Radlos

  • Veröffentlicht am 2nd Mai 2009,
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Angenommen, nur mal angenommen, also rein theoretisch und mal so ins Blaue gesprochen: Angenommen, ich spielte mit dem Gedanken mir ein neues Fahrrad zuzulegen, z.B. weil mein altes nach schlappen 25+ Jahren irreparabel bzw. „nicht wirtschaftlich reparabel“ kaputt sei. Worauf müsste ich dann beim Kauf achten?

Die Voraussetzungen – rein theoretisch, wie gesagt – sähen folgendermaßen aus:

  • Einsatzort wäre primär die Stadt, also hätte ich hauptsächlich Asphalt, Schlaglöcher, Bürgersteige, Kantsteine, Radwege, Kleinkinder und Inlineskater unter den Reifen. Einkaufen, raus zum Golfplatz (ca.25 km), so in der Art. Strecken, für die man nicht wirklich das Auto braucht, die für das Skateboard zu lang sind oder wo ich mit Bus und Bahn -zigmal umsteigen müßte.
  • Als Hamburger darf man mit gelegentlichem Regen rechnen. Da ich kein Bedürfnis habe nach jeder Fahrt im Regen meine Klamotten in die Reinigung zu bringen bzw. mit „Ralleystreifen“ auf dem Rücken und Schlammpackung im Gesicht herumzulaufen, hätte dieses Fahrrad also idealerweise Schutzbleche. (Keine dieser Plastik-Aufsteckdinger, die werden vermutlich sofort geklaut, wenn sie nicht nach 2 km von selbst abfallen.)
  • Ich will auch nicht mit nackten Beinen radeln müssen (Shorts sind was für Caddies) oder nach jeder Fahrt eine neue Hose kaufen, weil die Kette ihre öligen Spuren hinterlassen hat. Ein Kettenschutz wäre daher Pflicht.
  • Die Farbe wäre mir relativ egal, solange nicht Rosa, Lila, Lindgrün etc. Je unauffälliger, desto besser. Schwarz, British Green, Anthrazit etc. Meinetwegen auch mattfarben, das wäre mir so hoch wie breit.
  • Das Gewicht wäre eher Nebensache. Klar, je leichter desto besser, aber ich werde nicht bei den Cyclassics starten.
  • Gangschaltung wäre nett, aber mehr als 5 Gänge braucht wohl kein Mensch in dieser Stadt. Mehr wären also kein Kaufkriterium. Eine Nabenschaltung wäre klasse, da gerüchtehalber sauberer und nicht so anfällig, richtig?
  • Ich mag Rücktrittbremsen. Gibt’s sowas noch, wenn man nicht gerade ein Hollandrad oder Cruiserbike fährt? Aber das wäre zweitrangig, ich könnte auch mit zwei Handbremsen leben.
  • Bitte nicht so einen peinlichen Teletubbie-Lenker.
  • Ein Gepäckträger hätte was, muß aber nicht sein. Meine Golfschläger und Longboards (Skateboards) könnte ich auch auf dem Carver Surfrack transportieren. Für den Rest reichte mir mein Rucksack.
  • Eine gescheite Beleuchtungsanlage würde ich mal voraussetzen. Keine Lust auf Stress mit der Rennleitung.
  • Das Budget läge irgendwo zwischen 400-600 EUR max. (Hey, ich arbeite für mein Geld!)
  • Und schließlich wüßte ich gern noch einen kompetenten Händler, bei dem ich den ganzen Kram bekäme und der wirklich etwas von der Materie versteht, auch wenn eine Inspektion oder Reparatur anstehen sollte. (Also kein B.O.C., Aldi, LIDL, real etc.)

Hätte da jemand vielleicht einen Tip für mich? Rein theoretisch?

Update: Ich habe mich jetzt nach ausführlicher und hoffentlich kompetenter Beratung (letzteres lässt sich wohl erst nach ein paar Wochen auf dem neuen Rad abschließend beurteilen) durch einen von Hacht-Mitarbeiter sowie eine Probefahrt für das Stevens Galant in der Damenausführung entschieden. Das erscheint mir als qualitativ und preislich (obwohl etwas über meinem Limit liegend) als gute Wahl. Geliefert wird es leider erst in zwei Wochen, einen ausführlichen Fahrbericht gibt es also Anfang Juni.

Update 2: von Hacht war dann doch zu unkoordiniert und unfreundlich, also habe ich dort storniert und dort gekauft, wo man seine Kunden noch schätzt und berät und nicht für dumm verkauft: Bei Frau Meincke in Fulsbüttel/Langenhorn. Nicht gerade um die Ecke, aber der Weg war es mir wert.

Update 3: inzwischen ist die erste, selbstverständlich im Kaufpreis inbegriffene Inspektion vorbei und alles ist wunderbar. Fahrradhaus Meincke FTW!