Star Wars vs. Star Trek – die Entscheidung

  • Veröffentlicht am 31st August 2007,
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Der eine meint, Star Wars sei das Ei des Columbus. Die andere schwört auf Star Trek. Ich kann weder dem einen, noch dem anderen sonderlich viel abgewinnen und bin daher völlig neutral. Bei Star Wars zählen selbstverständlich nur die Teile der Original-Trilogie, den restlichen Quatsch kann man sich ja nicht ernsthaft antun. Und bei Star Trek zählen selbstverständlich nur die Staffeln der Original Serie. TNG, Voyager, DS9 sowie die Kinofilme braucht kein Mensch. ( ;-) an Erik.)

1. Han Solo oder Captain Kirk?
Hahahahaha, das ist jetzt keine ernst gemeinte Frage, oder? Es kann nur einen geben, und der trägt den Alleinstellungsanspruch ja schon im Namen. Ein Mann, der wie Captain Kirk freiwillig in so einem dünnschissbraunen ockerfarbenen, goldbesetzten Lycrahemd durchs Bild laeuft, sollte umgehend und auf nimmer-wiedersehen weggebeamt werden. Star Wars macht hier ganz klar das Rennen. 1:0.

2. Obi-Wan oder Mr. Spock?
Das ist schon schwieriger zu beantworten, das sind zwei fast ebenbürtige Gegner. Beide schaffen es, gleichzeitig unterkühlt und dennoch irgendwie warmherzig rüberzukommen. Lustig auch, dass ein Wesen vom brodelnden Planeten Vulkan so bar jeglicher Emotionen sein kann. Und Spock haben wir das unnachahmliche faszinierend zu verdanken, das sich bei vielen Gelegenheiten anwenden laesst, z.B. auch gern bei Cocktailparties, wo man von irgendwelchen Langweilern zugetextet wird. Aber überzeugender ist dann doch Obi-Wan, ausserdem kann er mit einem Laserschwert umgehen. 2:0. Was uns zum nächsten Vergleich fuehrt:

3. Laserschwerter oder Phaser?
Wie viele YouTube homevideos gibt es, bei denen die kiddies sich mit Papas altem Trockenrasierapparat bedrohen? Wieviele Star Wars Kids gibt es? ’nuff said. It doesn’t get any cooler than light sabers, guys! Lichtsäbel regeln, aber sowas von! 3:0.

4. Tribbles oder Wookies?
Diese nervigen kleinen Viecher, die aussehen als hätte sie jemand aus einem dieser Münzapparate auf dem Dom vor dem metallenen Greifarm befreit, sind zwar zahlenmässig überlegen, aber rein optisch voellig nebensächlich, wenn Chewbacca in die Kamera sieht. Wandelnder Bettvorleger hin oder her, der Typ macht deutlich mehr her. (Und ich stehe auch mehr auf ein männliches Grunzen als auf dieses tuckige Gekicher) 4:0.

5. Teleportation oder Die Macht?
Schwierig. Als Kind hätte ich es extrem hilfreich gefunden, mich in ungünstigen Momenten schlicht wegzubeamen. Aber je erwachsener man wird, desto deutlicher wird: wegrennen hilft nicht. Man muss den Dingen ins Gesicht sehen und ihnen mit Macht gegenübertreten. Teleportation wird eigentlich erst jetzt wieder interessant, um Langstreckenflügen aus dem Weg zu gehen, besonders solchen in die USA. Unentschieden. 4:0.

6. Prinzessin Leia oder Lt. Uhura?
Der Punkt geht klar an Uhura. Der erste schwarze Mensch im Weltall. Punktabzug gibt’s für den Kuss mit Cpt. Kirk (wie unrealistisch ist das denn bitte? Welche Frau würde nicht “restraining order!” schreien, wenn der Typ sich ihr näherte?), aber Leia hat sich ohnehin schon wegen der Zimtschneckenfrisur disqualifiziert. 4:1.

7. Die Soundeffekte
OK, vielleicht haben mehr Leute den Star Trek Pfiff als Klingelton als Darth Vaders Asthma. Aber letzteres ist deutlich fieser und wirkt länger nach. 5:1.

8. Enterprise oder Millenium Falcon?
Die Enterprise hat den Weg gewiesen, uns gezeigt wie ein Raumschiff auszusehen hat. Selbst die NASA hat sich bei ihrem Flottendesign optisch an ihr orientiert und Han Solos Mühle ist schlicht der letzte Schrotthaufen, sorry. Ein Punkt für Star Trek. 5:2.

9. Die Geschichte
Star Wars hat eine. Was die Star Trek Truppe eigentlich macht, hab’ ich nie verstanden und es hat mich auch nie interessiert. Ich glaube, die sind einfach ziellos rumgegondelt. 6:2 für Star Wars.

10. Die Sprueche
Beam me up Scotty oder May the Force be with you? Wir lassen Google entscheiden: 284.000 zu 794.000 Suchergebnisse – ein klares Votum für Star Wars und damit gewinnen Obi-Wan & co. deutlich mit 7:2 Punkten.

Hätten wir das auch geklärt. Demnächst: Welche Filmtrilogie: The Godfather oder The Lord of the Rings? Stay tuned!

Shooter

  • Veröffentlicht am 14th August 2007,
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Shooter | ab 03. September auf DVD

R: Antoine Fuqua
D: Mark Wahlberg, Danny Glover, Michael Pena
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

USMC Scharfschuetze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) hat das Corps verlassen und sich in die Einsamkeit der Berge zurueckgezogen, nachdem er drei Jahre zuvor bei einem geheimen Einsatz in Aethiopien seinen besten Freund verlor und von seiner Einheit als entbehrlich zurueckgelassen wurde. Entsprechend ungehalten reagiert er, als eines Tages ein Col. Johnson der U.S. Army (Danny Glover) mit ein paar finster aussehenden Typen in feinem Zwirn vor seiner Tuer steht und an Swaggers patriotisches Pflichtbewusstsein appellieren. Da ein Anschlag auf den Praesidenten geplant sei, solle er doch seine Scharfschuetzenfaehigkeiten einmal mehr in den Dienst der guten Sache stellen und den perfekten Plan fuer den Anschlag schmieden, auf dass der tatsaechliche Attentaeter noch rechtzeitig auf frischer Tat ertappt und an dem Mord gehindert werde.Swagger laesst sich darauf ein, kuesst seinen Hund zum Abschied und macht sich ans Werk. Leider wird er einmal mehr von den eigenen Leuten reingelegt: Das Attentat findet statt und Swagger wird als vermeintlicher Schuetze fernsehweit gejagt. Er verbringt den Rest des Films damit, seine Haut zu retten, seine Unschuld zu beweisen und Rache zu ueben.

Sobald ein Soldat seinem Kumpel ein Foto von seiner Liebsten zeigt, weiss jeder, der mehr als einen Kriegsfilm gesehen hat: Der Typ hat maximal noch eine Minute screentime. Auch Shooter, Antoine Fuquas Action-Politthriller mit klarer Betonung auf der Action, enttaeuscht diesbezueglich nicht und laesst auch sonst kein Klischee aus. Finstere Verschwoerer in der eigenen Regierung? check. Harte-Schale-weicher-Kern-Held, der allein gegen alle kaempft und nur seinen Hund liebt? check. Nur ein Mensch auf der Gegenseite glaubt und haelt zu ihm, hat allerdings null Einfluss auf die Vorgesetzten und ist ein Schreibtischhengst? check. Frauen dienen ausschliesslich als schmueckendes Beiwerk? check.

Das alles sollte aber nicht davon ablenken, dass es sich bei Shooter um einen schnellen, unterhaltsamen und intelligent gemachten Film handelt, der zudem auch in den Nebenrollen mit Danny Glover, Elias Koteas und Michael Pena ziemlich gut besetzt ist. Besonders schoen fand ich den weichen Suedstaatensingsang von Kate Mara, der ihr als gebuertiger New Yorkerin sicher nicht leicht gefallen sein kann. Wahlberg ist kein Olivier, aber ein wuerdiger Nachfolger der gealterten Actionheldern der 80er, die sich nur noch selbst karikieren (Willis), nie wirklich den Sprung in die erste Liga geschafft haben (Seagal) oder aber dem Filmbusiness mehr oder weniger den Ruecken gekehrt haben (Stallone und Schwarzenegger). Dass seine Figur sich trotz des erfahrenen Verrats erneut so leicht koedern laesst und die Ausgangssituation daher recht unglaubwuerdig ist, sehe ich eher als eine Schwaeche im Drehbuch an, das auf der (mir unbekannten) Vorlage Point of Impact von Stephen Hunter basiert. A thinking man’s Rambo sozusagen, wobei man aber nicht zu lange und zu tief denken sollte.

Der Film gehoert zu den eindeutig besseren Actionfilmen der juengsten Zeit und eignet sich hervorragend fuer einen Videoabend mit den Jungs, einem Kasten Bier und jeder Menge Chips. Die DVD erfreut mit einem, wie immer bei Antoine Fuqua, interessanten Audiokommentar, in dem der Regisseur vermehrt auf die literarische Vorlage eingeht und erlaeutert, wie er die Handlung aus der Vietnam-Ära in die heutige Zeit nach 9/11 versetzte. Das Bild sah sehr gut aus, keine stoerenden Artefakte. Der Sound kam dynamisch und druckvoll, vielleicht etwas zu frontlastig, und die Scheibe wird abgerundet mit einem kurzen, aber interessanten Making-Of. Das geht weniger darauf ein wie der Film entstand, als darauf, wie Mark Wahlberg einen Crashkurs zum erfolgreichen Scharfschuetzen absolviert hat. Die Zahl derer, die seine diesbezueglichen Kenntnisse und die Authenzitaet der gebotenen Darstellung zu wuerdigen wissen, duerfte allerdings zumindest hierzulande im Promillebereich anzusiedeln sein. Hoffe ich mal.

Who’s your Caddie?

  • Veröffentlicht am 1st August 2007,
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Die Spieler auf den Touren verfügen fast alle ueber einen Caddie, nur auf den kleineren Einstiegstouren ziehen einige selbst einen Trolley hinter sich her. Ein Caddie ist für seinen Spieler mehr als nur Träger der rund 35 Kilo schweren Tasche. Er hilft bei der Berechnung der Distanz und der Ausrichtung zum Ziel, kennt den Platz und seine Tücken, reicht den richtigen Schläger zur rechten Zeit, reinigt den Schläger nach dem Schlag, bedient die Fahne und ist dem Spieler eine wertvolle psychologische Stütze, die im Zweifel das Richtige sagt bzw. zu schweigen weiss. Die Topspieler der PGA- und European Tour haben oft seit Jahren ihren Bagman und einige wenige sind inzwischen selbst berühmt und – dank ihrer erfolgreichen Spieler – auch reich. Tiger Woods und Steve Williams gehören genauso zusammen wie Phil Mickelson und Jim „Bones“ McKay oder früher Nick Faldo und Fanny Sunesson, eine der ganz wenigen Frauen in diesem Knochenjob, die heute bei Tour-Rookies sehr gefragt ist als Beraterin in Sachen Course Management.

Oft ist es auch ein Familienjob – Seve Ballesteros trug früher die Tasche seine älteren Bruders bevor seine eigene Karriere ihren steilen Aufstieg begann. Luke Donalds Tasche trägt sein Bruder Chris, der auf den schönen Spitznamen Asbestos hört, „because he‘s fireproof“, wie Donald mal gegenüber einem Journalisten witzelte. Ja, Caddies sind auch Blitzableiter.

Romeo: You don’t need to be thinking immortality — you need to be thinking hit the 7 iron!

Caddies kennt man heute meist nur noch aus dem Profigolf, in den Clubs sind sie in vielen Ländern de facto ausgestorben. In der Türkei und nordafrikanischen Ländern findet man noch welche, und in Asien sind sie auch noch sehr präsent. In den USA wurden sie durch Elektrocarts ersetzt, nicht selten mit GPS ausgestattet, damit die Runde schneller und angenehmer für den Golfer verläuft und vor allem der Club einen guten Schnitt macht. Laufen kostet Zeit und Zeit ist Geld. Weshalb auch in nicht wenigen Clubs der USA für die Spieler schon Cartpflicht besteht.

Der Club in dem ich als Kind spielte hatte noch bis in die Achtziger Jahre einen Caddiemaster. Der wachte über eine Anzahl schwer pubertierender Bengels, die für die Runde acht Mark bekamen – plus Trinkgeld, wenn der Spieler eine gute Runde hinter sich hatte. Der Caddiemaster bekam natürlich auch seinen Teil ab. Ihn bei Laune zu halten war für die Jungens essentiell, denn er teilte die Runden zu. War einer auf der shitlist dieses alten Rauhbeins gelandet, konnte er froh sein, überhaupt einen Spieler zu bekommen – und dann war es garantiert ein alter Knauser, der nicht nur kein Trinkgeld gab sondern anschliessend polterte, der verdammte Kerl hätte keinen Ball gefunden und ihm die Runde ruiniert. Trotzdem war die lange Holzbank vor dem Caddiehaus vor allem am Wochenende immer gut besetzt und in den Pausen übten viele der Jungens mit den Schlägern aus dem Lost and Found Bag hinter dem Haus das Spiel.

Caddies gibt es in besagtem Club heute immerhin noch “auf Anfrage” (ich wette, sie ist sehr überschaubar). Einen Caddiemaster gibt es hingegen nicht mehr. Das alte Rauhbein sieht sich längst das Fairway von unten an und einen Nachfolger gab es nie.

Louis: „If you guys want to get fired, if you want to be replaced by golf carts, just keep it up!”

Die meisten Freizeitgolfer heute nutzen einen Trolley. So ein Wägelchen kostet so zwischen 50 und 300 Euro, ist klein zusammenlegbar und versieht klaglos seinen Dienst. Es findet natürlich keine Bälle und hilft einem auch nicht bei der Platzkenntnis oder der Entscheidung „vorlegen oder drüberdonnern“. In der zunehmend beliebter werdenden Elektro-Variante faehrt es fast von allein und kostet zwischen 250 Euro und knapp 5.000 Euro. Ja, richtig gelesen, gefühlte 10.000 DM. Manch einer, der früher zähneknirschend genau 8 DM für vier Stunden Arbeit in eine verschwitzte Kinderpfote gezaehlt hätte, schubst nun lässig seinen leise schnurrenden Titan-Trolley im Gegenwert eines gebrauchten Kleinwagens über den Platz.

Ich bin dann jetzt mal Caddyshack gucken.