Control

  • Veröffentlicht am 18th Januar 2008,
  • veröffentlicht von

Control
R:
Anton Corbijn
D: Sam Riley, Samantha Morton, Alexandra Maria Lara
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Bild © 2007 capelight pictures / Dean Rogers

Ian (Sam Riley) & Hooky (Joe Anderson) in Anton Corbijn’s Control
Ian (Sam Riley) und Hooky (Joe Anderson)

Ein junger Mann Anfang 20 leidet unter Depressionen, heiratet und macht Musik. Langsam stellt sich der kommerzielle Erfolg ein. Dann nimmt er sich das Leben. Die Band benennt sich um und macht erfolgreich weiter Musik.

Was klingt wie „Kurt Cobain Reloaded“ oder „Nirvana Revisited“ ist die fast 30 Jahre alte Geschichte von Ian Curtis und Joy Divison, die Ende der 70er/Anfang der 80er Musikgeschichte schrieben. Das heisst: eigentlich hat die Geschichte ein anderer geschrieben. Und noch genauer genommen: nicht geschrieben, sondern fotografiert. Der Mann heisst Anton Corbijn, hat inzwischen jeden Musiker in grobkörniger s/w Ästhetik abgelichtet, der nicht bei ‚drei!‘ auf den Bäumen war und zur Belohnung durfte er jetzt einen Spielfilm über Ian Curtis drehen. (Natürlich in grobkörniger s/w Ästhetik, ist klar.)

Ich merke gerade, das klingt alles etwas zu zynisch. Soll es nicht, aber Corbijn erzählt uns einfach nichts, was wir nicht schon tausendmal gehört, gesehen oder gelesen hätten. Das allerdings in grandioser Optik. Die Musik von Joy Division kann man mögen, muss man aber nicht; ich mag sie nicht, was mich trotzdem nicht daran hindert sie klasse zu finden. (Wer darin Widersprüche findet, darf sie behalten.)

Gutes Kino lebt von einer guten Story, umwerfenden – oder wenigstens originellen- Bildern und guten Darstellern. Bei Musiker-Biopics hilft außerdem ein mitreissender Soundtrack. Sam Riley ist ausgezeichnet als Ian Curtis, er hat nicht nur den look sondern auch genau die Sorte Gestörtheit, die einen zweimal hinschauen lässt. Die Story kratzt nicht einmal die Oberfläche an, aber der Soundtrack ist erstklassig. Was mir am Ende fehlte waren Hintergründe, irgend etwas, was einem Curtis ein bisschen näher brächte. So ging ich aus dem Kino und hatte das Gefühl, zwei Stunden lang in alten NME und The Face Magazinen geblättert zu haben. Aber manchmal reicht das ja schon.

Parkmanagement

  • Veröffentlicht am 10th Januar 2008,
  • veröffentlicht von

Ein Blockwart Nachbar sprach mich vorhin an, ob ich mein Auto mal etwas weniger asozial parken könne.

Ich so: „???“

Er so: „Na schauen Sie doch mal, wie Sie da stehen! Da passt doch weder vor noch hinter Ihnen jemand in die Lücken. Können Sie nicht zum Vordermann aufschließen?“

Ich schaue auf meinen Smart, der brav am Bordstein steht und vor und hinter sich genügend Platz für einen weiteren Smart oder sogar einen Polo lässt.

Ich so: „Da ist doch genügend Platz, wenn auch nicht für einen Kombi.“

Er so: „Wie soll man denn da reinkommen? Mit einem Schuhanzieher?“

Ich: „Äh, ich habe mein Auto am Sonnntag Abend perfekt in die passende Lücke manövriert. Wenn sich die benachbarten Autos inzwischen bewegt haben, ist das ja nun nicht meine Schuld.“ ‘Genauso wenig wie wenn du so ein Riesenauto fährst und nicht einparken kannst’, füge ich im Geiste hinzu.

Er: „Dann müssen Sie das kontrollieren und eben umparken! Das nennt man Parkmanagement!“

Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen: „Bidde? Soll ich jetzt jeden Tag alle paar Minuten checken ob mein Vorder- oder Hintermann ausgeparkt hat,  um dann erneut aufzuschliessen – oder wie dachten Sie? Vielleicht noch per Webcam?“

Er wird lauter: „Sie können hier nicht dauerparken! Dann mieten Sie sich eben eine Garage, wenn Sie so selten fahren! Oder fahren Sie Bahn!“

Ich so: „Die bräuchte aber sicher mehr Platz.“

Er so: „???“

Ich hab’ den Parkmanager dann mal stehen gelassen. Aber ich fürchte, das wird ‘ne Soap Opera werden. Stay tuned.