Der Schlüssel

  • Veröffentlicht am 29th Februar 2012,
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via Christian (facebook-Eintrag):

Verschlüsselung in Mail und Chat: Der Kampf ist verloren (oder auch nicht?) – Niels K.

«Und dann muss es noch Propaganda geben. So schöne Infographiken und Youtube-Videos, welche die Probleme klären und erklären wie es geht. Die eintrichtern, dass man Verschlüsselung will. Übrigens ich will auch gerne überzeugt werden, warum ich Verschlüsselung will und warum ich mir den aktuellen Schmerz antun sollte. […] Bitte den Elevator-Pitch. Sprich: Ihr habt eine kurze Aufzugfahrt Zeit, um mich zu überzeugen und nicht ganze Bildschirmseiten. Wenn ihr den Durschnittsuser überzeugen wollt, habt ihr auch nicht mehr Zeit.»

Niels erklärt, warum das trotz großflächigen Schnorchelangriffs unserer Junta Regierung so schwer ist, Leute zum Verschlüsseln ihrer Mails zu bewegen.

Ich hatte ca. 1993 meinen ersten PGP Key, es erschien mir sinnvoll. Das muß um die gleiche Zeit gewesen sein, in der ich in die EFF eintrat, nachdem ich den inspirierenden und schockierenden Artikel in Ausgabe 2 des WIRED Magazins gelesen habe (eine der wenigen Ausgaben, die mein großes Altpapiermassaker vor zwei Jahren überlebt haben). Ich war die einzige in meinem Bekanntenkreis, die PGP nutzte (OK, die überhaupt eMail hatte und wußte, daß es ein Leben jenseits der CompuServe, AOL und GEnie Mauern gab). Niemals sah ich je unter einer anderen Mail einen public key. Nicht einmal. Und nicht einmal hat mich jemand gefragt, was das für eine merkwürdige Signatur sei. Throw your hands in the air – they just don’t care.

Die Nerdette in mir war neugierig genug und die Aluhutträgerin in mir war paranoid genug, sich mit dem unfassbar umständlichen Verfahren auseinanderzusetzen. Am Mac noch dazu (Prä System 7).

In den Jahrzehnten danach habe ich für kleine und große Firmen gearbeitet, die durchaus schützenswerte Informationen ungeschützt durch die Welt schickten. E-Mail war ja so einfach und schnell! Eine Agentur hatte im Jahr 1999 heftigst grassierenden Dotcomfieber  etwa vier Sätze Bücher, die zum Thema Due Diligence bei mindestens ebensovielen Wirtschaftsprüfern unterwegs waren, bevor man den Sprung an die Börse wagen wollte. Die Praktikantin oder Auszubeutendebildende, so genau weiß ich das nicht mehr, verbrachte ganze Wochen ausschliesslich am Kopierer, ausgedruckte und natürlich unverschlüsselte Mails mit vertraulichen Zahlen, Daten, Fakten zu vervielfältigen. Schiefe oder schlechte Kopien wurden schlicht und sparsam umgedreht und als Schmierzettel beim Telefonieren genutzt. Da landete schon mal die Bitte um Rückruf von Frau S. auf meinem Schreibtisch, geschrieben auf der Rückseite von Gehaltslisten der Mitarbeiter des Münchner Büros.

Der weltgrößte Medienkonzern entblödete sich zu meiner Zeit dort nicht, seine Mitarbeiter zu verpflichten den „legal Deppendsclaimer“ (kurz darauf auch in Verbindung mit dem „legal und Umweltschutz-Deppendisclaimer“) ellenlang unter (!) jede Autosignatur zu setzen. Jeder zweite Kollege auf meinem Flur hatte wändelang und -hoch Aktenordner voll ausgedruckter E-Mails, die dann in schöner Regelmäßigkeit teuer einem zertifzierten Reisswolfunternehmen übergeben wurden. Es gab ein laminiertes Blatt mit Handlungsanweisungen, wie man sich verhalten solle, wenn Polizei, Steuerfahndung oder sonstige Aliens plötzlich neben dem Schreibtisch stünden. Was es nicht gab: verschlüsselte Festplatten, Ordner oder Mails.

Wenn ich heute diese Naivität sehe, diese „ich hab’ doch nichst zu verbergen“-Einstellung auch meiner Altvorderen (die auf meine Gegenfrage: „und warum führt Ihr dann Eure Korrespondenz mit Finanzamt oder Bank nicht via Ansichtskarte, hm?“ nur entgegnet: „ach, papperlapapp!“), dann weiß ich: der Kampf ist verloren. Sie haben, Mitte 70,  gerade erfolgreich das Thema „E-Mails schreiben“ gemeistert. Schon wenn ein Dateianhang ins Spiel kommt, ist die Unsicherheit groß und man wartet lieber darauf, wenn ich am Wochenende komme, dann kann ich ja auch gleich noch mal zeigen, wie man etwas ausdruckt.

Am anderen Ende des Alterspektrums fragt mich Captain Jack (11einhalb), ob es nicht klug sei, für jeden Dienst dasselbe Passwort zu nutzen, denn dann müsse man sich nur eines merken. Mein Rat, das tunlichst zu unterlassen, da man dann Gefahr laufe, an allen Fronten Megastreß zu haben leuchtet ihm ein, aber zerstreut und wenig technikaffin wie er ist, wird er vermutlich ebenfalls irgendwann zu den Usern gehören, die das Passwort mit Post-it unter die Tastatur kleben. (Um seinen kleinen Bruder mache ich mir weniger Sorgen; der warf neulich nonchalant „ich muss mal schnell meinen Account checken“ ein, da er eine Einladung seines Kumpels zum Kindergeburtstag erwartete.)

So lange seine Mails zu verschlüsseln nicht mindestens so simpel und benutzerfreundlich ist, wie ein Foto zu verschicken, so lange wird es keine flächendeckende Verschlüsselung geben. Der Schlüssel heisst: E1nf4ch3_B3nu7z84rk31t!

Media Monday #35

  • Veröffentlicht am 29th Februar 2012,
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Ich glaube, Mittwoch ist der neue Montag. *hust*

1. Der beste Film mit Jake Gyllenhaal ist für mich Brokeback Mountain. JG hat einige sehr gute Filme gedreht, darunter auch Finchers Zodiac, den ich wohl als einzige mehrfach gesehen und genossen habe (dafür finde ich Donnie Darko ultrabescheuert), aber Ang Lees Brokeback Mountain ist mir am Eindrücklichsten im Gedächtnis geblieben. Ich fand und finde ihn nicht besser als Crash, der in meinen Augen zu Recht damals den Oscar gewann, aber ich fand ihn filmisch umwerfend, inhaltlich herzzerreissend und auch musikalisch ganz großes Kino. Und JG war ein absolut ebenbürtiger Leinwandpartner für den meist zuerst mit diesem Film assoziierten Heath Ledger.

2. Jon Favreau hat mit Iron Man seine beste Regiearbeit abgelegt, weil das einer der ganz wenigen Comicverfilmungen ist, die nicht ausgelutscht, langatmig und total blöd waren. Allerdings hatte er mit Robert Downey Jr. natürlich auch enormes Glück. Ich bin nicht sicher, ob das mit, sagen wir mal, Shia LaBoeuf ebenso glatt gegangen wäre.

3. Der beste Film mit Emma Stone ist für mich ?. Ich habe wissentlich keinen Film mit der Dame gesehen, oder wenn, dann ist sie mir nicht im Gedächtnis geblieben.

4. Während die meisten von The Big Lebowski ganz begeistert waren oder er sich generell großer Beliebtheit erfreut, konnte ich dem rein gar nichts abgewinnen, weil … ja, warum? Ich weiß es nicht. Ich habe mehrere Anläufe genommen, aber ich fand den damals schon im Kino so dermaßen beknackt, das hat sich nie geändert. Ich hatte ihn dann auch mal auf DVD, um ihm eine zweite Chance zu geben, aber das hat auch nichts gebessert; dieser Film ist der einzige Coen Film, den ich rundherum scheiße finde. Und dabei liebe ich alle Darsteller darin. Es ist mir ein absolutes Rätsel.

5. In der Hoffnung, dass auch einige Leseratten in der Runde vertreten sind: Fröne ich einmal nicht dem Filmkonsum, lese ich furchtbar gerne Bücher von allen möglichen Autorinnen und Autoren, weil ich unglaublich vielseitig interessiert und außerdem lesesüchtig bin. Aktuell ist das Simon Garfields Werk Just My Type, das mir der liebe Alexander einfach so geschenkt hat, weil er dachte, es könnte mich interessieren. Tut es. *virtuell abknutsch*

6. Es gibt populäre Beispiele für Fantasy-Adaptionen, sei es im Serien-Segment Game of Thrones oder auf großer Leinwand Der Herr der Ringe. Wie steht ihr generell zu dem Genre und als Bonusfrage: Gibt es eine (Fantasy-)Buchreihe, zu der ihr euch ebenfalls eine Adaption (und wenn ja, in welcher Form) wünschen würdet? Ich habe mit dem Fantasygenre generell nichts am Hut, es ist mir relativ schnurz, aber liebe Tolkiens Herr der Ringe Trilogie und auch die Peter Jackson Filme. Das hängt vermutlich damit zusammen, daß ich zu meinen Zeiten bei Warner Bros. beruflich sehr intensive fünf Jahre mit dem Thema verbracht habe. Genau wie übrigens mit den ersten Hary Potter Verfilmungen, die ich jedoch nicht annähernd so interessant fand und wo ich – im Gegensatz zu Peter Jacksons Verfilmungen – meine Arbeit auch als solche wahrgenommen habe, und nicht als totales, unfassbares Vergnügen und als große Ehre, eines der drölf Fantastilliarden Rädchen in der Maschinerie gewesen zu sein, das an diesem Werk mitarbeiten durfte. – Aber um auf die eigentliche Frage zurückzukommen: Nein, gibt es nicht.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Die Feuerzangenbowle und der war teils wie immer hinreissend komisch, teils tragisch, weil ich den nie sehen kann, ohne an die bitteren Umstände seiner Entstehungsgeschichte zu denken und mich jedes Mal frage, welche der Schüler die Premiere schon nicht mehr erleben durften, weil sie inzwischen eingezogen und gefallen waren.

ARVE Fehler: id und provider shortcode Attribute müssen für die alten Shortcodes gesetzt sein. Es ist empfehlenswert auf den neuen [arve] Shortcodes zu wechseln der nur die URL braucht.

Link(s) vom 29. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 29th Februar 2012,
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Zwischen dem 28. Februar 2012 und dem 29. Februar 2012 aufgelesen:

  • Oscars 2012: what I learned from the Hollywood parties | Film | The Guardian
    «On the other hand, Michelle Williams’s red Louis Vuitton dress, which has not been very highly praised by the fashion cognoscenti, was lovely in person, much softer and sweeter than it seemed in photos. So the message here is, getting dressed for the Oscars is maybe a little harder than I gave it credit for.»

Mh, darüber habe ich auch noch nie nachgedacht … klar, TV MakeUp sieht im echten Leben wie etwas aus einem Boris Karloff Film aus, nur das elektronische Auge verwandelt die zentimeterdicke Schicht auf der Haut in Natürlichkeit. Warum sollte das mit Kleidern nicht ähnlich sein? Und ja, man muss ja nur mal die Fotos von Events ansehen, an denen man selbst beteiligt war. Oft denkt man „Oi, das sah an dem Abend gar nicht so grauenhaft aus wie jetzt auf dem Bild“. (Bitte nicht verwechseln mit dem Blättern in alten Fotoalben, wo man sich die Haare rauft und fragt „Was habe ich mir dabei nur gedacht?“ Das ist eine andere Baustelle.)

  • Banksy on Advertising “People are taking the piss…
    «Any advert in a public space that gives you no choice whether you see it or not is yours. It’s yours to take, re-arrange and re-use. You can do whatever you like with it. Asking for permission is like asking to keep a rock someone just threw at your head.»

Banksy sagt ein paar kluge Takte zum Thema Werbung.

  • Final Oscar thoughts
    «Don’t give out all the Oscars on TV. Sorry but no one gives a shit about make-up, costumes, and short documentaries.»

Ken Levine hat ja so Recht – im Ernst, das will doch keiner sehen, oder?

  • Meryl Streep on working women
    «It’s an ongoing struggle, women have to do it all. So the more flexible work becomes, the more engaged das become, the better!»

Meryl Streep hat ihren dritten Oscar gewonnen und wird hinter der Bühne von der Presse befragt. Sie ist noch außer Atem und sichtlich überrascht von der Frage, was denn der Trick sei, eine so gute Beziehung aufrechtzuerhalten, bei solch einem umtriebigen und geschäftigen Leben wie dem ihren.

Link(s) vom 28. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 28th Februar 2012,
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Zuletzt aufgelesen:

  • The alternative to your journalism CV « Adam Westbrook
    „So stop spending your time filling out your CV and asking for recommendations on your LinkedIn profile. For God’s sake get out there and do something. Create. Make a film. Start a business. Write a book. Launch a website. You don’t need anyone’s permission.“

Das gilt übrigens nicht nur für Journalisten. Ich habe längst nicht so viele Kunden wie ich gerne hätte (yes please, book me!), aber die, die ich habe, haben meine Arbeit im Netz gesehen und für interessant befunden. Oder mein Blog gelesen. Oder wir kennen uns aus Foren, in denen ihnen meine Beiträge gefallen haben. Kein Schwein interessiert sich für meinen – durchaus respektablen – Lebenslauf. Ich mich am allerwenigsten.

  • Taking my own advice
    Schöner Bericht eines US Illustratoren, wie einfach und günstig es ist, sein Werk in den USA zu registrieren und zu „copyrighten“. Jetzt müßte man nur noch rausfinden, ob das auch für nicht US-Bürger geht.

Social Gedöns in Text und Bild

  • Veröffentlicht am 28th Februar 2012,
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Aktuell gibt es zwei (relativ) neue soziale Netzwerke, die der heisse Scheiss sind und die man wahrscheinlich am ehesten unter der Kategorie Bookmarkingdienste ablegen kann: Pinterest.com und Quote.fm.

Während Pinterest sehr bildorientert ist, man kann und soll tolle Bilder an seine virtuelle Pinnwand haften, die auf die entsprechende Quellenwebsite linken und von vielen Freunden und Bekannten idealerweise gesehen, geherzt und erneut „gepinnt“ werden, konzentriert sich Qute.fm auf Texte: Hier soll man seinen Freunden einen interessanten Link mit einem möglichst passenden Zitat aus dem verlinkten Text vorstellen.

Beide sind also sehr minimalistisch und haben ihre Pros und Cons, oder besser gesagt Fans, die gelegentlich mit dem jeweils anderen Service nicht viel anfangen können. Herr @Buddenbohm z.B. empfindet Pinterest als Klickibunti-Dienst, der in der Kategorie „überflüssige Dienste“ kaum zu überbieten ist. Andererseits lobt er Quote.fm über den grünen Klee, eben weil sich hier auf den puren Text fokussiert wird.

Ich mag beide sehr gerne, aber natürlich sind beide auch total überflüssig. Ich habe noch nicht rausgefunden, warum man diese Links und Zitate, egal ob Text oder Bild, nicht gleich via Facebook oder Twitter etc. weiterverbreiten kann oder sollte. Zumal man anschliessend ja doch wieder auf Facebook oder Twitter querverweist: „schaut, was ich tolles auf pinterest / Quote.fm gefunden habe!“  – damit a) überhaupt jemand bemerkt, daß es diese Dienste gibt, b) jeder bemerkt, daß man selber zu den ersten gehört hat, die den heissen Scheiß kennen und nutzen und c) weil anders gar keine Reichweite generiert wird. Das kommt mir ja doch irgendwie komplett sinnbefreit vor.

Bei beiden Services steht man außerdem natürlich besonders als deutscher Nutzer wieder mit einem Bein im Abmahngrab: Fremde Inhalte weiterzuverbreiten, gar zu empfehlen in Bild und Text, das kann u.U. teuer werden. Auch wenn es eigentlich das ist, was die meisten der Anbieter sich sehnlichst wünschen und ansonsten teuer bezahlen müssten. Das fällt gerade bei Pinterest auf, das den Urhebern der Grafiken und Fotos Traffic in oft nie zuvor gekannten Ausmassen beschert (Eine testhalber gepinnte eigene Zeichnung, die auf meine eigene Seite verweist, bescherte mir in den ersten Tagen etwa 15% meiner Besucher. Bei großen Seiten mag das etwas ander aussehen, aber merkbar ist es wohl auch – „Pinterest Drives More Traffic Than Google Plus, YouTube And LinkedIn Combined“). Ich pinne grundsätzlich nur Bilder aus US- und UK Shops oder von Seiten, von denen – aufgrund der angebotenen social media „verlink mich!“-Buttons – angenommen werden kann, daß ihnen meine Begeisterung recht ist.

Aber ich pinne nicht sehr viel, denn letztlich sehe ich halt diesen Umweg nicht als Mehrwert für mich. Ich kann den Link auch schneller direkt twittern oder bei facebook posten. Und die interessanten Artikel, die ich bei Quote.fm vorstellen soll, habe ich zehnmal schneller und für mich wertvoller hier im Blog via pinboard.it als „Link(s) des Tages“ aggregiert. Doppelt gemoppelt mag besser halten, macht aber auch mehr Arbeit. Wozu?

Link(s) vom 27. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 27th Februar 2012,
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Zwischen dem 23. Februar 2012 und dem 27. Februar 2012 aufgelesen:

Eine der am längsten laufenden und schönsten Anzeigenkampagenen der USA hat neue Motive am Start. Mmhmmm, ich liebe Milch, einen Liter davon am Tag wegzuschnorcheln ist nichts — aber leider wird es immer schwieriger, eine Sorte zu finden, die nicht „längerfrisch“ ist, keine geklonte Plörre, die nach totem Friseur schmeckt und die man nur erträgt, wenn man sie mit etwas mischt, das den fiesen Geschmack übertönt, wie Kakao, Ahornsirup, Ovomaltine etc.. Warum man die gute, althergebrachte zwei, maximal drei Tage haltbare Milch so zu Tode optimieren musste, ist mir ein Rätsel. Ist das wirklich so schlimm, sich täglich frische kaufen zu müssen? Insofern bezweifele ich sehr, daß die hehren Ziele der Kampagne mit dem beworbenen Produkt noch zu erreichen sind. In den USA ist das Produkt ja inzwischen mehrheitlich mit Kalzium und anderen unnötigen Zusätzen angereichert und auch in Europa ist wohl schon lange nicht mehr das drin, was man sich als Verbraucher erhofft. Klar, glückliche Milch von glücklichen Kühen für >80 Millionen täglich in ausreichenden Mengen frisch auf den Tisch zu bringen, das kann nicht funktionieren. Funktioniert ja auch nicht bei Eiern, Fisch, Fleisch, Gemüse etc. ohne hardcore horror stories (Stichwort: Foer).  — Immerhin: Susan Sarandon is as charming as ever.

Produktiver arbeiten

  • Veröffentlicht am 24th Februar 2012,
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Produktiver arbeiten

Ohne das Internet wäre das Leben halb so schön. Aber damit es so bleibt und man einerseits produktiv bleibt und nicht unter der Flut an Informationen zusammenbricht und andererseits nicht ungewollt und unwissentlich Informationen rausgibt, die man eigentlich für sich behalten will, sollte man sich einmal kurz die Mühe machen und seinen Rechner entsprechend konfigurieren.

„Ich kann so nicht arbeiten!“

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber um konzentirert arbeiten zu können brauche ich Ruhe. Musik an? Growl-Benachrichtigungen über das neues Update hier, den aktuellsten Tweet dort? Ein Pling oder ein roter Kringel in der Menüleiste oder gar ein hüpfendes Icon im Dock?  Alle paar Minuten angeskyped oder -chattet werden? Ein Ping bei jeder SMS? („Nur ein Ping, Wassilij!“) – Ich kann so nicht arbeiten. Ich lasse mich genauso gern ablenken und prokrastiniere ebenso erfahren und vergnügt wie jeder andere auch, aber letzten Endes muss und will und kann ich nicht bis tief in die Nacht an meinen Aufgaben sitzen, nur weil ich den Tag über abgelenkt war und meine Zeit verdaddelt habe. Ich muß Termine einhalten und will irgendwann auch mal Freizeit haben. Meine Wochenenden sind mir heilig und finden in aller Regel gänzlich offline statt, denn dann lade ich meine Batterien wieder auf.

Ich bin freiberufliche Designerin und Illustratorin und außerdem berate ich meine Kunden hinsichtlich ihrer Marketingmaßnahmen im Web. Natürlich bin ich in sämtlichen Social Networks angemeldet; schon deshalb, weil ich sie  ja schließlich testen und weil ich herausfinden muß, wie ihre Mechanismen funktionieren, ob sie sich als relevant herausstellen und u.U.  in eine Kundenkampagne miteinbezogen werden sollten oder eben nicht. Und natürlich bin ich genauso anfällig für den schnellen Tweet oder ein „like it“ im Vorübergehen wie Otto Normalsurfer. Also habe ich mir zwei Setups am Mac eingerichtet, um meine Arbeit produktiv versehen zu können und meiner so unter Beschuss stehenden Selbstdisziplin helfend unter die matten Ärmchen zu greifen.

Produktiver arbeiten, aber wie?

Meine Hard- und Software sieht folgendermassen aus: Apple iMac mit OS X Lion (dazu demnächst mehr … *seufz*), Time Capsule, externer LaCie 500 GB Platte, prähistorisches aber dafür riesiges Wacom Intous I Grafiktablett, Canon Scanner und Drucker, USB SD-Kartenleser inkl. Hub. Für die Musikproduktion liegen hier noch ein M-Audio iControl Minimischpult und ein PreSonus Inspire, plus MIDI-Dingsbums, um  Stagepiano, Mikro und Gitarre in den Rechner zu kriegen, aber diese zur Zeit sehr verwaiste Baustelle lasse ich hier und heute mal außen vor. Ich nutze einen extra Benutzeraccount für die Recherchearbeit und die Freizeitaktivitäten, und einen für die „eigentliche“, oder besser gesagt: kreative Arbeit (ich finde gerade keinen passenderen Begriff).

Auf einem weiteren Account liegen die Verwaltungsdinge: Software für Angebote, Rechnungen, Steuern und Finanzen, MS Office, das Projektmanagement. Backups laufen über die truecryptverschlüsselte Dropbox, die Time Capsule und teilweise die LaCie (dort liegt allerdings hauptsächlich meine – relativ kleine – iTunes Mediathek). Kundendaten ziehe ich außerdem grundsätzlich auf CD oder DVD (Truecrypt sorgt auch hier für die Sicherheit) und lagere sie in einem anderen Gebäude. Ja, ich bin paranoid vorsichtig und gründlich. Deswegen passiert mir auch eher selten etwas Blödes, bzw. bin ich recht fix wieder im Sattel, wenn mir das Pferd abrauchen sollte.

Setup 1: Recherche & Fun

Der Rechercheaccount sieht folgendermassen aus:
Im Dock sitzen der Launcher, Safari, Chrome, Firefox, Mail, iCal, Reeder, iTunes, Skype und Twitter. Je mehr Dinge sich im Dock befinden, desto länger braucht der Rechner morgens zum hochfahren.  Alle anderen, seltener genutzten Programme erreiche ich rasch über den Launcher oder eben das Dateiverzeichnis und den Programmeordner. Den Schreibtischhintergrund ziert ein aktuelles Lieblingsfoto.

Browser: Ich nutze Safari exklusiv für Facebookaktivitäten und Chrome für alles von Google. Das ist in meinem Fall nicht viel, da ich Google abgrundtief hasse und nicht weiter traue, als ich ein Klavier werfen kann. Hauptsächlich Google Plus, Youtube Videos gucken, mein Google Mail Account wird über Apples Mailprogramm und IMAP/SMTP genutzt und ist ohnehin nur ein Wegwerfaccount für Anmeldungen, Benachrichtigungen etc.). Mein Hauptbrowser ist der Firefox, der zwar ein lahmes Schlachtschiff ist,  aber immer noch die für mich beste Browserlösung darstellt. (Opera, Camino und Browser nutze ich auf dem anderen Account und nur zu Testzwecken.) Diese Vorsichtsmaßnahme in Verbindung mit diverse Adblocker- und anti-tracking Plugins in allen Browsern (lifehacker hatte dazu gerade erst eine schöne Zusammenfassung) bewahren mich hoffentlich vor der totalen Überwachung. Im Hintergrund guckt und wacht Hands Off darüber (eine Alternative zu Little Snitch), wer so alles Informationen abschnorcheln bzw, nach Hause telefonieren will. Das ist übrigens wirklich erschreckend. Außerdem lösche ich grundsätzlich vor dem Herunterfahren des Rechners alle Cookies, Browserverläufe etc und fange am nächsten Morgen wieder frisch an: Neuer Tag, neues Glück. Wie bei meinen Tweets. :)

Als erstes wird morgens nach dem Frühstück und dem obligatorischen „Moin.“ auf Twitter der Reeder angeworfen; d.h. falls nicht ein dringendes Projekt auf Fertigstellung drängt. Das ist der legitime, schickere und stabiler laufende Nachfolger des zuvor von mir sehr geschätzten, aber doch recht träge gewordenen Newsreaders Netnewswire. Aktuell habe ich  etwa 600 Feeds abonniert, deren Abarbeitung etwas über eine Stunde braucht, manchmal anderthalb. Interessante, themenrelevante Links und Seiten wandern in meine Bookmarks, die via All Bookmarks über alle Browser hinweg synchronisiert sind. Was für e13.de interessant ist, wird über pinboard.in  gesichert (vorher über delicious), kommentiert, mit e13 getaggt und läuft dann über das WordPress Plugin Postalicious in der Regel täglich einmal ins Blog. Was hier im Blog veröffentlicht wird, wird neuerdings automatisch einmalig über den Makroservice ifthisthenthat auf Twitter gepostet und läuft auf der facebook Seite von e13.de auf. Eigentlich bin ich keine Freundin automatisierter synchroner Veröffentlichungen, aber da ich über die letzten Jahre ohnehin manuell die neuesten Blogeinträge bei Twitter verkündet und die in meinen Augen interessantesten auf facebook gepostet habe ohne dann noch groß etwas dazu zu schreiben, probiere ich jetzt mal diese Zeitersparnismaßnahme. Wenn es nicht so funktioneren sollte wie geplant, fliegt ifttt halt wieder raus.

Anschliessend kümmere ich um meine Mails, das dauert i.d.R. eine halbe Stunde, meist weniger. Ein wenig Facebook, ein paar Twitterlinks anklicken, ein wenig YouTube absurfen, auch mal etwas Musik hören über iTunes. Dann ist es etwa neun Uhr früh und ich begebe mich in den Minimalistenmodus:

Setup 2:  Creative & Work

Kurz vor Zen

Der Creative & Work Benutzeraccount zeigt einen monochromen Schreibtischhintergrund. Das liegt darin begründet, daß dieses Grau das Auge nicht so sehr ablenkt, wenn ich im Photoshop arbeite, wo ja immer mal der Desktop zu sehen ist wenn man an kleineren Bildformaten sitzt. Im Dock befinden sich der Launcher,  Sketchbook Express, Sketchbook Copic Edition, Photoshop, Illustrator, das Webdesignertool xScope, iA Writer sowie die Zeiterfassungssoftware On The Job, die sich über die Menüleiste anschalten lässt und im Hintergrund mitläuft, wenn ich auf einem Job arbeite. Auch wenn ich gerade an keinem bezahlten Auftrag sitze sondern unbezahlt für mich arbeite, z.B. das Redesign meiner Website mache oder eine Zeichnung vektorisiere, erfasse ich das über OnThe Job. Es hilft mir dabei, besser einzuschätzen wie lange ich für einen bestimmten Arbeitsvorgang brauche und ist eine gute Dokumentationshilfe wenn ich mich mal wieder frage, was ich eigentlich den ganzen Tag so gemacht habe.

Mails frage ich alle drei Stunden in den Arbeitspausen einmal gesammelt kurz ab und beantworte wenn nötig die dringendsten. Ansonsten gilt: keine Ablenkung! Keine Growl-Benachrichtigungen. Kein Social Media. Kein YouTube. Kein anderes Bier. Falls ich einen Browser benötige, entweder zu Testzwecken beim Webdesign oder aber um beim Konzeptschreiben Zugriff auf die Links zu haben, die ich ja vorab über den Rechercheaccount und AllBookmarks gesammelt und sortiert habe, nutze ich ein auf die blanke Funktionalität reduziertes Safari, das einfach schneller ist als der Firefox. Konzepte schreibe ich im iA Writer, das ist ein sehr funktionelles und minimalistisches Textprogramm, in dem man sich auf den blanken Text konzentrieren kann. Es gibt sogar einen Focus Mode, bei dem nur der aktuelle Satz klar und deutlich zu lesen ist; alles andere wird sanft abgeblendet. Am Ende hat man eine reine .txt oder .rtf Date, die man dann im MS Word oder Pages oder Mariner Write etc. in die gewünschte Form (Schrift, Gliederung etc.) bringen kann. iA Writer gibt es auch für das iPad und gesyncht wird via Dropbox oder neuerdings über iCloud. Ich glaube, das ist mit das beste Stück Software, das mir je über den Weg lief. Ich liebe es.

iA Writer, fullscreen, im focus mode.

 

Ansonsten arbeite ich konzentriert im Photoshop, Illustrator, Sketchbook etc., je nach dem. Das Telefon habe ich dann in aller Regel ebenfalls ausgemacht und lasse die Mailbox rangehen. Das iPad liegt weit weg im anderen Raum. (Gemäß dem Motto: „Führe mich nicht in Versuchung, ich finde den Weg auch allein.“) Ich habe über die Jahre festgestellt, daß ich zwar nichts gegen Hintergrundgeräusche wie Stimmen, Vogelpiepsen oder selbst die vorbeifahrende U-Bahn habe. Aber mit Musik im Hintergrund kann ich einfach nicht konzentriert arbeiten, auch wenn ich das gerne können würde und immer wieder mal einen entsprechenden Anlauf nehme. Es klappt einfach nicht. Also kein iTunes, kein Radio o.ä., nur ich und das Geräusch meiner Tastatur bzw. des Stifts auf dem Tablett.

Am späten Nachmittag dann, wenn das Tagwerk vollbracht ist oder meine Konzentration am Ende, je nach dem was zuerst kommt, schalte ich dann gerne wieder um auf den Recherche – & Freizeitaccount. Und klar, zwischendurch gehe ich auch mal vor die Tür in den Park, esse zu Mittag oder bin natürlich auch mal beim Kunden. Selbstverständlich gibt es auch Tage an denen ich mich treiben lasse, und nicht so viel oder so intensiv zu tun habe, daß ich mich so hermetisch abriegeln muß und daher ganztags im Recherche- & Fun account bleibe. Aber im Großen und Ganzen fahre ich mit dieser Aufteilung sehr erfolgreich und diese Tage sind eher selten geworden.

Noch gar nicht berücksichtigt habe ich hier das Thema Projektmanagement und Organisation, Stichwort: Getting Things Done. Zum einen fehlt mir dafür heute die Zeit (haha) und zum anderen würde das hier wohl auch den Rahmen sprengen. Aber ich schreibe auch gerne etwas zu diesem Thema und welche Tools ich für Zeit- und Auftragsmanagement, Projektmanagement, Steuern, ToDos etc. verwende, auch übergreifend auf iPad und iPhone. Schreibt es bitte in die Kommentare, wenn Euch das interessiert und natürlich freue ich mich über Tipps und Hinweise, welche Tools Ihr so nutzt.

Da ich am Mac arbeite, kann ich keine entsprechenden Lösungsvorschläge für die Windowswelt nennen, aber das Prinzip ist natürlich übertragbar und vielleicht mag ja jemand konkrete Vorschläge in die Kommentare schreiben. Ich würde mich auch freuen zu lesen, wie Ihr das Thema Produktivität so angeht: was tut Ihr so, um den verlockenden Ablenkungsmanövern des Internets erfolgreich zu entgehen?

Link(s) vom 23. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 23rd Februar 2012,
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Zuletzt aufgelesen:

Alles wird gut!

Ken Levin hat ein schlaueres Ratingsystem als das der FSK oder MPAA: Nach Dringlichkeit.

  • Pirate Bay’s Peter Sunde on the Copyright Mafia
    «Just as with any other mafia, the entertainment industry wants protection money. To avoid lawsuits the telcos would have to pay. Either by forcing them to re-sell a service the entertainment industry control (like Spotify) or by charging them a set fee for each connection per month. The record companies have previously asked for $10 per month per Internet connection. But what about other creators? They don’t really care about that question. Porn, movies, bloggers, search engines are all bigger than music on the Internet. How much should we force-pay them?»

Ex-„The Pirate Bay“-Macher Peter Sunde (jetzt flattr) hat ein paar interessante Fragen zum Thema cui bono?

Link(s) vom 22. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 22nd Februar 2012,
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Zwischen dem 21. Februar 2012 und dem 22. Februar 2012 aufgelesen:

Ist mir auch noch nie aufgefallen bislang: Das Rating für den Film «goes to eleven!». Nice one, IMDB! (via TNW)

Ich kann nur jedem dazu raten, sämtliche Benachrichtigungsoptionen abzuschalten — soll heissen, wenn er oder sie konzentriert und erfolgreich an etwas arbeiten will. Push notifications sind für uns wie der Laserpointer, der Katze oder Hund kirre macht: Wir jagen einem bunten, blinkenden Dings nach, das uns genau nirgendwo hinführt außer in den fortgeschrittenen Wahnsinn. Macht den Scheiß aus! Es erhöht die Lebensqualität um den Faktor 10 und die Produktivität um den Faktor 100!

Daß Zitate eine Meinung oder einen Sachverhalt nur stark vereinfacht oder verstümmelt widergeben können, liegt in der Natur der Sache. Einerseits ist das oft technisch bedingt: 140 Zeichen sind nicht eben viel Platz für eine fundierte Auseinandersetzung mit einem größeren Thema und erlauben halt nur soundbites. Andererseits gestattet das Zitatrecht ohnehin keine weitergehende Dokumentation, will man sich nicht der Gefahr einer Abmahnung oder Klage aussetzen. Und schliesslich ist eine starke Vereinfachung der Zusammenhänge natürlich auch ein gelerntes Mittel, den politischen Gegner in möglichst unvorteilhaftem Licht darzustellen. Die Krokodilstränen der Medien, die nun der pöhsen Netzgemeinde eine Hetzjagd auf den armen Herrn Gauck unterstellen, sind umgekehrt bekanntlich wenig zimperlich, wenn es um die eigene Auflage bzw. Quote geht. Darum hat sich publikative.org mal die Mühe gemacht und die Aussagen des nächsten Bundespräsidenten transkribiert bzw. so ungekürzt für sich stehen gelassen, wie sie gemacht wurden. Und siehe da: same difference – auch im Kontext wird überdeutlich, daß dieser Mann weder Verständnis noch Bewußtsein für die tiefe Spaltung unserer Nation, noch Empathie die Verlierer unserer Gesellschaft hat. Diese haben nach Jahrzehnten neoliberaler, menschenverachtender Politik keinerlei Achtung und Respekt mehr vor von kleingeistigen, raffgierigen Politikern und Beamten mißbrauchten Ämtern und Einrichtungen, die ihnen Würde und Lebensgrundlage Stück für Stück vernichtet haben. Ich bleibe dabei: Gauck ist nicht mein Präsident.

  • Der „böse Gauck“ und das Netz | Sprachlog
    «Aber den meisten Beteiligten an der Diskussion ging es nicht um eine Dämonisierung, sondern darum, zu zeigen, wofür Gauck nun einmal steht: Für eine Gesellschaft, in der man sich anpassen muss, oder eben herausfällt, für eine Sichtweise, nach der die Armen an ihrer Armut selbst Schuld sind und nicht auf die Gesellschaft bauen dürfen, um aus ihrer Armut herauszukommen, für Freiheitsrechte, sie nur solange gelten, wie sie nicht in Konflikt mit Sicherheitsinteressen des Staates geraten.»

Auch Anatol Stefanowitsch nimmt sehr schön auseinander, was die Gauck-Apologeten versuchen, zusammenzukleben.

  • Kleinstadt
    „Das Traurigste sind immer die Buchläden, also besuche ich beide.“

Großartiger Satz von unserem geliebten Chefmelancholiker Bosch.

Von rechtlosen Urhebern und gesetzlosen Nutzern

  • Veröffentlicht am 22nd Februar 2012,
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Die  Opalkatze schreibt hier einen guten Artikel über den Umgang mit den Urhebern und hofft, daß sich diese untereinander einigen mögen.

Ich sehe ein Problem darin, daß es viele verschiedene Interessen auch zwischen den den einzelnen Urhebergruppen gibt, die sich nicht notwendigerweise über einen Kamm scheren lassen und oft kollidieren, aber alle über das UrhG abgedeckt werden wollen. Musiker haben andere Interessen als Autoren haben andere Interessen als Wissenschaftler haben andere Interessen als Softwareentwickler haben andere Interessen als Journalisten haben andere Interessen als Texter, Grafiker, Illustratoren, Designer, Fotografen, Filmemacher. Alle aber produzieren immaterielle Güter.

Daß ein Wissenschaftler ein profundes Interesse daran hat, selbstredend kostenlosen oder zumindest erschwinglichen Zugang zu den Forschungsarbeiten seiner Kollegen zu haben, ist klar: seine Arbeit baut zu erheblichem Teil auf deren Ergebnissen auf und ist ohne diese Informationen fast unmöglich. Gleichzeitig sollte die Öffentlichkeit ein Interesse daran haben, daß von ihren Steuergeldern finanzierte wissenschaftliche Arbeiten und Studienergebnisse selbstredend jedermann ohne weitere Kosten zur Verfügung stehen, z.B. in öffentlichen Bibliotheken, on- oder offline (ich sage bewußt nicht „kostenfrei“, denn wir haben ja schon dafür bezahlt).

Bei Softwareentwicklern ist es wahrscheinlich ähnlich; zumindest bei manchen Musikgenres ist es ebenso oder vom Ansatz her ähnlich (Stichwort: HipHop-/Samplingkultur); hier fliessen zwar gemeinhin keine öffentlichen Gelder, aber es sollte ein Modell gefunden werden, das in Richtung Fair Use geht.

Andererseits ist die Haltung vieler Nutzer und Politiker (z.B. weiten Teilen der Piratenpartei) gegenüber Musikern oder Fotografen beispielsweise, daß diese doch in erster Linie darauf aus seien, daß ihr Werke möglichst weite Verbreitung fände und demnach zuallererst einmal froh und glücklich darüber sein sollten, wenn man ihre Musik überhaupt hören, ihre Bücher überhaupt flächendeckend lesen, ihre Bilder angucken wolle. Sie sollten sich halt damit abfinden, daß der Markt entscheide und es eben kein von Gott gegebenes Recht sei, von seiner Kunst leben zu können. Und historisch bedingt seien Künstler halt arm, schon immer gewesen, ja nun. Hättense halt was anständiges gelernt. Selber schuld. Sie können sich ja um Spenden bemühen (Euphemismus für: betteln gehen), oder es wird gönnerhaft eine Kulturflatrate in Aussicht gestellt. Daß sich diese an den „zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel“-Beträgen von Hartz IV orientiert (und, sollte es je dazu kommen, garantiert auch gegen Hartz IV Beträge gegengerechnet werden) davon darf getrost ausgegangen werden.

Mit dieser Haltung bilden sie den Schulterschluß mit den Verlegern, Filmstudios, Labels und Auftraggebern, die traditionell den eigentlichen Urheber schlechter bezahlen als den Pförtner  vor dem Glaspalast in dem sie sitzen. In diesem Zusammenhang immer wieder schön:

Gleichzeitig stellen sich diese Leute aber auf den Standpunkt, daß dieses eben noch als de facto wertlos bezeichnete Gut, ihre Kunst, andererseits ein kostbares Allgemeingut sei, daß es zu schützen und zu erhalten und also zu verstaatlichen gelte. Das schließt natürlich aus, daß dem Künstler und seinen Erben die Früchte seiner Arbeit zustehen, gar über einen längeren Zeitraum, wo kämen wir denn da hin! Künstler, die dieser Logik („wenn du vergewaltigt wirst, mach’ das Beste daraus: lehn’ dich zurück und geniess’ es“) nicht folgen wollen, sind dann erst recht die Buhmänner. Urheber, die auf Bezahlung ihrer Werke drängen bzw. gegen die unbezahlte, illegale Verbreitung derselben, gelten als unverschämt, unsozial, undankbar und gierig. Und überhaupt, ihnen entstehe ja kein Schaden wird dann kluggeschissen, denn es werde ihnen ja nichts gestohlen, im Gegenteil: es werde vervielfältigt, haha.

Liest man es sich einmal ganz durch, dann ist das Urheber- und Nutzungsrecht schon ganz okay so, wie es ist. Zu überdenken gilt aber das Verhältnis zwischen Verwertern und Urhebern, sowie ganz allgemein die Frage, in was für einer Art Gesellschaft wir leben wollen. Diese Debatte ist jedoch ungleich anstrengender zu führen als eine Gesetzesänderung.

Media Monday #34

  • Veröffentlicht am 21st Februar 2012,
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Vielleicht schaffe ich es ja nächsten Montag pünktlich. *seufz*

1. Der beste Film mit Willem Dafoe ist für mich Puh. Der Mann hat wahrlich eine Menge Gurken gedreht. Natürlich fällt mir zuallererst Platoon ein, und das ist vermutlich auch der beste Film mit ihm, den ich kenne. Aber der Film, in dem er mir am besten gefallen hat ist mein guilty pleasure Boondock Saints. Filmisch absolut für die Tonne (obwohl er herrlich Spaß macht), aber Dafoe ist unfassbar gut und überdreht und einfach bemerkenswert in diesem Schlachtplatte DeLuxe-Streifen, der hierzulande auf dem Index steht

2. Tim Burton hat mit Sweeney Todd seine beste Regiearbeit abgelegt, weil zwar alle seine Filme super sind, aber nur dieser so super, daß man ihn dreimal hintereinander sehen kann und immer noch nicht gelangweilt ist, und weil er Johnny Depp zum Singen gekriegt hat

3. Der beste Film mit Helena Bonham Carter ist für mich Sweeney Todd. Der Film, in dem mir Helena Bonham Carter jedoch erstmals aufgefallen ist und den man allein ihretwegen gesehen haben sollte (obwohl alle anderen, außer dem Hauptdarsteller, auch durchweg ausgezeichnet darin sind) ist Zefirellis Hamlet

4. Der schlechteste Film, den ich in den letzten vier Wochen gesehen habe fällt mir nicht ein. Ich glaube, meine Verdrängungsmechanismen sind hervorragend justiert, oder aber ich habe keine schlechten Filme gesehen.

5. Mit Filmen vom Regisseur Ingmar Bergman kann ich überhaupt nichts anfangen, weil ich von denen grundsätzlich schlechte Laune kriege. Okay, es ist ein Klischee, „Bergmans Filme machen depressiv“, aber wie an jedem Klischee ist auch an diesem etwas dran.

6. Science-Fiction als Genre in all seinen Ausprägungen kann ich einfach nicht leiden. Ich finde keinen Zugang zu diesem Genre, auch wenn ich A Space Odyssey mehrfach (sogar im Kino) gesehen habe und sehr gut finde, aber das ist vermutlich auch kein typischer SciFi-Streifen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Untitled (das ist der Director’s Cut von Cameron Crowes Almost Famous) und der war wie immer super , weil die Story so absurd und trotzdem wahr ist, der Film so exquisit besetzt ist, die Musik einfach meine Musik ist, der ganze Film mich noch Tage später in Bestlaune versetzt und man einen Regisseur, der zum Audiokommentar seine Mami mit ans Mikro holt, einfach nur lieben kann.

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Link(s) vom 21. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 21st Februar 2012,
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Zwischen dem 20. Februar 2012 und dem 21. Februar 2012 aufgelesen:

Tja.

Kaum denkt man, ‚den Feed könnteste eigentlich auch löschen, da kommt nix mehr’, da kommt’s dann:

„Das Amt als solches ist fraglos schwer beschädigt, wenn jedem Neuen gleich mal das geballte Misstrauen entgegen schlägt. Der eine wollte mit der Bundeswehr die Industrie füttern, der andere sich von der Industrie füttern lassen: Da wird man halt misstrauisch und verfällt nicht sofort in Verehrungsstarre. Man hat so seine Erfahrungen mit diesen Leuten. Und weil es auch diesmal so läuft wie immer, ist der Prozess für sich genommen kein Grund, die Haltung zu ändern. Und das ist nicht das Problem des Netzes, sondern das Problem der Schuldigen.“

Don Alphonso in Form. Wenn er gut ist, ist er ja nun mal wirklich gut.

  • In the bedroom with Bill & Hillary Clinton
    BILL: I’m sorry. I was under a lot of stress and just needed some female companionship.
    HILLARY: Excuse me? And what am I?
    BILL: Okay, that didn’t come out right. You’re a woman. A beautiful woman. A classy woman. A lady. The first lady.
    HILLARY: Fuckin’ A!
    BILL: But see, by definition, if there’s a “first” that must almost mean there’s a second and third, otherwise the term would be meaningl….
    HILLARY: Oh, don’t start that Slick Willie shit with me! You porked an intern!!

Hihihi!

Äh, genau.

Link(s) vom 20. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 20th Februar 2012,
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Zuletzt aufgelesen:

  • Nicht mein Präsident: Gute Gründe gegen Gauck bei Metronaut.de
    – „Wenn also am 18. März der “Bundespräsident der Nationalen Einheit” mit überwältigender Mehrheit gewählt wird, dann wird es einer sein, der vom Sozialstaat nicht viel hält, der in warmen Worten die Eigenverantwortung des Einzelnen in den Vordergrund stellt, Kritik am Kapitalismus für albern hält, HartzIV und Afghanistan-Krieg gutheißt, die Vorratsdatenspeicherung befürwortet, den Verlust der Ostgebiete wie Erika Steinbach sieht – und darüber hinaus Kommunismus und Nationalsozialismus gleichsetzt. Das ist nicht mein Präsident.”
  • Meiner auch nicht.

  • The Various Ways In Which Capitol Records Screwed Kenny Rogers…
    – Das kann man sich nicht ausdenken.

Link(s) vom 17. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 18th Februar 2012,
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Zwischen dem 16. Februar 2012 und dem 17. Februar 2012 aufgelesen:

ABCinema – wie viele Titel könnt Ihr aufzählen?

  • Veröffentlicht am 16th Februar 2012,
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Kickstart für eine coole Hamburger Band namens SCHMITTEN!

  • Veröffentlicht am 15th Februar 2012,
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Heute mach’ ich mal etwas Werbung für eine spannende Hamburger Band, die ihr neues Album zu einem Drittel crowdfunden will und deshalb auf Nordstarter ziemlich coole Dinge anbietet. Für 15 € gibt es eine von allen Bandmitglieder signierte CD und für vergleichsweise schlanke 100 € erscheint die Truppe sogar auf Eurem Balkon und spielt Euch eins!
Musikalisch ist das alles natürlich wie immer schwer zu beschreiben und genau deshalb einfach umwerfend. Los, los!

Media Monday #33

  • Veröffentlicht am 15th Februar 2012,
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Jaja, ich weiß … also denn:

1. Der beste Film mit Sam Rockwell ist für mich The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford.

2. Lars von Trier hat mit Dogville seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es mit minimalen Mitteln und maximaler Reduktion einen Film geschaffen hat, dessen Bilder sich stärker in mir festgefressen haben als jeder CGI-Feuersturm.

3. Der beste Film mit Emma Roberts ist für mich  – mit wem? Nie gesehen oder gehört.

4. Welcher Film-Soundtrack oder Score hat euch am meisten oder nachhaltigsten begeistert? Ach, herrje – da gibt es so viele. Ich liebe ja v.A. die meisten Lennie Niehaus Scores, aber mal weg vom Jazz ist Rachel Portmans Score für The Legend of Bagger Vance einfach unglaublich schön. Von den großen Namen mag ich tatsächlich Hans Zimmers Scores für Thelma & Louise und Black Hawk Down sehr gerne (die übrigens hervorragend seine Vielfältigkeit illustrieren … von wegen, der klingt immer gleich!)

5. Den einen sind deutsche Filme verhasst, wieder andere können mit Hollywood-Produktionen nichts anfangen, den nächsten ist Bollywood ein Greuel. Gibt es (nicht nur länderspezifische) Sparten, denen ihr absolut nichts abgewinnen könnt? Nein, nicht wirklich. Ich kenne nichts aus Bollywood und das spricht mich auch nicht so an, aber ich habe nur genrespezifische Beschränkungen (kein Sci-Fi, kein Horror, kein Torture-Porn), keine länderspezifischen. Warum auch?

6. Buddy-Komödien können Spaß machen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war __________ und der war __________ , weil __________ . Ich habe leider null Zeit fürs Filmegucken im Moment, nicht mal für DVDs. Das muss sich auch ändern.

Link(s) vom 12. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 12th Februar 2012,
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Zwischen dem 11. Februar 2012 und dem 12. Februar 2012 aufgelesen:

  • Whitney Houston uncovered | Any Major Dude With Half A Heart
    «Of course, Houston will be remembered rightly as a singer with a truly great voice, a woman of great beauty (which even in her drug phase was evident beneath the addict exterior), and as an artist who was ready to encourage young talents. She will be remembered as a diva and as a hitmaker. She will be remembered by some with emotions that are less than fond for her ubiquity in 1992/93, when her love-it-or-hate-it version of I Will Always Love You was impossible to bypass. And she will be remembered as a cautionary tale about the very real perils of drugs and marrying men who are known to be major douchebags. Eventually it will be remembered that for all her talent, voice and poise, Whitney Houston’s output didn’t quite justify the acclaim it is getting now.»

Ich konnte mit ihren Liedern nicht viel anfangen, aber natürlich waren sie auch Soundtrack meiner frühen 90er. Damals fiel es mir noch nicht so leicht wie heute, mich jeglichem Chartsgeplärre zu entziehen; ich sah noch MTV, den Sender, der damals noch fast ausschliesslich Musikvideoclips brachte und in den Agenturen in denen ich arbeitete, lief immer irgendwo ein Radio und damit natürlich auch immer irgendwo ein Whitney Houston Song.

Als große Diva kann und konnte ich sie nie ernst nehmen, genauso wenig wie Celine Dion oder Mariah Carey, dazu fehlte ihr einfach das letzte Bisschen Klasse und je-ne-sais-quoi einer Streisand oder Aretha. Aber natürlich hatte sie eine unglaubliche Stimme und die im Artikel erwähnte Version der US-amerikanischen Nationalhymne beim Superbowl 1991 (in unserem Land natürlich auf YouTube nicht verfügbar, aber hier zu sehen) dürfte in der Tat wohl nur die Allerabgehärtesten unter uns vollkommen kalt lassen. – R.I.P., Whitney Houston.

  • Sexismus im Alltag: Die schrottreife Frau ab 50 | Spiegel Online
    – «Ich werde nie herausfinden, was das Wort peinlich genau meint, aber ich war erstaunt, dass Madonna erst etwas über 50 ist, ungefähr eine Altersgruppe mit George Clooney, Brad Pitt, Hape Kerkeling oder den Red Hot Chilli Peppers. Mittelalt. Weit entfernt von einem, Gott hab ihn selig, Johannes Heesters.»

Sybille Berg trifft mal wieder voll in die Zwölf.

Lernen, lernen, lernen

  • Veröffentlicht am 11th Februar 2012,
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Lernen, lernen, lernen

Wie Ihr merkt, ist hier gerade nicht viel los im Blog. Letzten Montag habe ich nicht einmal Zeit für das Filmstöckchen gehabt, *seufz*. Dafür bin ich gerade in einer wilden Schaffensphase. Neben dem Broterwerb zeichne ich gerade Tag und Nacht und wo ich gehe und stehe, ich mache Digital Concept Art im Photoshop, ich baue meine Portfolioseite um und bastele an einer Shoplösung und ich fuchse mich mal wieder in Adobe Illustrator ein. Zum Ausgleich blogge ich kaum noch, dumpe hier meine ganzen Links, über die ich zwischendurch stolpere und die ich mitteilenswert finde und habe insgesamt das Gefühl, ich vernachlässige dieses Blog hier schrecklich. Aber das wird sich wieder ändern, dafür ist es mir zu sehr ans Herz gewachsen. Und neue Dinge zu lernen, mich weiterzuentwickeln, die Dinge hervorzukramen die mich ausmachen (bzw. mich einmal ausgemacht haben und es wieder sollen), das braucht Zeit und Geduld. Aber es tut sich was, wie auch der Cäsar mit dem Silberblick da oben vermutet. Nein, keine Ahnung, wo der herkommt. Er sprang mir plötzlich aus dem Stift.

Illustratorinnen, deren Werke man gesehen haben sollte

  • Veröffentlicht am 11th Februar 2012,
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Ich hab’s ja nicht so mit dem Gendergedöns, aber diese kleine Serie, die einer meiner Lieblingsblogger, der Cartoonist und Illustrator Leif Peng gerade in einem seiner Blogs bringt, würde ich ja doch gerne einem größeren Publikum nahebringen. In jenem Blog, das sich auf die Zusammenstellung von Illustrationen und Cartoons aus den 40er und 50ern konzentriert, stellt er einige unbekannte Illustratorinnen vor, die einige der bekanntesten Illustrationen jener Zeit geschaffen haben.

Teil 1 – Female Illustrators You Should Know, darunter Sheila Beckett (mit 99 auf Facebook und immer noch aktiv)

Teil 2 – More Female Illustrators You Should Know, beispielsweise Mary Blair, deren Stil unverkennbar diese Zeit geprägt hat

Teil 3 – Still More Female Illustrators You Should Know – u.a. mit Joyce Ballentyne, die das berühmte Coppertone-Mädchen schuf

Teil 4 – Even More Female Illustrators You Should Know, z.B. Mary Suzuky, die dem jungen Andy Warhol den Rat gab, Schuhe zu zeichnen.

Link(s) vom 11. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 11th Februar 2012,
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Zuletzt aufgelesen:

  • Extensive Roundup of the Best WordPress Plugins You’ll Ever Need: Year 2012 Edition
    – Da ist sicher das eine oder andere nützliche Tool dabei. Es wird dringend Zeit für den Frühjahrsputz in der Datenbank.
  • Brett Amory: Warten auf…
    – Wow. Ja, hopperesque. Aber fast noch besser.
  • BBC News – Viewpoint: V for Vendetta and the rise of Anonymous
    «Our present financial ethos no longer even resembles conventional capitalism, which at least implies a brutal Darwinian free-for-all, however one-sided and unfair. Instead, we have a situation where the banks seem to be an untouchable monarchy beyond the reach of governmental restraint, much like the profligate court of Charles I.» — Alan Moore, Schöpfer des V for Vendetta Romans, über die Popularität der Guy Fawkes Maske in unseren Tagen. Lesenswert!
  • Vincent Van Gogh’s Starry Night Interactive by Petros Vrellis #openFrameworks | CreativeApplications.Net
    – Die Zukunft der Gemäldegalerie? Fantastische, interaktive Animation mit der passenden Musik dazu. Man träumt sich weg, aber gleichzeitig macht mich das auch etwas traurig :Van Goghs Bild verfügt eigentlich über genügend Eigendynamik und braucht das alles gar nicht. Ich kann die Atmosphäre in St. Remy sehen, riechen, schmecken, fühlen — weil er sie so wunderbar eingefangen hat. Das muß mir niemand abnehmen.
  • Behind the Scenes at the Society of Illustrators | Untapped New York
    – „But it is this quiet disposition that makes illustration so fascinating and relevant. Often narrative and always representational, illustration gives us a visual lexicon that is ever-changing and true to the times. Like all art, it reflects a culture and a moment, and when paired with good design, these pieces are able to become completely integrated into our daily lives.“

Link(s) vom 10. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 10th Februar 2012,
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Link(s) vom 10. Februar 2012

Heute mal zur zum Thema Gestaltertools:

Link(s) vom 9. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 9th Februar 2012,
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Zwischen dem 8. Februar 2012 und dem 9. Februar 2012 aufgelesen:

  • Accueil – ARTE
    – Zauberhafte 404 Seite (mit Wettbewerb) von arte.tv – via @littlejamie.
  • 24 ways: Getting the Most Out of Google Analytics
    – «This isn’t going to be the complete Google Analytics Conversion University IQ course compressed into a single article, obviously. What it will be, however, is a primer on setting up and using Google Analytics in real life, and a great deal of what I’ve learned using Google Analytics nearly every working day for the past six (crikey!) years.»

Link(s) vom 8. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 8th Februar 2012,
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Zuletzt aufgelesen:

  • Is it time to leave Facebook? | The Observer
    – «Perhaps it’s because I have a strange form of phone-phobia. I hate the faux cheerfulness I have to assume when I call someone; the awkward pauses; the way you can never hang up until you’ve put the next social rendezvous firmly in the diary; the anxiety that you might be boring them. The thought of Skyping, where you can actually see someone’s face, is enough to bring me out in a rash. I prefer communicating through Facebook – I like the jokes, the bonhomie and the sense that you’re part of something (especially because, as a writer, I often work from home). And if the whole tuna-flan-feline thing gets too much, the true joy of Facebook is, of course, that you can always log out.»

Vielleicht ist genau dies das Geheimnis, warum diese ganzen sozialen Netzwerke so wunderbar funktionieren? Weil sie der große Gleichmacher sind? Extro- und Introvertierte haben dieselben Rahmenbedingungen, die exakt selben Ausgangsbedingungen, und nicht selten sind die „Schwatzbacken”, wie ich sie mal nur halb im Scherz nennen möchte, im Gegensatz zum real life im Hintertreffen, weil ihre Substanzlosigkeit hier so gnadenlos offenbar wird als das, was sie ist: hilfloses „nehmt mich wahr!”-mit-den-Armen-Gewedel, Aufmerksamkeit um ihrer Selbst Willen fordernd und im Gegenzug kaum einen Mehrwert bietend.

Aber das nur am Rande. Hauptsächlich wollen eigentlich alle weg von Facebook, und das scheint genauso einfach zu sein, wie mit dem Rauchen aufzuhören.

Ein langer, aber sehr lesenswerter Artikel über Führungsqualitäten.

Link(s) vom 7. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 7th Februar 2012,
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Zwischen dem 6. Februar 2012 und dem 7. Februar 2012 aufgelesen:

Mit fremden Federn schmücken

  • Veröffentlicht am 6th Februar 2012,
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Dieser Artikel hier machte heute die Runde. Die Abmahnwelle erfasst jetzt auch Künstler, die auf ihren, in aller Regel traffictechnisch nicht gerade in den Top Ten der IVW angesiedelten, Homepages ihren Pressespiegel veröffentlichen. Ich habe einen solchen Künstler im Freundeskreis, der durchaus in Gefahr wäre und habe ihm den Link heute weitergeleitet, mit der Empfehlung, die entsprechende Rubrik von seiner Seite zu entfernen.

Er rief mich an, fassungslos. „Was ist denn das für ein Stuß? Da lädt doch niemand mehr einen Journalisten zu einer Vernissage ein!“ meinte er. Ich stimmte ihm zu, aber wies ihn darauf hin, daß er im Zweifel ordentlich blechen müßte. Schliesslich habe nicht er, sondern der entsprechende Journalist den Text geschrieben und die Veröffentlichungsrechte lägen nun einmal beim jeweiligen Verlag bzw. der jeweiligen Zeitung.  (mehr …)

Link(s) vom 4. Februar 2012

  • Veröffentlicht am 5th Februar 2012,
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Zuletzt aufgelesen:

Schläfrig Holstein

  • Veröffentlicht am 5th Februar 2012,
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Die Landschaft ist gepuderzuckert, Wölkchen bummeln über den Deich, Wolle hängt am Stacheldraht, Schafe lungern herum, am Horizont schieben sich wie von Geisterhand Container ins Bild. Ich liebe dieses Land.

Link(s) des Tages

  • Veröffentlicht am 3rd Februar 2012,
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Zwischen dem 2. Februar 2012 und dem 3. Februar 2012 aufgelesen:

  • Der Macht Die Worte: Macht Klassik doof?
    – „Es gibt keine Lagerfeuer mehr (außer vielleicht – im weitesten Sinn – den brennenden Mülltonnen in amerikaischen Gewaltarschwackelrapvideos) und mein Sohn spielt Geige. Ziemlich gut sogar. Und immer noch besser als „Grand Theft Auto“
    oder „Halo“.
    Nein, das macht mir keine Sorgen.Gedanken mache ich mir vielmehr, weil er von Zeit zu Zeit auch noch Klassik Radio hört.“
  • Momentane Hauptbaustellen (2): Tele2
    – «Um sich über den neusten Stand der Dinge zu informieren, fährt mein Vater jetzt immer auf einen Berg hoch überm Dorf, um mich von dort aus mit einem Alice-Handy anzurufen, das wir ihm geschenkt haben. »
  • Who knew watching pencils being sharpened could be so hypnotic?
    – In der Tat.
  • Hibari
    – Ein wirklich gelungener Twitterclient für den Mac, allerdings mit 10 USD auch kein Schnäppchen. Man kann diverse Dinge filtern und ausblenden, darunter z.B das erst gestern von mir gewünschte feature, manche User eine Weile stillzulegen ohne sie gleich zu entfolgen („mute Funktion“).

Link(s) des Tages

  • Veröffentlicht am 2nd Februar 2012,
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Zuletzt aufgelesen:

  • 20 Free Peeling Paint Textures For Your Designs
    – Tolle Texturen abblätternder Farbe. Sowas habe ich neulich gesucht.
  • Adieu, Kindle | Telepolis
    – «Wenn ich in einer Welt, die durch Amazon mit eBooks versorgt würde, all meine Interessengebiete abdecken wollte, müsste ich mir ein halbes Dutzend Kindles unter konspirativen Adressen in allen betreffenden Läden registrieren und müsste statt Büchern meine internationale Kindle-Sammlung auf Reisen mitschleppen.»
  • David Lynch’s Surreal Commercials | Open Culture
    – «But Lynch has been leading a double life. While making uncompromisingly artistic works for the movie theaters, he has been directing commercials for television and other media on the side. Why does he do it? “Well,” Lynch told Chris Rodley in Lynch on Lynch, “they’re little bitty films, and I always learn something by doing them.”»
  • Sachen machen | Isabel Bogdan für CulturMag
    – «Drei Gliedmaßen zu koordinieren, die alle etwas anderes machen, ist gar nicht so einfach, und erschwerend kommt noch hinzu, dass die Hi-Hat, die ich mit rechts schlage, links steht. Ich muss also auch noch mit der rechten über die linke Hand hinwegreichen, und der Ton, den meine rechte Hand produziert, kommt von links. Das ist ein bisschen verwirrend und kommt mir erstmal total unpraktisch und unlogisch vor, aber ich weiß, dass das schon Generationen von Schlagzeugern so machen, und die sind ja auch alle nicht blöd. Irgendeinen Sinn wird es schon haben, ich hinterfrage das nicht weiter, sondern versuche noch mal, mich zu konzentrieren.»

„Und bist du nicht willig, so brauch ich … Geduld.“

  • Veröffentlicht am 1st Februar 2012,
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Drei Minuten, die sich lohnen: Prof. Kruse über das Internet und die Revolution. It’s the end of the world, as we know it. Bzw. der Anfang einer neuen Welt. Sehr spannende Zeiten, in denen wir leben.

Ein Instagram Zucker

  • Veröffentlicht am 1st Februar 2012,
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Ein Instagram Zucker

Früher™ (als mein 3G noch state of the art war) habe ich begeistert Hipstamatic benutzt; mir scheint, von jener App spricht überhaupt niemand mehr. Sie haben wohl zu spät verstanden, daß es nicht reicht, belanglose Fotos im retro-Stil zu knipsen, sondern daß der eigentliche Kicker an z.B. einem Polaroidfoto der war, zusammen gespannt zu beobachten wie sich die Farben aus dem weißen Nichts schälen und dann kichernd mit dem dicken Papier zu wedeln, in der Hoffnung auf Beschleunigung des Entwicklungsvorgangs. Die Community zählt, wie das neudeutsch heißt. Bei Hipstamatic hat die Entwicklungszeit bis zum fertigen Film immer ähnlich lang gedauert wir beim Polaroidfoto früher (oder so lange wie bei jedem anderen Foto, wo wir gerade dabei sind) und genauso oft hat das Ergebnis eher enttäuscht. Dennoch fand ich die guten Bilder oft besser gelungen verfremdet (natürlicher verfremdet? Kann man das sagen?) als beim inzwischen bekannteren und beliebteren (und, seien wir ehrlich, stabiler laufenden) Instagram. Ich kann diese ganzen bunten Belanglosbilder im Retro-Used-Look aber genauso wenig mehr sehen wie die dazugehörigen Hipsterklamotten. Lustige Filter sind sooo 2009! Warum habe ich mich da jetzt trotzdem angemeldet? Weil ich’s jetzt kann: Ich habe gestern zähneknirschend mein iPhone 3G wieder zurück auf iOS 4.2.1 aktualisiert, nachdem viele Apps einfach nicht mehr gehen oder schon fast iOS5 voraussetzen (Path, zu meinem Leidwesen). Und nun kann ich auch mal Instagram testen. Das Ergebnis ist Omis silberne Zuckerdose, die hier vor mir auf der Fensterbank steht und würdevoll, stoisch und hübsch genug ist, um eine solche künstliche Hässlichmachung durch lustige Filterspielereien zu ertragen. Das Leben ist schliesslich kein Zuckerschlecken.