Apple iPhone 3G: Downgrade von iOS4 zurück zu Firmware 3.1.3

  • Veröffentlicht am 30th Juni 2010,
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„Never touch a running System“, „Nie ein x.0 Update mitmachen, immer auf x.1 warten“… jaja, geschekt – im Nachinein ist man natürlich immer schlauer und der Blick zurück hat immer 100% Sehschärfe.

Natürlich habe ich ziemlich umgehend nach Erscheinen der neuen Apple Software iOS4 für mein 3G ein Update gemacht. Und natürlich war das eine Schnapsidee – das vorher tadellos und schön schnell funktionierende Gerät lief nach ein oder zwei trügerischen Tagen plötzlich nur noch mit dem Tempo einer in Wut geratenen Weinbergschnecke auf Valium. Zuckerrübensirup fliesst schneller als ein 3G iPhone mit iOS4. Abstürze so ziemlich jeder App waren plötzlich die Norm statt die Ausnahme, und ich habe nicht besonders viele Apps drauf. Ganz abgesehen davon, daß mir die neuartige Verwaltunng der Mailaccounts mit nur einer inbox (ich habe fünf aktive Accounts parallel laufen) überhaupt nicht gefiel und auch die neuen Ordner blöd sind. Also mußte ich das Ganze wieder rückgängig machen, was sich ja üblicherweise nach Murphy’s Gesetz proportional komplizierter gestaltet, je dringender man eine Sache durchführen will.

Wie das Downgrade trotzdem geht, verriet mir nach meinem Hilferuf auf Twitter freundlicherweise @slidetone. Er verwies mich nämlich auf diese Seite bei lifehackr, wo die Anleitung steht. Eigentlich sind es nur ein paar wenige Schritte:

1. Man sollte sich vergewissern, daß man noch ein Backup der alten Firmware hat. Die letzte ofizielle Firmware für das G3 von Apple vor iOS 4 war 3.1.3. Wer kein Backup mehr hat (ich habe meine TimeMachine durchforstet, aber vergeblich – das wäre übrigens auch mal einen Eintrag wert: Wie sinnlos ist bitte diese TimeMachine Software?) findet die alten Versionen hier. Das G3S hat eigene Firmware-Versionen. Natürlich fehlen einem dann die persönlichen Daten und Einstellungen, aber die hat man hoffentlich noch auf dem Mac, über MobileMe oder sonstwo gespeichert.

2. Das iPhone an den Rechner anschließen und ausschalten.

3. Zehn Sekunden lang den Einschaltknopf und die Home-Taste des iPhones gedrückt halten.

4. Den Einschaltknopf loslassen, die Home-Taste weiterhin gedrückt halten. iTunes faselt jetzt etwas von Wiederherstellungsmodus.

5. Mit gedrückter Optionstaste auf Wiederherstellen klicken und das Backup der alten Firmware auswählen.

6. Bei manchen Leuten soll es damit getan sein. Bei den anderen, und bei mir auch, kommt dann irgendwann die Fehlermeldung 1015. Das bedeutet, das iPhone ist in einer Schleife gefangen. Dann kommt der Auftritt dieses Programms: RecBoot. Kostenlos erhältlich auf dieser Seite. Es kickt das Gerät aus dem Recovery Loop und alles wird gut.

7. Bei mir kam dann auf dem Gerät die übliche Anzeige der SIM Sperre. Ich gab meinen PIN ein und der Rest lief wie sonst auch. Das iPhone wurde erkannt und iTunes fragte, ob ich es neu anlegen oder aus einem Backup wiederherstellen wolle. Ich habe mich für neu anlegen entschieden.

8. Das war’s!

Natürlich wird das Unvermeidliche damit nur verzögert, aber nicht abgewendet. Über kurz oder lang werden das G3 und insbesondere die alten  Firmwareversionen nicht mehr von Apple unterstützt werden und die gekauften Apps werden nicht mehr auf alten Systemen lauffähig sein. Das 2G ist ja jetzt schon offiziell antik. It’s upgrade or die. Aber so lange das neue 4G noch Kinderkrankheiten in Sachen Empfangsqualität hat, preislich gesehen völlig indiskutabel ist und die Software noch nicht bei Version 4.1 oder 4.2, werde ich mir kein neues iPhone kaufen. Mein jetziges tut’s ja glücklicherweise wieder.

Zitate des Tages

  • Veröffentlicht am 28th Juni 2010,
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Hintergrund war diese Forderung eines Politikers, der offensichtlich nicht schnell genug aus der Sonne gegangen ist.

Darauf gibt es natürlich nur eine Antwort:

Das 4. Buch in deinem Regal v.l.

  • Veröffentlicht am 28th Juni 2010,
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Jeden Tag eine Frage zu einem Buch, das ist das Bücherstöckchen. Heute:

Tag 15 – Das 4. Buch in deinem Regal v.l.

In welchem Regal? Aber okay, das erste von links: Das wäre dann Honoré de Balzac, Oberst Chabert. Und zu diesem Buch kann ich rein gar nichts sagen, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, denn ich habe es noch nicht gelesen. Das Buch ist schweinsledergebundener Teil der im (vermutlich zweiten) Ernst Rowohlt Verlag, Berlin erschienen Gesamtausgabe, übersetzt von Ernst Weiss und gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig (der Link führt zur interessanten Unternehmensgeschichte). Eine Jahreszahl ist nicht angegeben, aber Aufmachung, Typografie und den weiteren Umständen nach erschien die Ausgabe meiner Schätzung nach in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Nun, da ich mich durch diese drei sehr interessanten Links geklickt und gearbeitet habe, werde ich das Werk noch diese Woche angehen. Mir scheint, ich habe einen Schatz gehoben.

Ein Buch aus deiner Kindheit

  • Veröffentlicht am 22nd Juni 2010,
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Jeden Tag eine Frage zu einem Buch, das ist das Bücherstöckchen. Heute:

Tag 14 – Ein Buch aus deiner Kindheit

Ich bin ja heimlich der Meinung, meine Kindheit dauert noch an. Jedenfalls lese ich immer noch gern Kinderbücher. Und ich habe auch noch eine Vielzahl davon hier im Regal stehen, sowohl alte, aus meiner eigenen Kindheit, als auch neu gekaufte und einfach hübsch aufgemachte, wie die inzwischen vergriffene ZEIT Kinder-Edition vor ein paar Jahren, und zuletzt Chris Priestley’s Onkel Montagues Schauergeschichten, über das ich hier kurz gebloggt hatte. Herrn Buddenbohms Blogeintrag ließ mich auch wieder Moby Dick herauskramen, auch wenn ich das Buch nicht unbedingt unter kindgerechter Lektüre einsortieren würde. (mehr …)

Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst

  • Veröffentlicht am 21st Juni 2010,
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Jeden Tag eine Frage zu einem Buch, das ist das Bücherstöckchen. OK, jeden Tag war etwas zu optimistisch, aber jetzt geht es wieder weiter. Heute mit:

Tag 13 – Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst

Bill Bryson: Notes from a Small Island

Bill Bryson ist (in Maßen) immer lesenswert, aber seine Beobachtungen über das England der frühen 70er und 80er sind schlicht grandios. Er erzählt lebhaft von der Phase seines Lebens, als Rupert Murdoch die Axt an den Mitarbeiterstamm der Times legte und die eiserne Lady Margaret Thatcher der Queen zeigte, wo der Hammer hing. (mehr …)

You can check out any time you want, but you can never leave

  • Veröffentlicht am 21st Juni 2010,
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Um meinen DSL-Vertrag bei Null & Null zu kündigen, muss ich

  • mich auf einer extra dafür eingerichteten Seite mit Login und Passwort ausweisen, um überhaupt Zugriff auf meine Vertragsdaten zu erhalten.
  • dann zunächst die Frage beantworten, ob ich wirklich das Mutterschiff verlassen will und nicht doch lieber in einen dieser tollen neuen anderen Verträge wechseln, die vielleicht günstiger für mich wären.
  • dann angeben, warum ich kündigen will. Oder zumindest angeben, daß ich dazu keine Angaben machen will.
  • mitteilen, welche meiner Domains ich auslaufen lassen oder aber mit zu einem neuen Provider umziehen möchte und falls letzteres, ob sofort oder erst zum Ende der Vertragslaufzeit. Ich entscheide mich für Ende der Vertragslaufzeit (wozu einem neuen Provider ein halbes Jahr lag Geld für nix in den Rachen werfen?).
  • mir einen daraufhin zugeteilten Code merken oder ausdrucken, mit dem ich meine .net Adresse beim neuen Provider authentifizieren muss. Dieser Code ist nur 30 Tage nach Erstellung gültig. Vertragsende ist jedoch im Januar 2011.
  • einen Warnhinweis lesen, daß die Kündigung erst und nur dann wirksam ist, wenn sie schriftlich über das auf im nächsten Schritt auszudruckende Formular erfolgt und im Servicecenter eingegangen ist.
  • auf der nächsten Seite dann lesen, daß ich das Kündigungsformular „aus Sicherheitsgründen“ erst dann zu sehen bekomme und ausdrucken darf, wenn ich einen Authentifikationscode von einem Servicemitarbeiter genannt bekommen habe. Einen solchen Menschen kann ich über eine (immerhin kostenfreie) Hotline erreichen: Montags-bis Freitags ab 08:00 bis 22.00 Uhr und am Wochenende zwischen 09:00 und 21:00 Uhr. Jetzt ist es Montag früh 06:00 Uhr, aber okay, warte ich eben noch etwas. Dann kann ich den ja auch gleich fragen, was ich mit einem 30 Tage lang gültigen Authentifikationscode für meine .net-Domain anfangen soll, wenn ich noch ein halbes Jahr lang an den alten Provider gekettet bin.

08:00 Uhr. Ich hangele mich durch ein Callcenter Voicemenu und bekomme schliesslich einen missgelaunten Hessen ans Rohr. Der will mir eine Vertragsänderung aufschwatzen. Meine DSL 6000 zu magischen 16000 aufblasen, für nur 5 Oironen mehr im Monat. Auf meine Frage, warum ich eigentlich nicht mal die 6000 regelmäßig kriege, sondern meist mehr so 3000-3500 an guten Tagen und in Monaten, die nicht auf ‘r’ enden, hat er eine kluge Antwort: Weil ich ja noch die Telekom mit in der Leitung hätte. Die würden mich bremsen. Die müßte ich erst über Bord werfen und ganz auf die dunkle Seite zu Null&Null wechseln, schon würde es nur so flupschen mit der Geschwindigkeit. Auf meine skeptische Frage, ob ich dabei meine Festnetznummer behalten könne und vor allem, ob mein analoges Wählscheibentelefon dann noch funktionieren würde, meint er in selbstgefälligem Tonfall: „Na klar Puppe, gar kein Problem.“ Ich frage, ob er mir das garantieren könne, ich hätte keine Lust, dann in einem weiteren Zweijahresvertrag festzuhängen, der nicht das hielte, was er mir gerade verspreche. Er gibt sich empört: „Ich hab’s gar nicht nötig, Ihnen etwas zu versprechen. Ich wollte Ihnen nur ein freundliches Angebot machen, billiger zu surfen und zu telefonieren! Was hätte ich denn davon, Ihnen etwas zu versprechen, das ich nicht halten kann?“ Meine Antwort „eine leckere Provision?“  findet er nachgerade unverschämt und ich bitte dann auch langsam mal um die Freischaltung des Kündigungsformulars. Das muß ich nur noch ausfüllen und ausdrucken und zurückfaxen, dann bin ich frei.

„Geht das auch per Post? Ich habe kein Fax“ frage ich.
„Wieso haben Sie kein Fax? Sie haben doch auch ein Wählscheibentelefon!“ fragt er irritiert. OK, der Punkt geht an ihn, aber meine Frage hat er noch immer noch nicht beantwortet.
„Ja, das geht auch per Post. Am besten per Einschreiben dann.“
„Klar, Kündigungen gehen sonst grundsätzlich verloren oder wandern in den Reißwolf, ich weiß.“

Klack. Er hat aufgelegt. Hihi!

71, 68, 71, 74

  • Veröffentlicht am 21st Juni 2010,
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Gestern hat der erste Europäer seit 40 Jahren mit diesen Zahlen Geschichte geschrieben und die U.S. Open gewonnen, eines der vier jährlichen Major-Turniere im Golfkalender. Graeme McDowell kommt aus Nordirland, ist sechsfacher Gewinner auf der European Tour, erfolgreicher Rydercup-Spieler auf Seiten Europas und für die Amerikaner ist sein Sieg in Pebble Beach, einem der schwierigsten Golfplätze der Welt, offenbar geradezu ein Schlag ins Gesicht. Jedenfalls kann man diesen Eindruck bekommen, wenn man die ganze Bandbreite von Häme, Ratlosigkeit und Arroganz so liest, die die selbst ernannten Edelfedern der Szene und den Associated Press Autoren so liest:

Graeme McDowell doesn’t have the golfing pedigree of a U.S. Open champion at Pebble Beach.
All he had Sunday was the game it takes to win.

Zitat: AP

Pedigree bedeutet soviel wie „Stammbaum“, „Rassenherkunft“ oder „Ahnentafel“ und wird gemeinhin eher im Zusammenhang mit der Hundezucht erwähnt. Was der Stammbaum mit dem Erfolg oder Misserfolg eines Golfers zu tun haben und inwiefern er ein Kriterium für einen Majorsieg sein soll, das bleibt das Geheimnis des namenlosen Autoren.

Überhaupt ist man überwiegend der Auffassung, McDowell habe eigentlich die U.S. Open gar nicht gewonnen, sondern alle anderen Teilnehmer, und ganz besonders die Stars, hätten verloren. Phil Mickelson, der ewige Zweite bei diesem Turnier, hat es gestern, genau wie Tiger Woods, nur auf den geteilten vierten Platz geschafft. Der Südafrikaner Ernie Els hat sich einmal mehr als Spieler geoutet, dessen Hoffnungen auf einen vierten Major-Sieg wohl unter unrealistisch verbucht werden dürften. Der Amerikaner Dustin Johnson, der mit einem Vorsprung von drei Schlägen in die vierte und letzte Runde des Turniers gestartet war, brach in der letzte Runde völlig ein und schlich wie ein geprügelter Hund mit einer 82 und einem geteilten 8. Platz nach Hause. Ebenfalls auf Platz 8 und aus deutscher Sicht sehr erfreulich schlossen Martin Kaymer und Alex Cejka das Turnier ab. Ein Platz im europäischen Rydercup-Team im September dürfte Kaymer damit sicher sein, genau wie natürlich McDowell, der seinen guten Teamleistungen von 2008 sicher gern weitere folgen lässt.

What if they held a U.S. Open and everybody lost? That’s what happened Sunday.

Zitat: Gary Van Sickle, Sports Illustrated

Will we remember a single shot that McDowell hit this week. Or will this be an Open remembered for the misadventures of Tiger, Phil and Ernie?

Zitat: John Garrity, Sports Illustrated

I will not remember a single shot he hit, no. McDowell fits the mold of the plodder who often wins these things, and there was so much graphic calamity going on around him all day. This U.S. Open will be remembered for the hundreds of ways it was lost.

Zitat: Cameron Morfit, Senior Editor Golf Magazine

Graeme McDowell führte das Feld schon nach der zweiten Runde am Freitag an, lag am Samstag nur drei Schläge hinter Dustin Johnson auf Rang 2 und konnte dem Platz am Sonntag zwei Birdies abringen. McDowell hat die wenigsten Fehler gemacht und sich eisern an seinen Plan gehalten, sicher, beständig und cool zu spielen. Tiger hingegen beleidigte die Greenskeeper, in dem er von „awful greens“ sprach, was diese jedoch energisch zurückwiesen und, süffisant lächelnd, ganz richtig unter „saure Trauben“ verbuchten. Es ist ja nichts neues: Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld.

Graeme McDowell ist verdienter Sieger der U.S Open 2010 in Pebble Beach und hat in jeder Hinsicht gewonnen.

Up In The Air

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2010,
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Up In The Air
R: Jason Reitman
D: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick

seit 4. Juni auf DVD
IMDB Eintrag | Offizielle Website
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment


„Please, for the love of God, can I fire the next one?

Dieser Film funktioniert für mich nicht. Er hätte vor ein paar Jahrzehnten vielleicht theoretisch funktionieren können, als man über den mitspielenden Star als Otto Normalzuschauer nur das wußte, was das Publicity Department des Studios und sein Agent bereit waren, an die Öffentlichkeit zu kommunizieren. Allerdings hätte er inhaltlich nicht funktioniert, weil es damals eben noch kein Internet gab. Heutzutage gibt es täglich mehr Menschen, die irgendwann im Leben mindestens einmal aus Budgetgründen à la américaine per Videokonferenz entlassen wurden. (Yours truly übrigens auch vor ein paar Jahren, und ja, es ist in der Tat ein traumatisches Erlebnis.) Und dank des Internets, schmerzfreier Klatschpresse und schamlosen Paparazzi wissen wir quasi per Osmose, daß Mr. Clooney auch mit fast fünfzig Jahren ein Baskebabll-Jock und Womanizer ist, der gar nicht ans Heiraten denken will. Die Parallelen zu seiner Filmfigur sind so aufdringlich, daß man diese Fakten nicht aus dem Kopf bekommt während man den Film sieht. Abschalten ist also nicht wirklich gut möglich und darum funktioniert der Film für mich nicht.

Was mich erstaunt hat ist, daß nach Ende des Films die Frauenrollen für mich sehr viel stärker nachgewirkt haben als die männliche Hauptrolle. Der Film ist ein Starvehikel, komplett auf George Clooney zugeschnitten. Das geht soweit, daß die Namen der Schauspielerinnen tatsächlich nicht einmal auf dem DVD-Cover erwähnt werden. Auch nicht auf der Rückseite. Ich mag Clooney, und natürlich habe ich mir den Film ursprünglich seinetwegen angesehen, wie wohl die allermeisten der Zuschauer. Die Kamera liebt ihn und leckt ihn förmlich ab. Aber inhaltlich hat er nichts weiter beizusteuern, ganz im Gegenteil zu Vera Farmiga und insbesondere Anna Kendrick, die ich beide noch nicht bewußt in einem anderen Film wahrgenommen hatte (inzwischen habe ich die imdb angeworfen und kann sagen, daß ich zumindest Vera Farmiga schon in The Departed gesehen hatte. Anna Kendrick war mir hingegen völlig unbekannt.). Die Szenen, die ans Herz gehen, drehen sich um die beiden Frauen.

Der Film funktioniert aber auch deshalb nicht so richtig, weil er sich nicht entscheiden kann, was er nun sein will. Eine Komödie? Ein Drama? Eine Sozialkritk? Eine Liebesgeschichte? Er bedient sich aus allen Schubladen und formt daraus nichts eigenständiges. Das Ende ist so nichtssagend, das man es schon wieder vergessen hat noch bevor der Abspann durchgelaufen ist. Insofern wird Up In The Air seinem Titel gerecht und hängt völlig in der Luft. Vielleicht sollte man ihn im Flugzeug sehen.

Bücherstöckchen, Sonderausgabe

  • Veröffentlicht am 15th Juni 2010,
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Bücherstöckchen, Sonderausgabe

Wenn es eine Zeile in einem Buch gibt die mich wirklich jedes Mal tief berührt wenn ich sie lese, dann ist das Z. 17 auf S. 3 im Reisepass der Bundesrepublik Deutschland. „Für alle Länder / For all countries / Pour tous pays“ steht da, und mit diesen dürren Worten wird dem Inhaber die Pforte zur Welt geöffnet. Das ist längst nicht selbstverständlich; es gibt eine Vielzahl von Ländern, in denen die Bürger sich nicht einmal undokumentiert im eigenen Land frei bewegen können, geschweige denn, ins Ausland reisen. Vor nicht allzu langer Zeit gehörte eine Hälfte Deutschlands zu diesen Ländern. Und nur ein paar Jahrzehnte länger ist es her, daß es für alle Deutsche galt.

Für alle Länder

Ich wette, 1945 hat niemand geglaubt, daß wir Deutschen diese Freiheit jemals wiedererlangen. Die Freiheit zu reisen, sich zu bewegen und mit anderen Menschen, Kulturen, Ländern in Kontakt zu kommen, Freundschaften im Ausland zu schließen, Geschäfte mit Menschen vom anderen Teil des Planeten zu machen – das nehmen wir heute als selbstverständlich hin, ohne darüber nachzudenken, und natürlich sollte es grundsätzlich auch so sein, für alle Menschen weltweit. Dennoch ist es bekanntlich nicht so, und ich bin jedes Mal sehr dankbar über diese Zeile, in diesem Buch das mir so viel bedeutet und das ich dieser Tage zum vierten Male verlängern lasse bzw. neu kaufe.

Mit diesem Buch in meiner Hand bin ich auch zur Botschafterin meines Landes geworden. Und selbst wenn ich mich ärgere über die lächerlichen „nicht lächeln“-Fotobestimmungen und darüber, daß mir Fingerabdrücke genommen werden wie einem Schwerverbrecher und daß da in dem Buch ein Chip ist, den ich nicht lesen kann aber der meine Daten sendet an jeden, der sich genügend dafür interessiert und ein entsprechendes Lesegerät besitzt – ich schlage Seite 3 auf und lese „Für alle Länder / For all countries / Pour tous pays“ und bekomme einen Kloß im Hals, von dieser Mischung aus Glücksgefühl und Verantwortungsbewußtsein.

Flattr Invite zu verschenken

  • Veröffentlicht am 12th Juni 2010,
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Ich habe übrigens noch einen flattr invite zu vergeben und will (anders als andere Gestalten) auch keine Geschenke dafür. First come, first served – der erste interessierte Kommentator bekommt den Zuschlag.

Ah! ça ira

  • Veröffentlicht am 8th Juni 2010,
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Ich bin ja nun gerade in den Ferien und überwiegend offline. Den Grand Prix Eurovision Song Contest und den Hype um die Gewinnerin habe ich geflissentlich ignoriert. Ich sage nichts zu der Bundeskaspernummer zwischen Köhler, Wulff, Merkel und dem Rest der Leyenspieltruppe. Ich äußere mich nicht zu den beiden vorgeschlagenen Kandidaten, die alle beide in meinen Augen indiskutabel sind und zu dem depperten „not my president“/„my president“ Trallala in Bloggershausen. Ich verkneife mir auch einen Kommentar zu den Linken, die einmal mehr eindrucksvoll bewiesen haben (als ob es dessen noch bedurft hätte…) warum sie absolut unwählbar und zutiefst undemokratisch sind.

Das Sparpaket der Bundesregierung überrascht mich null, schließlich fährt Schwarz-GeldGelb nur ja konsequent weiter auf seiner menschenverachtenden Schiene. Die ärmsten der Armen werden’s schon richten. Tun sie ja seit jeher, und dank des neuen Ermächtigungsgesetzes schützt man sich so gut es geht gegen Rufe wie „A la lanterne!“.

Selbst die Ölpest und das KriegsKrisengewinnlertum von Google & Co. ringen mir nur einen müden Tweet ab. Ich bin ja im Urlaub. Ich sag’ da nix zu. Ich habe kein Bedürfnis zu weinen, auch wenn ich wette, daß die Bilder hinter dem Link dort nicht schlimmer sein könnten als die in meinem Kopf, denn auch ich erlebe nicht meine erste Ölpest. Ich erlaube mir einfach, den Kopf noch eine Woche lang in den Sand zu stecken.

Auch daß die Verleger sich nun nicht entblöden, nach Google auch noch Facebook abkochen zu wollen, weil sie schlicht gierig, geldgeil und zu blind, blöd, unfähig, und rundherum zu dumm sind um aus dem Bus zu gucken ein eigenes, funktionierendes, tragfähiges Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen lässt mich nur „what else is new“ ausrufen und denken „geht endlich sterben, Ihr Spinner“. ZEIT wird’s ja.

Das neue iPhone kann mich nicht locken, weil ich und mit HD-Video nix anfangen kann und im September mit meinem 3G endlich, endlich !!!11! den Ketten des rosa Riesen entkommen sein werde und auf fonic prepaid oder so umsteigen werde. Das iPad kann einfach zu wenig, um mein alterschwach vor sich hin röchelndes iBook G4 vollumfänglich abzulösen, dafür liebäugele ich mit dem MacBook Air und hätte mich gefreut, wenn es nach den Gerüchten gestern auch eine Update-Ankündigung auf der Keynote gegeben hätte. Aber hey, ich bin im Urlaub. Das kann alles warten. Die Fussball WM fängt ja auch erst richtig an, wenn ich wieder daheim bin.

Nur daß man in der Schweiz für zwei Croissants, ein halbes Pfund Butter und einen Liter Milch 12 21 CHF (ca. 15 EUR) los wird, das lässt mich für einen Moment milde irritiert zurück – bis ich in das himmlische Croissant beisse und der Kuh im Nachbarort über den Zaun hinweg dankbar die Locken hinter den Ohren kraule.

Sonntag

  • Veröffentlicht am 6th Juni 2010,
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Ein Sonntag auf dem Lande

Ich habe die Provence verlasssen und bin in Richtung Genf gefahren um das Angenehme (Ferien) mit dem Nützlichen zu verbinden (Kundengespräche). Das Wetter ist hier nicht mehr ganz so heiß wie in den Bergen Südfrankreichs und das Französisch ist etwas leichter verständlich für meine durch Schulfranzösisch und höchst gelegentlichen Paris-Besuche geschulten Ohren.

In beiden Ländern ist man übrigens hoch erfreut über meine Versuche, mich auf Französisch zu verständigen und registriert wohlwollend, daß hier nicht unmittelbar und reflexartig ins Deutsche oder Englische ausgewichen wird. Es kostet mich als alte Perfektionistin eine Menge Überwindung und viel Überlegung, aber nach einer Weile geht es schon recht flott und ich beteilige mich schon mit größerem Selbstbewußtsein an der Konversation. Noch eine Woche und ich bin wieder drin.

Die quietschsaubere, wunderbar spießige Schweiz ist außerdem ein echtes Kontrastprogramm zum eher dem laissez-faire zugeneigten Frankreich, wo schon einmal ein vom Frühstückstisch gefallener Löffel umstandslos an der Schürze abgerieben, kurz begutachtet und mit einem zufrieden gebrummten „voilà Madame!“ wieder neben den Teller gelegt wird, begleitet von diesem unnachahmlichen gallischen Schulterzucken.

Aber ob es an der schönen und eleganten Sprache liegt oder an der Sonne, an der natürlich auch hier am Genfer See kein Mangel herrscht: die Menschen sind hüben wie drüben durch die Bank sehr viel höflicher im täglichen Umgang miteinander als in Deutschland. Man grüsst sich gegenseitig laut und deutlich und mit Anrede (namentlich oder wenigstens mit ‘Monsieur’ oder ‘Madame’ nach dem Gruß). Man macht grundsätzlich smalltalk bevor man seine Croissants oder Zeitung bezahlt und wünscht sich gegenseitig einen schönen restlichen après-midi oder une bonne soirée und natürlich ein bon week-end.

Das wünsche ich Euch jetzt auch, geniesst das schöne Wetter, das ja nun endlich auch nördlich der Alpen Einzug gehalten hat, und macht Euch einen schönen Sonntag!

Encore Provence

  • Veröffentlicht am 2nd Juni 2010,
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Schöne Grüße aus dem sonnigen Seillans, wo nicht nur Max Ernst seinen Lebensabend verbrachte, sondern auch bereits Ginster, Klatschmohn und sogar ein wenig der Lavendel blühen! Leider funktioniert der Fotoupload gerade nicht, die Bilder werden natürlich nachgereicht.

Das Bücherstöckchen pausiert, wie Ihr seht – trotz des Titels dieses Beitrags, der einem der Bücher des Engländers Peter Mayle entliehen ist. Mayle hat sich dem Vernehmen nach übrigens bei den Eingeborenen des Louberon recht unbeliebt gemacht, weil er sämtliche Insidertipps in einer Millionenauflage breitgetreten hat und nun die Grundstückspreise für die Ureinwohner nicht mehr zu bezahlen sind.
Ich lese lieber Pagnol als Mayle, aber in Sachen Kommerzialisierung tun sich beide nichts. Das heisst: Pagnol wird kommerzialisiert; der gute Mann ist ja schon ein paar Jahre tot und begraben. Das nach einem seiner Bücher benannte Restaurant „La Gloire de mon Père“ hier im Ort serviert allerdings durchaus Essen, das gerühmt werden darf.

P.S.: Die ewige Frage „Rollen oder werfen?“ wird von den hiesigen Pétanquespielern zumeist mit einem verächtlich geschnaubten „Na, werfen natürlich!“ beantwortet.

P.P.S.: Vielen Dank all denen, die mich im ersten Monat des Experiments geflattrt haben! Es sind 2,42 € dabei herausgesprungen, also bin ich hauchdünn im Plus.
Ich habe drei Einladungscodes zu vergeben, wer möchte, erwähne dies bitte in den Kommentaren und sobald ich wieder online bin (auf jeden Fall diese Woche noch), werden sie verschickt.