Freitagstextersiegerpokalvergabe

  • Veröffentlicht am 31st März 2010,
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Vorab zum Bild: Ich habe wirklich keine Ahnung, woher das stammt und wüßte selbst gern, was da passiert sein könnte. Das Bild lag in den Untiefen meiner Festplatte vergraben, irgendwann mal irgendwo in den Weiten des Internetzes gefunden und abgespeichert für einen potentiellen späteren Einsatz. Nun, das Hamstern hat sich gelohnt, würde ich sagen.

Die Anzahl der Einsendungen war phänomenabelst, den Geistesblitzen merkte man gelegentliche Zündunterbrecher an, aber die Auswahl des Siegers fiel mir dennoch nicht leicht. Schon sehr schmunzeln mußte ich über TinCups Beobachtung:

„Jeff war überglücklich: die Bullen hatten ihm die bei einer Routinekontrolle beschlagnahmte Nähmaschine wieder ausgehändigt. Das Hanfgarn war allerdings weg. Stolz hielt er sein Baby in die Kamera, nicht ahnend, daß der UPS Geistertruck des Todes sich hinter ihm aus den Fluten erhob und wütend Kurs auf ihn nahm.“

Tatsächlich, wenn man genügend getrun genauer hinsieht, erhebt sich der Truck rachsüchtig aus den Fluten und fährt wütend die Böschung hinauf.

Das erste Mal wirklich laut gelacht habe ich bei Broca-Areals Vorschlag:

„Zufriedener Ebay-Kunde: Thomas W. (29) nach dem ersten Test seiner neuen Strahlenkanone“

Aber den Vogel abgeschossen hat meiner Meinug nach Dermachtdieworte mit:

„Nun dürfte der Unfallhergang einfacher zu klären sein: Nach zweitägiger Suche konnte endich die Black Box geborgen werden.“

Allen vielen Dank fürs Mitmachen und herzlichen Glückwunsch dem Sieger, der die nächste Runde bei sich im Blog ausrichten darf.

Der Freitagstexter

  • Veröffentlicht am 26th März 2010,
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Der Freitagstexter

In der letzte Woche fand das Spiel um die beste Bildunterschrift beim Abspannsitzenbleiber statt. Da ich unerwartet aber natürlich hochverdient gewonnen habe, darf ich die dieswöchige Runde bei mir im Blog präsentieren. Die Regel ist supereinfach: Ihr schreibt Euren treffendsten Text hier in die Kommentare (Mehrfachvorschläge möglich und erwünscht), „Einsendeschluss“ ist Mittwoch um 12h00, die Jury (ich) zieht sich anschließend zur Beratung zurück und verkündet abends ihr Urteil hier im Blog und per Tweet, und der Sieger bzw. die Siegerin darf dann nächsten Freitag bei sich im Blog ran. (Mitmachen kann man natürlich auch ohne Blog.) Eine nicht ganz vollständige Liste der historischen Freitagstextersieger findet sich hier.

Auf die Plätze… seid Ihr fertig? LOS!

Das Grosse Fressen

  • Veröffentlicht am 25th März 2010,
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Ich bin ja großer Jamie Oliver Fan, ich geb’s zu. Der Junge hat nicht nur unverschämten Charme sondern auch einen Meter Kochbücher veröffentlicht, mit wirklich leckeren, gesunden, guten, bezahlbaren und todsimplen Rezepten darin (vielleicht ein bisschen zu fleischlastig manchmal), die jeder Depp mit drei Daumen an zwei linken Händen mit verbundenen Augen in durchschnittlich zwanzig Minuten nachkochen kann. (Seine iPhone app ist ohne Flachs meine allerliebste app und sein kostenloser Videopodcast auf iTunes sehr lohnenswert.) (mehr …)

Der Bewusstseinswandel, der nicht stattfinden wird.

  • Veröffentlicht am 23rd März 2010,
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Der einzig wirklich wahre Satz in Frank Patalongs jammernd vorgetragenen Pamphlet über die Notwendigkeit von Onlinewerbung und seinem Wehklagen über die bösen Nutzer von Adblockern lautet: „Notwendig ist ein Bewusstseinswandel.“ Allerdings darf bezweifelt werden, daß die Werbebranche und Verlage diesen Bewußtseinswandel hinkriegen. Sie schnallen ja nicht einmal, daß er bei ihnen liegen muß.

Ich habe nichts gegen Werbung. Ich habe auf die eine oder andere Art, direkt oder indirekt, mit Werbung und Marketing mein Geld verdient seit ich die Schule verlassen habe. Aber ich halte nichts davon, die Leute aufs Glatteis zu führen. Werbung kann durchaus informieren und unterhalten. Ich sehe gerne gut gemachte Werbung, die mich nicht für dumm verkaufen will. Ich lache über witzige TV-Spots und blättere gern in gut gemachten Katalogen und Broschüren. Werbung ist ein Handwerk, und wie bei jedem Handwerk ist es ein Genuss, den Meistern ihres Faches bei der Arbeit zuzuschauen. Und ich lasse mich gern von Werbung verführen – jedenfalls, solange ich mir bewußt bin, daß es sich um Werbung handelt. Leider besteht fast jedes kommerzielle Verlags-/Medienangebot offline wie online, gedruckt wie im TV nur noch aus Werbung, davon nur etwas 50% als solche deklariert. Der Rest ist Product Placement, Vettern-/Günstlingswirtschaft, PR, Schleichwerbung. Journalismus? Fehlanzeige. Die Medien betrügen und belügen ihre Kundschaft schon lange und werden von Jahr zu Jahr unverschämter. Eine Selbstregulierung greift nicht, die Politik ist zwar nicht machtlos, die für beide Seiten notwendige und gesunde Abtrennung zur selbsternanten vierten Macht im Staate findet jedoch schon lange nicht mehr statt, wie das Beispiel Koch/Brender/ZDF zuletzt gezeigt hat.

Früher gab es eine gesunde Mischung diverser Printmedien in überschaubarer Vielfalt in Deutschland. Dazu drei öffentlich-rechtliche Fernsehsender und ein paar öffentlich-rechtliche Radiosender. Unter Rudolf Augstein zeichnete kein Redakteur des SPIEGEL mit Namen seine Artikel. Das wäre als Eitelkeit angesehen worden: Der gesamte SPIEGEL stand für aufrechten und wahren Journalismus. Es ging nicht um Selbstreferenzalität sondern um Nachrichten. (Dies nur als Erklärung für diejenigen, die sich bei Fefe mal über seine wiederkehrende Formulierung „Das ehemalige Nachrichtenmagazin“ gewundert haben sollten.) Natürlich gab es früher auch Werbung in den Medien, aber a) als solche gekennzeichnet und b) teilten sich sehr viel weniger Kunden einen sehr viel kleineren Kuchen. Die irriwtzigen Gewinnmargen der 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden in der Werbung wohl niemals wieder erreicht werden. Woran erinnert mich das nur? Ach ja: Tim Renners Zitat zum Niedergang der Musikindustrie:

Meiner Meinung nach begann der Untergang der Musikindustrie mit der CD. Das liegt nicht nur daran, dass die Langspielplatte, die sie ablösen sollte, so viel sinnlicher war als das kleine Stück Plastik/Aluminium Gemisch. Das eigentliche Problem der CD war ihre hohe Profitabilität. Die Herstellung einer CD kostet weniger als die von Vinyl, die Preise wurden bei der Einführung aber verdoppelt. Verkauft wurde Anfangs hauptsächlich Katalog, also Aufnahmen welche die Plattenfirmen schon lange bezahlt und verbucht hatten. In der Konsequenz schossen die Margen durch die Decke. Musikwirtschaft wurde ein hoch profitables Geschäft und zog deshalb statt Freaks und Fans Betriebswirte und Banker an.

Klingt irgendwie bekannt, oder?

Heute gibt es ungezählte Blätter im Printdschungel und irgendwo zwischen 50 und 300 in Deutschand über Kabel oder Satellitenschüssel empfangbare TV-Sender. Und alle wollen bzw. müssen sich irgendwie refinanzieren. Und dann gibt’s natürlich noch das Internet: vergleichsweise geringen Herstellungs- und Distributionskosten stehen potentiell Millionen an Lesern/Zuschauern/Konsumenten gegenüber. Die müssen sich doch irgendwie einfangen lassen! Zur Not per Gesetz – es würde mich wirklich nicht im Mindesten überraschen, sollten Werbeblocker bald illegal sein. Die Werbeblocker, die von verzweifelten Nutzern programmiert wurden, die sich nicht länger von teils virenverseuchten Popups, Bannern, Superbannern, Layer-Ads und sonstigen Informationsverhinderern fesseln lassen wollten. Oder Cookies und schlimmere Schnüffelsoftware auf ihren Rechnern installiert bekommen wollten.

Das Internet ist nicht erschaffen worden um Verlagsgeschäftsmodellen, die offline schon gescheitert sind und sich ohnehin nur noch dank Tricksereien und Milchmädchenrechnungen tragen, einen dritten Frühling zu bescheren. Es wurde zum internationalen Austausch von Wissen und Informationen geschaffen. Zunächst militärischer und wissenschaftlicher Natur, erst später auch für „normalsterbliche“ Nutzer. Der ganze Witz am Netz ist, daß es immer die kürzeste Verbindung zwischen den zwei Punkten „Nutzer“ und „Information“ sucht und anbietet. Hürden wie Werbung werden schlicht umgangen oder übersprungen. Jan Schejbal hat das in seiner Antwort an Patalong wunderbar zusammengefasst:

Ihr könnt natürlich auch in den Krieg gegen das Netz ziehen, anfangen, Adblocker zu erkennen und die Leute aussperren. Ihr werdet verlieren. Das Netz kann die Tarnung schneller anpassen als ihr die Erkennung. Wenn es sein muss, innerhalb von Minuten. Ihr könnt euren Inhalt auch hinter Paywalls verstecken. Vielleicht werden euch die wenigen, die ihn trotzdem lesen, sogar so viel einbringen wie die Werbung euch eingebraucht hat. Aber viel wahrscheinlicher werdet ihr in der Bedeutungslosigkeit versinken. Niemand wird euch mehr verlinken, wenn seine Leser eure Artikel nicht abrufen können. Der böse raubkopierende Feind Google wird euch nicht mehr finden, und mit ihm 50% eurer Besucher.

So sieht’s aus. Und niemand wird Euch eine Träne mehr nachweinen, denn Ihr habt keinen echten Wert geboten sondern immer nur genommen, genommen, genommen.

Die Verwechslung von Medium und Botschaft

  • Veröffentlicht am 23rd März 2010,
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Der von mir sehr geschätzte Journalist Stefan Niggemeier hat eine Reihe von Tweets zum Thema Kachelmann exemplarisch herausgesucht und folgendermaßen kommentiert: „Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Twitter die Menschen doof macht oder nur ohnehin vorhandene Doofheit sichtbar.“

Ist es nicht erstaunlich, wie das Medium Twitter mal als Heilsbringer gefeiert wird, weil es iranischen Regimegegnern eine Stimme gibt oder sogar Leute aus dem ägyptischen Knast holen kann und mal als Untergang des Abendlands oder wenigstens des Journalismus, weil es zum Beispiel bei Flugzeugkatastrophen schneller ist als Nachrichtenagenturen, aber natürlich auch die getwitterten Bemerkungen keiner journalistischen Sorgfaltspflicht unterliegen und nicht jeder Überprüfung standhalten? Das zeigt doch ganz offensichtlich, wie neutral und demokratisch dieses Medium ist. Jeder hat 140 Zeichen zur Verfügung, um seine Botschaft potentiell an ein Millionenpublikum zu senden. Wie also könnte so ein Medium die Menschen „doof machen“?

Bleibt die Frage, ob Twitter „die ohnehin vorhandene Doofheit sichtbar“ macht. Ja und nein:

Es gibt nicht „das Twitter“. Jeder Twitteruser  stellt sich selbst seine Timeline zusammen und kann entscheiden, wem er folgt und wen er folgen lässt. Ich habe nicht einen einzigen Spruch über Kachelmann bzw. das Thema auf Twitter mitbekommen, was wahrscheinlich für das Niveau meiner virtuellen Bekanntschaften spricht (allerdings klebe ich auch nicht 24/7 mit einem Auge auf meiner Timeline).

Wie im Offline-Leben, den Kantinen, U-Bahnen und Schulhöfen da draußen gibt es natürlich auch auf Twitter  und in anderen Online Communities Menschen oder Themen, denen es aus dem Weg zu gehen gilt, will man sich nicht aufregen. Und anders als im Offline-Leben muß man sich auf Twitter nicht einmal unter einem höflich gemurmelten Vorwand zurückziehen, wenn das Thema nicht gefällt oder der Gegenüber plötzlich schmutzige Witze oder radikale politische Ansichten zum Besten gibt. Man geht einfach kommentarlos offline oder entfolgt bzw. blockt den Störenfried auf Knopfdruck. „Puff!“ und weg ist er.

Wer dezidiert nach Kachelmannwitzen sucht, wird sie finden und darf sie geschmacklos finden und an den Blogpranger stellen, klar. Aber inwiefern unterscheidet sich die gezielte Suche auf Twitter von dem Boulevardreporter, der den Pendlern in einem U-Bahn-Wagen sein Mikro unter die Nase hält und Soundbites zum Thema sammelt? „Dumm ist der, der Dummes tut“, wie schon Forrest Gumps Mama wußte. Was sagt das über mich aus, wenn ich erst gezielt nach etwas suchen muß, das ich grundsätzlich abstoßend finde – um es dann empört meinem Publikum in epischer Breite zu präsentieren? Das wäre doch bestenfalls heuchlerisch zu nennen. Oder eben schlicht – doof.

Clearly you’ve never been to Singapore!

  • Veröffentlicht am 22nd März 2010,
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Soso, ein vierter Teil von Fluch der Karibik ist also tatsächlich in Mache. Das wird Captain Jack sehr freuen. Aber ich muß zugeben, diese Einladung zum Vorspiel Vorsprechen hat mich doch etwas nachdenklich zurückgelassen:

In a request to casting directors circulated around Los Angeles last week, the film-makers say they are seeking “beautiful female fit models. Must be 5ft 7in-5ft 8in, size 4 or 6, no bigger or smaller. Age 18-25. Must have a lean dancer body. Must have real breasts. Do not submit if you have implants.”

Übersetzt: Wir suchen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren, die maximal 1,73 m groß sind und das bei Konfektionsgröße 34, maximal 36. Keine Plastktitten Implantate, nur echte Brüste. Die Barbiemöpse bewegen sich nämlich beim Rennen nicht natürlich genug für die geifernde Meute hinter der Kamera:

The film-makers warn that there will be a “show and tell” day with costume designers where potential actresses will be expected to run — a venerable Hollywood test to detect false breasts, which move less freely than the real thing during action sequences.

Wobei sich natürlich die Frage stellt, wieviel da schon schwappen kann bei Gr. 34 und dem schmalen Körper einer Tänzerin. Und wie man bei einer Körpergröße von 1,73 eine Konfektionsgröße von 34 haben kann ist mir übrigens auch schleierhaft.

(via The Times)

Der Kulturtipp

  • Veröffentlicht am 18th März 2010,
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Da habe ich doch endlich mal Gelegenheit, mich bei Frau Percanta für ihre wunderbaren Argentinienberichte zu bedanken, die mir seit Wochen täglich ein paar Minuten Bildungsurlaub bescheren. Und außerdem wartet ja mein Exemplar der Herzdamengeschichten noch auf seine Signatur. Als Fangirl hab‘ ich’s wirklich gut getroffen: ich muß dafür nur ein paar Stadtteile weiter reisen!

Wer unverständlicherweise die betreffenden Autoren noch nicht kennt, sollte diese Bildungslücke ratzfatz schließen:

Percanta

Isa

Bov

Maximilian Buddenbohm a.k.a. Merlix

Print wirkt!

  • Veröffentlicht am 16th März 2010,
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ARVE Fehler: id und provider shortcode Attribute müssen für die alten Shortcodes gesetzt sein. Es ist empfehlenswert auf den neuen [arve] Shortcodes zu wechseln der nur die URL braucht.

via @eigenart

Twitterspam reloaded

  • Veröffentlicht am 15th März 2010,
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Nach den MacBook Pro Retweetern, die ich ja schon letztens aufgespießt hatte, kommen jetzt die Rucksackdeppen. Auf dem Männig-Blog gibts ein paar nette Screenshots. Auch meine Timeline ist voll von Leuten, die es immer noch nicht geschnallt haben: Es gibt nichts umsonst, es gibt wahrscheinlich auch diesmal nichts zu gewinnen, es gibt wieder nur jede Menge zu verlieren: die eigenen Follower und natürlich Respekt.

Zeitweiliges Wasser

  • Veröffentlicht am 15th März 2010,
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Immerhin: Der Schnee scheint zumindest in Hamburg auf dem Rückzug zu sein. Aber wetten, der kommt spätestens Ostermontag zurück, wenn auf Gut Kaden die Saison eröffnet wird? Dieses Jahr ohne mich. Ich habe beschlossen, wie schon im vergangenen, so auch in diesem Jahr nur ein paar Vierer und den gelegentlichen Monatsknopf in meinem Club mitzuspielen und mich ansonsten brav dem Üben des kurzen Spiels zu widmen.

Ab April. Frühestens.

Homefucking kills PRostitution

  • Veröffentlicht am 14th März 2010,
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Hier findet gerade eine schöne, selbstreferentielle Debatte zum Thema PR und Social Media statt.

„Andererseits ist klar, dass es wohl niemandem gibt, der einen legitimeren Zugang zum Thema Social Media anmelden könnte als die PR-Branche, die sich nun mal seit langer Zeit für ihre Kunden mit strategischer Kommunikation beschäftigt. Dennoch sitzen PR-Treibende heute am gleichen Tisch mit Webdesignern, Grafikern, Informatik-Studenten und anderen „Experten“, die nun allesamt das Thema Social Media für sich entdecken und lautstark auf ihrer Fahnen heften.“

„Ihr dauert mich, das Walross sprach. Ich kenne Eure Qualen.“ – Werbeagenturen, die seit Jahren ihre Mitarbeiter einstellen nach dem Motto: „Du machst Marketing, PR und Vertrieb – ist ja eh alles dasselbe, und am besten bringst du auch noch ausführliche Kenntnisse in HTML, CSS, PHP und Photoshop mit. Die gängigen Contentmanagement-Systeme sind dir sicher geläufig, oder?“

Aber ich verstehe Euren Schmerz; ich erinnere mich gut an die Zeit, als es noch Schriftsetzer und Reprografen gab. Die dann drei Jahre später vom Arbeitsamt eine Umschulung auf PageMaker und QuarkXpress oder Photoshop bekamen und sich fortan DTP-Spezialisten nannten; noch ein paar Jahre später dann „Webdesigner“. Und mit ihrer 10 DM/Stunde-Herangehensweise uns acht-Semester-studierten-Dipl.-Grafikdesignern gehörig die Preise verdarben. Da half dann auch keine Mitgliedschaft in AGD oder BDG mehr, die Büchse der Pandora war geöffnet. Ich habe auf die harte Tour gelernt, daß „Grafikdesigner“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist und sich quasi jeder so nennen darf, der einen Bleistift richtigherum halten kann. (Thies hier hat ein schönes, aktuelles Beispiel für den Niedergang dieses Gebiets. Man müßte laut lachen, wenn es nicht so traurig wäre.)

Insofern verstehe ich, daß Euch der Arsch auf Grundeis geht. Nur, daß es noch weniger Kenntnisse braucht, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen als einen Bleistift zu halten. Und darum seid Ihr schlicht vom Schicksal gefickt, pardon my French. Diese „Webdesigner, Grafiker, Informatik-Studenten und andere „Experten““ sind genau das: Experten. Da braucht Ihr gar keine Anführungsstriche zu bemühen. Jeder Mensch mit einem einigermassen intakten Sozialleben ist ein Social Media Experte. Daß nun einige unter ihnen daraus klingende Münze machen wollen und sich damit auf „Euer“ Agenturterrain begeben – tja, das nennt man dann wohl die Poesie der ausgleichenden Gerechtigkeit.

Die allermeisten Firmen wollen nicht mit ihren Kunden reden. Der Kunde stört. Darum haben sie Callcenter, CRM-Programme und andere Kundenkontaktverhinderungsmaßnahmen um ihre Schlösser und Burgen herum aufgebaut. PRler sind die Krokodile in diesen Burggräben. Und dann so etwas: In diesem blöden Interweb, das doch eigentlich nur als Vertriebskanal angedacht war, unterhalten sich die Kunden jetzt plötzlich über die Firmen und ihren meist nonexistenten Service oder die schlechte Produktqualität, statt brav zu kaufen. Also rufen die Firmen nach PRlern und schreien „iiiiih, mach das weg!“ oder aber schicken die Krokodile als Schwäne verkleidet durch den Park, um mit tollen Versprechungen neue Besucher anzulocken.

Wer hauptberuflich in PR macht wird vielleicht schon mal gemerkt haben, daß ihn selten bis nie jemand freudig mit offenen Armen empfängt. Journalisten nehmen verächtlich Euren Content entgegen, wenn Ihr sie brav mit genügend Goodies (Pressevorführungen, Reisen, Bankette, Digitalkameras oder wenigstens DVDs etc.) schmiert. Die wollen schließlich auch nicht mehr als nötig arbeiten für ihre dreieurofuffzich, sondern idealerweise Eure Pressemitteilung direkt ins CMS einfliessen lassen. Aber respektieren oder gar lieben tun sie Euch deswegen noch lange nicht. Und Otto Normalverbraucher weiß genau: PR ist gleich Werbung, nur halt verkleidet. Ein Schwein mit Lippenstift bleibt halt ein Schwein. PRler lügen hauptberuflich für Geld, genau wie Werber, aber wenigstens geben letztere das offen zu. (Been there, done that. Proud Member of the Association of Puffpianisten International.)

Werbung aber interessiert Otto Normalverbraucher nicht, sie nervt ihn zu 99,9%. Er will sich nicht mit PRlern unterhalten. Er will sich nicht mal mehr mit den Firmen unterhalten, denn seine Erfahrungen sind meist so übel, daß er lieber gleich mit seinen Freunden redet. Gemeinsames Leid verbindet schließlich, davon kann jeder ein Lied singen, der beispielsweise je einen DSL-Anschluß kündigen wollte – egal, bei welchem Anbieter.

Ihr habt was falsch verstanden, Ihr PR-Experten: Ja, Märkte sind Gespräche, aber Gespräche sind deshalb nicht gleich Märkte. Ihr werdet immer diejenigen sein, die sich im Lokal bei einer fröhlichen Runde an den Tisch schleichen und „Wolle Rose kaufen?“ fragen. Der Störfaktor. Die Lachnummer. Bestenfalls bemitleidet.

„Wir kennen ein paar Leute aus eurer Firma. Sie sind online recht cool. Habt ihr noch welche von der Sorte, die ihr versteckt? Dürfen sie rauskommen und mitspielen?“ (Cluetrain Manifest)

Social Media ist eine echte Chance für die Firmen, sich von überflüssigem Ballast wie beispielsweise PR-Beratern zu befreien, und mit ihren Kunden direkt in Dialog zu treten. Nicht über einen inhouse-PRofi mit Twitteraccount und Facebookseite, sondern vielleicht über den Controller, die Sekretärin oder sogar den Geschäftsführer selbst. Aber selbst wenn die Firmen lieber noch mehr Krokodile in den Burggraben setzen (die sich irgendwann gegenseitig zerfleischen, es fängt schon an, s.o.), so nivelliert Social Media immerhin das Spielfeld für die Endverbraucher. Jedenfalls so lange, bis die Krokodile von den Haifischen abgelöst werden:  den Abmahnanwälten.

Onkel Montagues Schauergeschichten

  • Veröffentlicht am 13th März 2010,
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Onkel Montagues Schauergeschichten

Als ich vor ein paar Wochen einen fiesen Schneeanfall überbrücken mußte, flüchtete ich in meine liebste Hamburger Buchhandlung, Laatzen am Stephansplatz/Esplanade, wo Stunden zu Minuten werden und Minuten zu Sekunden. Dort stöberte ich der Reihe nach alles durch und wollte gerade sonnigen Herzens mit einem Arm voller Bücher meine Zeitmaschine wieder verlassen, als mich dieses Buch am Ärmel zupfte. Als ich mich umdrehte, lehnte es sich betont lässig zurück, gegen seine Rückenstütze in der Mitte des Präsentiertischleins gegenüber der Tür und zog die Augenbrauen hoch: (mehr …)

Zitate des Tages zum Thema Journalismus

  • Veröffentlicht am 12th März 2010,
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Der Kommentar des Tages, wenn nicht der Woche ist für mich diese Reaktion auf Stefan Winterbauers Artikel über die fragwürdige Art und Weise, wie die Zeitschrift Merian in ihrem aktuellen Sonderheft zur Formel 1 zwischen Anzeigen und Redaktion trennt:

„Als ich 16 war, und bei Burger King diese komische Zeitung gelesen habe, die da immer ausliegt, da ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass da nie Verrisse drinstehen. Immer nur Lobhudeleien. Das war der Moment an dem mir klar wurde, dass es keinen Journalismus-Nicolausosterhasen gibt.

Seither gehe ich bei allem Gedruckten, bei allen Medien, die in der Herstellung viel, viel Geld kosten, immer, immer immer zuerst davon aus, dass es selbstverständlich einen Zusammenhang und einen Einfluss von Werbenden auf Redaktionen gibt. Vom Gegenteil lasse ich mich nur mühsam überzeugen.

Und erst jetzt wird mir klar, dass ich deswegen vielleicht inzwischen lieber die Blogs meiner Freunde lese, als publizistische Produkte.“

Gleichzeitig verlangt auf einer anderen Bühne der Cheflobbyist eines Verlages, daß künftig u.a. nicht nur Google, sondern auch jeder den PC gewerblich nutzende Leser der journalistischen Angebote im Netz eine Abgabe an eine neu zu gründende Verwertungsgesellschaft leisten solle. Die selbstbewußt lautende Begründung:

„Das Netz quillt über mit Informationen – wir organisieren die Rangreihenfolge. Das ist die Leistung, die wir bringen. […] Wir sehen, dass die Abonnements von Zeitungen und Zeitschriften in den meisten Unternehmen zurückgehen – das hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir so gute Webseiten machen.“

Die beste Replik auf diese Chuzpah kommt von Thomas Knüwer:

„Nun, dann schauen wir uns die Rangreihenfolge doch einmal an, in diesen Sekunden, da ich dies tippe. Da meint Welt Online, die wichtigste Meldung der Welt sei, dass die FDP Kritik an Guido Westerwelle “Diffamierung” nennt. Derzeit also, in diesen Sekunden, gibt es auf der Welt nichts Wichtigeres als PR einer Partei. Es muss ein ruhiger Tag sein. Daneben bekomme ich mitgeteilt, dass ein Aldi-Bruder laut “Forbes”-Liste nicht mehr so reich ist wie zuvor – eine Meldung von gestern. Oder ich darf mir das Auslaufen eines Kreuzfahrtschiffes anschauen – inszenierte Unternehmens-PR.

Meine persönliche Rangreihenfolge der Nachrichten sieht anders aus.“

Meine auch.

Wirtswechsel: Wo soll ich mein Blog künftig hosten lassen?

  • Veröffentlicht am 9th März 2010,
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Seit ca. 1994 habe ich eine eigene Website; erst bei CompuServe, später bei Comlight. Letztere haben 2000 oder 2001 den Löffel gereicht und ihren Kunden damals zum Abschied 1&1 empfohlen. Seitdem liegt das, was irgendwann ca. 2000 zu e13.de wurde, auf deren Servern und eigentlich habe ich auch keinerlei Probleme mit 1&1. Aber offenbar vertragen sich WordPress und die 1&1 Server langsam nicht mehr allzugut; ich bekomme im Backend inzwischen nach jedem zweiten WP-Update einen „Internal Server Error 500“. Aktuell kann ich kein Theme wechseln oder anpassen, vorher kam ich plötzlich nicht mehr in den admin Modus… langsam nervt mich das alles. Und wenn man nach den Fehlermeldungen googelt, liegt es fast immer daran, daß die Leute bei 1&1 hosten lassen.

Also wechseln, okay. Aber zu welchem Anbieter? Habt Ihr Empfehlungen? Wenn ja, welche und warum? Über Eure Tipps würde ich mich sehr freuen.

Update: es ist nun die domainfactory geworden (df.eu). Das Angebot und die Konditionen fand ich am überzeugendsten.

„The moment of a lifetime“ – Die Oscars 2010

  • Veröffentlicht am 9th März 2010,
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This really is… There’s no other way to describe it, it’s the moment of a lifetime. First of all, this is so extraordinary to be in the company of such powerful, my fellow nominees, such powerful filmmakers who have inspired me and I have admired for, some of whom, for decades. And thank you to every member of the Academy. This is, again, the moment of a lifetime.

– Kathryn Bigelow in ihrer Dankesrede

„Well – the time has come“ sagte Barbra Streisand, als sie den Umschlag mit dem Namen des Gewinners für die Beste Regie öffnete. Es war eine Gewinnerin: Zum ersten Mal in der Geschichte der AMPAS (Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences) wurde eine Frau für ihre Arbeit als Regisseurin ausgezeichnet. Alten Filmbusinesshasen und Awards-Nerds wie mir war das in dem Moment klar als Barbra die Bühne betrat, denn immerhin war sie wiederum die erste Frau, die den Golden Globe für die beste Regie mit nach Hause nehmen durfte (1983 für Yentl).

Die Gewinnerin heißt Kathryn Bigelow und bei jedem ihrer meist sehr actionlastigen Filme wird betont, daß er von einer Frau gedreht wurde. Als ob Frauen nichts über Gewalt wüßten! The Loveless (1982) dreht sich um eine Motorradgang, die eine Kleinstadt heimsucht. Blue Steel (1989) zeigt eine Polizistin, die sich gegen einen sie stalkenden Psychokiller zur Wehr setzt. Point Break (1991) hat Banküberfälle, Big Wave Surfing und Fallschirmspringen. Strange Days (1995) galt vor fünfzehn Jahren als einer der gewalttätigsten Filme seiner Zeit. Der Oscarprämierte The Hurt Locker nun ist ein Thriller über einen Bombenräumtrupp im Irak.

Kathryn Bigelow hat viele gute Filme gemacht. Und ob The Hurt Locker besser oder schlechter war als seine neun (!) Konkurrenten um den Thron des Besten Films, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich freue mich für sie und hoffe, daß wir nicht wieder 81 Jahre auf eine Gewinnerin warten müssen. Susanne Bier, Rebecca Miller, Kimberly Peirce und viele mehr scharren schon mit den Hufen.

Wake up and smell the Bullshit (aktualisiert)

  • Veröffentlicht am 5th März 2010,
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Ich habe ca. ein Dreivierteljahr vor Roberts Verkauf von basicthinking.de aufgehört, das Blog zu lesen. Es hat mich einfach nicht mehr interessiert. Nach Übernahme durch das neue Redaktionsteam war ich noch nicht einmal dort und sah bislang auch keinen Anlass dazu. Heute stieß ich auf einen Artikel im YuccaTree Blog, wo sich der Autor darüber empört, daß die meisten User wohl keine Lust haben basicthinking.de direkt zu besuchen, statt die Artikel in einer offenbar neuerdings gekürzten Fassung im Feedreader zu lesen. Die Redakteure müßten ja auch von etwas leben und sollen jetzt unter Brücken schlafen… User, die alles kostenlos wollen… blah blah, blah.

1. Wer interessante Dinge mit einem Mehrwert für den Nutzer bloggt, wird auch gelesen. Selbst wenn er verkürzte Feeds oder Artikelanrisse im Blog anbietet und der User eben einmal mehr klicken muss.
Ich habe über 300 Feeds abonniert, davon sind etwa 10 Prozent gekürzt, zeigen also nicht den vollen Inhalt der Artikel. Nicht bei jedem Artikel klicke ich auf „mehr“, aber bei einigen schon – wenn sie ein Thema behandeln, das mich interessiert. Das erfahre ich natürlich nur, wen der Redakteur oder Blogger die ersten Absätze entsprechend interessant geschrieben hat. Wenn sein Artikel allerdings nur so dahin mäandert und erst im letzten Absatz der springende Punkt kommt, hat der Autor leider Pech gehabt. Kein Klick.

Basicthinking hat nach eigenen Angaben über 320.000 Besucher im Monat. Das sind mehr als so einige IVW-geprüfte kommerzielle Angebote vorzuweisen haben. Nicht schlecht für ein Blog, und ein beredtes Zeugnis für die interessanten und offenbar gut aufbereiteten Inhalte.

2. Man kann Feedabonnenten zählen und in auch Feeds Werbung einblenden. Das ist keine Raketenphysik, man muß dafür nicht Informatik studiert haben. Und seinen Werbekunden gegenüber kann man dann sogar noch anbieten: „Mein Blog wird von x Leuten täglich besucht, und weitere y Leute lesen es täglich im Feedreader, und von denen wiederum klicken z Leute dann auch noch auf weiterführende Links um mehr zu erfahren. Sie können also zusätzlich auch noch im Feed werben!“

3. Man kann seine Inhalte auch für mobile Endgeräte optimieren, z.B. fürs iPhone. Nein, man muß keine App dafür programmieren. Nicht einmal sonderlich viel Zeit investieren, etwa 5 Minuten sollten reichen. Es reicht ein WordPress-Plug-in wie beispielsweise das von Alex King (basicthinking.de läuft auf WordPress). Vorteil: User, die den Feed auf dem Smartphone lesen (und das ist ja insbesondere bei einem IT-Blog nicht wirklich unwahrscheinlich), haben weniger Hemmungen, vom Feed auf die Seite zu wechseln.

Den Leuten vorschreiben zu wollen, wie und wo sie Inhalte zu konsumieren haben – das funktioniert heute nicht mehr. Das sollte sich eigentlich herumgesprochen haben, dachte ich.

Es kann gut sein, daß das alles nicht für genügend Einnahmen sorgt. Das ist sogar wahrscheinlich. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Man betreibt das Blog aus Leidenschaft und sieht jegliche Art von Werbeeinnahmen als nettes Zubrot, arbeitet aber ansonsten anderweitig für sein Geld (Shopblogger, Saftblog und ungezählte andere). Das machen die meisten Blogger, und nur sehr , sehr wenige können ausschließlich von den Werbeeinnahmen ihres Blogs leben, nicht einmal Deutschlands bekanntester Blogger Sascha Lobo, wie’s aussieht. Vielleicht Spreeblick, keine Ahnung.

Oder man sieht das Blog als steuerabzugsfähige Werbeausgabe für die dahinterstehende Firma. Werbung kostet halt Geld. Nicht werben auch. Wenn man sich die Werbung nicht mehr leisten kann, wird sie eben eingestellt. Die Firma dann meist auch. Das kann die angestellten Redakteure/Blogger ihren Job kosten, aber hey, that’s life. It sucks and then you die. Wenn eine Firma die Werbeagentur wechselt, sind meist auch plötzlich eine Menge Leute arbeitslos, die den Etat zuvor betreut haben.“Deserve got nuthin‘ to do with it“. Mund abputzen, weitermachen.

Nachtrag: Nachdem Felix Schwenzel hier sehr schön die Lage zusammengefasst hat, gibt es nun auch noch einen Nachschlag von basicthinking.de. Leider outet sich der Autor als komplett merkbefreit:

Basic Thinking ist kein Hobbyprojekt, ich glaube, dass ist vielen nicht klar. Ich schlurfe nicht morgens im Bademantel zum Computer, stelle die Kaffeetasse ab und sage: “So, wat hammwa denn da?”, um danach “ein wenig zu bloggen”

Guess what: Das werden wohl die wenigsten Blogger tun, auch wenn das Bild ja immer wieder gerne mal von der Bratwurstjournallie bemüht wird. Aber wer seinen Traum leben will und sein Geld mit seinem Hobby verdienen, der sollte a) verdammt gut sein und möglichst einzigartig oder wenigstens eine echte Kapazität seines Fachs, b) vorab überlegen wovon er leben will, wenn es nicht klappt und einen realistischen Plan B haben („Mach was Sicheres Kind / Denn noch ist nicht alles hin!“) und nicht die beleidigte Leberwurst geben, wenn das eigene Genie vom Publikum nicht erkannt wird.

Dann folgt eine end- und freudlose Schilderung seines ach so aufreibenden Tagesablaufs, den man auch ganz gut unter „wir nennen es Arbeit“ subsummieren könnte. Nichts, was nicht andere Tausende „Webworker“ auch täglich machen, gute Zeiten, schlechte Zeiten, Leben eben.

Ich beschwere mich nicht, ich habe mir diesen Job ausgesucht – er macht mir Spaß. Doch er ist kein Hobby. Er ist ein Beruf, mit dem ich, Marek und die anderen bei uns den Lebensunterhalt verdienen müssen. Und nicht zuletzt steht hinter dem Blog ein Betreiber, der wohl früher oder später auch etwas dafür sehen möchte, dass wir seine Räumlichkeiten und die Technikinfrastruktur nutzen dürfen. Wie lange wird ein bislang defizitäres Projekt in den heutigen Tagen noch gesponsert? Wenn Basic Thinking sich nicht selbst trägt, wird der Laden dicht gemacht. So einfach ist das.

Tough shit. Basicthinking.de wurde damals medienwirksam für einen Betrag ersteigert, für den man auch eine viertel bis halbe Anzeigenseite in einer Tageszeitung hätte schalten können. Mit dem ganzen PR-Rummel hat man deutlich mehr Werbewert für sein Geld bekommen, die Aktion dürfte also als erfolgreich gewertet werden. Nun hat die Werbewirksamkeit für den Käufer inzwischen nachgelassen und man möchte gern Geld mit dem Projekt verdienen. Nur leider hat man sich vorab kein Businessmodell überlegt, sondern vermutlich „das wird schon noch“ gesagt haben, wenn überhaupt so weit gedacht. Und nun stellt man fest, daß es eben nicht noch wird und daß die User einen vielleicht ganz gern lesen, aber nicht so gern, daß sie dafür bezahlen möchten oder ihre Lesegewohnheiten komplett umstellen. Statt einen neuen echten Mehrwert zu bieten, nimmt man ihnen stattdessen etwas weg, an das sie sich gewöhnt hatten: den kompletten Feed.

Daß einige Kommentatoren sich im Ton vergriffen haben ist unbestritten, aber warum hat man diese Kommentar nicht kommentarlos gelöscht? Warum verhöhnt man sein Publikum noch?

„ich denke, dass gerade Leser, die unsere Texte mögen, diese 0,3 Kcal am Tag aufbringen können.“

„Wie sieht es mit Paid Content aus? Ein kostenpflichtiger Zugang zum Blog! Ah, wollt ihr nicht… ich verstehe. Na, dann halt Bannerwerbung, vielleicht etwas auf TKP-Basis. Ach…“

Mit Honig fängt man mehr Fliegen als mit Essig. Ist es Sache der User, sich ein Businessmodell für Euch auszudenken? Wohl kaum.
Ich habe basicthinking wie gesagt seit ca. anderthalb Jahren nicht mehr gelesen (s.o.), aber wäre ich Abonnent, so flöge Euer Feed spätestens jetzt achtkantig aus meinem Reader. Die 0,3 Kcl würde ich dafür freudestrahlend investieren.

Simon’s Cat: Snow Business 1 & 2 – die ganze Geschichte!

  • Veröffentlicht am 4th März 2010,
  • veröffentlicht von

Der Schnee ist weitgehend wieder weg, aber hier ist noch Simon’s Nachklapp zur Wetterlage der letzten Monate. Der erste Teil war ja schon lustig, aber hier ist jetzt der komplette Film:

ARVE Fehler: id und provider shortcode Attribute müssen für die alten Shortcodes gesetzt sein. Es ist empfehlenswert auf den neuen [arve] Shortcodes zu wechseln der nur die URL braucht.