You Close Your Eyes And Hope That This Is Just Imagination

  • Veröffentlicht am 26th Juni 2009,
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Gleich drei Ikonen meiner Kindheit und Jugend aus den 70ern/80ern haben in letzter Zeit ins Gras gebissen: David Carradine, Farrah Fawcett und Michael Jackson. Irgendwie surreal, und Anlaß zu ein paar Erinnerungen.

„Es ist Zeit, uns zu verlassen.“

Mitte der 70er gab es im Nachmittagsprogramm am Wochenende eine Sendung, auf die ich mich die ganze Woche freute: Kung Fu, eine Serie über einen Shaolin-Mönch im Wilden Westen. Die Szene im Vorspann, wenn er zur Abschlußprüfung im Kloster diese Drachen auf den Puls gebrannt bekam, das war die Härte. Kwai Chang Caine hieß der Held, und wir spielten seine Abenteuer auf der Straße nach. Die Serie war schamloseste Exploitation des grassierenden Kung-Fu-Karate-Fiebers, das Bruce Lee mit Enter The Dragon losgetreten hatte. Tatsächlich sollte Lee die Rolle ursprünglich spielen, aber sein chinesischer Akzent war zu stark für die Produzentenohren, und so bekam eine Langnase den Zuschlag – David Carradine. Zwischen 1975 und 2003, also Tarantino ihn für seine Schlachtplatte Kill Bill aus der Mottenkiste zog, hörte und sah man eigentlich nicht wirklich mehr etwas von Carradine. Vor zwei Wochen starb er in einem Hotelzimmer in Bangkok.

„Guten Morgen, Engel!“

Farrah Fawcett war die Blonde aus „3 Engel für Charlie“, deren traumhaft geföntes blondes Haar jedes Mädchen der 70er gerne gehabt hätte. Also, jedes außer mir, versteht sich. Ich durfte die Serie damals nicht sehen, sie lief glaube ich erst abends, aber Farrah war das Schönheitsideal in der 5. Klasse meiner hessischen Kleinstadtschule. Irgendwann später heiratete sie den „Colt für alle Fälle“ und die beiden bildeten damit wohl das Fernseh-Traumpaar der 80er. Aber so wirklich bewußt wahrgenommen habe ich Farrah Fawcett-Majors erst in Extremities – einem recht umstrittenen Thriller, dessen Hauptrolle ihr einen Golden Globe einbrachte. Farrah Fawcett starb gestern an Krebs.

„You Close Your Eyes And Hope That This Is Just Imagination“

„Heute Abend kommt das Thriller Video in Formel 1!“ Meine große Cousine war sehr aufgeregt. „Ich nehme es auf Video auf!“ Mein Onkel und meine Tante hatten nämlich 1983 einen Videorekorder, oh Wunder der Technik. Unvergessen der Abend, als mein Onkel, großer Liebhaber von Science Fiction, sich für den Einweihungsabend mit Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum auslieh und die ganze Familie fassungslos eine gefühlte Stunde lang den Affen dabei zusah, wie sie um den Monolithen hüpften, untermalt von gemurmelten Flüchen meines Onkels, was der Depp in der Videothek ihm da denn für einen Scheiß angedreht habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich konnte mit Michael Jackson nicht sehr viel anfangen; der Steppke mit der Quäkstimme, der im Radio sehr gelegentlich noch ABC piepsen durfte, machte nicht die Sorte Musik, die ich zu jener Zeit gern hörte. In sofern war ich doch eher unterwältigt, wie man so schön sagt. Ich war wohl die einzige in meiner Klasse, die das Thriller-Album nicht besaß und auch keinerlei Interesse daran hatte. Aber natürlich sah ich mir mit meiner Cousine am nächsten Tag das Video an. Danach fand ich Michael Jackson nicht mehr ganz so beknackt. Ich hasse bekanntlich Horrorfilme und hatte zwar Landis‘ American Werewolf gesehen (und fast einen Herzinfarkt bekommen, als der Typ im Krankenhaus…, na, Ihr wisst schon). Aber dieses Videodingsda, das war schon irgendwie anders. Das war Kunst. Mir war klar, ich hatte etwas Großes gesehen.

Jahre später war ich mit meinem Herzbuben im Autokino, um Moonwalker zu sehen. OK, nicht nur um Moonwalker zu sehen. OK, OK, nicht um Moonwalker zu sehen. Ihr versteht. Der Film war nun wirklich keine große Kunst, das darf ich wohl hier sagen, auch wenn ich ihn nicht mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit bedacht hatte. Ich fragte mich flüchtig, wer wohl für den Mist das Geld gegeben hatte. Wieder ein paar Jahre später kam der Hype nach Hamburg: Im Volksparkstadion fand das Konzert des Jahres 1992 statt; meine Kollegen waren schier aus dem jeweiligen Häuschen. Ich ging mit hin, reichlich lustlos, und dann sprang der Funke über: Dieser Mann, nein, dieses Wesen da oben auf der Bühne bewegte sich so unglaublich anders, so wunderbar, so außerirdisch, das war einfach fabelhaft mitanzusehen. Ich war begeistert – nicht von seiner Musik (mehr so lala), definitiv nicht von dem ganzen Hype (nervig), aber von seinen Bewegungen, seinem Tanz. Umwerfend.

Die darauf folgenden immer bizarreren Berichte über seine OPs, seine Hochzeit(en), seine Prozesse etc. interessierten mich so wenig wie seine neuen Alben, die wohl selbst bei den verbliebenen Fans sämtlichst sang- und klanglos untergingen. Diesen Sommer wollte er sein Comeback starten; die Show(s) in London waren binnen kurzem ausverkauft. Michael Jackson starb vergangene Nacht in L.A.

HuLoPo Nr. 44

  • Veröffentlicht am 24th Juni 2009,
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Morgens, halb fünf in Falkenstein.
Blick vom Damenabschlag der 12 über die Heide zum 11. Grün.

Nachdem der 43. Hundert-Loch-Pokal im vergangenen Jahr ins Wasser gefallen war, nahm ich am vergangenen Freitag früh um Vier mit nur zwölf weiteren Gehirnamputierten Unerschrockenen die Herausforderung erneut an, 100 Loch an einem Tag zu spielen. Für einen war es sogar das 25. Mal!

Der bewährte Spielmodus 46 Loch – Frühstückspause – 36 Loch – kurze Pause – 18 Loch nötigte mir wie schon 2006 alles an Kraft ab, was ich aufbringen konnte. Immerhin sparte ich mir in diesem Jahr das kräftezehrende Tragen und zog/schob einen Trolley, so daß mein Rücken nicht komplett auseinanderfiel und ich am Sonntag sogar schon wieder Treppen steigen konnte – und das vorwärts!

Meine drei mir persönlich gesteckten Ziele habe ich erreicht: Ich habe nicht aufgegeben und bin durchgekommen, ich bin nicht Letzte geworden (Platz 9 von 13) und ich bin mit 439 deutlich unter 500 Schlägen geblieben – netto, versteht sich. Eine 88 war die beste Runde, und das morgens um 04:15 Uhr; das entspricht netto Par 71 und damit genau meinem Handicap, worauf ich schon ein bisschen verdammt stolz bin. OK, die 108 zum Schluß will ich auch nicht verschweigen, aber „et is wie et is“.

Die standing ovation vom Club-Präsidenten am Ende waren genauso wunderbar wie der traumhafte Sonnenaufgang und das das perfekte Wetter: 20° C, gelegentliche heftige Schauer aber ansonsten angenehme Kühle, nicht so eine Hitzeschlacht wie vor drei Jahren.

P.S.: Das Turnier ist übrigens offen (Hcp-Begrenzung für die Herren liegt bei ca. -14,5, bei den Damen war es dieses Jahr -13,7) und kostet 35 EUR. So günstig wird Deutschlands schönster Golfclub so bald nicht wieder, also macht Euch mal einen Knoten ins Taschentuch für 2010… ich habe mir zwar erneut geschworen: Nie wieder! Aber es wäre schon schön, den einen oder anderen Golfblogger in Hamburg zu begrüßen und dabei zu haben – überlegt es Euch!

„Das machen wir hier so“

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2009,
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Vor nicht ganz 3 Monaten kaufte ich bei einem Computerfachhändler, der sich auf die Marke mit dem Apfel plus Zubehör spezialisiert hat ein Paar Kopfhörer für mein iPhone. Ich entschied mich für die V-Moda Duo Vibe in-ears, mit Mikrophon und einer Fernbedienung. Nun, knapp 3 Monate nach dem Kauf, funktionierte nur noch ein Lautsprecher und die Anrufannahmetaste der Fernbedienung tat ihren Dienst nicht mehr. Ich brachte das Teil also mitsamt der Rechnung zu besagtem Computerfachhändler, zwecks Reklamation.

Am Kundentresen im Eingangsbereich hatte ich noch nicht ganz das Wörtchen Reklamation gesagt, da wurde ich schon die Treppe hinauf geschickt, „hinten links ist unser Techniktresen, da melden Sie sich mal, die helfen Ihnen.“
Hinter besagtem Techniktresen stand niemand, eine Klingel gab es auch nicht, aber zwei Mitarbeiter schwatzten fröhlich miteinander. Schließlich traf einer meiner Pfeile ins Schwarze Blicke die eines der beiden Trantüten Mitarbeiter und er fragte leutselig, was es denn gäbe. Ich zeigte ihm die Kopfhörer und beschrieb das Problem.

„Ich habe vor rund drei Monaten für rund 100 Euro ein paar Kopfhörer hier bei Ihnen gekauft, die jetzt nicht mehr funktionieren. Sie können mir dieses Paar hier reparieren, mir ein neues Paar im Austausch geben oder mir mein Geld, meinetwegen auch anteilig zurückerstatten. Was werden Sie tun?“

Er wies auf Tastatur und Bildschirm am linken Tresenrand und sagte „das müssen Sie da eingeben, Ihren Namen, Ihr Anliegen und Ihre Kontaktdaten, und wenn Sie dran sind, erscheint Ihr Name hier oben“ – er wies auf einen Monitor über dem Tresen -„und einer unserer Techniker wird sich der Sache annehmen, sobald Sie an der Reihe sind.“ Ich starrte ihn an. Ich war der einzige Kunde im Raum.

Bidde? Ich habe Ihnen soeben das Problem geschildert. Ob Sie das jetzt in den Computer eingeben oder dem Techniker lieber per Ausdruckstanz vortanzen möchten interessiert mich nicht. Ich werde nicht Ihre Arbeit erledigen.“

„Äh… aber das machen wir hier so!“

„Mit jedem, der dumm genug ist das mit sich machen zu lassen, ja. Ich zähle nicht dazu.“

Ein Techniker stieß dazu.

„Was’n los?“

„Die Dame will Ihr Problem nicht über die Eingabemaske schildern!“

Ich ignorierte den Clown und schilderte dem Techniker das Problem. Er sah sich die Kopfhörer an und grunzte. „Jo, kenn ich. Die Dinger haben einen Konstruktionsfehler, das Kabel bricht nach kürzester Zeit, deswegen sind sie vom Markt genommen. Hamwer nicht mehr und kommen auch nicht mehr rein. Das muss noch so ein Restexemplar gewesen sein, eigentlich sind die schon im Januar aus dem Verkauf genommen worden.“

„Welches ist denn das Nachfolgemodell, bzw. was können Sie mir denn im Austausch anbieten?“

Er zuckte die Achseln. „Das machen die Kollegen im Verkauf, ich repariere hier nur. Aber das Teil zu reparieren lohnt nicht. Das schicken wir normalerweise ein.“

„Das Teil hat schlanke 100 Flocken gekostet!“

„Jo. Pech. Aber wenn wir’s einschicken, kriegen Sie nur das gleiche Modell noch einmal, als Ersatz. Soll heißen, wenn die noch welche auf Lager haben, offiziell ist das Modell ja aus dem Programm genommen. Und dann hätten Sie an dem Ersatzmodell wahrscheinlich auch nur kurz Freude.“

Der Clown sprang ein. „Aber wir haben tolle neue Kopfhörer reingekriegt, hab‘ ich unten, wenn Sie mal schauen möchten…“

„Ich darf mir davon dann ein Paar als Ersatz aussuchen?“

„Ja klar! Das heißt…Äh, nein, also… nicht so… das müßten Sie schon bezahlen!“

„Verstehe. Ich bekomme dieses Paar nicht repariert. Ich bekomme keines im Austausch, oder nur eines bei dem jetzt schon fest steht, daß es bald ebenfalls kaputt sein wird. Der Hersteller wirbt mit einem Jahr Garantie. Sie als Händler haben zwei Jahre Gewährleistungsfrist; in den ersten 6 Monaten davon liegt die Beweislast bei Ihnen. Das Problem mit der Fehlerhaftigkeit der Kopfhörer war Ihnen schon bekannt als ich das Paar bei Ihnen gekauft habe, das hat Ihr Kollege ja soeben selbst gesagt. Ich hätte jetzt also gern einen konkreten, akzeptablen Gegenvorschlag Ihrerseits, wie Sie das Problem lösen möchten. Alternativ nehme ich auch mein Geld zurück.“

„Das geht nicht, Sie haben die Kopfhörer ja benutzt.“

„Nicht so lange und ausdauernd, wie ich das gern viele Jahre lang getan und bei einem Preis von rund 100 Euro auch erwartet hätte. Aber wie gesagt, auch gern anteilig.“

„Nein, das geht nicht, also… keinesfalls.“

„Und was geht?“

„Wir können die Kopfhörer einschicken und vom Hersteller ein brandneues Ersatzpaar besorgen. Das dauert ca. 3 Wochen.“

„Mit dem ich dann in drei Monaten und drei Wochen wieder hier stehe?“

„Äh…“

Nächste Woche sind (angeblich) meine Austauschkopfhörer vom Hersteller da. Ich melde mich dann Mitte September noch einmal zum Thema.

 

Update: Ach …

Faster, Pussycat! Kill! Kill!

  • Veröffentlicht am 13th Juni 2009,
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Liebe lila-metallic-Ford-Fiasko-Fahrerin Anfang 50, die mich heute früh an der kombinierten Auffahrt Stellingen/Abfahrt Volksdorf auf der A7 in südliche Richtung in den Wahnsinn zu treiben versucht hat: Ich hab‘ ja gar nix dagegen, daß Du Schafsfelle über Deine Sitze und Dein Lenkrad ziehst, auch für Tiere bremst, Katzen über alles liebst, Dich vegan ernährst und im Heidepark Soltau warst und es so toll fandest, daß Du es einfach der Welt per Aufkleber auf Deinem Auto mitteilen mußt. Auch den Spruch „Katzen würden Whisky saufen“ habe ich bestimmt dreißig Jahre nicht mehr gehört, danke für die Erinnerung an dieses originelle Wortspiel.

Aber wenn Du auf die Autobahn auffahren möchtest, hilft es den nachfolgenden Verkehrsteilnehmern ungeheuer, wenn Du a) blinkst und ankündigst, ob Du tatsächlich in Stellingen auffahren willst oder vielleicht in Volksdorf gleich wieder abfahren und falls ersteres dann b) den Beschleunigungsstreifen auch als solchen nutzst UND NICHT MIT 40 SACHEN OHNE ZU BLINKEN SPONTAN RüBER AUF DIE RECHTE SPUR WECHSELST UND DANN IMMER NOCH NICHT HOCHZIEHST SONDERN VOR MIR HERSCHLEICHST UND MICH VOLL AUSBREMST, DU LUFTPUMPE!

Qualitätsjournalismus, my arse!

  • Veröffentlicht am 8th Juni 2009,
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Falls sich noch irgend Jemand fragen sollte, warum ich meine Zeit nicht gerne mit dem Lesen bzw. ansurfen der Onlineauftritte etablierter Medienerzeugnisse verplempere, so bekommt er hier bei Stefan Niggemeier eine wunderbare Begründung serviert.

Unter der überschrift „Frank Schirrmacher erhält Ludwig-Börne-Preis“ geht’s im dann folgenden Text bei Stern.de plötzlich um Beyoncés neuen Kinofilm. Na gut, hör‘ ich Euch sagen, kann ja mal passieren, daß einem Redakteuer das durchrutscht. Nur daß es denselben Fehler auch bei den Onlineauftritten der Märkischen Allgemeinen, dem Donaukurier, den Westfälischen Nachrichten, ZEIT ONLINE, Sueddeutsche.de, der Osnabrücker Zeitung, der Lausitzer Rundschau, NWZ, der Rhein-Neckar-Zeitung und vielen weiteren Onlineablegern etablierter Holzmedien gibt.

Wie das passieren kann? Rein technisch betrachtet ganz einfach: die dpa hat den ursprünglichen Fehler gemacht und ihre Meldung so rausgeschickt. Ihre Kunden, also alle o.g. Medien und natürlich viele weitere, lassen die Meldungen der dpa (und die anderer Agenturen) automatisiert durch ihr „Content Management System“, ihr Redaktionswerkzeug laufen, das die fertige Onlineseite publiziert. Garbage in – garbage out.

Die interessantere Frage ist, warum es nicht einem einzigen Redakteur aufgefallen ist, daß da überschrift und Text null zusammenpassen. Wer also sprachlos ob der Demonstration solch geballter Inkompetenz bei den „professionellen“ Schreibern sein sollte, der genieße nun noch die Kirsche auf der Sahnetorte, den Kommentar eines sich anonym windenden Akteurs in diesem Drama.

Ach ja – wer sich die Screenshots genauer anschaut wird auch feststellen, daß nicht bei jedem Qualitätsmedium die Quelle der Nachricht – dpa – genannt wird. Und wie ein weiterer Kommentator anmerkt:

Die fehlerhafte dpa-Meldung ist jetzt ca. 24h alt. Dieser Blogartikel über 16h. Aktuell stehen 10 der 13 verlinkten Artikel noch immer fehlerhaft online, lediglich die Neue Osnabrücker Zeitung, die Rhein-Neckar-Zeitung und die Nord-West-Zeitung lassen den Link – kommentarlos – ins Leere laufen.

Professioneller Journalismus in Reinkultur.

Anzeigenschluss

  • Veröffentlicht am 2nd Juni 2009,
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Der Parkmanager fängt mich mal wieder auf dem Weg zum Gemüsehöker ab.

„Haben Sie mit den Pylonen die halbe Straße abgesperrt?“ faucht er mich an.

Und selbst wenn es so wäre, was geht’s dich an, du Spacken? „Nein.“
Ich will weitergehen, aber er stellt sich mir in den Weg und belehrt mich:

„Sie müssen eine Genehmigung von der Stadt einholen, wenn Sie hier Parkplätze wegen Umzugs blockieren wollen! Und offizielle Schilder aufstellen! Das kostet!“

„Ich weiß.“

„Und die Pylonen haben Sie sicher auch geklaut, oder? Die kann man nämlich nirgends legal käuflich erwerben, kann man die nicht.“

Doch, kann man. „Ich habe hier nichts abgesperrt und das sind nicht meine Pylonen.“ Hach, wie gut sich ein so’n Ding als Eselsmütze auf seinem Dummkopf machen würde!

Er nickt eifrig. „Sag‘ ich ja! Die müssen Sie wieder zurückbringen zu der Baustelle, bei der Sie die geklaut haben! Sonst ist Schluß, dann gibt es eine Anzeige!“

Ich krieg‘ Puls. „Sagen Sie mal, sind Sie schwer von Begriff, schwerhörig oder einfach nur untervögelt? Ich habe hier nichts abgesperrt, ich ziehe auch nicht um, ich habe diese Dinger weder gekauft noch geklaut noch aufgestellt, klar?“ Mein mörderischer Laserblick zerteilt sein erbsengroßes Hirn wie ein heißes Messer ein Stück Butter.

Er guckt verdutzt. „Ja, äh, dann… also… aber so geht das nicht, geht das doch nicht…“ murmelt er und geht endlich.

Da sind wir uns mal einig. Boah, ey.