Tweet des Tages

  • Veröffentlicht am 30th September 2011,
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Gelesen: Nudeldicke Deern

  • Veröffentlicht am 24th September 2011,
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Gelesen: Nudeldicke Deern

Ich wußte von vornherein, daß dieses Buch nicht für mich geschrieben wurde. Es steht ja deutlich hinten drauf: „Schmeiß’ alle Diätbücher weg, die du hast. (Ich weiß, daß du welche hast.) Vergiss das Kalorienzählen, das schlechte Gewissen und fang wieder an, einfach zu essen.“

Ich habe kein Diätbuch. Ich habe noch nie im Leben Kalorien gezählt und wüßte nicht, warum ich mit schlechtem Gewissen essen sollte. Ich bin auch nicht dick, oder, wie Obelix sagen würde, „nur dick angezogen“. Ich habe selbstverständlich ab und zu ein paar Pfund mehr auf den Hüften als mein persönliches Wohlfühlgewicht sagt, aber die habe ich auch schnell wieder runter, sobald ich ein paar Tage hintereinander auf dem Golfplatz war. (Ich gehe oft und gern zu Fuß und steige täglich viele Treppen, das hilft vermutlich auch.) Ich habe noch nie eine Diät gemacht, allerdings schon „sieben Wochen ohne Alkohol“, um zu sehen ob ich’s kann. (Ich kann.) Ich habe noch nie gern oder über einen längeren Zeitraum hinweg freiwillig Fertigfraß gekauft und gegessen und habe nichts als Verachtung für das Essen übrig, was „in ’ner halben bis Dreiviertelstunde“ an die Tür geliefert wird. Ich kaufe lieber auf dem Markt als beim Discounter oder im Supermarkt und am liebsten täglich frisch, wenn es mein Freiberuflertum arbeitstechnisch gerade erlaubt. Ich gehe gern essen, aber nicht gern in Convenience Food Läden oder Fast Food-Ketten. Ich koche leidenschaftlich gern und auch recht gut (if I do say so myself), wenngleich nicht immer so regional und saisonal, wie es gut wäre. Vater ich habe gesündigt und im Dezember Flugmangos gekauft, aber die waren auch so verdammt lecker!

Ich kann nicht Diesel in meinen Benziner füllen und erwarten, daß mein Auto problemlos oder überhaupt damit fährt. Und ich kann nicht täglich Müll in mich reinschaufeln und erwarten, daß ich damit gesund und glücklich lange lebe. Aber ich möchte gesund und glücklich lange leben. Wer wollte das nicht?

Ich bin sozusagen schon am Ende der Reise angekommen ohne jemals bewußt abgefahren zu sein, aber das heißt nicht, daß mich die Reise anderer nicht interessieren würde. Ich habe mit großem Eifer und Interesse alle von Ankes Blogeinträgen zum Thema Essen lernen gelesen und mich jeden Zentimeter des Weges mit ihr gefreut. Und auch, wenn ich sehr erstaunt darüber bin oder war, daß manche Menschen erst lernen müssen wie man sich und sein Leben und sein Essen genießt, so habe ich doch auch ein paar neue Dinge gelernt. Zum Beispiel, daß der Body-Mass-Index eigentlich totaler Käse und völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Nicht, daß ich jemals über den BMI nachgedacht hätte, ich habe ihn aber als gegeben hingenommen, ohne ihn groß in Frage zu stellen. genauso wenig wie die in Stein gemeisselte Weisheit, daß dicke Menschen selber Schuld sind an ihren Krankheiten. Und daß dicke Menschen nicht nur von Arschlochärzten auf Basis fragwürdiger Studienergebnisse der GesundheitsKrankheitsindustrie fertig gemacht werden, sondern daß sich viele dicke Menschen aus Angst vor solchen Erlebnissen gar nicht erst zum Arzt trauen, obwohl sie das dringend tun sollten, weil sie nämlich krank sind. Daß es wirklich Menschen gibt, die sich von Frauenzeitschriften ihre Traumfigur vorschreiben lassen statt solche Blätter als das zu betrachten, was sie sind, nämlich Anzeigenblätter der Kosmetik-, Pharma- und Modeindustrie, habe ich auch nie für möglich gehalten. Dieses Buch hat mir in einigen Belangen sehr die Augen geöffnet. Nebenbei habe ich mich – wie immer bei Anke – an der Sprache erfreut. Da schreibt jemand, der sein Handwerk versteht. Und das ist ein echter Hochgenuß, den sich niemand versagen sollte.

Anke Gröner „Nudeldicke Deern – free your mind and your fat ass will follow“, Wunderlich Verlag, €14,95. (Affiliate link; wer hierüber bestellt, unterstützt die Autorin.)

Fahrradfahren (1972-1977)

  • Veröffentlicht am 21st September 2011,
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Meine Begeisterung für Fahrräder hielt sich vom ersten Tag an in sehr engen Grenzen. Ich erinnere mich an äußerst gelegentliche Fahrradausflüge mit Mama und Papa in die umliegenden Wälder. Dabei saß ich auf dem nackten Gepäckträger des Peugeot Klapprads, das mein Vater steuerte. Auf welchem Rad meine Mutter fuhr weiß ich nicht mehr. Eigentlich war es ihr Klapprad. Wahrscheinlich ging sie lieber zu Fuß und sammelte solange Pilze. Ich hielt mich abwechselnd an seinem flannellbehosten Hintern und der schwarz verschmierten Sattelstange fest und kriegte anschließend eine entsprechende Ansage, als er die Bescherung feststellte. Meinen Hintern mußte er nicht versohlen, ich konnte auch so ein paar Tage nicht richtig sitzen.

Die nächsten Male fuhr ich daher auch lieber auf meinem Tretroller mit; schon im zarten Alter von vier oder fünf Jahren hatte ich mehr Spaß daran, auf einer Planke quer zur Fahrbahn zu rollen als hoch auf einem Rad zu sitzen. Dennoch bekam ich so um die Zeit der Einschulung mein erstes Fahrrad. Es war grün, hatte weiße Reifen und – Stützräder. Ich setzte mich aufs Rad, rollte zögerlich unsere Einfahrt hinunter und bremste klassisch mit der  Nase am Gartentor. Unmittelbar im Anschluss trat ich wütend gegen die Stützräder und schwor mir, nie wieder Rad zu fahren.

Da mein Schulweg bequem zu Fuß zu erledigen war, hielt ich diesen Schwur recht lange durch, jedenfalls bis zur Verkehrserziehung in der zweiten Klasse, wo man unter Aufsicht des Dorfpolizisten eine unfallfreie Runde auf dem Schulhof drehen mußte. Wer es schaffte, links und rechts nicht zu verwechseln und schön laut klingeln konnte, bekam einen Aufkleber und einen Fahrradwimpel zur Belohnung. Ich kam mit Aufkleber und Wimpel nach Hause, schmiss beides in den Müll und würdigte das Fahrrad nie wieder eines Blickes.

Ein paar Jahre später las meine Mutter etwas von einer Auktion des Fundbüros der Bahn und wir gingen hin, ein neues, altes Fahrrad für mich zu ersteigern. Mehr aus Neugierde und Spaß an der Auktion als aus finanzieller oder logistischer Notwendigkeit; ich lief immer noch klaglos zur Schule (zumindest was den Schulweg anging) und sah keinen unmittelbaren Bedarf für ein neues Fahrrad. Das kleine grüne Rad wäre zwar inzwischen ohnehin viel zu klein für mich gewesen, aber es war auch schon lange an Freunde meiner Eltern und deren Nachwuchs weiterverschenkt worden. Mama und ich ersteigerten für um die zehn DM ein diarrhoegrünbraunes Klapprad. Es war so speihässlich und mir auch viel zu groß, daß ich es unmittelbar und unerwartet ins Herz schloss. Okay, benutzen tat ich es ähnlich oft wie mein erstes Fahrrad, aber gelegentlich gurkte ich doch darauf um den Block und in den Wald, mit meinen Freunden spielen. Von denen hatten auch nicht alle ein Fahrrad und daß einer von uns alleine auf dem Rad saß, kam so gut wie nie vor. Irgend einen Spielgefährten hatte man immer auf dem Gepäckträger. Und ja, natürlich ist es gelegentlich zusammengeklappt, wenn man es am wenigsten gebrauchen konnte.

Ein paar Jahre später war die Grundschulzeit vorbei und der Weg zu meiner neuen Schule war nun zu weit, um ihn zu Fuß zu erledigen. Das hässliche Klapprad wurde für nicht schultauglich befunden und ich bekam zum Geburtstag ein nagelneues, rotes Herculesrad, mit gelb reflektierenden Seitenwänden auf den Reifen, einem Rückspiegel und einem Korb auf dem Gepäckträger, in den ich meinen gelben Scout Ranzen stellen konnte. Es hatte die legendäre, unkaputtbare Fichtel & Sachs 3-Gang-Schaltung, die ich in nullkommanix kaputtkriegte, weil ich den Schalthebel am Lenker auch im Stand dauerbetätigte.

Mein Schulweg führte über einen Bahnübergang, der beiderseits der Schienen durch ein so genanntes weiss-rot lackiertes „Drängelgitter“ gesichert wurde. Ein Schild „Radfahrer absteigen“ war deutlich und weithin lesbar darauf angebracht. Jeden Morgen stand ich allein vor diesem Gitter, guckte nach links und rechts und schob mein Fahrrad über die Schienen. Nie sah ich je einen Zug dort. So kam es, daß ich, inzwischen mutiger geworden, nicht mehr erst groß abstieg um umständlich zu schieben, sondern mich fahrend durch die Absperrung schlängelte. Eines Morgens jedoch standen Leute vor dem Gitter und warteten. Ich war (wie meist) völlig in Gedanken, nur ein flüchtiges „was stehen die hier so blöd rum?“ schwebte durch meine Synapsen, als ich an allen vorbei auf die Schienen radelte. Was mich bewog, nach links zu sehen? Ich werde es nie wissen. Jedenfalls war die Lok noch etwa 100 Meter entfernt, als ich den Satz meines Lebens  machte und ans rettende Ufer sprang – das Fahrrad hinter mir zurück lassend. Ein paar Sekunden darauf hatte ich wieder ein Klapprad.

(Fortsetzung folgt)

Gesucht – gefunden

  • Veröffentlicht am 20th September 2011,
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Mit diesen Suchanfragen fanden zuletzt Besucher hierher. Ob sie das fanden, was sie gesucht haben? Ich bezweifele es leise:

„Ostberlin Tipps“ – bitteschön, vielleicht nicht ganz aktuell: http://e13.de/2010/02/14/tipps-fur-reisen-nach-ost-berlin/

„Abwehrkette“ – hier: http://e13.de/2010/11/24/abwehrkette/

„hm global player“ – gerne doch: http://e13.de/archives/5122

„fehlerverzeihend“ – ah, ja, ein echter e13 Klassiker: http://e13.de/2007/04/17/fehlerverzeihend-nicht-wirklich/

Am beliebtesten sind allerdings die Artikel zum Downgrade des 3G von iOS 4 zurück nach iOS 3.xund – erstaunlicherweise – meine Liste von 100 Dingen, die man schon einmal gemacht haben sollte. Wobei die Leute, die nur nach „100 Dinge“ googlen natürlich auch nach der beliebten Minimalismusphilosophie suchen könnten und den 100 Dingen, auf die sich der Mensch beschränken sollte oder könnte. Die sollte ich vielleicht auch einmal angehen. Ich bin sowieso gerade dabei, mich von möglichst viel Ballast zu trennen.

Spannend.

Tempelhof

  • Veröffentlicht am 12th September 2011,
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Ich würde gern mehr viel mehr Zeit dort verbringen, wie überhaupt in Berlin. Das stelle ich gerade mit großem Erstaunen fest. Ich werde doch nicht etwa erwachsen?

Vor und nach dem Mittagsschlaf

  • Veröffentlicht am 10th September 2011,
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Vor und nach dem Mittagsschlaf

Es ist morgens etwa halb sieben, als ich im strömenden Regen in den dämmerigen Morgen hinaustrete. Ich drücke den Knopf der Fußgängerampel vor meinem Haus und renne kurz darauf bei rot über die Straße durch die Lücke im Verkehr, die sich unerwartet aufgetan hat. Im Geiste entschuldige ich mich bei den gleich fluchenden Autofahrern, die nun unnötigerweise vor einer Ampel anhalten müssen. Aber ich habe keinen Schirm und meine Schuhe sind nicht für stundenlanges Warten in Pfützen gedacht sondern für das Leben im Büro. Ich sprinte den Schleichweg über den Hinterhof der Nachbarn, vorbei an den Mülltonnen und ducke mich unter den nassen Zweigen der Magnolie durch, bis ich in der winzigen, kopfsteingepflasterten Gasse bin, in der ich am Vorabend spät mein Auto abgestellt habe. Ich stehe gern hier, hinter der Kirche, auch wenn ich weder religiös noch sonderlich gläubig bin. Ich denke, mein kleiner Smart steht hier wohlbehütet, so nahe an Gottes Haus. Wahrscheinlich ist das Aberglauben der allerschönsten Sorte. (mehr …)

Ende der Sharerereien auf e13.de

  • Veröffentlicht am 9th September 2011,
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Ich habe letztens mal die ganzen Social Killefit Buttons von Facebook, Google  Plus & Co. rausgekickt, und das Banner rechts für die e13-Facebook Seite dazu. Der Flattrbutton ist ja auch schon vor Urzeiten wieder rausgeflogen. Ist hübscher, einfacher und gefällt mir viel besser so. Falls jemand einen meiner Beiträge hier liken, twittern oder pluseinsen will, ist er hoffentlich mit copy & paste des Links nicht überfordert.