Rückblicke und Ausblicke

  • Veröffentlicht am 30th Dezember 2011,
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Anfang des Jahres schrieb ich: „Ich mache keine Pläne mehr. Die fliegen eh aus dem Fenster, sobald das echte Leben dazwischenkommt.“ Locker vorgenommen hatte ich mir, mehr zu bloggen, wieder mehr zu zeichnen, kreativer zu arbeiten und auch wieder mehr Golf zu spielen. Was ist daraus geworden?

Meine Business-Seite war bald fertiggestellt und ist sehr schön geworden, finde ich. Allerdings habe ich nicht so viel Zeit gefunden, zu fotografieren und zu zeichnen, wie ich gedacht hatte (aber trotzdem mehr als in den letzten Jahren) und so wird sie relativ selten aktualisiert. Immerhin hat sie einen Haufen Komplimente geerntet und mir auch ein paar neue Aufträge als Designerin vermittelt. Im neuen Jahr möchte die Seite überarbeiten und weiter aktualisieren.

Ich habe nicht sehr viel gebloggt, aber ich war auch auf Twitter nicht mehr so aktiv wie in den Jahren zuvor. Letzteres kann ich natürlich nicht belegen, da ich ja täglich wieder bei Null anfange zu twittern. Aber da ich in diesem Jahr bei facebook einstieg (yes, hell froze over) und auch auf Google + präsent war, und trotzdem nicht mehr sondern eher weniger online war als in den Jahren zuvor, wird das wohl seine Richtigkeit haben. Für 2012 möchte ich meine (privaten) social media Aktivitäten noch weiter zurückschrauben und die Zeit noch mehr fürs Zeichnen nutzen. Und ja, vielleicht mache ich dann auch mal an meinem Animationsfilm weiter, obwohl ich mir das explizit nicht vornehme. Es wird passieren – oder nicht.

Meine Musik aufnehmen und veröffentlichen wollte ich auch. Dazu ist es nicht gekommen, weil ich nur sehr wenig Musik gemacht habe, wenngleich ich mich so viel mit Musik beschäftigt habe wie selten zuvor. Oder genauer gesagt: Mit dem Musikbusiness. Ich habe im Sommer mit zwei guten Partnern eine Direct-to-Fan Marketingagentur gegründet, die sich ums Thema Musikbusiness dreht. Meine eigene Musik steht da zwangsläufig weit hintenan, aber immerhin habe ich mich wieder häufiger ans Klavier gesetzt als in den Jahren zuvor, wo sich alles um meine Gitarre drehte.

Mehr Golf gespielt habe ich aber tatsächlich, wenngleich ich aus zeitlichen Gründen noch lange nicht wieder bei den rund 100 Runden bin, die ich noch vor wenigen Jahren noch zusammenbekam. Hach ja, das süße Konzernleben damals … selbstständig sein heißt hingegen bekanntlich selbst und ständig etwas tun, und entgegen der landläufigen Meinung schließt man auch mitnichten die meisten und dicksten Geschäfte auf dem Golfplatz ab. (Ich sowieso nicht, dafür spiele ich viel zu gern Golf und könnte nie einen Chef oder Kunden gewinnen lassen, nur um einen Job bzw. Auftrag zu behalten). Aber ein paar vorgabewirksame Runden waren drin (jeweils mit +0,1 bestraft) und den Kopf mal zwischendurch freizupusten war sehr hilfreich, schätze ich. Auch etwas, was ich lernen mußte: abzuschalten.

Mein re:publica Vortrag fiel ins Wasser. Zu der Zeit, als ich ihn hätte vorbereiten müssen hatte ich leider keine freie Minute. Und 2012 werde ich natürlich sehr gern wieder nach Berlin auf die re:publica fahren, aber es gibt erfahrungsgemäß zu viele andere Dinge, die ich in der Woche machen möchte als selbst mein Thema vorzutragen. Mein ohnehin nur gering vorhandenes Sendungsbewußtsein ist noch weiter zurückgegangen und ich habe auch keine Lust mehr, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen.

Wenn ich also auf 2011 zurückblicke so sehe ich, daß die verschlungenen Pfade der letzten fünf Jahre sich zu einer recht breiten Straße zusammengefunden haben, die zu dem geheimnisvollen Ort namens „Kreativität“ führen. Und daß ich, wenn ich die letzten fünfundzwanzig Jahre Revue passieren lasse, de facto im Kreis gegangen bin. Aber dieses Panama ist sehr schön und sehr verwildert und es gehört mir, ich muss es nur wieder in Besitz nehmen, mit all den gewonnenen Erfahrungen, die ich seither gemacht habe. Darauf freue ich mich in 2012.

Jahresrückblick 2011

  • Veröffentlicht am 27th Dezember 2011,
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Jahresrückblick 2011

Deichland

Zugenommen oder abgenommen? Zugenommen, glaube ich. Vielleicht aber auch nur meine Lieblingsjeans unbemerkt bei 90° gewaschen, wer kann das schon so genau sagen?
Haare länger oder kürzer? Kürzer.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Hoffentlich weitsichtiger. Die Brillengläser sind allerdings dieselben wie 2010.
Mehr Kohle oder weniger? In etwa gleich geblieben.
Mehr ausgegeben oder weniger? In etwa gleich geblieben.
Mehr bewegt oder weniger? Weniger als erhofft, mehr als gedacht.
Der hirnrissigste Plan? Vier Tage in Folge vorgabewirksames Golf zu spielen, auf dem übelsten, beschissensten, nassesten, spielunfreundlichsten einem Platz, der meinem Spiel nicht so recht liegt.
Die gefährlichste Unternehmung? Mit dem Fahrrad durch die City zu fahren.
Der beste Sex? Ja.
Die teuerste Anschaffung? Ein Dutzend Titleist Pro V1x.
Das leckerste Essen? Der erste Spargel.
Das beeindruckenste Buch? Johnny Haeuslers «I Live By The River».
Der ergreifendste Film? Ich war dieses Jahr kaum im Kino, schon gar nicht in irgend einem ergreifenden Film.
Die beste CD? Bon Iver.
Das schönste Konzert? Ich hätte hier gerne „Bon Iver im Dock’s“ geschrieben, aber das war brutaler, dumpfer, bohrender, höllischer Lärm, der wirklich nichts, aber auch gar nichts mit seiner Musik zu tun hatte und mich ohne Flachs in Todesangst hat aus dem Saal flüchten lassen.
Die meiste Zeit verbracht mit…? Kampf.
Die schönste Zeit verbracht mit…? Freunden und Familie.
Vorherrschendes Gefühl 2011? ‚das kannst du besser, baby‘.
2011 zum ersten Mal getan? Abends bis nach Mitternacht wach geblieben und dafür morgens bis um neun geschlafen. Fühle mich wie der letzte Bohèmien.
2010 nach langer Zeit wieder getan? Mit jemandem eine Firma gegründet. Viel gezeichnet, einfach so. Klavier gespielt, einfach so. Jemandem eine Rede geschrieben und gehalten.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Nur eins: den Autoaufbruch, bei dem u.a. mein Navi geklaut wurde, das ich vor Jahren mal von meinen Lieben zum Geburtstag bekam und das mit der Stimme von John Cleese zu mir sprach. #schnüff
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Hat bislang leider nicht geklappt.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Zeit.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Zeit.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? „Das Auto hat keine Mängel. [insert Stempelgeräusch]“
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? „Ja, das machen wir.“

2011 war in einem Wort…? Hoffnungsvoll.

Meine Links des Tages

  • Veröffentlicht am 27th Dezember 2011,
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  • Der Social-Networks-Posting-Planer für das ganze Jahr – Isa und Merlix haben sich die Mühe gemacht, damit wir uns die Mühe sparen können. Ich muss sagen, ich weiß jetzt wirklich nicht mehr, was ich noch bloggen, twittern, plussen, facebooken etc. soll. Vielleicht wieder mehr Golfcontent?
  • A Big Bach Download: The Complete Organ Works Free – Bachs Orgelwerke zum Nulltarif, in schönen Häppchen gebündelt oder auch „einmal mit alles“.
    Ich kann ja eigentlich nur bei Stille konzentriert und kreativ arbeiten und habe daher grundsätzlich keine Musik im Hintergrund laufen. Die einzige Alternative ist Bach, dessen mathematische Präzison mit meinem Kopfsalat eine wunderbare Verbindung eingeht. Oder um es mit Radar zu sagen: «Ah, Bach!»
  • Video: The Motown Sound | Watch In Performance at The White House Online – Eine schöne Reihe kleiner, intimer Konzerte mit Superstars aller Couleur, die vor ihrem Präsidenten und der First Lady im Weissen Haus auftreten. Lohnenswert, werbefrei und in HD – Herz, was willst du mehr?
  • How Do You Deal With Overstressed, Irrational Clients? An Entrepreneur’s ViewThis is a relatively young industry, one with very low barriers to entry. Heck, my designer took his first client when he was 13. There are very few, if any, metrics we can use to evaluate a creative team. We can look at its past work, speak with the head of the team and maybe get some sort of sample or mock-up, but for the most part, we are flying blind. There are no requisite degrees, certifications or guarantees. If you go to a physician who hasn’t finished college, you probably wouldn’t be willing to let them operate on you. A developer who hasn’t gone to college could build you the next Foursquare.
    Eine gute, ausführliche und ehrliche Antwort auf all die Clients From Hell Beiträge genervter Designer (ja, ich gehöre gelegentlich dazu, ich bekenn mich schuldig).

Meine Links des Tages

  • Veröffentlicht am 23rd Dezember 2011,
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  • How to write a Novel in three days – «First of all, it’s vital to have everything prepared. Whilst you will be actually writing the thing in three days, you’ll need a day or two of set-up first. If it’s not all set up, you’ll fail.»
  • Edgar’s Comics: How An Artist’s Comic Collection Changed Comics Culture, And Became Worth $50 Million In The Process – «The details of this sequence of events are well known inside the vintage collecting community — the central story and numerous surrounding anecdotes have been elevated to the status of legend by many collectors. Not only are Edgar’s comics highly sought-after, but the circumstances surrounding their accumulation, discovery, and sale are regularly discussed and dissected in microscopic detail. Comic book collectors have made the journey to Denver to see the house where Edgar Church lived and kept his comics in the basement. At least one or two collectors have even looked into buying the house. When Rozanski first began selling his find, the quality of it so stunned the collecting community that one fellow collector/dealer mortgaged his own house to attempt to buy as many of these comics as he could. And after that? That’s when things really got interesting.»

Meine Links des Tages

  • Veröffentlicht am 20th Dezember 2011,
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  • The producer from hell | Film | The Guardian
    «The North Korean dictator Kim Jong-il has a passion for cinema. But he could never find a director to realise his vision. So he kidnapped one from the South, jailed him and fed him grass, then forced him to shoot a socialist Godzilla.»
  • Václav Havel « Lars Reineke
    «Die Warteschlange wand sich in Serpentinen 150 Meter in die eine Richtung, dann wieder in die entgegengesetzte, und machte bestimmt sechs bis acht Kehren, bis sie schließlich endete. Alles war sehr ruhig und ungewöhnlich diszipliniert.»
  • »Uns haben die Frauen noch angehimmelt«
    «Als ich jung war, hat man sich, wenn das Wetter nicht so überragend war, mal zusammen in die Mittelstation gesetzt und ein Glas Wein getrunken. Ich habe die Ziehharmonika gespielt, da hat man ein bisschen Holladriho gesungen, das war ein Fest. Wenn ich heute die Ziehharmonika auspacke, kann es passieren, dass einer von den jungen Leuten mir zehn Euro gibt und sagt: Du, sei so gut, hör auf!»

R-E-S-P-E-C-T find out what it means to me

  • Veröffentlicht am 19th Dezember 2011,
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Zur Affäre Wulff las ich heute früh auf Spiegel Online:

«Die Parteispitze bemüht sich um Schadensbegrenzung. Kanzlerin Angela Merkel stellte sich Mitte der Woche hinter Wulff. Am Sonntag zog CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nach: „Ich habe volles Vertrauen in seine Aussagen“, sagte er der „Welt“. Kritiker und Opposition sollten „rasch zum nötigen Respekt zurückfinden, der unserem Staatsoberhaupt gegenüber geboten ist“, so Gröhe.»

Lieber Herr Gröhe, der gebotene Respekt gilt dem Amt. Es liegt jedoch an dessen Inhaber, dieses nicht zu beschädigen oder zu zerstören und sich den Respekt für die geleisteten Dienste zu verdienen. Ihre aus parteipolitischer Sicht zwar verständliche „bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen“-Haltung ist insofern der Gipfel der Respektlosigkeit gegenüber dem Amt des Staatsoberhaupts, nichts für ungut. Jeglichen Kredit, der einem neuen Amtsinhaber höflichkeitshalber gewährt werden sollte, hat Herr Wulff längst aufgebraucht, wenn das Wortspiel gestattet ist.

Die Amtsleistungen des Herrn Wulff bestanden bis dato überwiegend darin, nicht weiter unangenehm aufzufallen. Mit dieser Lebensphilosophie reicht es in der Regel jedoch selbst in der Grundschule nur zu einer Gesamtnote «Vier».

Vermutlich bin ich auch nicht die Einzige, die den eigentlichen Skandal darin sieht, daß erst dieser Skandal uns überhaupt in Erinnerung bringt daß wir ein Staatsoberhaupt haben und wie es heisst. Oder wie man es andernorts formulierte:

Now what?

  • Veröffentlicht am 16th Dezember 2011,
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Now What?

Content will remain King

  • Veröffentlicht am 16th Dezember 2011,
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Dies ist ein Beitrag des mir diesjährig zugelosten Weihnachtsbloggerwichtels. Ich denke, er regt sehr schön zum Nachdenken über das Bloggen an, auch wenn ich inhaltlich teils nicht mit der Autorin oder Autor übereinstimme. Vielen Dank für dieses Geschenk an meine Leserschaft!

Warum bloggen wir?

Weil es was zu erzählen gibt, so einfach ist das. Und zwar von uns.
Blogger sind in der Mehrzahl weder Selbstdarsteller noch an der
Vermarktung interessiert, sondern wollen authentisch kommunizieren.
Und deshalb findet man viele Blogger parallel auf Twitter und in den
sozialen Netzwerken.
Weil wir uns austauschen wollen, weil wir es lieben, uns zu vernetzen,
zu teilen. Weil uns manchmal auch einfach der Kragen platzt über einer
Ungerechtigkeit in der Welt oder wir jemandem unbürokratisch helfen
wollen, der unverschuldet in Not geraten ist. „Wir“ Blogger sind keine
Konkurrenz für „euch“. Wir wollen doch nur etwas erzählen. Und im
besten Fall etwas, dass auch die Journalisten interessiert, das sie
aufgreifen. Oder wir beobachten Journalisten, wenn sie mal dummes Zeug
reden.
Natürlich gilt aber gleiches für uns Blogger.

Und ach ja, wir haben unsere Klassentreffen. Das grosse in Berlin
(re:publica 12, es wird sicher wieder klasse) aber auch die kleinen,
auf Barcamps, pl0gbars oder einfach nur online.

Versucht uns nicht, in eine Schublade zu schieben, wir stecken in so
vielen. Aber lest uns, kommentiert, teilt. Seid Teil dieser
unglaublichen, kreativen, verrückten Gemeinschaft von Menschen, die
nur eins gemeinsam haben. Die Lust am Schreiben und den Wunsch, etwas
mitzuteilen.

Oh, und erzählt uns nicht, was wir schrieben, sei irrelevant, so lange
ihr es schafft, euch stundenlang abends das stumpfsinnige
Fernsehprogramm reinzuziehen. Da sind wir nur teilweise dabei. Trefft
uns da, wos wirklich interessant ist. Auf Twitter, auf Google oder
einfach in unseren Blogs.

Bloggen ist Punk, bloggen ist kreativ und macht einfach einen riesigen
Spass. Und wenn aus einem Gedanken in einem Blog sich eine Kette
bildet. Wenn Meinungen aufeinanderprallen und die Kommentare fliessen,
dann, ja dann habt ihr einen kleinen Blogwichtel sehr glücklich gemacht.
In diesem Sinne, frohe Weihnachten und noch viele Beiträge in euren
Blogs.

Mach’ das weg! – Neues aus der Schweinebucht

  • Veröffentlicht am 13th Dezember 2011,
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Mach’ das weg! – Neues aus der Schweinebucht

Mein Schwager ist Recht! – © Kiki Thaerigen

„Mein Schwager ist Recht!“

Sehr gelegentlich verkaufe ich ja auch mal etwas bei einer bekannten Internetauktionsplattform. Dieses Mal bot ich eine noch versiegelte DVD Staffel-Box einer TV-Serie feil, die mich leider so gar nicht interessierte und die ich mal geschenkt bekommen hatte. Meine Rahmenbedingungen: Startpreis 1 Euro (no risk no fun), Versand nur versichert und trackbar per DHL („hab’ ich nicht gekriegt“ fällt somit aus), keine Selbstabholung (igitt, fremde Leute vor der Tür?!), nur Überweisung, kein PayPal o.ä. (auf’m Konto is’ auf’m Konto), zahlbar binnen 10 Tagen nach Auktionsende (ich will den Krempel vom Hof haben). Die Bühne war bereitet, das Publikum kam und schaute (23 Beobachter!?), es kam eine Nachfrage nach vorhandenen Untertiteln die ich gern und zügig beantwortete und ergänzend in den Auktionstext einfliessen liess. Es begann die Bieterschlacht und der Gewinner reckte triumphierend die Arme in die Höhe ob des gemachten Schnäppchens: (mehr …)

Fleissarbeit

  • Veröffentlicht am 6th Dezember 2011,
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Einen anderen Ansatz als der Künstler im vorangegangenen Eintrag hat Miquel Endara gefunden: Er hat das Gesicht seines Vaters auf den Fotokopierer gelegt und eine dieser „Quatschkopien“ gemacht. Diese diente dann als Vorlage für die Fleissarbeit de Jahres: Mit über 5 Millionen Punkten (aus erstaunlicherweise einem einzigen Stift) entstand das fertige Werk:

Ich kann mir nicht helfen, aber das Ding läßt mich irgendwie komplett ungerührt zurück. Irgendwie fehlt mir da der Zauber, die Kreativität. Die unmittelbare Reaktion ist ein Achselzucken: Ja, und jetzt? Aber vielleicht bin ich da einfach zu engstirnig. Wie seht Ihr das, was löst das Video in Euch für Reaktionen aus?

„The toughest kid ever“

  • Veröffentlicht am 6th Dezember 2011,
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Der spanische Illustrator Dei G. hat hier in einem Timelapse-Video den Weg von der ersten Skizze zur fertigen Illustration festgehalten. So weit, so unspekatulär, man hat schon Dutzende oder mehr solcher Videos gesehen, Timelapse-Videos locken nun wirklich keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Dennoch geht mir dieses nicht mehr aus dem Kopf. Vor zehn Tagen habe ich es erstmals gesehen und komme trotzdem jeden Tag einmal wieder um mir die Details neu anzuschauen.  Die Technik – Skizze einscannen und in Photoshop bearbeiten – ist auch nicht weiter ungewöhnlich, nur das Sujet ist ein postapokalyptischer Alptraum: Ein Junge in einem Land nach unserer Zeit, der auf der Müllkippe unserer Zivilisation sitzt – verloren, hungrig, mißtrauisch, bewaffnet, abgehärtet, gefährlich, verletzlich, zuversichtlich. (mehr …)

Meine Lieblingstweets im November

  • Veröffentlicht am 5th Dezember 2011,
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Heute mal ohne Anmoderation, das geht ja alles von Ihrer Zeit ab:

 

https://twitter.com/#!/RocketJane/status/133505147321069568

 

https://twitter.com/#!/alles_b/status/133977738938818560

 

https://twitter.com/#!/Mackielsky/status/134374018794008576

 

https://twitter.com/#!/Judetta/status/134627659371130880

 

https://twitter.com/#!/gallenbitter/status/134966928568627200

 

https://twitter.com/#!/ramses101/status/135082305772466176

 

https://twitter.com/#!/Buddenbohm/status/136310723709112320

 

https://twitter.com/#!/holgi/status/136533132039028737

 

https://twitter.com/#!/SebJabbusch/status/137076261251072000

 

https://twitter.com/#!/Buddenbohm/status/137210338029481984

 

https://twitter.com/#!/himmelkreis/status/138208006163791872

 

https://twitter.com/#!/germanpsycho/status/138646931328086016

 

https://twitter.com/#!/hzulla/status/141812464726708224″]

 

(Daß ich mich mal in den @germanpsycho verlieben könnte, hätte ich auch nicht gedacht.)

Stellungskrieg: Die FSK und ihre Einschätzungen

  • Veröffentlicht am 1st Dezember 2011,
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Es gibt Leute, die hassen die FSK, die nicht so wirklich freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie, die Riege von Leuten die darüber entscheidet, ab welchem Alter jemand einen Film im Kino sehen oder auf DVD/BluRay kaufen darf. In ihren Reihen werden alte Jungfern und CSU-Wähler vermutet und Leute, die zum Lachen in den Keller gehen und Sex nur im Dunkeln haben. Spaßbremsen, die noch dazu gegen Windmühlen kämpfen – im Zeitalter des Internets ist die FSK-Freigabe ein Anachronismus, de facto Makulatur.

Ein Film ohne FSK Freigabe ist nicht leicht zu vertreiben oder zu verkaufen. Er unterliegt nicht der Zensur, wie gerne unterstellt wird, denn Zensur kann immer nur vom Staat ausgehen. Aber er darf nur ab 18 Jahren im Kino gesehen werden und die Trägermedien dürfen keinesfalls beworben und nur auf gezielte Anfrage eines erwachsenen Kunden aus dem Schrank bzw. unter der Ladentheke hervorgeholt werden.

Die Kriterien, nach denen die FSK entscheidet, sind nicht immer leicht nachzuvollziehen. Oft unterscheiden sie sich erheblich von denen, ihrer Pendants in anderen Ländern. Ein Film, der hierzulande aufgrund der gezeigten Gewalt oder einem Selbstjustizthema auf dem Index steht, ist in den USA vielleicht gerade mal PG-13, also bei parental guidance, elterlicher Führung, für 13jährige empfohlen. Umgekehrt hat es in den eher puritanischen USA ein Film schwer, bei dem eine nackte Frauenbrust zu sehen ist, auch wenn der Film selbst ansonsten nach unseren Maßstäben relativ harmlos und ab 12 ist.

Die meisten Drehbuchautoren, Filmemacher und Produzenten haben daher heute schon die Schere im Kopf wenn sie einen Film drehen. Verständlich, wenn man die immensen Kosten eines Filmprojekts bedenkt, die ja bitte mehr als nur wieder eingespielt werden sollen. Das Filmgeschäft ist in erster Linie ein Geschäft, dem die Kunst sich unterzuordnen hat.

Eine zu hohe bzw. strenge FSK-Bewertung kostet natürlich Zuschauer. Insofern verwundert es nicht, wenn die Studios rigoros die Schere ansetzen, um eine FSK 12-Bewertung zu erhalten – auch wenn ein Film eigentlich trotzdem immer noch in der Wahrnehmung von Presse und Zuschauern mindestens „eine 16er“ verdient hätte.

Die Empfehlungen und Einschätzungen der FSK sind natürlich immer Momentaufnahmen und dem aktuellen gesellschaftspolitischen Klima geschuldet. So mancher Film, der vor drei oder vier Jahrzehnten eine „ab 16“ Kennzeichnung erhalten hat, würde heute keinem 12jährigen mehr ein Achselzucken entlocken. Das Problem ist, daß ältere Filme nur auf Antrag des jeweiligen Rechteinhabers oder Studios neu bewertet werden. Da dies mit nicht geringen Kosten verbunden ist, scheuen sich viele Filmfirmen, diesen Schritt zu machen. Es lohnt sich einfach nicht mehr. Eine DVD oder BluRay mit einem „alten Schinken“, der schon zig Male im free TV lief, ist nur noch zu wenig mehr als dem Materialwert an den Mann zu bringen, oder aber, mit neu aufbereitetem Bonusmaterial und einer hübschen Verpackung für Sammler interessant. So oder so sind die Verkaufszahlen homöopathisch und eine neue FSK Bewertung rentiert sich nicht.

Für den Nachwuchs, um dessen Schutz es geht, ist eine möglichst hohe FSK-Hürde ein Gütezeichen und Aufforderung zur Mutprobe. Mein Patensohn Captain Jack (11 1/2 Jahre alt) berichtet mir stolz davon, daß er mit seinen Kumpels neulich „Fast and Furious 5“ gesehen hat. Der läuft gerade im Kino und ist ab 12 Jahren freigegeben, also streng genommen noch off limits, aber natürlich kein echter Grund zur Aufregung. Und natürlich haben sie eine Kopie gesehen, die irgend ein großer Bruder aus dem Netz gesaugt hat. Ich bin semiglücklich darüber, denn mir sind auch schon Anfragen zu „Rambo III“ oder „Gladiator“ zu Ohren gekommen. Einerseits will ich nicht, daß er die jetzt schon sieht, auch wenn ich natürlich in dem Alter auch Filme gesehen habe, die noch nichts für mich waren, z.B. „Papillon“. Andererseits bin ich froh, daß er die dann mit mehreren sieht und auf dem Fernseher oder PC, im erleuchteten Kinderzimmer. Denn im Dunkeln, mit dröhnendem Dolby Surround auf den Ohren ist das ja noch einmal etwas ganz anderes. Ich erinnere mich gut daran, wie ich in „Der Herr Der Ringe – Die Zwei Türme“ saß (FSK 12) und neben mir während der Belagerung von Helms Klamm ein weinender zwölfjähriger Junge in seinem Sessel immer weiter in sich zusammenschrumpfen schien.

Captain Jack schleicht gerne um meine ziemlich große Filmsammlung herum und studiert intensiv die „Gütesiegel“ auf den Hüllen. Ihm ist nicht entgangen, daß die Siegel aus UK anders aussehen als die aus Irland, Korea, Australien oder den USA. Ich versuche immer, ihm zu erklären warum ich glaube, daß ein bestimmter Film für ihn noch nicht geeignet sei. Andererseits weiß ich eben auch um die Besonderheiten mancher FSK-Empfehlungen und kann mit ihm ruhigen Gewissens Filme ansehen, die er auf dem Papier eigentlich noch nicht sehen darf. Neuerdings (seit ein paar Jahren) heißt FSK 12 ja auch nicht mehr, daß man da erst ab 12 ins Kino darf sondern, ähnlich wie in den USA, daß auch jüngere Kinder in Begleitung ihrer Eltern mit hinein dürfen. In der Realität sieht das leider oft so aus, daß die Eltern zwar die Karten kaufen, aber den Nachwuchs dann mit „viel Spaß“ verabschieden und erholsame zwei Stunden in der Stadt endlich mal ohne die Blagen in Ruhe einen Kaffee trinken und shoppen gehen. Letzten Sommer saß ich neben einer Reihe höchstens achtjähriger Jungs in „Inception“ (ab 12) – nicht gerade ein Film für kindliche Gemüter. Ich will nicht wissen, wie viele nasse Betten es anschließend neu zu beziehen gab.

Wie sehen solche Begründungen für eine FSK-Freigabe aus? Ich möchte mal zwei Beispiele gegenüberstellen. Zum einen aus der Erklärung zur Freigabe für „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1“ zitieren. Das ist eine Verfilmung eines bekannten Vampir-/Fantasywerks mit einem Haufen Teenies, produziert von einem Major Studio, beworben mit entsprechendem Aufwand und zielt ganz klar auf die breite Masse. In der Begründung für die Einstufung als FSK12 heißt es:

Obwohl die Atmosphäre teilweise bedrohlich ist und auch die Schwangerschaft mit angstvollen Aspekten geschildert wird, sind bereits 12-Jährige in der Lage, diese Elemente im Kontext der gefühlvollen Genre-Geschichte mit ihren sympathischen Hauptfiguren zu verarbeiten. Auch die dezente Darstellung von Sexualität und wenige blutige Szenen können sie ohne die Gefahr einer Desorientierung verkraften, zumal die Handlung letztlich eine positive, versöhnliche Wendung nimmt.

Ich habe den Film nicht gesehen, aber diese Erklärung erscheint mir völlig schlüssig. Vielleicht mag sich ja jemand in den Kommentaren dazu äußern, der den Film gesehen hat. Dennoch ist mir nicht wohl bei dem Gedanken, daß sich eine Menge kleinerer Geschwister und jüngerer Kinder den Film ansehen werden, selbst in Begleitung ihrer Eltern.

Eine andere FSK-Freigabe sorgt gerade für einen ziemlichen Wirbel, nämlich die für „Romeos“. Das ist ein Independent-Film, eher Komödie als Drama, finanziert mit Hilfe von Fördermitteln und garantiert kein Straßenfeger. Aber die Protagonisten sind Jugendliche, die entweder trans- oder homosexuell sind und klar auf der Suche nach sich selbst, wie das eben so ist in dem Alter. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben und begründet wie folgt:

Der Film zeigt einen leidenden jungen Menschen, der auf dem Weg der Geschlechtsumwandlung mit seinem Umfeld, mit Spott und Vorurteilen zu kämpfen hat. Damit behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, die sich in diesem Alter in ihrer sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte.

Mit dieser Erklärung könnte man sich ja gerade noch abfinden, denn das Thema ist für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, also die Kleinkinder, die mit Eltern im Kino sitzen, wohl wirklich nicht leicht zu verstehen oder zu verdauen. Ich hätte vermutlich ein Problem damit, wenn sich Captain Jack’s kleiner Bruder (7) den Film mit ansehen würde; ein mindestens zweistelliges Alter fände ich deutlich angemessener. Und die FSK muss sich ja besonders um die jüngsten Kinogänger Gedanken machen.

Der Aufschrei im Netz ist allerdings aufgrund einer anderen Passage groß. „Dieser Film macht schwul … meint die FSK“ schreibt auch Batzmann von den Fünf Filmfreunden. „Homophobe Tendenzen“ hat coolibri.de bei der FSK ausgemacht. In der Tat mutet die Begründung in Teilen abenteuerlich an:

(…) behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Zuschauergruppe, die sich in diesem Alter in der sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte. Das Thema selbst ist schon schwierig für 12 bis 13jr und die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken, auch wenn der Film auf der Bildebene nicht schamverletztend ist und niemanden diffamiert. Der Film spiegelt eine verzerrte Realität wider, die Kinder auf Grund keiner oder zu geringer Erfahrung nicht erkennen können.

Trans- und homosexuelle Abweichler von der Norm sind also verstörender für kleine Kinder und Pubertierende als die außerirdische Fantasiewesen wie Vampire in „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1“? Pubertierende Jugendliche könnten desorientiert werden, wenn sie sich die „einseitige Darstellung“ homosexueller Lebensentwürfe ansehen müssen? Da kann man schon ins Grübeln kommen, vor allem mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sich jährlich eine Vielzahl Jugendlicher aus Verzweiflung das Leben nimmt, weil sie homosexuell sind und für sich keine Zukunft in der Gesellschaft sehen. In den USA lief aus diesem Anlass im vergangenen Jahr die viel beachtete „It Gets Better“-Kampagne, bei der sich Prominente – oft selbst homosexuell – vor die Kameras setzten und den jugendlichen Verzweifelten Mut zuprachen und von ihren eigenen Erfahrungen berichteten.

Ich halte die FSK dennoch nicht für einen homophoben Haufen Verklemmter und für eine sinnvolle Einrichtung. Sie liefert Anhaltspunkte, mehr geht auch gar nicht, und ist wohl lieber übervorsichtig. Die FSK-Einschätzung ist  dennoch eine Hilfe für verantwortungsvolle Eltern, die aus Zeit- und Kostengründen nicht erst jeden Film selber gucken können oder wollen um dann zu entscheiden, ob der Nachwuchs den sehen soll. Die Begründungen auf der Website sollte man sich jedoch in jedem Falle durchlesen und dann als mündiger Erwachsener und verantwortungsvoller Elternteil selbst entscheiden, was den eigenen Kindern zugemutet werden kann.