlicht von
Link(s) vom 1. Juni 2012

Zuletzt aufgelesen:

Die Sache mit den Prinzipien.

  • Das Märchen von der Heimkehr
    „Man hat Fähigkeiten und Kenntnisse erworben, die zu Hause niemand braucht. Wenn Sie, wie eine amerikanische Freundin, etwa seit Jahren für Finanzunternehmen Projekte großer Hilfsorganisationen in Schwellenländern zwischenfinanzieren, können Sie mit ihrem Expertenwissen zu Hause kein Geld verdienen und immer nur weiter von Abchasien in den Kosovo nach Armenien nach Usbekistan nach xy vagabundieren. Eine andere, hochdotierte GUS-Expertin, ist ein halbes Jahr vor mir nach München zurückgekehrt, schwanger von einem Münchner und mit Existenzängsten, denn Demokratieentwicklungsexperten werden in Bayern eher nicht gesucht.“

Die Nachtschwester schreibt übers wieder-nach-Hause-kommen und warum das ein größerer Kulturschock sein kann, als hinaus in die Welt zu ziehen.

  • Abstieg der „Hells Angels“ : Klein, aber gerne groß
    „Der Mythos der wilden Kerle verblasste. Jugendliche Rocker, die eigentlich noch Mofas fuhren, vertrieben kleine Kinder von Spielplätzen und tranken heimlich Likör, ältere Rocker spielten in verrauchten Bahnhofsgaststätten mit ihren Kumpels Billard, tranken zu viele Tequilas, hielten ihre „Bräute“ fest im Arm und ihren „Präsi“ für das Größte und weinten hemmungslos, wenn die Harley auf der langen Fahrt wieder zu viele Schrauben verloren hatte. “

Die taz über Rocker

  • Pick a Place and Leave
    „But it’s a hollow victory. We have already seen women as SCDP’s pack horses (arriving early, getting pastries, bringing in lunch), been told their employment is a “game”, seen money thrown in their faces, naming their prices … and paying. Always paying, in ways men never have to. Even now. I was stunned by this tagline in a commercial for Stella Artois, which screened during the episode: She is a thing of beauty. Woman as object. Woman as something to be consumed.“

Über die bislang brutalste Folge der aktuellen Staffel von Mad Men.