Wo liegt das Problem?

  • Veröffentlicht am 30th August 2009,
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Vor ein paar Monaten war es bereits einmal Thema; Welt Online griff es diese Woche wieder auf und SpOn hat nun heute erneut von einem „Problem“ gesprochen: Was, wenn die Ergebnisse der Exit Polls vor Schließung der Wahllokale schon über Twitter bekanntgegeben werden und bis dato noch unentschlossene Wähler mobilisieren? Das soll dann Wahlmanipulation sein.

Bin ich jetzt zu blöd um das zu verstehen, oder ist das ein Haufen gequirlter Hühnermist? Die Exit Polls sind hochgerechnete Stichproben und es könnte theoretisch jedermann selbst eine solche mit Mikro und Kamera oder Stift und Papier vor seinem Wahllokal durchführen und veröffentlichen. Wer bis eine Stunde vor Toresschluß noch nicht gewählt hat, wird sehr wahrscheinlich auch nicht mehr hingehen, insofern dürften da keine erdrutschartigen Verschiebungen mehr stattfinden. Glaubt hier wirklich jemand, da sitzen Heerscharen von noch nicht entschlossenen Wählern gebannt vor Twitter und stürzen dann auf Kommando an die Urnen, um doch noch das Zünglein an der Waage zu spielen?

Aber selbst wenn – wo liegt denn der gravierende Unterschied zu einer Prognose vom Wahlmorgen oder -vorabend? Und es ist ja nicht so, als würde man hier Kinder, Hunde und andere nicht wahlberechtigte Wesen an den Haaren an die Urnen schleifen. Jeder Wahlberechtigte hat das Recht, seine Stimme bis zum Schluß abzugeben und sich bis zum Schluß über die Wahl Gedanken zu machen und natürlich auch die Partei zu wählen, die ihm seine Stimme wert ist. Es ist egal, ob ihn seine Frau bekniet, den Allerwertesten von der Couch zu heben und wählen zu gehen oder jemand aus seiner Twitter Timeline.

Auch nicht ganz unrecht hat übrigens noidea_hh, der die Frage aus einem etwas anderen Blickwinkel stellt:

Die Parteien haben Angst vor diesem Internet und seinen Bewohnern, weil sie es nicht verstehen. Und die menschliche Reaktion auf Dinge, vor denen wir Angst haben, lautet meist „mach‘ es tot!“. Also totschweigen, wenn das nicht geht verteufeln und mit Dreck bewerfen, es lächerlich machen, versuchen, es im Keim zu ersticken oder wenn möglich schlicht und einfach verbieten. Das wird mit dem Netz nicht funktionieren, denn Menschen reden nun einmal gern miteinander, teilen sich mit und tauschen sich aus. über Belangloses, über Gehaltvolles, über Produkte, über Erlebnisse, über Träume und Wünsche, über Kinder, Jobs, Sport und manchmal auch über Politik. Sie tun das im Café, am Brunnen, in der Flughafenlounge, im Bus, im Park, am Telefon und im Internet. Und je verbotener das Thema, desto heißer das Getuschel. „Deal with it“, wie die Amerikaner sagen. „Kommt damit klar.“

All your Music belong to us!

  • Veröffentlicht am 26th August 2009,
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Ich habe in den letzten Monaten u.a. Bücher, Zeitschriften, CDs und DVDs aussortiert, die ich nicht mehr benötige. Es hatte sich über die Jahre so einiges angesammelt, was mir folgende Optionen offen ließ: 1. den ganzen Krempel in die Elektrobucht oder bei Amazon einstellen oder 2. ab ins Altpapier bzw. zum Recyclinghof damit. Ein Flohmarkt, sozusagen die „oldschool-Lösung“, kommt aus verschiedenen Gründen nicht infrage. Option 2 habe ich, nicht ohne Bedauern, zumindest für die Zeitschriftenstapel wahrgenommen. Wer einen oder mehrere Jahrgänge WIRED Magazine, American Cinematographer, Communication Arts, Graphis, Surfer Magazine etc. kaufen will, wird dafür erfahrungsgemäß meist höchstens 20 Euro ausgeben wollen und wenn 18 davon Portokosten sind, schleppe ich den Kram lieber 150 Meter die Straße rauf zum Altpapiercontainer als zur Post, wo ich dann noch meine Zeit mit Schlangestehen verplempern darf. Einige Bücher („Das große Photoshop 2.5.1 Handbuch“) gingen ebenfalls diesen Weg, auch wenn ich ein Unbehagen, Bücher einfach so wegzuwerfen, nicht unterdrücken kann. Bei ähnlichen Aufräumationen früher habe ich die Bücher der Stadtteilbibliothek angeboten. Inzwischen gibt es in Hamburg dank absurder Sparmaßnahmen davon nicht mehr sehr viele, und schon damals stöhnten die unterbezahlten und überarbeiteten Mitarbeiter, das sei alles ganz nett, aber ich würde ihnen nur noch mehr Arbeit bereiten. Ein ähnlicher Versuch in einer Oxfam-Filiale stieß auf entschlossene Ablehnung der Mitarbeiter dort. Es gibt wohl nicht sehr viele Interessenten für antike Reiseführer oder Marketingfachbücher. Die meiner Ansicht nach noch „wertvolleren“ Bücher wanderten zu Amazon, was mir summa summarum insgesamt rund 30 Euro eingebracht hat.

Wie sieht’s aus bei CDs? Gebrauchte Tonträger anzubieten ist ein Unterfangen, das eiserner Nerven bedarf. Entweder freundet man sich mit dem Gedanken an, einem Plattendealer auf Knieen rutschend den Soundtrack des eigenen Lebens anzubieten. Die Bezahlung besteht in hochgezogenen Augenbrauen des Typen hinterm Tresen, der einem gar nicht mal so subtil mitteilt, daß er dir geradezu einen Gefallen tut den Rotz für einen Euro das Stück anzunehmen (um ihn dann für 7-15 Euro das Stück weiterzuverkaufen). Bosch hat diese Spezies Mensch mal sehr schön beschrieben.
Oder man riskiert es, die Scheiben bei einer Internetauktionsplattform anzubieten und sich eine Abmahnung einzufangen. Die Musikindustrie nagt bekanntlich am Hungertuch und kann es daher nicht widerspruchslos hinnehmen, daß man mit ihren Produkten Kasse macht. Offenbar gehört mir nicht die ganze CD wenn ich eine kaufe, nur der Datenträger. Ich könnte natürlich vor dem Verkauf die Musik vom Datenträger kratzen, aber irgend etwas sagt mir, daß sich der Verkauf dann aus anderen Gründen schwierig gestalten könnte.

Richtig kompliziert wird es allerdings beim Verkauf von DVDs. Ich sammle Filme auf DVD, und zwar jeweils in der Fassung, die zum Zeitpunkt des Kaufs die weltweit bestmögliche ist. Soll heißen: Wenn ein Film in Australien mit einer besseren Tonspur, interessantem Bonusmaterial jenseits des EPK und einer ansprechenderen Verpackung erscheint, dann kaufe ich mir eben den, und nicht die gleich teure oder teurere deutsche abgespeckte Version. Die australische DVD hat dann den Regionalcode 4, was bedeutet, daß man sie hierzulande nur über einen codefree DVD Player abspielen kann. Das wäre für viele Interessenten kein Kaufhindernis (die meisten Filmaficionados haben einen codefree Player), aber es handelt sich auch oft um Filme, die hierzulande entweder gar nicht erschienen sind (und vermutlich auch nie hier veröffentlicht werden), nur in einer geschnittenen Fassung, oder aber deshalb in einer abgespeckten Version, weil der deutsche Vertrieb kein Geld für bz.B. den Audiokommentar ausgeben wollte. Den hören sich ja erfahrungsgemäß ohnehin nur die Nerds an.

Stelle ich eine solche Scheibe z.B. bei E-Bay ein, dann riskiere ich eine Abmahnung und schlimmeres, weil ich ein Produkt anbiete, für dessen Vertrieb ich in unserem Land keine Rechte besitze. Daß ich die DVD im Ausland legal gekauft habe, ggf. auch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer dafür berappt, es sich um ein Einzelstück und privaten Verkauf handelt und ich höchstwahrscheinlich den ursprünglichen Preis ohnehin niemals erzielen werde, das interessiert nicht.

Hinzu kommt, daß jeder Film auf DVD der keine FSK-Freigabe besitzt, hierzulande automatisch als „Keine Jugendfreigabe“ (früher: FSK 18) eingestuft wird. Die in der Regel vorhandenen ausländischen Altersfreigaben haben keine Relevanz in unserem Land. (Was manchmal auch ganz gut so ist, wenn man die unterschiedlichen kulturellen Gewichtungen zum Thema Filmzensur so vergleicht…) Ich müßte im Zweifelsfall also beweisen können, daß mein Käufer 18 Jahre oder älter ist und sich mir gegenüber (z.B. über das umständliche Postident-Verfahren) vor dem Kauf entsprechend ausgewiesen hat. Somit kann ich nicht einmal eine Liste der Filme mit Preisangaben hier auf mein Blog stellen und „first come, first served!“ rufen.

Es sind Catch-22s wie diese, die den Kampf der Piratenpartei gegen das Urheberrecht und seine Auswüchse teilweise sinnvoll erscheinen lassen. Daß dort andererseits das Kind gleich mit dem Bade ausgeschüttet werden soll ist natürlich nicht akzeptabel. Aber ich bin gespannt auf tragfähige Konzepte einer Urheber- und Nutzungsrechtsreform, bei der die Künstler nicht betteln geschickt werden und gleichzeitig der Verbraucher nicht länger der Dumme ist.

100 Dinge, die man wenigstens einmal erlebt bzw. getan haben sollte

  • Veröffentlicht am 24th August 2009,
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Carsten hat eine Liste mit 200 Dingen, die man im Leben gemacht haben sollte veröffentlicht bzw. aktualisiert. Das sind ein paar zu viel für meinen Geschmack, aber ich nehme das mal zum Anlaß, mich a) aus dem Kurzurlaub zurückzumelden und mal wieder was zu bloggen und b) meine Liste mit 100 Dingen, die man meiner Ansicht nach im Leben einmal erlebt bzw. getan haben sollte, hier niederzulegen. Teilweise gibt es überschneidungen mit Carstens Liste, andere Punkte sind meine eigenen. Durchgestrichen = erledigt. Updates und Ergänzunge dann beizeiten. Vorschläge gern in die Kommentare! :-)

Mit Delphinen im offenen Meer schwimmen
Einen Berg besteigen
»Ich liebe dich« sagen und es meinen
Einen Baum umarmen
Bungee Jumping ausprobieren
London besuchen
Die Nacht durchmachen und den Sonnenaufgang ansehen
Unter dem Sternenhimmel schlafen
In einem Heißluftballon fahren
Mehr als man sich leisten kann für einen guten Zweck spenden
Eine Schneballschlacht mitmachen
So laut schreien wie es geht
Nachts nackt baden gehen
Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften lesen
Eine richtige Unterhaltung mit einem Bettler führen
Eine Achterbahnfahrt mitmachen
Die Aufgaben von drei Wochen irgendwie in drei Tagen erledigen
Tatsächlich glücklich mit dem eigenen Leben sein, wenn auch nur für einen Moment
Den eigenen Job in jeder Hinsicht mögen
Sich um jemanden kümmern, dem es schlecht geht
Nach eigenem Ermessen genug Geld besitzen
Abgefahrene Freunde haben
Wale in der freien Natur beobachten
Ein Straßenschild stehlen
Um Mitternacht am Strand spazierengehen
Schottland besuchen
Länger an Liebeskummer leiden, als die Beziehung gedauert hat
Im Restaurant am Tisch mit Fremden speisen
Eine Kuh melken
Etwas klauen und nicht erwischt werden
Und es anschließend zurückbringen
Seine Schallplatten- oder Filmsammlung (CDs, Kassetten, DVDs) auflisten
Karaoke singen
Im Regen küssen
Im Regen spielen
Ein Autokino besuchen
Etwas ohne Reue tun, was man eigentlich bereuen müsste
China besuchen
Ein Buch von James Joyce lesen
Entdecken, dass jemand das eigene Weblog besucht hat, der es besser nicht kennen sollte
Ein eigenes Geschäft gründen bzw. sich selbstständig machen
Sich glücklich und auf Gegenseitigkeit verlieben
Rom besuchen
Ins Kino gehen und einen Film ohne Untertitel in einer Sprache sehen, die man nicht versteht
Jemanden küssen bis er/sie schwindelig davon wird
Kekse nach eigenem Rezept backen
Ohne Grund einen Blumenstrauß verschenken
Auf einer Bühne auftreten
Die eigene Musik aufnehmen und veröffentlichen
Ein Buch schreiben und veröffentlichen
In einem Vulkan wandern
Mehr als eine Sprache fließend sprechen
Auf der kompletten Tour seiner Lieblingsmusiker mitreisen
Im Ausland eine Fahrradtour machen
Etwas Interessantes über die eigenen Vorfahren herausfinden
Den eigenen Bundestagsabgeordneten anrufen oder anschreiben
Mit dem Geliebten irgendwo von Null neu anfangen
Zu Fuß über die Sidney Harbour Bridge gehen
Im Auto laut singen und nicht aufhören, obwohl jemand zusieht
Jemanden zum Trost in den Armen halten
Ein Flugzeug fliegen
Den Job verlieren
Eine Harley fahren
Mit irgendeinem Landfahrzeug schneller als 220 km/h fahren
Eine Schusswaffe abfeuern
Ein Pferd reiten
Im Verlauf von zwei Tagen länger als dreißig Stunden schlafen
Mehr fremde Nationen als deutsche Bundesländer besuchen
Alle sieben Kontinente bereisen
Sushi essen
In der Zeitung das eigene Foto finden
Einen Wettbewerb gewinnen
Jemanden in einer Angelegenheit überzeugen, die einem wirklich am Herzen liegt
Jemanden wegen dessen Handlungsweise rauswerfen
Nochmal zur Schule gehen/ein Studium beginnen
Die Ilias von Homer lesen
Einen berühmten Autor aussuchen und lesen, den man in der Schule verpasst hat
Eine künstlerische Tätigkeit als Autodidakt erlernen
Ein Tier eigenhändig töten, zubereiten und essen
Sich bei jemandem Jahre nach einer Ungerechtigkeit dafür entschuldigen
Erkennen dürfen, dass man den eigenen Traum tatsächlich lebt
Ein selbstgemachtes Kunstwerk an einen Fremden verkaufen
Sich die Haare färben
Ein Buch von Stephen King lesen
Einen Segeltörn übers offene Meer machen
Einen Freund decken und sagen „Ich war’s“, auch wenn’s Haue gibt
Ein fünf-Gänge-Menü für seine Freunde und/oder Familie kochen
Barfuss Golf spielen
Einem Freund ein Buch vorlesen
Mit Kindern so spielen als wäre man/wären sie gleichaltrig
Einen Elfmeter halten
Einem Wildfremden ein Eis spendieren
Darauf zu verzichten, jemanden lächerlich zu machen (acuh wenn er’s mehr als verdient hätte)
Einen Film schreiben, drehen und veröffentlichen
Die Welle von Teahupoo surfen
Mit Freunden ein Chalet in den Bergen mieten und Weihnachten feiern
Trauzeuge und Pate sein
Einen sicheren Job kündigen
Ein Möbelstück tischlern/schreinern
Im Ozean schwimmen, kein Land in Sicht

Get Off The Stage

  • Veröffentlicht am 12th August 2009,
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Morisseys Boykottaufruf, wie er auf der Rolling Stone Seite steht:
Morrissey möchte klar stellen, dass er weder von der Plattenfirma, noch dem Vertrieb über die geplanten Box Sets von Morrissey-Singles informiert wurde. Er hält nichts von derartigen Releases und bittet hiermit darum, sie zu ignorieren. Morrissey bekommt keine Tantiemen für die Veröffentlichungen des Back-Katalogs und hat auch seit 1992 keine mehr erhalten“, heißt es in einem Statement von Morrissey auf einer Fanseite, an die der Sänger sich regelmäßig wendet.

Hm. Für mich liest sich das so, als habe Morissey Anno Dunnemals für sein Label die betreffenden Songs produziert und der Plattenfirma die unbegrenzten Nutzungsrechte gegen einmaliges Entgelt abgetreten. Und nun macht die Plattenfirma von diesen Rechten Gebrauch und wirft eine Compilation auf den Markt, für die der Künstler keinen weiteren Cent mehr sieht und die ihn wohl auch qualitativ nicht überzeugt. Das ist natürlich nur Spekulation meinerseits, denn die oben verlinkte Nachricht ist nicht gerade gehaltvoll an harten Fakten. Aber im Musikbusiness gibt es eine Reihe ähnlicher Beispiele, bei denen Künstler sich von ihren Plattenfirmen ausgebeutet fühlen. Ich schreibe „fühlen“, denn: Niemand zwingt einen Künstler, seine Nutzungsrechte so umfassend herzugeben und solche Verträge zu unterschreiben – außer natürlich der berühmte „ich war jung und brauchte das Geld“-Zwang. Man kann das moralisch verwerflich finden (und wie’s aussieht, ist das ja eines der Kernargumente der Piratenpartei), aber es ist juristisch ziemlich eindeutig. Immerhin: es passt zu einem Mann, der seine Karriere auf weinerlich geschmalzten seichten Popsongs aufgebaut hat. Ich für meinen Teil finde es mindestens genauso moralisch verwerflich um nicht zu sagen jämmerlich, nach einem Deal unter Erwachsenen anschließend herumzulamentieren ich sei über den Tisch gezogen worden, aber mit dieser Einstellung stehe ich allein auf weiter Flur, schon klar.

Da ich die obige Erklärung also unvollständig und wenig informativ finde, habe ich mich auf die Suche nach der Originalmitteilung begeben.
Auf der offiziellen Website www.itsmorrisseysworld.com a.k.a. Morisseymusic.com findet sich auf der Startseite im Newsbereich keinerlei Nachricht zum Thema, nur Tourdaten etc.
Auf der offenbar wichtigsten Fanwebsite www.morrissey-solo.com steht:

Morrissey would like it to be known that he has not been consulted by EMI/HMV/Parlophone with regards to two forthcoming boxed sets of Morrissey singles. Morrissey does not approve such releases and would ask people not to bother buying them. Morrissey receives no royalty payments from EMI for any back catalogue, and has not received a royalty from EMI since 1992. Morrissey also does not approve of, and was not consulted on, the Rhino box of Smiths CDs, or the Warner releases of Smiths LPs on 180 gramme vinyl. Morrissey last received a royalty payment from Warners ten years ago, and, once again, he would ask people not to bother buying the reissued LPs or CDs.

Die angegebene Quelle ist true-to-you.net, eine weitere Fanseite, „dedicated to Morrissey. In celebration of this great artist, True To You publishes news and information relating to Morrissey and his work; details about his albums, singles, and videos; experiences and pictures from his concerts and other events; tribute polls and poll results; and other features, articles, poems, photographs, drawings, and comments reflecting respect and appreciation for him.“

Hm. Mein Eindruck scheint sich bestätigen – es geht Morissey in erster Linie ums Geld und außerdem ums nicht-gefragt-worden-sein. Allerdings wird nirgends etwas darüber gesagt, ob er eine entsprechende Klage gegen das Label anstrengen wird. Eigentlich hätte ich genau das aber erwartet, wenn ein Künstler aufgrund von Differenzen mit seiem Label zum Boykott der eigenen Werke aufruft und sich im Recht fühlt.

Schräg auch folgendes Statement mit Datum vom 30. Juni auf besagter Tue To You Fanseite:

I would like to stress that I have nothing whatsoever to do with Twitter, myspace, Facebook, or Flickr, and anyone or any site claiming to be expressing my views or my identity is/are bogus.

Die Morissey-MySpace Seite sieht dank der Gewandung im Layout seines neuen Albums allerdings sehr nach offizieller Begleitseite der offiziellen Website aus. Und auf der heißt es mit Datum vom 25. Juni 2009 im Newsbereich:

You can now follow Morrissey on Twitter for all the latest news and announcements. You can find his profile at twitter.com/itsmorrissey.

Aha.

Erkenntnis des Tages

  • Veröffentlicht am 10th August 2009,
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Auch ein wunderschöner Golfplatz schützt nicht vor schlechten Schlägen und einem unterirdischen Score. Aber er beruhigt die Seele und erfreut das Auge. Aufgenommen am 3. Grün des Golfclubs Hamburg-Walddörfer.

Begegnung auf dem Bürgersteig

  • Veröffentlicht am 5th August 2009,
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Der Radweg ist zugeparkt, auf der Straße stehen die Autos im Ampelstau, also weiche ich mit meinem Fahrrad ca. 150m vor der Ampel auf den menschenleeren Bürgersteig aus. An einer Stelle ist er zugestellt mit Werbetafeln und Caféstühlen und -tischen eines Eiscafés. Hier steige ich ab und schiebe das Rad, es ist einfach zu eng. Mir kommen ein älteres Ehepaar und dahinter ein Vater mit seiner kleinen Tochter an der Hand entgegen. Ich bleibe stehen, um ihnen Platz zu machen. Das ältere Ehepaar nickt mir freundlich zu und bedankt sich, ich lächele zurück. Der Vater des Mädchens schnauft wütend und fragt „Wie kann man hier Fahrrad fahren? Unglaublich!“. Er fragt nicht mich, und sieht mich nicht an, dazu ist er zu feige. Er wendet sich nicht einmal an seine kleine Tochter. Er spricht wirklich „ins Blaue hinein“. Ich antworte ihm trotzdem: „Ich stehe hier, neben meinem Fahrrad, um Sie vorbeizulassen. Gern geschehen.“ Er sagt nichts, aber ich sehe, er schäumt vor Wut. Das Mädchen piepst „Danke“ in meine Richtung bevor sie rüde weitergezogen wird. Ich wickele mich in Gedanken in mein Superheldencape und vaporisiere den Idioten. ZAP! Verpufft.
Der restliche Heimweg verläuft ohne weitere Vorkommnisse.

Weißt du was, das ist nämlich so:

  • Veröffentlicht am 5th August 2009,
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Mit dieser Einleitung beginnt der seit genau heute fünfjährige kleine Bruder von Captain Jack des öfteren seine Sätze. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der meist erwachsenen Umstehenden ist ihm damit meistens sicher, denn den Erklärungen dieses Dreikäsehochs zu lauschen ist ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Es sei denn, es ist Schlafengehenzeit – seine Kreativität läßt deutlich nach und er hält sich an die bewährten Klassiker, jedoch sein Wille nach ungeteilter Aufmerksamkeit bleibt ungebrochen („Weißt du was, das ist nämlich so: ich habe noch Durst und muß noch ein Glas Wasser trinken!“).

Wißt Ihr was, das ist nämlich so: Ich habe vor ein paar Wochen ein tolles neues Blog entdeckt, also, es ist nicht wirklich neu, nur für mich eben, und möchte hiermit eine dringende Leseempfehlung aussprechen für Fräulein Serotonic von der absoluten Serokratie, und ganz besonders ihren gestrigen Eintrag, der mich mal wieder darauf aufmerksam gemacht hat wie toll diese ganze Bloggerei doch ist und wie besonders das sein kann, und warum ich keine Tageszeitung abonniert aber inzwischen über zweihundert Blogs im Feedreader habe.