Chinatown

  • Veröffentlicht am 10th Dezember 2007,
  • veröffentlicht von

Chinatown auf DVD
R:
Roman Polanski
D:
Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston
Offizielle Website | IMDB Eintrag

Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Los Angeles in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Privatdetektiv Jake Gittes (Nicholson) wird in einer Scheidungssache von der Ehefrau gebeten, ihren Mann zu beobachten. Doch dann steht plötzlich die echte Ehefrau (Dunaway) in seinem Büro und verlangt die umgehende Einstellung sämtlicher Ermittlungen, ihr Mann wird tot aufgefunden und Gittes findet sich bis zur Nasenspitze in einer Korruptionsaffäre um Land und Wasser wieder.

Was wie die Verfilmung eines Pulp Fiction Romans von Chandler klingt, fühlt sich auch so an und gab – zu Recht – der Karriere von Jack Nicholson 1974 den benötigten Schub in die Superstarliga, in der er sich seither (nicht mehr ganz zu Recht) aufhält. Paramount bringt den Film inzwischen das dritte Mal auf DVD heraus, rund sieben Jahre nach der Erstveröffentlichung. Das Bild wurde deutlich überarbeitet und ist schärfer und kontrastreicher als in den vorherigen Fassungen, aber das eigentliche Highlight dieser Special Collector’s Edition ist die umfangreiche, in drei Teile gegliederte Dokumentation über die Entstehung des Films. Produzent Robert Evans, Drehbuchautor Robert Towne (der für sein Script den Oscar erhielt), Regisseur Roman Polanski, Jack Nicholson und andere plaudern freimütig und locker aus dem Nähkästchen. Nicht nur für Fans dieses Klassikers ist diese DVD ein echter Gewinn.

Transformers

  • Veröffentlicht am 8th Dezember 2007,
  • veröffentlicht von

Transformers auf DVD
R: Michael Bay
D: Shia LaBeouf, Megan Fox, John Turturro
Offizielle Website | IMDB Eintrag
Bilder © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Ich war bereit, diesen Film schlecht zu finden. Die Erwähnung der TV-Serienvorlage erweckt in mir keine nostalgischen Gefühle, weil sie erst lief als ich schon kurz vor dem Abitur stand und ich nicht mehr ganz so scharf aufs Kinderprogramm war. Michael Bay ist auch nicht gerade der Garant für intelligentes Kino und obwohl mir Shia LaBeouf in Estevez‘ Bobby ganz hervorragend gefallen hatte, zweifelte ich daran, ob er einen ganzen Film tragen könnte. Jon Voight hat auch schon zuviel Müll im Resume stehen um mich anzulocken und wenn es irgend etwas gibt, das mich noch weniger interessiert als Autos per se, dann sind das Autos, die sich in außerirdische Roboter verwandeln.

Andererseits ist John Turturro ja meist sehr sehenswert, Steven Spielberg als Executive Producer wirft trotz allem immer noch genug in die Waagschale um mich neugierig zu machen und es muss ja nicht immer Kultur pur sein. Also Hirn aus, Popcorn und Bier an und ab dafür!

Zum Inhalt: Der junge Sam Witwicki spart auf sein erstes Auto und vertickt zu diesem Zweck auf E-Bay alles aus seinem Haushalt, was nicht angenagelt ist. Im Angebot ist auch eine Brille seines Urgroßvaters, eines Forschers welcher Anno Tobak im ewigen Eis eine aufregende Entdeckung der außerirdischen Art machte.
Die Brille scheint ein spannendes Geheimnis in sich zu tragen, denn plötzlich tauchen Roboter aus dem All auf, die sich bis auf die letzte Schraube darum kloppen wer das Gestell zuerst kriegt. Mittendrin sitzt Sam, dessen neues, altes Auto nicht unbedingt das ist, was es zu sein scheint…

Kurz gesagt: Ich habe es nicht bereut und stellenweise herzhaft und schallend gelacht ob der witzigen Sprüche, mich gern einwickeln lassen vom Charme LaBoeufs und mich bestens unterhalten gefühlt. OK, das Product Placement war alles andere als subtil (General Motors brauchen ganz offensichtlich jede Hilfe die sie kriegen können um ihre Karren an den Mann zu bringen) und das Ende war amerikanischer Käse der grenzdebilen Sorte. Aber die CGI-Effekte waren so gut wie lange nicht, die Musikauswahl rockt und der Film funktioniert prima.

Die DVD hat ein verhältnismässig gutes, wenngleich leicht körniges Bild, das gelegentlich bei den CGI-Szenen an die Grenzen der Kompression stößt. Die Michael Bay-typische planmässig intensiv verfälschte Farbgebung entführt den Zuschauer zwar in die eigene Welt der Transformers aber sorgt auch für gelegentliches Rauschen. Der Sound (DD 5.1) ist sehr dynamisch und überrascht räumlich besonders in den Verwandlungsszenen der Transformer. Der Subwoofer hat gut zu tun, die Nachbarn werden eine Weile böse gucken. Der Regiekommentar von Michael Bay ist wie meist bei ihm ziemlich unterhaltsam und man kriegt mit, wieviel Spaß alle Beteiligten bei diesem Projekt hatten.

So, und damit Ihr nicht denkt “Himmel hilf, jetzt hat’s sie aber erwischt!” bekommt Ihr hier und jetzt die Gelegenheit, Euch selbst vom Spaßfaktor dieser Scheibe zu überzeugen.

Wer bis zum 3. Advent das abgefahrenste “Mein erstes Auto”-Erlebnis in den Kommentaren schildert, gewinnt eine nigelnagelneue Transformers-DVD. Der Rechtsweg ist völlig ausgeschlossen, ist klar, ne?

Gentlemen, start your engines!

Pry, boy, pooch?

  • Veröffentlicht am 5th Dezember 2007,
  • veröffentlicht von

Ich hatte vor einigen Jahren einmal einen sehr kompetenten und liebenswürdigen indischen Arbeitskollegen, mit dem die unfallfreie Verständigung nur per mail oder Instant Messenger möglich war. Wehe, ich musste etwas telefonisch oder persönlich mit ihm besprechen, dann war ich echt gekniffen. Am Telefon konnte ich mich noch auf eine schlechte Verbindung rausreden und um Klärung per mail bitten, aber im direkten Dialog liess ihm mein verzweifelter Gesichtsausdruck ob des völligen Unverständnisses wahrscheinlich nur sehr wenig Spielraum für Interpretationen.

Die folgende Story, die wahrscheinlich schon jeder Fernost-Reisende selbst so oder ähnlich erlebt hat, macht immer wieder in diversen Variationen die Runde, aber ich schmeiss’ mich jedes Mal wieder neu weg wenn ich sie lese. Besonders, wenn ich sie laut vorlese, was ich Euch für den vollen Genuss auch empfehle.

The July 1981 newsletter of the Tasek Utara Golf Club in Johor Baru, Malaysia, contained the following linguistically intriguing dialog between a hotel guest and the room service at a certain Bangkok hotel. (Quoted from Far Eastern Economic Review September 4, 1981.)

Room Service: Morny, rune sore-bees.

Hotel Guest: Oh sorry, I thought I dialled room service.

RS: Rye, rune sore-bees. Morny. Jewish to odor sunteen?

HG: I’d like some bacon and eggs.

RS: Ow July then?

HG: What?

RS: Aches. Ow July then? Pry, boy, pooch … .?

HG: Oh, the eggs! How do I like them? Sorry. Scrambled please.

RS: Ow July thee baycome? Crease?

HG: Crisp will be fine.

RS: Okay. An Santos?

HG: What?

RS: Santos, July Santos?

HG: Ugh … I don’t know … I don’t think so.

RS: No? Judo one toes?

HG: Look, I really feel bad about this, but I just don’’t know what judo-one-toes means. I’m sorry.

RS: Toes! Toes! Why Jew Don Juan, toes? Ow bow eenglish mopping we bother?

HG: English muffin! I’ve got it! Toast! You were saying toast! Fine. An English muffin will be fine.

RS: We bother?

HG: No. Just put the bother on the side.

RS: Wad?

HG: I’m sorry. I meant butter. Butter on the side.

RS: Copy?

HG: I feel terrible about this but …

RS: Copy. Copy, tea, mill.

HG: Coffee! Yes, coffee please. And that’s all.

RS: One Minnie. Ass rune torino-fie, strangle aches, crease baycome, tossy eenglish mopping we bother honey sigh, and copy. Rye?

HG: Whatever you say.

RS: Okay. Tenjewberrymud.

HG: You’re welcome.

Notruf

  • Veröffentlicht am 4th Dezember 2007,
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Ein offensichtlich angeheiterter Typ im dunkelblauen Blazer, geringeltem T-Shirt darunter und einer Dose Holsten in der Hand stinkt im morgendlichen Berufsverkehr leise aber bestimmt die U1 voll. Während ich noch denke ‘hoffentlich zündet jetzt niemand ein Streichholz an‘, quäken die ach so lustigen Kinderstimmen Next Stop Jungfernstieg, please change here for Town Hall etc. blablabla und einige Glückliche machen sich bereit, dem olfaktorischen Inferno zu entkommen. Unter den Aussteigenden sind garantiert auch ein paar, die noch gar nicht aussteigen müssten, aber lieber zu Fuss gehen, oder einen Waggon weiter wieder einsteigen. Unser Spezi hingegen lehnt sich nonchalant mit dem Daumen auf den Notrufknopf. Über den Lautsprecher ertönt die erstaunte Stimme des Fahrers.

„Hallo? Sie haben den Notruf bedient?“

„Jo, können Sie mal bitte diese Lautsprecherdurchsagen leiser stellen? Da platzt einem ja der Schädel! Und wenn Sie schon dabei sind, hören Sie mit den Scheiss Kinderansagen auf! Das nervt, echt jetzt!“

Gesagt ist gesagt, darauf einen Schluck aus der Goldplombe. Der Fahrer glaubt, genau wie der Rest der Insassen, nicht was er gerade gehört hat, bleibt aber höflich:

„Ja, äh, danke für die Anregung, das kann ich von hier aus leider nicht steuern, aber ich gebe das mal so weiter, man wird sich darum kümmern.“

Der Zug hält, die Türen öffnen sich und der geräuschempfindliche Kinderhasser steigt aus. Wir im Zug Zurückgebliebenen schauen uns fassungslos an, grinsend und kopschüttelnd. Nach einer Weile knistert der Lautsprecher und der Fahrer meldet sich zurück.

„Äh, ja also, mal an den Fahrgast, der sich über die Lautstärke der Durchsagen beschwert hat….?“ Wir lauschen alle gebannt. Die neu eingestiegenen Fahrgäste schauen verwirrt auf den Lautsprecher. „….also, das habe ich der Leitstelle gemeldet, die bringen das in Ordnung.“ Erwartungsvolles Schweigen allerseits. Wir starren alle auf den Lautsprecher. „Ja, also, danke für den Hinweis und noch eine gute Weiterfahrt.“

Wir grinsen uns an, denken wohl alle dasselbe. Was ist mit den Scheiss Kinderstimmen?